1 Vorwort
„Aspekte eines christlichen Gottesbegriffs“ – so lautet der Titel dieser Hausarbeit. Ziel soll es sein, zwei –zeitlich voneinander unabhängige- Darstellungen in den Fokus des Interesses zu stellen.
Dabei beginnen die Ausarbeitungen bei Anselm von Canterbury, der Zeit des 11. Jahrhunderts und der Frühscholastik und reichen mit dem Ersten Vatikanischen Konzil hin zum späten 19. Jahrhundert zum Vorabend des Kulturkampfes. Es wird folglich erkennbar, dass die Vorstellungen eines christlichen Gottesbegriffs kein abgeschlossenes Absolutum, sondern ein zeitlich - dynamischer Prozess sind.
In Betracht der geistesgeschichtlichen Epochen und deren oben genannten Vertretern, lässt sich ein Zeitrahmen von etwa 700 bis 750 Jahren festmachen.
Nachdem beide Positionen sowohl historisch eingeordnet und inhaltlich
vorgestellt worden sind, wird im Fazit der Versuch unternommen, ein
abschließendes Bild dieser Hausarbeit auszuarbeiten
[...]
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Aspekte eines Gottesbegriffes beim heiligen Anselm von Canterbury - Die Frühscholastik
- Zum historischen Kontext
- Inhaltlicher Punkt der Frühscholastik
- Inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Anselms Gottesbeweises
- ,,Quod vere sit Deus\" - Dass Gott wahrhaft ist
- Der christliche Gottesbegriff auf Basis des dogmatischen Konzilstextes,,Dei filius“ - Der Vorabend des „Kulturkampfes“
- Vergleichendes Fazit der beiden Kapitel dieser Hausarbeit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit hat zum Ziel, zwei verschiedene Darstellungen eines christlichen Gottesbegriffs zu analysieren und zu vergleichen. Dabei wird einerseits der Gottesbegriff des heiligen Anselm von Canterbury aus der Frühscholastik betrachtet, andererseits der christliche Gottesbegriff im Kontext des Ersten Vatikanischen Konzils. Der Fokus liegt darauf, die historischen und gedanklichen Zusammenhänge aufzuzeigen und die Entwicklung des Gottesbegriffs über die Jahrhunderte zu beleuchten.
- Die Entwicklung des christlichen Gottesbegriffs in der Frühscholastik
- Der Gottesbeweis des heiligen Anselm von Canterbury
- Der christliche Gottesbegriff im Kontext des Ersten Vatikanischen Konzils
- Die Bedeutung des Gottesbegriffs für die christliche Theologie
- Der Einfluss von Philosophie und Kultur auf die Gottesvorstellung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel befasst sich mit dem Gottesbegriff des heiligen Anselm von Canterbury im Kontext der Frühscholastik. Es werden seine Vita, sein Werk "Proslogion" und die philosophischen Grundlagen seiner Argumentation analysiert. Insbesondere wird der Anselmsche Gottesbeweis, der den Gedanken des "aliquid quo nihil maius cogitari possit" verfolgt, erläutert und seine Bedeutung für die Entwicklung des Gottesbegriffs dargestellt.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit dem christlichen Gottesbegriff im Kontext des Ersten Vatikanischen Konzils und der Schrift "Dei filius". Es beleuchtet die historische Situation, den dogmatischen Rahmen und die wichtigsten Aussagen des Konzilstextes zum Gottesbegriff. Dabei werden die Kontroversen und Diskussionen rund um den Gottesbegriff im Kontext des "Kulturkampfes" des späten 19. Jahrhunderts erörtert.
Schlüsselwörter
Die Hausarbeit befasst sich mit dem christlichen Gottesbegriff, der Frühscholastik, Anselm von Canterbury, dem Ersten Vatikanischen Konzil, "Proslogion", "Dei filius", Gottesbeweis, "aliquid quo nihil maius cogitari possit", dogmatische Theologie, Kulturkampf, Philosophie und Theologie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern des Gottesbeweises von Anselm von Canterbury?
Anselm definiert Gott als das, „worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann“ (aliquid quo nihil maius cogitari possit) und schließt daraus auf seine notwendige Existenz.
Was unterscheidet die Frühscholastik vom 19. Jahrhundert?
In der Frühscholastik (11. Jh.) stand die rationale Durchdringung des Glaubens im Fokus, während das 19. Jh. durch die Abgrenzung der Kirche gegenüber der Moderne (Kulturkampf) geprägt war.
Was besagt der Konzilstext „Dei filius“?
„Dei filius“ ist ein dogmatischer Text des Ersten Vatikanischen Konzils, der das Verhältnis von Glaube und Vernunft sowie die Erkennbarkeit Gottes definiert.
In welchem historischen Kontext steht das Erste Vatikanische Konzil?
Es fand am Vorabend des „Kulturkampfes“ statt, einer Zeit politischer und ideologischer Auseinandersetzungen zwischen der katholischen Kirche und modernen Nationalstaaten.
Ist der christliche Gottesbegriff statisch?
Nein, die Arbeit zeigt, dass die Vorstellungen eines christlichen Gottesbegriffs ein zeitlich dynamischer Prozess sind, der von geistesgeschichtlichen Epochen beeinflusst wird.
- Quote paper
- Marc Sprungmann (Author), 2006, Aspekte eines christlichen Gottesbegriffes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52304