In ihrem Buch „Einführung in die Ethik“ gibt Annemarie Pieper unter anderem auch einen kurzen Überblick über den Begriff der „Glückseligkeit“ und des Glücks. In der vorliegenden Arbeit werden diese beiden Ausdrücke unter dem Gesichtspunkt ihrer Vielfältigkeit behandelt. Ausgegangen wird dabei von dem von A. Pieper verfassten Text. Eine Unterscheidung der Glücksbegriffe wird danach auf der Grundlage der Einteilung von Günther Bien vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Streben nach Glück – Verschiedene Moralprinzipien
3. Was ist das Glück des Menschen?
4. Zum Glücksbegriff
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der philosophischen Begriffsbestimmung von "Glück" und "Glückseligkeit" auseinander. Ziel ist es, die Vielfältigkeit dieser Konzepte auf Basis der Thesen von Annemarie Pieper zu untersuchen und durch die Differenzierungen von Günther Bien zu ergänzen, um das Verhältnis zwischen moralischem Handeln, Lebensführung und dem individuellen Streben nach Glück zu ergründen.
- Moralische Rechtfertigung des Strebens nach Glück
- Gegenüberstellung von Nutzenprinzip und Freiheitsprinzip (Kant vs. Mill)
- Differenzierung zwischen Glück als "fortuna" und "beatitudo"
- Die Rolle der persönlichen Einstellung und Lebensführungskompetenz
- Das Spannungsfeld zwischen bewusstem Streben und dem Eintreten von Glück
Auszug aus dem Buch
4. Zum Glücksbegriff
Zunächst betrachtet Pieper dazu zwei Grundbedeutungen von „Glück“ in der Alltagssprache: Das eine beschreibt etwas, was einem unerwartet ohne eigenes Dazutun, also auch unverdient, zufällt, wenn man „Glück hat“. Das andere bezeichnet eine steuerbare Einheit, das eigene Handeln bestimmt hier die Ausprägung des Glücks. Wobei A. Pieper zu bedenken gibt, dass dazu auch eine Portion von dem zufällig verteilten Glück – dem erstgenannten – nötig ist. Dies besagt also zusammengefasst, dass das Erreichen des Glücks vom Individuum wesentlich und hauptsächlich, nicht aber ausschließlich abhängt. Das ist auch für die Ethik von Bedeutung, die den selbst zu bestimmenden Fall als „Prinzip der Glückseligkeit“ festhält.
Weitere Formen des Glücks betrachtet A. Pieper an dieser Stelle nicht, weshalb im Folgenden besonders auf einen Aufsatz von Günther Bien Bezug genommen wird. In diesem findet sich eine genauere Unterteilung des Glücks, welche im Weiteren nachvollzogen werden soll. Folgend die Unterscheidung Biens in einer Übersicht:
1) „Glück als fortuna“
a) einzelner günstiger Zufall
i) positive Begebenheit
ii) zufälliges Ereignis, durch welches etwas für den Menschen Negatives verhindert wird
b) Glücksgüter
c) „Zustand des vom Glück (...) Begünstigtseins“
2) „Glück als beatitudo“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über den Begriff der Glückseligkeit auf Basis von Annemarie Piepers "Einführung in die Ethik" und kündigt eine vertiefende Unterscheidung der Glücksbegriffe durch Günther Bien an.
2. Das Streben nach Glück – Verschiedene Moralprinzipien: Dieses Kapitel behandelt die ethische Kontroverse, ob Glück ein Ziel an sich ist (Mill/Utilitarismus) oder ob das Handeln dem Prinzip der Pflicht untergeordnet sein muss (Kant).
3. Was ist das Glück des Menschen?: Hier wird die Vielfalt der individuellen Glücksvorstellungen beleuchtet, die von materiellem Besitz bis hin zu Askese und geistiger Vervollkommnung reichen.
4. Zum Glücksbegriff: Dieses zentrale Kapitel differenziert das Glück in "fortuna" (äußere Umstände) und "beatitudo" (inneres Empfinden) und diskutiert Möglichkeiten der Lebensführungskompetenz.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Glück zwar unterschiedlich erfahren wird, aber wesentlich von der individuellen Einstellung des Menschen abhängt.
Schlüsselwörter
Glück, Glückseligkeit, Moralprinzip, Ethik, Annemarie Pieper, Günther Bien, Fortuna, Beatitudo, Nutzenprinzip, Freiheitsprinzip, Lebensführungskompetenz, Selbstbestimmung, Handlungsregeln, Tugend, Utilitarismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser philosophischen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Dimensionen und philosophischen Auffassungen von Glück und Glückseligkeit und untersucht, wie diese mit moralischen Prinzipien vereinbar sind.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der ethischen Legitimation des Glücksstrebens, der Unterscheidung zwischen Zufallsglück und erarbeiteter Lebenszufriedenheit sowie der inneren Haltung des Einzelnen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche philosophische Ansätze – insbesondere die von Annemarie Pieper und Günther Bien – helfen können, das Glücksverhältnis des Menschen zu verstehen und einzuordnen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin verwendet eine philosophische Textanalyse und komparative Methode, indem sie verschiedene theoretische Positionen gegenüberstellt und durch eigene Reflexionen ergänzt.
Was sind die inhaltlichen Säulen des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Debatte um utilitaristische versus kantianische Ethik, die Typologie des Glücks (Fortuna vs. Beatitudo) und die Bedeutung von Lebensführungskompetenz.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Glückseligkeit, Moralprinzip, Lebensführungskompetenz, sowie die Gegenüberstellung von externem Glück durch Zufall und internalem Glück durch persönliche Einstellung.
Wie unterscheidet der Text zwischen "Glück" und "Glückseligkeit"?
Während "Glück" oft als zufälliges Ereignis (Fortuna) verstanden wird, beschreibt "Glückseligkeit" (Beatitudo) einen Zustand des inneren Glücklichseins und der Seelenverfassung.
Inwiefern spielt die "Lebensführungskompetenz" eine Rolle?
Sie bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, sowohl Glück als auch Leid als bedeutsame, unvermeidbare Aspekte des Lebens anzunehmen und durch eine bewusste Einstellung "glücksbereit" zu bleiben.
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- Julia Schlichter (Author), 2005, Glück und Glückseligkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52099