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Die Verstaatlichung der Schule als Modernisierungsprozess. Zwischen Bildungsrecht und staatlicher Bevormundung

Titel: Die Verstaatlichung der Schule als Modernisierungsprozess. Zwischen Bildungsrecht und staatlicher Bevormundung

Hausarbeit , 2018 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Michelle Tannrath (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Verstaatlichung der Schule ist als ein Resultat der fortwährenden Modernisierung unserer Gesellschaft anzusehen. Diese Arbeit legt dar wie dieser Prozess in Gang kam und beleuchtet dessen Konsequenzen.

Hierbei stellt sich heraus, dass die Reform des Schulwesens sowohl ein Bildungsrecht als auch eine Bildungspflicht in Gestalt der Einführung einer Schulpflicht zur Folge hatte. Demnach wird zu klären sein, ob aufgrund dieses vom Staat verordneten Bildungszwangs eine Bevormundung durch staatliche Hand vorliegt. Mit Blick auf die Gegenwart wird schlussendlich die Frage gestellt ob in der Verstaatlichung der Familie ein anhaltender Modernisierungsprozess gesehen werden kann.

Zunächst ist jedoch zu klären, was unter dem Modernisierungsbegriff zu verstehen ist. Ein Blick in die Vergangenheit Deutschlands soll unter anderem die Motive, welche zu dem Prozess der Verstaatlichung der Bildung führten, aufdecken. Hierfür müssen die gesellschaftlichen Gegebenheiten zur Zeit vor der Modernisierung genauer betrachtet werden. Demnach wurde der unverzichtbare Zugang zur Bildung für jedermann vornehmlich philosophisch begründet, wonach der Bildungsdrang als ein menschliches Grundbedürfnis ausgelegt und somit ein Recht auf Bildung weiträumig umgesetzt wurde. In diesem Zuge widmet sich die Autorin nachfolgend den zusätzlichen Bildungsforderungen der UN. An die vom Staat erlassene Schulpflicht anknüpfend stellt sich die Frage, ob man darüber hinausgehend von einer Verstaatlichung der Kindheit sowie Familie sprechen kann. Schlussendlich wird ein Fazit der zusammengetragenen Aspekte gezogen und somit die Verstaatlichung der Schule im Hinblick auf Bildung und Pädagogik bewertet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Verstaatlichung der Schule als Modernisierungsprozess

2.1 Der Modernisierungsbegriff

2.2 Historischer Blickwinkel

2.2.1 Vor der Modernisierung

2.2.2 Der Weg zur Verstaatlichung

2.2.3 Die Verstaatlichung und ihre Verdienste

3. Das Menschenrecht auf Bildung

3.1 Philosophische Betrachtung: Bildung als menschliches Grundbedürfnis

3.2 Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: Bildungsforderungen der UN

4. Staatliche Bildungspflicht als Bevormundung

4.1 Die allgemeinen Schulpflicht: Staatliche Eingriffe in das Recht der Eltern

4.2 Die Verstaatlichung der Familie als fortwährender Modernisierungsprozess

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den historischen und gesellschaftlichen Prozess der Verstaatlichung des Bildungswesens, analysiert das Spannungsfeld zwischen staatlicher Schulpflicht und elterlicher Erziehungsfreiheit und erörtert, inwieweit dieser Modernisierungsprozess als eine zunehmende staatliche Bevormundung bis hin zur "Enteignung der Kindheit" interpretiert werden kann.

  • Historische Entwicklung der Bildungsmodernisierung und Schulentstehung
  • Philosophische und menschenrechtliche Fundierung des Bildungsanspruchs
  • Konflikt zwischen staatlichem Bildungsauftrag und elterlichem Erziehungsrecht
  • Kritische Analyse der "Verschulung" verschiedener Lebensbereiche (Kindergarten, Familie)

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Der Weg zur Verstaatlichung

Die Säkularisierung war ebenfalls Konsequenz der Reformationsbemühungen und prägte mitunter den Weg zur Verstaatlichung der Schule. Der damalige Gymnasiallehrer Karl Mager erkannte, dass die Ablösung der Vorherrschaft der Kirche durch die Aufklärung eine unumkehrbare war und fasste diesen Vorgang unter dem „Princip der modernen Zeit“ (ebd., S. 165) zusammen. Unterricht, Verwaltung und Lehrerverhältnisse müssten nun an dieses Prinzip angeglichen werden.

Unter dem Motto „Emancipation der Volksschule“ (ebd., S. 166) herrschte ein regelrechter „Kampf gegen die geistliche Schulaufsicht“ (ebd.). Insbesondere der Lehrstand machte sich die staatliche Etablierung der Volksschule zur Lebensfrage. Unterstrichen wurden diese Bestrebungen mithilfe des Konzepts „moderne Schule“ (ebd., S. 173), welches als eine Art „Kampfbegriff“ (ebd.) des 19. Jahrhunderts galt. Modern wurde demnach mit kirchenfeindlich gleichgesetzt. So vertrat auch der Pädagoge Adolph Diesterweg die Ansicht, die „moderne Pädagogik und Schule“ (ebd.) sei ein Kampf gegen Kirche und autoritäre Erziehung.

Schulische Volksbildung solle fortan ein „kulturelle[s] Anliegen der Verbesserung“ (ebd.) repräsentieren. Die Imagination der „moderne[n] Pädagogik und Schule“ (ebd.) unter staatlicher Aufsicht stand somit der „Idee der lehrenden Kirche“ (ebd.) gegenüber. Doch gab der Philosoph Jürgen Bona Meyer zu bedenken, dass eine „schrankenlose Herrschaft des Staates über die Schule […] nicht minder gefährlich [sei], als die Alleinherrschaft der Kirche“ (ebd.). (Vgl. ebd., S. 165-170)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel fest, den Prozess der schulischen Modernisierung in Deutschland sowie dessen Folgen zwischen Bildungsrecht und staatlicher Bevormundung zu untersuchen.

2. Die Verstaatlichung der Schule als Modernisierungsprozess: Dieses Kapitel erläutert den Modernisierungsbegriff sowie die historischen Hintergründe, die von der kirchlichen Elementarbildung zur staatlich gelenkten Schule führten.

3. Das Menschenrecht auf Bildung: Hier wird die philosophische Begründung von Bildung als Grundbedürfnis dargelegt und der Wandel hin zur universellen Bildungsforderung der UN analysiert.

4. Staatliche Bildungspflicht als Bevormundung: Das Kapitel kritisiert die Schulpflicht als möglichen staatlichen Eingriff in die Elternrechte und diskutiert die befürchtete zunehmende Verstaatlichung von Kindheit und Familie.

5. Fazit: Das Fazit bewertet die Verstaatlichung als notwendigen, aber problematischen Prozess, der einerseits Qualität und Chancengleichheit sicherte, andererseits staatliche Kontrollzwänge etablierte.

Schlüsselwörter

Verstaatlichung, Schule, Modernisierung, Bildungspflicht, Bildungsrecht, Schulpflicht, staatliche Bevormundung, Erziehungsfreiheit, Säkularisierung, Kindheit, Verschulung, Pädagogik, Menschenrecht, Lehrerausbildung, Bildungspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Bildungswesens von einer kirchlich geprägten zu einer staatlich organisierten Institution und den damit verbundenen gesellschaftlichen Konsequenzen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind der Modernisierungsprozess der Schule, das Spannungsverhältnis zwischen Bildungsrecht und staatlicher Schulpflicht sowie die Kritik an einer umfassenden staatlichen Erziehung durch Schule und Kindergarten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es darzulegen, wie die zunehmende Verschulung in Gang kam und welche positiven wie negativen Auswirkungen dieser Prozess auf das Individuum und die Gesellschaft hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung und historische Analyse, gestützt auf erziehungswissenschaftliche Fachliteratur und zeitgenössische sowie moderne Kritiken.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Verstaatlichung, eine philosophische Herleitung des Bildungsrechts und eine kritische Auseinandersetzung mit der staatlichen Schulpflicht als Instrument der Bevormundung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Verstaatlichung, Bildungspflicht, Modernisierung, Schulpflicht und Bevormundung sind die prägenden Konzepte der Arbeit.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Staates?

Der Staat wird zwiespältig betrachtet: Einerseits als notwendiger Garant für Chancengleichheit und Bildungszugang, andererseits als Akteur, der durch Schulpflicht und frühe Betreuungsangebote individuelle Freiheitsgrade einschränkt.

Was versteht man in der Arbeit unter "Enteignung der Kindheit"?

Dies ist ein kritischer Begriff, der beschreibt, dass durch die Ausdehnung staatlicher Betreuungsangebote und Lehrpläne bereits die frühe Kindheit zunehmend ökonomisiert und den Bedürfnissen des Staates untergeordnet wird.

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Details

Titel
Die Verstaatlichung der Schule als Modernisierungsprozess. Zwischen Bildungsrecht und staatlicher Bevormundung
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Modernisierung und Pädagogik - ambivalente und paradoxe Interdependenzen
Note
2,0
Autor
Michelle Tannrath (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
22
Katalognummer
V520927
ISBN (eBook)
9783346129864
ISBN (Buch)
9783346129871
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erziehungswissenschaft Pädagogik Bildung Modernisierung Verstaatlichung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michelle Tannrath (Autor:in), 2018, Die Verstaatlichung der Schule als Modernisierungsprozess. Zwischen Bildungsrecht und staatlicher Bevormundung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520927
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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