Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - Politics, Political Education

Die Türkei und die EU

Title: Die Türkei und die EU

Seminar Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Klaus Schönberger (Author)

Didactics - Politics, Political Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Debatte um einen möglichen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union spielt in der politischen Diskussion auf nationaler Ebene in den einzelnen Mitgliedsstaaten und auf europäischer Ebene in den Organen der Europäischen Union eine wichtige Rolle. Das Thema spaltet die EU-Bevölkerung und politische Machtträger in Befürworter und Gegner einer Aufnahme der Türkei. Diese Diskussion ist aber keinesfalls so neu wie sie vielleicht erscheinen mag. Seit über 40 Jahren besteht ein konkretes Interesse von Seiten der Türkei, in die Union aufgenommen zu werden. 1963 wurde ein Assoziationsvertrag zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Türkei geschlossen, in dem die Perspektive auf eine spätere Vollmitgliedschaft beinhaltet war. Seit diesem Ereignis vor knapp einem halben Jahrhundert arbeiten türkische Politiker an einer Annäherung ihres Landes an die EU. Zum ersten Mal wurde 1987 ein Antrag auf eine Vollmitgliedschaft gestellt, der zwei Jahre später von der EU abgelehnt wurde, ohne dabei eine spätere Mitgliedschaft prinzipiell auszuschließen. So kam es 1999 dazu, dass die EU der Türkei den Status eines Beitrittskandidaten zuerkannte. Ein möglicher Beitritt war jedoch an die Erfüllung der 1993 formulierten Kopenhagener Kriterien gebunden, die jedes potentielle neue Mitglied vor einem Beitritt erfüllen muss. Für die Türkei stellte die Aufstellung der Kriterien einerseits konkrete objektive Anhaltspunkte dar, an denen man sich bei der Annäherung an die EU orientieren konnte und deren Erfüllung einen Beitritt zur EU gewissermaßen unvermeidlich machen würde. „Denn die Kriterien sollten für alle Länder gleichermaßen gelten, die an einem Beitritt interessiert waren - deshalb würde es höchst schwierig, anderen Ländern bei der Erfüllung den Beitritt zu gestatten, der Türkei das gleiche aber zu verwehren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. DIE TÜRKEI AUF DEM WEG ZUR EU-MITGLIEDSCHAFT

2. DIE REPUBLIK TÜRKEI

2.1 GEOGRAPHISCHE LAGE

2.2 BEVÖLKERUNG

2.3 RELIGION

2.4 POLITIK

2.5 WIRTSCHAFT

3. DER LANGE WEG ZUM VERHANDLUNGSBEGINN

3.1 DAS OSMANISCHE REICH

3.2 ANPASSUNG AN EUROPA UNTER MUSTAFA KEMAL ATATÜRK SEIT 1923

3.3 MITGLIEDSCHAFT IN WESTLICHEN ORGANISATIONEN NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG

3.4 ASSOZIIERUNGSABKOMMEN 1963

3.5 REAKTIVIERUNG DER BEZIEHUNGEN IN DEN 80ER JAHREN

3.6 ZOLLUNION 1995

3.7 STATUS EINES KANDIDATEN FÜR DIE VOLLMITGLIEDSCHAFT 1999

3.8 EU-BEITRITTSPARTNERSCHAFT 2001

3.9 ZYPERNFRAGE

3.10 VERHANDLUNGSBEGINN 2005

4. PRO- UND CONTRADEBATTE

4.1 GRENZZIEHUNG

4.2 MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN

4.3 KURDENPROBLEMATIK

4.4 VÖLKERMORD AN DEN ARMENIERN

4.5 KULTURELLE ANDERSARTIGKEIT UND INTEGRATION

4.6 BEVÖLKERUNGSWACHSTUM

4.7 POLITISCHE ÜBERLASTUNG DER EU

4.8 WIRTSCHAFTLICHE ÜBERFORDERUNG DER EU

5. AUSBLICK

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert den historischen Annäherungsprozess der Türkei an die Europäische Union sowie die komplexen politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen, die mit einem möglichen Beitritt verbunden sind. Das primäre Ziel ist es, die vielschichtige Pro- und Contradebatte objektiv darzustellen und die Frage zu erörtern, ob beide Seiten auf eine Vollmitgliedschaft vorbereitet sind.

  • Historische Entwicklung der EU-Türkei-Beziehungen seit 1963
  • Geopolitische Bedeutung und die Frage der europäischen Grenzziehung
  • Menschenrechte und der Umgang mit Minderheiten (Kurdenfrage)
  • Wirtschaftliche Potenziale versus Risiken für die EU
  • Demografische Auswirkungen und Integrationsfähigkeit

Auszug aus dem Buch

4.1 Grenzziehung

Einen ersten Diskussionspunkt liefert die Frage, wo die geographische, kulturelle und politische Grenze Europas zu ziehen ist. Gegner einer Aufnahme argumentieren, die Europäische Union sei, wie der Name schon sagt, eine europäische Organisation und die Türkei liege geographisch, kulturell und politisch außerhalb des Kontinents. Obwohl die geographische Lage nicht grundsätzlich ausschlaggebend für die Möglichkeit einer Mitgliedschaft ist, kann sie ein Ablehnungsgrund für einen beitrittswilligen Staat sein. So konnte Marokko 1987 auf Grund der kontinentalen Zugehörigkeit zu Afrika nicht beitreten. In Bezug auf die Türkei monierte bislang jedoch noch kein EU-Staat deren geographische Lage. Obwohl in den Römischen Verträgen 1948 festgelegt wurde, dass ausschließlich europäische Staaten aufgenommen werden sollten, wurde das Assoziierungsabkommen zwischen der Türkei und der EWG ohne Einwände irgendeines Mitgliedstaates angenommen. So galt die Türkei in dieser Hinsicht bislang als Teil Europas. Es lässt sich auch keine eindeutige kulturelle oder politische Grenze im Südosten Europas ziehen. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass diese Grenze im Laufe der Zeit immer wieder anders definiert wurde. Die Grenzlage der Türkei am Rande Europas ist aber unumstritten. So sehen Aufnahmegegner darin eine Gefahr, dass mit dem Beitritt der Türkei neue Länder in diese Randposition kommen würden und sich längerfristig ebenfalls um einen Beitritt in die Union bemühen könnten. Gewarnt wird in diesem Zusammenhang vor Ländern im Nahen Osten, die als klassische Brandherde bekannt sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. DIE TÜRKEI AUF DEM WEG ZUR EU-MITGLIEDSCHAFT: Einführung in die langfristige Debatte um einen Beitritt und den Beginn der Beitrittsverhandlungen im Jahr 2005.

2. DIE REPUBLIK TÜRKEI: Darstellung der geographischen, sozialen, religiösen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen des Landes.

3. DER LANGE WEG ZUM VERHANDLUNGSBEGINN: Historischer Rückblick auf die Entwicklung von der osmanischen Ära bis hin zur offiziellen Anerkennung als Beitrittskandidat.

4. PRO- UND CONTRADEBATTE: Detaillierte Analyse der zentralen Argumente rund um Grenzziehung, Menschenrechte, Minderheitenpolitik und wirtschaftliche Belastung.

5. AUSBLICK: Bewertung der notwendigen Reformprozesse auf beiden Seiten und Fazit zum Status Quo der Beitrittsverhandlungen.

Schlüsselwörter

Türkei, Europäische Union, Beitrittsverhandlungen, Zollunion, Demokratisierung, Menschenrechte, Kurdenproblematik, Armenien, Islam, Migration, Grenzziehung, Wirtschaftswachstum, Integration, EU-Erweiterung, Reformprozess

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die aktuelle politische Diskussion um einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union im Kontext des Jahres 2005.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Annäherung, den Menschenrechten, der Minderheitenproblematik sowie den wirtschaftlichen und demografischen Implikationen eines Beitritts.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die komplexe Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern eines EU-Beitritts der Türkei unter Berücksichtigung der politisch-historischen Gegebenheiten zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die sich auf Literaturrecherchen, Berichte internationaler Organisationen und politische Abkommen stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Türkei, den historischen Prozess bis zum Verhandlungsbeginn sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Pro- und Contra-Argumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind EU-Mitgliedschaft, Türkei, Demokratisierung, Menschenrechte, Grenzziehung, Islam und Wirtschaftsentwicklung.

Welche Rolle spielt die Zypernfrage bei den Verhandlungen?

Die Zypernfrage galt lange als erhebliches Hindernis; die Anerkennung der Republik Zypern durch die Türkei wurde von der EU zur grundsätzlichen Vorbedingung für Verhandlungen gemacht.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Islams?

Der Autor beleuchtet das Spannungsfeld zwischen der laizistischen Staatsordnung der Türkei und einer wachsenden gesellschaftlichen Debatte um die Rolle der Religion im öffentlichen Leben.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Die Türkei und die EU
College
University of Passau
Course
Proseminar: Basiswissen Sozialkunde
Grade
2,0
Author
Klaus Schönberger (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V52271
ISBN (eBook)
9783638480284
ISBN (Book)
9783656639701
Language
German
Tags
Türkei Proseminar Basiswissen Sozialkunde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Klaus Schönberger (Author), 2005, Die Türkei und die EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52271
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint