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Polizei und Staatsanwaltschaft in der Strafverfolgung

Title: Polizei und Staatsanwaltschaft in der Strafverfolgung

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Henri Schmidt (Author)

Law - Criminal process, Criminology, Law Enforcement
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Einleitung

Das Thema „Zuständigkeiten von Polizei und Staatsanwaltschaft (StA) in der Strafverfolgung“ ist zwar mit Sicherheit nicht neu, aber trotzdem aktuell. Die Expansion polizeilicher Aufgabenbereiche war in der Vergangenheit und ist in der Gegenwart immer wieder Thema verfassungsrechtlicher und kriminalpolitischer Diskussionen. Im Kern dieser Debatten geht es um das Ermittlungsverfahren, dessen Herrin die StA sein sollte, es aber in der Praxis anscheinend nicht immer ist.

In dieser Arbeit werden die Hintergründe dieser Streitgespräche näher beleuchtet. Dazu erfolgt zunächst eine Einführung in das Themenfeld. Die Abgrenzung von Straf- und Strafprozessrecht sowie die Darstellung der Grundsätze und der Gliederung des Strafprozesses legen die Fundamente für das weitere Vorgehen. Das dritte Kapitel wird einen Überblick über die Geschichte der beiden Institutionen Polizei und StA geben und insbesondere die Motive für die Schaffung der StA herauskristallisieren. Ergänzend werde ich die Aufgaben von Polizei und StA aus der geschichtlichen Entwicklung ableiten. Den Schwerpunkt bildet das vierte Kapitel, in dem das Verhältnis beider Institutionen zunächst aus rechtlicher (normativer) Sicht und im Folgenden aus faktischer Sicht beleuchtet wird. Das Kapitel endet mit einem Ausblick, der mögliche Veränderungen zur Verbesserung des beschriebenen Verhältnisses aufzeigen soll. Ich habe den Schwerpunkt auf das gegenseitige Verhältnis von Polizei und StA gelegt, da sich hier entscheidende, aktuell diskutierte, Fragestellungen auftaten. Die zentrale Frage, ob es in der Praxis tatsächlich eine Machtverschiebung zugunsten der Polizei gab und wie man dieser gegebenenfalls entgegenwirken kann, werde ich im Schlussteil der Arbeit beantworten.

[...]

Meine Arbeit soll eine Zusammenschau des derzeitigen Kenntnisstandes bieten, auch wenn es unmöglich ist, auf alle Ansätze vollständig einzugehen. Die Gesamtproblematik ist komplexer, als dies von mir zunächst vermutet wurde. Zentrale Begriffe, die innerhalb der Arbeit Verwendung finden, werde ich im Zusammenhang erläutern. Bei einigen Begriffen habe ich auf eine Definition meinerseits verzichtet. Dabei handelt es sich um juristische Begriffe (z.B.: „Gefahr“), mit deren Definition ganze Seiten gefüllt werden könnten. Stattdessen habe ich auf Quellen verwiesen, denen man eine detaillierte juristische Definition entnehmen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Funktionale Vorüberlegungen

2.1 Zur Abgrenzung von Strafrecht und Strafprozessrecht

2.2 Grundsätze des Strafprozessrechts

2.3 Gliederung des Strafprozesses

3. Geschichtlicher Abriss – zur Entstehung von Polizei und Staatsanwaltschaft

3.1 Die Entwicklung der Polizei

3.2 Die Entstehung der Staatsanwaltschaft – Historie und Motive

3.3 Exkurs - Zur Unterscheidung von Polizei und Staatsanwaltschaft

4. Zum Verhältnis der Institutionen Polizei und Staatsanwaltschaft

4.1 Rechtsgrundlagen

4.2 Die Polizei von der Gehilfin zur heimlichen Herrin des Strafverfahrens – Das Verhältnis der Institutionen Polizei und StA in der Praxis

4.3 Ein Blick in die Zukunft – wieder mehr Kontrolle für die StA?

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft im deutschen Strafverfolgungssystem. Ziel ist es zu analysieren, ob in der Praxis eine Machtverschiebung zugunsten der Polizei stattgefunden hat und wie eine effektive, gewaltenteilige Zusammenarbeit unter heutigen Bedingungen gewährleistet werden kann.

  • Normative Rollenverteilung zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft
  • Historische Entwicklung und Entstehung beider Institutionen
  • Diskrepanz zwischen Rechtslage (Soll-Zustand) und polizeilicher Praxis (Ist-Zustand)
  • Herausforderungen durch Ausstattungsdefizite und zunehmende Kriminalitätskomplexität
  • Reformansätze zur Stärkung der Kontrollfunktion der Staatsanwaltschaft

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Polizei von der Gehilfin zur heimlichen Herrin des Strafverfahrens – Das Verhältnis der Institutionen Polizei und StA in der Praxis

Dieser Abschnitt versucht die Frage zu beantworten, ob sich das soeben geschilderte normative Verhältnis auch in der Praxis widerspiegelt.

Genau diese Fragestellung ist Thema zahlreicher justiz- und kriminalpolitischer Diskussionen in Deutschland. Kritisiert wird in diesen Diskussionen immer wieder die Vorherrschaft der Polizei innerhalb des Ermittlungsverfahrens. Denn in einem sind sich alle Betroffenen, d.h. Staatsanwälte, Polizisten aber auch Wissenschaftler einig, im Verhältnis von Polizei und StA gibt es eine enorme Diskrepanz zwischen Norm und Wirklichkeit. Ich nehme damit also schon vorweg, dass das Verhältnis in der Praxis nicht dem rechtlich skizzierten entspricht.

Seit Mitte der 1970er Jahre, im Zuge der Modernisierung des „Systems der Inneren Sicherheit“, wurde diese Diskussion immer wieder öffentlich ausgetragen und daraus ging eindeutig hervor, dass die Polizisten eben keine „Hilfsbeamten“ der StA sind, sondern die Wirklichkeit dieses Verhältnis beinahe umkehrt.

Bei einer genaueren Betrachtung der Unterscheidung zwischen Strafverfolgung und Gefahrenabwehr, wie ich sie weiter oben vornahm, wird schnell deutlich, warum eine praktische Trennung dieser beiden Funktionen unmöglich ist und die Polizei unmöglich nur als Hilfsbeamte der StA agieren können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Zuständigkeiten von Polizei und Staatsanwaltschaft ein, umreißt die Forschungsfrage bezüglich der Machtverschiebung im Ermittlungsverfahren und erläutert den Aufbau der Arbeit.

2. Funktionale Vorüberlegungen: In diesem Kapitel werden die notwendigen rechtlichen Grundlagen wie die Abgrenzung von Strafrecht und Strafprozessrecht, die Verfahrensgrundsätze sowie die Gliederung des Strafprozesses erläutert.

3. Geschichtlicher Abriss – zur Entstehung von Polizei und Staatsanwaltschaft: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung der Polizei sowie der Staatsanwaltschaft und beleuchtet die Motive für deren Etablierung als Institutionen des Rechtsstaates.

4. Zum Verhältnis der Institutionen Polizei und Staatsanwaltschaft: Dieser Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen und untersucht die faktische Verschiebung der Ermittlungshoheit zugunsten der Polizei in der Praxis, inklusive möglicher Reformansätze.

5. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, bestätigt die festgestellte Machtverschiebung zugunsten der Polizei und betont die Notwendigkeit einer gewaltenteiligen Strafverfolgung im Rechtsstaat.

Schlüsselwörter

Polizei, Staatsanwaltschaft, Ermittlungsverfahren, Strafverfolgung, Strafprozessrecht, Machtverschiebung, Legalitätsprinzip, Gefahrenabwehr, Gewaltenteilung, Rechtsstaat, Strafprozessordnung, Hilfsbeamte, Kriminalitätsbekämpfung, Ermittlungshoheit, Reformansätze

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert das Zusammenspiel und die tatsächliche Machtverteilung zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft innerhalb des deutschen Ermittlungsverfahrens.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die rechtliche Rollenverteilung, die historische Genese der Institutionen, die Analyse der Diskrepanz zwischen Norm und Praxis sowie mögliche Lösungsansätze zur Stärkung der staatsanwaltschaftlichen Kontrolle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob es in der Praxis tatsächlich zu einer Machtverschiebung zugunsten der Polizei gekommen ist und wie man dieser Entwicklung im Rahmen eines Rechtsstaates entgegenwirken kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine Literatur- und Rechtsanalyse durch, indem er normative Vorgaben mit empirischen Erkenntnissen und Diskursen aus kriminalpolitischen Zeitschriften vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert die gesetzlichen Grundlagen des Ermittlungsverfahrens sowie die faktische Vorherrschaft der Polizei gegenüber der Staatsanwaltschaft, oft beschrieben als „Kopf ohne Hände“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Polizei, Staatsanwaltschaft, Ermittlungsverfahren, Machtverschiebung, Legalitätsprinzip, Rechtsstaat und Gewaltenteilung.

Warum wird die Staatsanwaltschaft oft als „Kopf ohne Hände“ bezeichnet?

Dieser Begriff illustriert, dass die Staatsanwaltschaft zwar die rechtliche Leitung des Verfahrens innehat, aber keine eigenen Exekutivbeamten besitzt und für die tatsächliche Durchführung der Ermittlungen fast vollständig auf die Polizei angewiesen ist.

Ist laut Autor eine komplette Abschaffung der Staatsanwaltschaft denkbar?

Nein, der Autor hält die Staatsanwaltschaft für ein unverzichtbares Bindeglied zwischen Polizei und Gericht, das zur Wahrung rechtsstaatlicher Standards gestärkt werden muss.

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Details

Title
Polizei und Staatsanwaltschaft in der Strafverfolgung
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Polizei und Innere Sicherheit
Grade
2,0
Author
Henri Schmidt (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V52102
ISBN (eBook)
9783638478977
ISBN (Book)
9783656805236
Language
German
Tags
Polizei Staatsanwaltschaft Strafverfolgung Polizei Innere Sicherheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Henri Schmidt (Author), 2006, Polizei und Staatsanwaltschaft in der Strafverfolgung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52102
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