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Die SAPD nach Gotha 1875 - eine Bedrohung für Bismarck?

Titel: Die SAPD nach Gotha 1875 - eine Bedrohung für Bismarck?

Seminararbeit , 2005 , 14 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Katrin Spott (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Die deutsche Sozialdemokratie hat ihre politischen Gegner und Kritiker wiederholt mit der Fähigkeit überrascht, auch schwerste Krisen durchstehen zu können und aus ihnen die Kraft zum erfolgversprechenden Neuanfang zu schöpfen.“1

Besonders in ihren Anfängen nach der Revolution von 1848/49 wurde die sozialistische Arbeiterbewegung immer wieder von Rückschlägen und Unterdrückung heimgesucht. Als erklärter Feind der Bourgeoisie und des militaristischen oder monarchischen Staatswesens gerieten die sozialistischen Parteien immer wieder in den Fokus der Regierenden. Besonders nach der Reichsgründung 1871 und zunehmend nach der Vereinigung von ADAV und SDAP 1875 mussten die Arbeitervereinigungen Verfolgung und Hetze hinnehmen. In Anbetracht der vorliegenden historischen Vorgänge und Daten, kann der Eindruck gewonnen werden, dass sowohl Kaiser Wilhelm als auch Otto von Bismarck überzeugt waren, ihren monarchischen, militaristisch geprägten Staat gegen die Sozialdemokraten verteidigen zu müssen.
In der vorliegenden Arbeit soll versucht werden zu erarbeiten, ob und warum die Herrschenden Angst und Misstrauen gegenüber den Sozialdemokraten empfanden. Hat der nach der Reichsgründung 1871 regierende kaisertreue Reichskanzler Otto von Bismarck Grund gehabt, die SAPD zu fürchten? War die Erlassung des Sozialistengesetzes die Reaktion auf eine für ich scheinbare sozialistische Bedrohung?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Erläuterungen und historischer Kontext

1.1. Soziale und politische Verhältnisse nach der Reichsgründung und die Rolle Bismarcks

1.2. Der ADAV und Ferdinand Lassalle

1.3. Die Eisenacher SDAP – Karl Liebknecht und August Bebel

2. Die Sozialisten und der monarchische Staat

2.1. Einigung in Gotha - Die Rolle und Forderungen der Sozialisten

2.2. Das Sozialistengesetz – Reaktion auf Bedrohung?

III. Resümee

IV. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und Motive hinter dem Vorgehen von Reichskanzler Otto von Bismarck gegen die organisierte deutsche Sozialdemokratie in der Phase nach dem Gothaer Vereinigungskongress 1875. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob das Sozialistengesetz von 1878 eine notwendige staatliche Reaktion auf eine reale sozialistische Bedrohung des monarchischen Systems darstellte oder ob es sich primär um ein präventives, politisch motiviertes Machtinstrument handelte.

  • Historischer Kontext der Reichsgründung 1871 und die Rolle Bismarcks
  • Entwicklung und Programmatik von ADAV und der Eisenacher SDAP
  • Der Einigungsprozess zur SAPD auf dem Gothaer Kongress 1875
  • Analyse der staatlichen Repressionspolitik gegenüber der Arbeiterbewegung
  • Bewertung des Sozialistengesetzes als Antwort auf die wachsende sozialistische Einflussnahme

Auszug aus dem Buch

2. Das Sozialistengesetz – Reaktion auf Bedrohung ?

Für Reichskanzler Bismarck waren die Konservativen und die Nationalliberalen „Reichstreue“, weil sie der Regierung freundlich gegenüber standen. Parteien mit ablehnender Haltung wie Sozialdemokraten, Linksliberale und das Zentrum hingegen galten als „Reichsfeinde“. Besonders die Sozialisten standen in seinem Fokus. Die vor der Einigung noch kleinen Arbeiterparteien konnten im monarchischen Staat nachweislich nichts Grundlegendes bewegen. Mit ihrem Zusammenschluss vergrößerte sich jedoch nicht nur die Mitgliederzahl der Partei, auch Macht und Einfluss nahmen zu. Doch hatte Bismarck Angst, der internationale Charakter der Sozialdemokraten könne das monarchische System zerstören? Die revolutionäre Zielsetzung der Partei hat ihn wohl beunruhigt, doch fürchtete er deren politische Macht?

Nachweislich verstärkte Bismarck seine Bemühungen, die organisierte Arbeiterbewegung zu unterdrücken. In den Jahren 1875 – 1878 wurden mehrere Gesetze und Strafgesetzänderungen erlassen, um der Versammlung und dem Einfluss der SAPD Einhalt zu gebieten, was die Partei jedoch nur festigte. Bei den Reichtagswahlen 1877 konnten die Sozialdemokraten neun komma ein Prozent der Stimmen gewinnen. „Die Bourgeoisie wurde von einer schrecklichen Panik ergriffen, um so mehr, als ihre Presse beständig die Sozialdemokratie so hingestellt hatte, als schrumpfe sie zur Bedeutungslosigkeit zusammen“, schrieb Friedrich Engels nach der Wahl. Zwei Attentate auf den Kaiser im Jahr 1878 boten Bismarck den Vorwand, um gegen die „Vermehrung der bedrohlichen Räuberbande, mit der wir gemeinsam unsere Städte bewohnen“ vorzugehen, obwohl die Angriffe nachweislich nicht von Sozialisten verübt worden waren.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der Bedrohungswahrnehmung der herrschenden Eliten gegenüber der aufkommenden Sozialdemokratie nach 1871 und klärt die methodische Herangehensweise.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der politischen Akteure (ADAV, SDAP) und eine Analyse der staatlichen Repressionsmechanismen, insbesondere des Sozialistengesetzes.

1. Erläuterungen und historischer Kontext: Dieses Kapitel skizziert die sozioökonomischen Bedingungen der Reichsgründung und die politische Entwicklung der konkurrierenden Arbeiterparteien, die den Boden für den späteren Zusammenschluss bereiteten.

1.1. Soziale und politische Verhältnisse nach der Reichsgründung und die Rolle Bismarcks: Die industrielle Entwicklung und der Gründerkrach von 1873 schufen ein soziales Klima, in dem sich die Arbeiterschaft zunehmend in Interessenverbänden organisierte, während Bismarck eine konservative Machtpolitik verfolgte.

1.2. Der ADAV und Ferdinand Lassalle: Die Gründung des ADAV durch Ferdinand Lassalle markierte den Beginn einer organisierten politischen Vertretung der Arbeiter, die auf Reformen innerhalb eines sozialen Staates abzielte.

1.3. Die Eisenacher SDAP – Karl Liebknecht und August Bebel: Die Gründung der SDAP in Eisenach repräsentierte den marxistisch geprägten, internationalistischen Gegenentwurf zum ADAV, wobei beide Strömungen in den 1870er Jahren eine Annäherung vollzogen.

2. Die Sozialisten und der monarchische Staat: Hier steht die Interaktion zwischen der neu geeinten SAPD und der repressiven Bismarckschen Innenpolitik im Zentrum der Untersuchung.

2.1. Einigung in Gotha - Die Rolle und Forderungen der Sozialisten: Das Kapitel behandelt den Vereinigungskongress von 1875 und die Programmatik der daraus entstandenen SAPD, die Demokratisierungsforderungen mit sozialreformerischen Zielen verband.

2.2. Das Sozialistengesetz – Reaktion auf Bedrohung?: Der Fokus liegt auf der Instrumentalisierung von Attentaten durch Bismarck zur Durchsetzung des Sozialistengesetzes, um die politische Handlungsfähigkeit der SAPD gezielt zu beschneiden.

III. Resümee: Das Fazit stellt fest, dass die Sozialdemokratie Mitte der 1870er Jahre keine akute Umsturzgefahr darstellte und das Sozialistengesetz als präventives Mittel zur Sicherung der anti-monarchischen Ordnung zu interpretieren ist.

IV. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur, Quellen und Protokollbände zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.

Schlüsselwörter

Sozialdemokratie, Bismarck, SAPD, Sozialistengesetz, Reichsgründung, Arbeiterbewegung, Klassenkampf, Gothaer Kongress, Industrialisierung, ADAV, SDAP, Preußen, Arbeiterpartei, Parlamentarismus, Obrigkeitsstaat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Beziehung zwischen der entstehenden deutschen Sozialdemokratie und dem preußisch-deutschen Staat unter Otto von Bismarck in den Jahren 1875 bis 1878.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen der historische Einigungsprozess der Arbeiterparteien ADAV und SDAP zur SAPD, die politische Programmatik der Sozialisten sowie die repressiven Gegenmaßnahmen der Reichsregierung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob die Sozialdemokratie nach 1875 eine tatsächliche Bedrohung für das monarchische System darstellte oder ob Bismarck das Sozialistengesetz primär aus politischen Motiven zur Machtabsicherung einsetzte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von zeitgenössischer Literatur, Parteiprotokollen und historischen Standardwerken sowie Quellen aus der BRD und der DDR basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert den sozialen Kontext der Reichsgründung, die organisatorische Entwicklung der sozialistischen Parteien und die Eskalation der staatlichen Unterdrückung durch das Sozialistengesetz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Sozialdemokratie, Bismarck, SAPD, Sozialistengesetz, Klassenkampf, Industrialisierung und Obrigkeitsstaat.

Welche Bedeutung kommt dem Gothaer Kongress 1875 für die Arbeit zu?

Der Kongress wird als entscheidender Wendepunkt betrachtet, da die Verschmelzung von ADAV und SDAP zur SAPD die politische Schlagkraft der Arbeiterbewegung erhöhte und somit verstärkt in das Visier der Bismarckschen Innenpolitik geriet.

Warum betont der Autor die Rolle der Attentate von 1878?

Die Attentate dienen im Text als zentrales Beispiel dafür, wie Bismarck politische Ereignisse als Vorwand nutzte, um das Sozialistengesetz zu rechtfertigen, obwohl die Urheberschaft der Sozialisten dafür nicht nachweisbar war.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor hinsichtlich der Bedrohung durch die Sozialdemokraten?

Der Autor argumentiert, dass von der Sozialdemokratie Mitte der 1870er Jahre keine akute Umsturzgefahr ausging und das Sozialistengesetz eher als Präventivschlag gegen eine in ihrer Entfaltung befindliche politische Kraft zu werten ist.

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Details

Titel
Die SAPD nach Gotha 1875 - eine Bedrohung für Bismarck?
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Geschichte)
Note
2,3
Autor
Katrin Spott (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V52070
ISBN (eBook)
9783638478755
ISBN (Buch)
9783638947770
Sprache
Deutsch
Schlagworte
SAPD Gotha Bedrohung Bismarck
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katrin Spott (Autor:in), 2005, Die SAPD nach Gotha 1875 - eine Bedrohung für Bismarck?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52070
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Leseprobe aus  14  Seiten
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