Ziele und Vorgehen
Welchen Effekt haben positive Emotionen auf die Verhinderung der Veränderung von Stereotypen durch den Prozess der Bildung einer Unterkategorie („subtyping“) ? Diesen Fragen soll in der vorliegenden Hausarbeit nachgegangen werden, und somit versucht werden, ein Licht auf den Zusammenhang zwischen dem Prozess des „subtyping“ und positiven Emotionen zu werfen. Um dieses Ziel zu erreichen werde ich zunächst versuchen zu klären, was Stereotype sind (nächster Abschnitt) und wie sie entstanden sein könnten (Abschnitt 2.1). Dann werde ich empirische Ergebnisse vorstellten, die den Prozess der Bildung von kognitiven Unterkategorien erklären (Abschnitt 2.2). Unter Abschnitt 3 soll ein Blick auf die Rolle von Emotionen bei der Veränderung von Stereotypen geworfen werden. Welche spezielle Bedeutung positiven Emotionen dabei zukommt, wird in Abschnitt 3.1 und anhand der Präsentation einer Studie in Abschnitt 3.2 erörtert. Über welche Mechanismen Effekte von positiven Emotionen auf die Verhinderung der Veränderung von Stereotypen durch „subtyping“ Effekte positiver Emotionen auf „subtyping“ vermittelt werden könnten, wird in den darauffolgenden Teilen dieser Arbeit untersucht (Abschnitte 3.3 und 3.4). In Abschnitt 4 werden Schlüsse aus den betrachteten Forschungsergebnissen gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Ziele und Vorgehen
2. Veränderung von Stereotypen
2.1 Wodurch können Stereotype entstanden sein ?
2.2 Verhinderung der Veränderung von Stereotypen durch „subtyping“
3. Positive Emotionen und Stereotype
3.1 Veränderung von Stereotypen und positive Emotionen
3.2 Studie: Happiness and Stereotypic Thinking in Social Judgement (Bodenhausen, Kramer & Süsser, 1994)
3.3 Mögliche Effekte positiver Emotionen auf „subtyping“ vermittelt über Kapazität und Flexibilität
3.4 Mögliche Effekte positiver Emotionen auf „subtyping“ vermittelt über Motivation
4. Abschließende Worte
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen positiven Emotionen und dem Prozess des "subtyping", durch den die Veränderung von Stereotypen bei der Begegnung mit stereotyp-inkonsistenten Individuen verhindert wird. Die zentrale Forschungsfrage lautet, welchen Effekt positive Emotionen auf diese Verhinderung der Stereotypenveränderung haben.
- Psychologische Grundlagen der Entstehung und Veränderung von Stereotypen
- Der Mechanismus des "subtyping" als Abgrenzung atypischer Exemplare
- Rolle von kognitiven Ressourcen und Motivation bei der Stereotypisierung
- Einfluss positiver Stimmung auf soziale Urteilsprozesse und Persuasion
- Analyse empirischer Studien zum Zusammenspiel von Emotion und Stereotyp-Aufrechterhaltung
Auszug aus dem Buch
2.2 Verhinderung der Veränderung von Stereotypen durch „subtyping“
Es scheint notwendigerweise für den Menschen schwierig, Stereotypen zu verändern. In vielen sozialen Situationen scheint dies aber gerade auch eine Notwendigkeit zu sein, um Konflikte zwischen verschiedenen Gruppen lösen zu können. Es zeigte sich, das durch die Verminderung stereotyper Wahrnehmung von vorerst negative eingeschätzten anderen Gruppen, Intergruppenkonflikte zum Teil gelöst werden konnten. (Forsyth, 1999, S. 403) Die Veränderung von Stereotypen kann dadurch geschehen, das Personen das Verhalten eines Gruppenmitglieds auf das Verhalten der Gruppe als Ganze generalisieren und somit die stereotype Gruppe als solche in einem positiveren oder negativeren Licht als zuvor betrachten. (Rothbart & Lewis, 1988) Dieser Prozess kann aber auch unterbunden werden, wenn unter anderem der Mechanismus des „subtyping“ bei der Verarbeitung sozialer Stimuli auftritt. Demnach tendieren Individuen dazu, an dem Stereotyp einer anderen sozialen Gruppe festzuhalten, auch wenn sie ein atypisches Gruppenmitglied kennen lernen, indem sie die Abweichler einer Unterkategorie der Gruppenkategorie zuordnen und sie somit vom Stereotyp abgrenzen (siehe Abb. 1). (Kunda & Oleson, 1995)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ziele und Vorgehen: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert anhand eines praktischen Beispiels die Forschungsfrage zur Wirkung positiver Emotionen auf die Stereotypenveränderung durch "subtyping".
2. Veränderung von Stereotypen: Hier werden die theoretischen Grundlagen zur Entstehung von Stereotypen sowie der Mechanismus erläutert, wie Individuen ihre Stereotype trotz widersprüchlicher Informationen durch Bildung von Unterkategorien beibehalten.
3. Positive Emotionen und Stereotype: Das Hauptkapitel analysiert den Einfluss positiver Stimmungen auf die Stereotypisierung und beleuchtet Mechanismen wie kognitive Kapazität, Flexibilität und Motivation anhand verschiedener empirischer Studien.
4. Abschließende Worte: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert, wie Personen trotz der Tendenzen zu "subtyping" bewusst mit Vorurteilen umgehen können.
Schlüsselwörter
Stereotype, Subtyping, Positive Emotionen, Soziale Kognition, Stereotypisierung, Kognitive Kapazität, Kognitive Motivation, Vorurteile, Intergruppenkonflikte, Soziale Wahrnehmung, Attribution, Mentale Abkürzungen, Informationsverarbeitung, Attributionstheorie, Soziale Kategorisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie positive Emotionen dazu beitragen, dass Menschen an bestehenden Stereotypen festhalten, selbst wenn sie auf Personen treffen, die diesen Stereotypen widersprechen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Sozialpsychologie, Kognitionspsychologie, Emotionsforschung, Stereotypisierungsprozesse und den "Subtyping"-Mechanismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuklären, welchen Effekt positive Emotionen auf die Verhinderung der Veränderung von Stereotypen durch den Prozess der Bildung von Unterkategorien ("subtyping") haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der kritischen Diskussion existierender empirischer, sozialpsychologischer Experimente zu den Themen Stimmung, Kognition und Stereotypisierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird analysiert, wie positive Emotionen kognitive Prozesse wie Kapazität, Flexibilität und Motivation beeinflussen und warum diese Faktoren dazu führen, dass abweichende Gruppenmitglieder eher als Ausnahmen (Subtypen) kategorisiert statt als Grundlage für eine Stereotyp-Änderung genutzt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Stereotype, Subtyping, positive Emotionen, kognitive Ressourcen und soziale Urteilsbildung.
Warum fällt es Menschen so schwer, Stereotype bei positiver Stimmung zu ändern?
Positive Stimmung signalisiert Sicherheit, was die Motivation verringert, Informationen differenziert zu verarbeiten. Anstatt das Stereotyp zu hinterfragen, nutzen Individuen ihre verfügbaren kognitiven Ressourcen lieber, um das abweichende Exemplar durch "subtyping" auszugliedern und das bestehende Weltbild aufrechtzuerhalten.
Welche Rolle spielt die "Verantwortlichkeit" bei der Beurteilung?
Studien zeigen, dass die Tendenz zur Stereotypisierung bei positiver Stimmung sinkt, wenn die Versuchspersonen persönlich Verantwortung für die Richtigkeit ihrer Entscheidung übernehmen müssen, da dies ihre Motivation zur detaillierten Informationsverarbeitung erhöht.
- Quote paper
- Christian Richter (Author), 2003, Effekte von positiven Emotionen auf die Verhinderung der Veränderung von Stereotypen durch subtyping, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52161