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Das Selbstmordattentat - Genese, religiöse Motivation und Publizität.

Title: Das Selbstmordattentat - Genese, religiöse Motivation und Publizität.

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 28 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Mirko Berger (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Kaum ein Tag vergeht an dem wir in den Medien nicht von neuerlichen Selbstmordanschlägen erfahren. Spätestens seit den Anschlägen von New York und Washington im Herbst 2001 ist das Phänomen des Selbstmordattentats reger Inhalt der westlichen Medien, des wissenschaftlichen Diskurses und der öffentlichen Diskussion. Das Datum markiert weiterhin eine Zäsur des internationalen Terrorismus hin zu einem transnationalen Terrorismus. Die Tatsache, dass Attentäter die Türme von Manhattan und das Pentagon angegriffen hatten, war für viele Beobachter ein Schock, besonders nachdem bekannt wurde, dass es sich bei den Attentätern nicht um gescheiterte Persönlichkeiten aus ärmlichsten Verhältnissen handelte, sondern teilweise um studierte und dem Mittelstand angehörige Mitglieder unserer – der westlichen - Gesellschaft. Djerba, Karatschi, Mombasa, Riad, Casablanca, Kabul – das sind seit den Anschlägen in den USA nur einige Tatorte auf der Karte des Terrors. Diese waren offenbar darauf ausgerichtet, hohe Opferzahlen zu generieren und alle nutzten hierfür das Mittel des Selbstmordattentats. Das Selbstmordattentat als postmoderne und globalisierte Waffe will nicht so recht von Menschen der westlichen Welt begriffen werden, egal wie viele Artikel auch immer sich um eine Annäherung an das Phänomen bemühen. Es steht heute mehr als je zuvor in der Geschichte als sinnbildliche, ultimative Macht der Ohnmächtigen. Terroristen begehen das Attentat mit der Gewissheit, bei Erfüllung der gestellten Aufgabe sterben zu können. Und sie taten es aus tiefster Überzeugung und mit Stolz erfüllt.

Der Aufsatz soll das wieder „in Mode“ gekommene Phänomen des Selbstmordattentats punktuell beleuchten. Steht im nächsten Kapitel vor allem die kurze Betrachtung der geschichtlichen Herkunft im Zentrum, welche mit dem Schwerpunkt der Analyse des religiöse motivierten, radikal islamistischen Selbstmordattentats unserer Zeit endet, schließt der Aufsatz im Kapitel 3 mit einer Untersuchung der Publizität der Selbstmordstrategie terroristischer Vereinigungen. In den Medien waren zahlreiche Stimmen zu hören, die den Islam insgesamt brandmarkten und dieser Religion die Verantwortung für das grausame Verhalten der muslimischen Terroristen gaben. Auch diesem Vorurteil soll der Aufsatz entgegenwirken. Im Anhang findet der Leser eine Übersicht militanter Gruppierungen mit Selbstmordkommandos.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Erkenntnisinteresse

2. Genese und religiöse Motivation des Selbstmordattentats – von den Assassinen zu den Attentätern des 11. September.

3. Publizität des Selbstmordattentats – die symbiotische Beziehung zwischen Terroristen und Medien

4. Quellen, Literatur

5. Anhang: Militante Gruppen mit Selbstmordkommandos im Überblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Selbstmordattentats mit dem Ziel, dessen Genese, die zugrunde liegende religiöse Motivation sowie die strategische Bedeutung der Publizität für terroristische Organisationen zu beleuchten und dabei einseitigen medialen Deutungsmustern entgegenzuwirken.

  • Historische Herkunft und Entwicklung des Selbstmordattentats
  • Religiöse Motivation und deren Instrumentalisierung durch extremistische Gruppen
  • Die symbiotische Beziehung zwischen Terrorismus und modernen Medien
  • Strategien zur Erzeugung von Publizität und psychologischer Wirkung
  • Analyse der Rekrutierungsmechanismen von Selbstmordattentätern

Auszug aus dem Buch

3. Publizität des Selbstmordattentats

Der Terrorist wird in unserer Zeit immer mehr als medialer und politischer Akteur wahrgenommen, der Einfluss ausüben kann. Dies trifft ganz besonders für Selbstmordattentäter zu, da diese durch ihre aufopferungsbereite Vorgehensweise besonders bei den Medien einen hohen Nachrichtenwert erzielen. Gleichzeitig haben alle terroristischen Gruppen eines gemeinsam: keine von ihnen begeht Handlungen ohne Sinn und Zweck. Sie suchen durch ihr Handeln größtmögliche Publizität zu generieren und zielen darüber hinaus auf Einschüchterung und Unterwerfung ab, um ihre Ziele zu erreichen. Nach einer Formulierung des verstorbenen Psychiaters und anerkannten Experten in Sachen Terrorismus, Dr. Frederick Hacker, streben Terroristen danach, „einzuschüchtern und durch Einschüchterung zu herrschen und zu kontrollieren. Sie wollen beeindrucken. Sie treten vor einem und für ein Publikum auf und bemühen sich um Beteiligung der Zuschauer.“ Das Selbstmordattentat muss daher als gewalttätiges Handeln betrachtet werden, dass sich bewusst so präsentiert, dass es die Aufmerksamkeit eines dispersen Publikums auf sich lenkt und es mittels der von den Medien ermöglichten Publizität schafft, ein revolutionäres Konzept bzw. eine Botschaft zu übermitteln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Erkenntnisinteresse: Dieses Kapitel führt in die Problematik des transnationalen Terrorismus ein und erörtert, warum das Phänomen des Selbstmordattentats trotz der verheerenden Auswirkungen und der zunehmenden globalen Präsenz westliche Beobachter noch immer vor ein Verständnisproblem stellt.

2. Genese und religiöse Motivation des Selbstmordattentats – von den Assassinen zu den Attentätern des 11. September.: Hier werden die historischen Wurzeln religiös motivierter Gewalt aufgezeigt und analysiert, wie moderne extremistische Gruppen islamische Konzepte umdeuten, um das Selbstmordattentat als Mittel der Selbstopferung zu rechtfertigen.

3. Publizität des Selbstmordattentats – die symbiotische Beziehung zwischen Terroristen und Medien: Dieser Abschnitt untersucht den Terrorismus als Kommunikationsstrategie, bei der die Medien unbewusst als Verstärker fungieren, um durch maximale öffentliche Aufmerksamkeit die angestrebte Einschüchterung und den politischen Wandel herbeizuführen.

4. Quellen, Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.

5. Anhang: Militante Gruppen mit Selbstmordkommandos im Überblick: Der Anhang bietet eine detaillierte Übersicht und Einordnung verschiedener militanter Gruppierungen weltweit, die das Mittel des Selbstmordattentats in unterschiedlichen historischen und regionalen Kontexten einsetzen.

Schlüsselwörter

Selbstmordattentat, Terrorismus, Religiöse Motivation, Medien, Publizität, Al-Qaida, Märtyrertod, Asymmetrische Kriegsführung, Islamismus, Kommunikation, Radikalisierung, Politische Gewalt, Selbstopferung, Transnationaler Terrorismus, Propaganda.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen des Selbstmordattentats als eine Form politisch und religiös motivierter Gewalt, die in den letzten Jahrzehnten an globaler Bedeutung gewonnen hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die historische Genese, die religiös-ideologische Indoktrination der Täter sowie die mediale Inszenierung dieser Anschläge.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Paradoxon der Selbstmordattentate zu verstehen und aufzuzeigen, wie diese als kalkuliertes Mittel der Kommunikation und Einschüchterung eingesetzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche sowie der Auswertung von Fallbeispielen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der historischen Herkunft, die Analyse religiöser Umdeutungen und die medienstrategische Funktion des Terrorismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Selbstmordattentat, Terrorismus, Publizität, religiöse Motivation und mediale Verstärkung charakterisiert.

Wie unterscheidet der Autor zwischen historischen und modernen Motiven?

Der Autor zeigt auf, dass Religion zwar historisch eine zentrale Rechtfertigung bildete, die moderne, transnationale Form jedoch eine spezifische instrumentelle Umdeutung durch extremistische Führungsriege erfahren hat.

Welche Rolle spielen die Medien laut der Arbeit bei Anschlägen?

Laut dem Autor fungieren Medien als unverzichtbare Verstärker, die durch ihre Berichterstattung erst die notwendige Aufmerksamkeit erzeugen, um die terroristische Hebelwirkung zu entfalten.

Warum wird im Anhang auf spezifische Gruppen eingegangen?

Der Anhang dient zur Kontextualisierung, indem er aufzeigt, dass unterschiedliche Gruppen (z.B. LTTE, Hamas, Hizbollah) das Mittel des Selbstmordattentats aus verschiedenen politischen und strategischen Gründen adaptiert haben.

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Details

Title
Das Selbstmordattentat - Genese, religiöse Motivation und Publizität.
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr Institut)
Course
HS Politik, Religion und Gewalt
Grade
2,0
Author
Mirko Berger (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V52097
ISBN (eBook)
9783638478953
ISBN (Book)
9783638661928
Language
German
Tags
Selbstmordattentat Genese Motivation Publizität Politik Religion Gewalt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mirko Berger (Author), 2006, Das Selbstmordattentat - Genese, religiöse Motivation und Publizität., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52097
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