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Peter L. Berger und Thomas Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit

Titre: Peter L. Berger und Thomas Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit

Dossier / Travail de Séminaire , 2000 , 26 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Dipl.-Soz. Susanne Dera (Auteur)

Sociologie - Généralités et Théories
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Eine zentrale Frage innerhalb der Soziologie ist, wie Wirklichkeit entsteht. Die folgende Arbeit versucht unter Rückgriff auf das Werk von Peter L. Berger und Thomas Luckmann „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“ eine Antwort darauf zu finden. Berger und Luckmann stellten das vortheoretische Alltagswissen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen und machen es so zum Kernproblem ihrer Wissenssoziologie. Damit wollen sie die für die Gesellschaft zentrale Rolle des Wissens herausstellen und dasselbe innerhalb des gesellschaftlichen Entstehungsprozesses verorten.

Die Entstehung der gesellschaftlichen Wirklichkeit wird hier verstanden als dialektischer Prozess, der aus verschiedenen simultan ablaufenden Elementen besteht und die Welt konstruiert. Eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Sozialisation und die Tradierung sowie Transformierung des gewonnenen Wirklichkeitsbegriffs. Erst die Weitergabe des Wissens über die verschiedenen Codes der Wirklichkeit machen diese erfahrbar und somit auch existent. Diesen Prozess näher zu beleuchten und in seinen Facetten zu verdeutichen, hat sich das vorliegende Werk vorgenommen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie und wissenschaftlicher Hintergrund

3. Schlüsselbegriffe

3.1. Der Doppelcharakter der relativen Wirklichkeit der Alltagswelt

3.2. Der dialektische Prozeß

3.3. Das Wissen

4. Der dialektische Prozeß der Wirklichkeitsentstehung

4.1. Externalisierung als Notwendigkeit des Menschen

4.2. Objektivation der Lebenswelt

4.3 Mittel der Objektivation

4.3.1 Sprache als Mittel der Sinnvermittlung

4.3.2 Institutionalisierung

4.3.3 Legitimierung der Objektivation

4.4 Internalisierung der Wirklichkeit

4.4.1 Primäre Sozialisation

4.4.2 Sekundäre Sozialisation

5. Wirklichkeitssicherung und -transformation

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das theoretische Modell von Peter L. Berger und Thomas Luckmann zur Entstehung gesellschaftlicher Wirklichkeit, indem sie das alltägliche Wissen in den Fokus rückt und den dialektischen Prozess der Konstruktion durch Externalisierung, Objektivation und Internalisierung analysiert.

  • Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit als dialektischer Prozess.
  • Die zentrale Rolle des Alltagswissens als Basis gesellschaftlicher Sinnstrukturen.
  • Die Funktion von Sprache und Institutionalisierung bei der Objektivation von Wirklichkeit.
  • Sozialisationsprozesse als Mechanismen der Internalisierung von Weltbildern.
  • Methoden der Wirklichkeitssicherung und -transformation im Lebenslauf.

Auszug aus dem Buch

4.3.1 Sprache als Mittel der Sinnvermittlung

Für die gesellschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit ist es notwendig, ein gegenseitiges Verständnis der Sinnhaftigkeit von Objekten in einer Interaktionssituation zu erreichen. Dies ist in der vis-a-vis-Situation am einfachsten möglich, da mir mein Gegenüber und der von ihm durch Mimik, Gestik, Sprache zum Ausdruck gebrachten subjektiven Sinn mir direkt zugänglich sind. Dies ist deshalb möglich, weil in dieser Situation die Interaktionspartner die gleiche Perspektive auf die Wirklichkeit haben. Es besteht somit eine ständige Reziprozität, welche ihnen einen Zugang zueinander eröffnet. Der andere ist in dieser Situation als Objekt vorhanden, während das Individuum sich seiner Sinnhaftigkeit erst in einer Selbstreflexion bewußt wird, die als „Spiegelreflex auf die Einstellung des Anderen zu mir“ verstanden werden muß.

In allen anderen Situationen bedarf es vermittelnder Instrumente, die Sinngehalte objektivieren, wodurch ein Zugang zum Anderen möglich wird. Es können hierbei drei Ebenen von Ausdrucksmitteln unterschieden werden. Die erste Ebene bilden in Gegenständen versinnbildlichte Empfindungen. Sie bringen subjektiv gemeinten Sinn zum Ausdruck, sind jedoch eigentlich Funktionsgeräte. Gerade durch diesen Funktionscharakter sind sie intersubjektiv und es ist möglich, durch sie einen Sinngehalt zu transportieren, wenn dieser in direktem Bezug zur Funktion des verwendeten Objektes steht.

Die zweite Ebene der Ausdrucksmittel bildet das Zeichen. Es kann von anderen Objektivationen dadurch unterschieden werden, „dass es ‚ausdrücklich‘ ein Hinweis auf subjektiv Gemeintes sein soll“. Es hat demnach keine weitere Funktion, als die subjektive Einstellung des Aussendenden anzuzeigen und ist in der von allen geteilten Wirklichkeit objektiv erfaßbar. Zeichen werden zu Zeichensystemen gebündelt, welche objektiv eindeutige Objektivationen sind, „die über subjektive Intentionen im ‚Hier‘ und ‚Jetzt‘ hinausreichen“. Ein wichtiges Merkmal von Zeichen ist deren Ablösbarkeit von unmittelbar das Individuum betreffende Ausdrücken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie gesellschaftliche Wirklichkeit aus subjektiv gemeintem Sinn konstruiert wird, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2. Biographie und wissenschaftlicher Hintergrund: Es werden die Lebenswege der Autoren und ihre theoretischen Einflüsse durch Denker wie Schütz, Durkheim, Weber und Mead dargestellt.

3. Schlüsselbegriffe: Zentrale Konzepte wie der Doppelcharakter der Alltagswirklichkeit, der dialektische Prozess und die Bedeutung des Wissens werden definiert.

4. Der dialektische Prozeß der Wirklichkeitsentstehung: Dieses Hauptkapitel erläutert die Mechanismen Externalisierung, Objektivation und Internalisierung als Grundlage der Wirklichkeitskonstruktion.

5. Wirklichkeitssicherung und -transformation: Es wird untersucht, wie die bereits internalisierte Wirklichkeit durch Sprache und Interaktion bewahrt oder im Zuge der Resozialisierung transformiert wird.

7. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass Gesellschaft ein menschliches Produkt ist, welches durch Sprache und Institutionen objektiviert und individuell internalisiert wird.

Schlüsselwörter

Wissenssoziologie, Alltagswissen, Wirklichkeitskonstruktion, Dialektik, Externalisierung, Objektivation, Internalisierung, Sozialisation, Identität, Sprache, Institutionalisierung, Legitimation, Sinnhaftigkeit, Rolle, Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Werk "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" von Peter L. Berger und Thomas Luckmann und dessen wissenssoziologische Perspektive auf die Entstehung von Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Interaktion zwischen dem Menschen als Produzent von Wirklichkeit und der Gesellschaft als objektive Faktizität, vermittelt durch Sprache und Wissensvorräte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Prozess zu erklären, durch den subjektiv gemeinter Sinn in gesellschaftlich etablierte, objektive Wirklichkeit übergeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse und Aufarbeitung des wissenssoziologischen Modells vorgenommen, das sich auf phänomenologische und handlungstheoretische Ansätze stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des dialektischen Prozesses aus Externalisierung, Objektivation und Internalisierung sowie die Analyse der Sozialisation und Wissensverteilung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Alltagswissen, dialektischer Prozess, soziale Konstruktion, Identitätsbildung und Sinnstrukturen.

Warum ist das Alltagswissen für Berger und Luckmann so wichtig?

Für die Autoren ist das Alltagswissen die Basis der Gesellschaft, da es die "Bedeutungs- und Sinnstrukturen" bereitstellt, ohne die eine menschliche Gemeinschaft nicht funktionieren würde.

Wie unterscheidet sich die primäre von der sekundären Sozialisation?

Während die primäre Sozialisation durch starke emotionale Bindung und die Ausbildung der grundlegenden Identität gekennzeichnet ist, zeichnet sich die sekundäre Sozialisation durch formale, anonyme Aneignung von Subwelten und Spezialwissen aus.

Was bedeutet der Begriff "Konversationsmaschine"?

Dieser Begriff beschreibt die ständige Bestätigung der subjektiven Wirklichkeit durch den alltäglichen Sprachgebrauch und banale Gespräche, die eine gemeinsame Welt schweigend voraussetzen.

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Résumé des informations

Titre
Peter L. Berger und Thomas Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit
Université
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Cours
Wissenssoziologie
Note
1,3
Auteur
Dipl.-Soz. Susanne Dera (Auteur)
Année de publication
2000
Pages
26
N° de catalogue
V52247
ISBN (ebook)
9783638480079
ISBN (Livre)
9783638680349
Langue
allemand
mots-clé
Peter Berger Thomas Luckmann Konstruktion Wirklichkeit Wissenssoziologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dipl.-Soz. Susanne Dera (Auteur), 2000, Peter L. Berger und Thomas Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52247
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Extrait de  26  pages
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