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Mögliche Konsequenzen eines Bündnisbruchs zwischen SPD und Gewerkschaften

Title: Mögliche Konsequenzen eines Bündnisbruchs zwischen SPD und Gewerkschaften

Seminar Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Kranz (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Schon seit längerer Zeit befindet sich die SPD in einem Umfragetief. Auch bei der ersten gesamtdeutschen Wahl seit der Bundestagswahl 2002, der Europawahl im Mai diesen Jahres, kam die Partei auf ein historisch schlechtes Ergebnis: Sie erlangte lediglich 22% der abgegebenen Stimmen, und die CDU/CSU gewann die Wahl deutlich mit 45%. Interessant wird das Ergebnis, wenn man auf das Wahlverhalten der Gewerkschaftszugehörigen schaut. Die Unionsparteien erlangten erstmals bei einer bundesweiten Wahl mit 34% mehr Stimmen von den Gewerkschaftsmitgliedern als die SPD, die auf 32% kam. Wir haben es hier mit einer Entwicklung zu tun, die das historisch gewachsene Bündnis zwischen der SPD und den Gewerkschaften ins Wanken geraten lässt, denn gerade die Klientel der Gewerkschaftsgebundenen war über Jahrzehnte hinweg die treueste Wählerschicht der Sozialdemokraten. Auch die Anstrengungen des im Juli 2004 neugegründeten Vereins für „Arbeit und soziale Gerechtigkeit“, sich eventuell im Herbst 2004 als linke Kraft in der deutschen Parteienlandschaft zu etablieren, tut das seinige, um die Diskussionen eines Bündnisbruchs nicht zur Ruhe kommen zu lassen. Denn schon der Name des Vereins lässt erahnen, dass hier insbesondere enttäuschte Gewerkschaftsgebundene angesprochen werden sollen. Es stellt sich nun die Frage, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte. Zentral in dieser Hausarbeit untersuche ich ausserdem, was die Konsequenzen eines Bündnisbruchs sowohl für die SPD, als auch für die Gewerkschaften wären.

Im Hauptteil werde ich zuerst auf historische Entwicklungen und die Cleavagetheorie als theoretischen Hintergrund eingehen. Im Anschluss gehe ich näher auf Faktoren ein, die das Bündnis gefährden, wie den sozialstrukturellen Wandel oder tagespolitische Entscheidungen. Abschließend analysiere ich zusammenfassend die Konsequenzen eines Bündnisbruchs.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichtliche und theoretische Hintergründe

2.1 Die Anfänge der deutschen Sozialdemokratie

2.2 Der Aufstieg der Gewerkschaften

2.3 Die Cleavagetheorie

2.4 Verzahnung der SPD mit den Gewerkschaften

3 Entwicklungen, die das Bündnis gefährden

3.1 Sozialstruktureller Wandel

3.2 Veränderte gewerkschaftliche Gebundenheit von Angestellten und Beamten

3.3 Aktuelle tagespolitische Entwicklungen

3.4 Ein Blick in die Wahlstatistik der BTW 1998 und 2002

4 Konsequenzen eines Bündnisbruchs

4.1 Auswirkungen für die SPD

4.2 Auswirkungen für die Gewerkschaften

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das historisch gewachsene Bündnis zwischen der SPD und den Gewerkschaften und analysiert, welche Faktoren dieses Verhältnis gefährden sowie welche weitreichenden Konsequenzen ein Bruch dieser Koalition für beide Bündnispartner hätte.

  • Historische Genese der Sozialdemokratie und Gewerkschaften
  • Anwendung der Cleavagetheorie auf das Bündnis
  • Einfluss des sozialstrukturellen Wandels auf das Wählerverhalten
  • Auswirkungen tagespolitischer Entscheidungen wie der "Agenda 2010"
  • Analyse der Folgen eines möglichen Bündnisbruchs für die politische Handlungsfähigkeit

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Cleavagetheorie

Im vorangegangenen Teil habe ich bereits erwähnt, dass einer Vereinigung von Arbeiterkoalitionen und Gewerkschaften nach Ende des Koalitionsverbots in den 1860er Jahren, nichts mehr im Wege stand. Es bleibt jetzt die Frage, aus welchem Antrieb heraus sich Koalitionen bildeten und warum es zu einem Bündnis der politischen Sozialdemokratie und den Gewerkschaften gekommen ist. Zur Beantwortung dieser Frage hilft uns ein Blick auf die 1967 von Seymour Martin Lippset und Stein Rokkan veröffentlichte Cleavagetheorie. Das Modell hilft uns ebenfalls, das Wahlverhalten des Einzelnen zu erklären.

Es stützt sich auf die Annahme, dass soziale Konfliktlinien (Cleavages) zur Entstehung der Parteien und deren dauerhaften Bündnisse mit Interessengruppen in den westlichen Demokratien beitragen. Lippset und Rokkan gehen von vier Konfliktlinien aus, die mit den zentralen Prozessen des 19. Jahrhunderts, Demokratisierung, Nationenbildung und Industrialisierung verbundenen sind. Hierbei handelt es sich um zwei kulturell/ideologische sowie zwei ökonomische Cleavages: 1. Kirche vs. Staat 2. Herrschende Kultur vs. Abhängige Kultur 3. Landbesitzer vs. Industrieunternehmer und 4. Kapital vs. Arbeit. Zeitlich parallel zu der Herauskristallisierung der Konfliktlinien entwickelten sich hieraus die noch heute bekannten Parteien und gesellschaftlichen Organisationen.

Im Falle des, für diese Hausarbeit relevanten, Konflikts von Kapital vs. Arbeit sind das die Arbeiterparteien und die Gewerkschaften. Zur Durchsetzung der eigenen Interessen und Vorstellungen koalieren diese Interessensvereinigungen mit den Parteien. Diese Koalitionen zeichnen sich durch ihre Stabilität über einen sehr langen Zeitraum aus und äußern sich insbesondere bei Wahlen mit einer überdurchschnittlichen Zustimmung der Gruppenangehörigen zugunsten der betreffenden Partei. „Diese Stabilität wird garantiert durch Möglichkeiten der gegenseitigen Einflussnahme, z. B. durch Abgeordnete, die die Gruppeninteressen innerhalb der Parlamentsfraktion vertreten, durch die Umsetzung von Gruppenforderungen in der Regierungspolitik, durch Ausbildung einer gemeinsamen Ideologie und durch knappe Mehrheitsverhältnisse, die die Partei auf die Gruppen angewiesen bleiben lassen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des SPD-Umfragetiefs ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Konsequenzen eines Bündnisbruchs zwischen SPD und Gewerkschaften.

2 Geschichtliche und theoretische Hintergründe: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte der Sozialdemokratie und Gewerkschaften sowie den theoretischen Erklärungsansatz der Cleavagetheorie für dauerhafte Parteibündnisse.

3 Entwicklungen, die das Bündnis gefährden: Hier werden der sozialstrukturelle Wandel, die schwindende Bindung von Angestellten und Beamten sowie aktuelle politische Reformen als Gefahrenfaktoren identifiziert.

4 Konsequenzen eines Bündnisbruchs: Das Kapitel analysiert, wie ein Wegfall der historischen Verflechtungen sowohl die SPD als auch die Gewerkschaften in ihrer Existenz und Handlungsfähigkeit schwächen würde.

5 Fazit und Ausblick: Das Fazit zieht die Schlussfolgerung, dass ein Bruch das Bündnis beidseitig schwächt und schlägt weiterführende Forschungsfragen zum Umgang mit dem politischen Wandel vor.

Schlüsselwörter

SPD, Gewerkschaften, Bündnisbruch, Cleavagetheorie, Sozialstruktureller Wandel, Agenda 2010, Wahlverhalten, Klassenkampf, Arbeiterschaft, Parteienlandschaft, Sozialdemokratie, politischer Wandel, Kernwählerschaft, Reformpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das traditionelle Bündnis zwischen der SPD und den Gewerkschaften im Kontext des aktuellen politischen und gesellschaftlichen Wandels in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung der Arbeiterbewegung, soziologische Wahlforschung (Cleavagetheorie) und die Auswirkungen aktueller politischer Reformen auf das Wählerverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, die potenziellen Konsequenzen für die SPD und die Gewerkschaften zu eruieren, sollte das historische Bündnis der beiden Partner zerbrechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen politikwissenschaftlichen Ansatz, der historische Analysen mit makrosoziologischen Modellen der Wahlforschung verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Hintergründe geklärt, bevor die verschiedenen Faktoren (wie der Wandel der Arbeitsmarktstrukturen) identifiziert werden, die die heutige Stabilität der Koalition unter Druck setzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bündnisbruch, Cleavagetheorie, Sozialstruktureller Wandel und Kernwählerschaft maßgeblich bestimmt.

Welchen Einfluss hat die "Agenda 2010" auf das untersuchte Bündnis?

Laut dem Autor wird die "Agenda 2010" von Gewerkschaften und Teilen der SPD als unsozial wahrgenommen, was die Glaubwürdigkeit der Partei gefährdet und den Druck auf das Bündnis weiter erhöht.

Wie bewertet der Autor die Auswirkungen eines Bündnisbruchs für die Gewerkschaften?

Der Autor prognostiziert, dass die Gewerkschaften ihren politischen Artikulationsradius und ihren direkten Einfluss auf die Regierungspolitik verlieren würden, was zu einer existentiellen Bedrohung führen kann.

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Details

Title
Mögliche Konsequenzen eines Bündnisbruchs zwischen SPD und Gewerkschaften
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Das politische System der BRD (Seminar)
Grade
1,7
Author
Sebastian Kranz (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V52280
ISBN (eBook)
9783638480369
ISBN (Book)
9783638765060
Language
German
Tags
Mögliche Konsequenzen Bündnisbruchs Gewerkschaften System
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Kranz (Author), 2004, Mögliche Konsequenzen eines Bündnisbruchs zwischen SPD und Gewerkschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52280
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