In dieser Arbeit steht die Theorie der Hermeneutik zur Interpretation von Texten im Mittelpunkt, welche dann auf die Novelle "Krambambuli" von Ebner-Eschenbach angewendet wird. Im ersten Teil der Arbeit wird Hermeneutik definiert und von verschiedenen Sichtpunkten aus betrachtet. Schleiermacher, Dilthey, Heidegger und Gadamer werden in diesem Kontext näher betrachtet. Der zweite Teil wird mit der Interpretation des Werkes von Ebner-Eschenbach abgedeckt. Es wird versucht das Werk anhand der Sichtweisen von den genannten Personen im ersten Teil zu interpretieren.
Wichtig zu wissen ist, dass das hermeneutische Verstehen nicht ohne jegliches Vorwissen anfängt, sondern immer auf die "elementaren Erfahrungen des Verstehens" angewiesen ist, und sich davon ausgehend dem Neuen nähert. Das heißt, dass man als Verstehender immer an seine Einstellungen, Auffassungen und Erfahrungen gebunden ist und nie eine rein objektive Erkenntnis erzielen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hermeneutik
2.1 Hermeneutik nach Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
2.2 Hermeneutik nach Wilhelm Dilthey
2.3 Hermeneutik nach Martin Heidegger
2.4 Hermeneutik nach Hans-Georg Gadamer
3. Analyse
3.1 Bibliographie – Ebner-Eschenbach
4. Interpretation
4.1 Interpretation nach Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher
4.2 Interpretation nach Wilhelm Dilthey
4.3 Interpretation nach Martin Heidegger
4.4 Interpretation nach Hans-Georg Gadamer
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die hermeneutischen Ansätze verschiedener Theoretiker und wendet diese methodisch auf die Novelle „Krambambuli“ von Marie von Ebner-Eschenbach an, um das Verständnis literarischer Texte durch unterschiedliche philosophische Sichtweisen zu ergründen.
- Grundlagen der Hermeneutik als Lehre der Textauslegung
- Vergleich der Positionen von Schleiermacher, Dilthey, Heidegger und Gadamer
- Strukturanalyse des Werks „Krambambuli“
- Anwendung hermeneutischer Interpretationsmodelle auf die Novelle
- Verbindung von Lebensgeschichte der Autorin und Textinhalt
Auszug aus dem Buch
Hermeneutik nach Martin Heidegger
Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts mit Heidegger gibt es keine einheitliche Hermeneutikkonzeption. Von diesem Zeitpunkt an rückt die Hermeneutik „in den Mittelpunkt der philosophischen Besinnung.“
Sehr bekannt ist die Einsicht Heideggers in die sogenannte Struktur des Verstehens. In seinem Verstehenskonzept geht es darum „Eine Sache zu verstehen“. Damit meint er, mit ihr umgehen zu können, zurechtzukommen und ihr gewachsen zu sein. Hier ist nicht die Leistung zu verstehen, sondern der nötige Umgang mit der Sache. So, dass man sich auskennt und damit was anfangen kann. Es ist nicht das Wissen im Vordergrund, sondern das Können, die „Kunst“. Um etwas zu können und eine Sache zu verstehen, muss man sich mit sich selbst beschäftigen und „sich um sich selbst kümmern und sorgen“. Daraus wird geschlossen: Die „unbewusste Angel menschlichen Verstehens ist somit die Sorge“. Heidegger meint also, dass man sich zuerst seiner eigenen hermeneutischen Situation und seien eigenen Vorverstehens bewusstwird, sodass das Andere und Fremde des Textes überhaupt verstehen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Notwendigkeit der Interpretation von Texten erläutert und die Zielsetzung der Arbeit, verschiedene hermeneutische Theorien auf „Krambambuli“ anzuwenden, formuliert.
Hermeneutik: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen der Hermeneutik sowie die spezifischen Lehrmeinungen von Schleiermacher, Dilthey, Heidegger und Gadamer dargelegt.
Analyse: Dieser Abschnitt bietet eine formale Charakterisierung der Novelle „Krambambuli“ sowie biografische Eckdaten zu Marie von Ebner-Eschenbach, die für das Verständnis des Werks relevant sind.
Interpretation: Hier werden die theoretischen Konzepte aus Kapitel zwei praktisch auf das Werk „Krambambuli“ übertragen und auf ihre Tauglichkeit geprüft.
Zusammenfassung: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Anwendung der verschiedenen hermeneutischen Sichtweisen auf das untersuchte Werk.
Schlüsselwörter
Hermeneutik, Verstehen, Interpretation, Krambambuli, Ebner-Eschenbach, Schleiermacher, Dilthey, Heidegger, Gadamer, Literaturwissenschaft, Hermeneutischer Zirkel, Textauslegung, Psychologische Interpretation, Grammatische Interpretation, Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Hermeneutik und deren praktischer Anwendung zur Interpretation literarischer Texte, konkret am Beispiel der Novelle „Krambambuli“.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Definition der Hermeneutik, die Vorstellung bedeutender hermeneutischer Theoretiker und die literaturwissenschaftliche Analyse einer Novelle von Marie von Ebner-Eschenbach.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Anwendung unterschiedlicher hermeneutischer Ansätze zu prüfen, inwieweit diese bei der Erschließung und Interpretation des Werks „Krambambuli“ hilfreich sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die hermeneutische Methode, indem sie literaturtheoretische Konzepte auf einen Primärtext überträgt und dabei sowohl grammatische als auch psychologische Auslegungsansätze berücksichtigt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Hermeneutik, eine Analyse des Werks „Krambambuli“ sowie eine darauf basierende praktische Interpretationsphase.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hermeneutik, Verstehen, Interpretation, die genannten Philosophen (Schleiermacher, Dilthey, Heidegger, Gadamer) sowie das Werk „Krambambuli“ selbst.
Warum ist das Verständnis der Autorin laut Diltheys Ansatz wichtig?
Dilthey betont das Hineinversetzen in das Seelenleben des Autors, was für die Interpretation von „Krambambuli“ zentral ist, da die Novelle persönliche Lebensmomente der Autorin widerspiegelt.
Welche Rolle spielt Heideggers Konzept der „Sorge“ in der Interpretation?
Heidegger stellt das eigene Vorverständnis und die „Sorge“ in den Mittelpunkt, was dem Leser dabei hilft, sich der eigenen hermeneutischen Situation bewusst zu werden, um den Text besser erfassen zu können.
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- Anonym (Author), 2019, Hermeneutik als Interpretationsgrundlage für literarische Texte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/520931