Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Ethnology / Cultural Anthropology

Die "Dichte Beschreibung" von Clifford Geertz als Methode der Interpretativen Ethnologie

Title: Die "Dichte Beschreibung" von Clifford Geertz als Methode der Interpretativen Ethnologie

Seminar Paper , 2004 , 14 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Anonym (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Clifford Geertz gilt als Begründer und wichtigster Vertreter der Interpretativen Ethnologie. Er skizziert eine erste Phase der Interpretativen Ethnologie, die in den 60er Jahren begann und weit in die 80er Jahre hineinragte. Mit seinem Forschungsansatz leitete er die interpretative Wende in der US-amerikanischen Ethnologie ein, die bis heute in Form der “Writing-Culture-Debate“ diskutiert wird. Der Kern dieses Forschungsansatzes ist das Verstehen und Interpretieren symbolhafter Handlungen, die sich aus dem sozialen Diskurs – also aus Alltagssituationen – heraus deuten lassen. Gleichzeitig lässt sich dieser Ansatz als Kritik an der Analytischen Ethnologie begreifen, der es vornehmlich um das Erklären/Analysieren kultureller Unterschiede geht.

Was sich jedoch genau hinter diesem Ansatz verbirgt, soll die folgende Arbeit erläutern. Der berühmte Aufsatz „Dichte Beschreibung“, den Geertz 1973 im Rahmen seiner Aufsatzsammlung “The Interpretation of Cultures“ publizierte, erklärt klar seinen hermeneutischen Forschungsansatz und dient damit als primäre Quelle.
Im folgenden sollen nun Geertz’ spezifischer Kulturbegriff erläutert werden, ehe die wesentlichen Merkmale der Methode “Dichte Beschreibung“ herausgearbeitet werden.

Zuvor ist es jedoch sinnvoll, die gegensätzlichen Positionen der Analytischen und Interpretativen Ethnologie gegenüberzustellen und zu klären, wie der komplexe Prozess der hermeneutischen Interpretation als spezifisch geisteswissenschaftliche Methode funktioniert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Interpretative Ethnologie

2.1. Analytische Ethnologie vs. Interpretative Ethnologie

2.2 Der hermeneutische Zirkel als Schlüssel zur Interpretation

3. Geertz’ Kulturbegriff

4. Das Konzept der “Dichten Beschreibung“

4.1. Merkmale der ethnographischen Beschreibung

4.2. Kultur als Text

4.3. Der balinesische Hahnenkampf als praktisches Beispiel

5. Kritik an Geertz’ Konzept der “Dichten Beschreibung“

6. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das von Clifford Geertz geprägte Konzept der „Dichten Beschreibung“ als zentrale Methode der interpretativen Ethnologie. Ziel ist es, Geertz' theoretische Ansätze, insbesondere seinen Kulturbegriff und das hermeneutische Verständnis von Ethnographie, kritisch darzustellen und in den wissenschaftlichen Diskurs einzuordnen.

  • Gegenüberstellung von analytischer und interpretativer Ethnologie
  • Erläuterung des hermeneutischen Zirkels als Erkenntnisinstrument
  • Analyse des semiotischen Kulturbegriffs nach Geertz
  • Darstellung der „Dichten Beschreibung“ anhand praktischer Beispiele
  • Kritische Reflexion durch Ansätze wie die von James Clifford

Auszug aus dem Buch

4. Das Konzept der “Dichten Beschreibung“

Den Terminus der “Dichten Beschreibung“ übernimmt Geertz von dem englischen Philosophen Gilbert Ryle. Dessen Denkmodell funktioniert wie folgt: Zwei Knaben bewegen blitzschnell das rechte Augenlid. Im Fall des Buben A ist das Blinzeln unwillkürlich. Dieser Reflex wird üblicherweise als Zucken bezeichnet. Im Fall des Buben B ist es ein heimliches Zeichen an seinen Freund, also Zwinkern. Die Augenbewegungen sind identisch, der Unterschied kann von außen nicht gesehen werden. Der Unterschied ist jedoch gravierend, da es sich im zweiten Fall um einen semiotischen Akt handelt.

Der Zwinkerer wendet sich intentional an jemand Bestimmten, dem er eine Nachricht übermitteln will. Die anderen Beteiligten sind dabei nicht eingeweiht. Dies geschieht nach einem gesellschaftlich festgelegten Code, demzufolge das absichtliche Bewegen des Augenlids als geheimes Zeichen gilt. Sobald es einen solchen Code gibt, so spricht man eben nicht mehr von “Zucken“, sondern von “Zwinkern“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von Clifford Geertz ein und skizziert die interpretative Wende in der Ethnologie als Gegenentwurf zur analytischen Ethnologie.

2. Interpretative Ethnologie: Das Kapitel definiert den interpretativen Ansatz durch seine Abgrenzung zur analytischen Ethnologie und stellt den hermeneutischen Zirkel als wissenschaftliche Methode vor.

3. Geertz’ Kulturbegriff: Hier wird Geertz' semiotisches Verständnis von Kultur erläutert, das den Menschen als in ein „Bedeutungsgewebe“ verstricktes Wesen betrachtet.

4. Das Konzept der “Dichten Beschreibung“: Dieses Kapitel erläutert das zentrale methodische Werkzeug anhand des Beispiels des Zwinkerns sowie die konzeptionelle Einbettung in die ethnographische Praxis und den Textbegriff.

5. Kritik an Geertz’ Konzept der “Dichten Beschreibung“: Das Kapitel beleuchtet die wissenschaftliche Kritik an Geertz, insbesondere die Einwände von James Clifford hinsichtlich der Textualisierung des Diskurses.

6. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Würdigung von Geertz' Beitrag zur Ethnologie und bewertet die Kritik als produktiven Teil einer fachinternen Weiterentwicklung.

Schlüsselwörter

Interpretative Ethnologie, Dichte Beschreibung, Clifford Geertz, hermeneutischer Zirkel, Kultur, Semiotik, soziale Diskurse, Ethnographie, Textualisierung, balinesischer Hahnenkampf, Wissenschaftstheorie, Interpretationsprozess, Kulturwissenschaft, Symbolsysteme

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die „Dichte Beschreibung“ nach Clifford Geertz als zentrale Methode der interpretativen Ethnologie und deren Bedeutung für das Verständnis fremder Kulturen.

Was sind die thematischen Schwerpunkte der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen analytischer und interpretativer Ethnologie, dem Kulturbegriff von Geertz sowie der methodischen Anwendung und der späteren Kritik an der „Dichten Beschreibung“.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, den komplexen Forschungsansatz Geertz' verständlich zu machen und aufzuzeigen, wie Ethnologen durch Interpretation symbolische Handlungen in einen sozialen Kontext einbetten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit diskutiert?

Die Arbeit konzentriert sich auf die hermeneutische Methode, insbesondere den „hermeneutischen Zirkel“, der ein systematisches Hin- und Herdenken zwischen dem Einzelphänomen und dem Gesamtkontext beschreibt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Grundlegung durch Geertz, der Definition von Kultur als Text, der praktischen Illustration durch das Beispiel des balinesischen Hahnenkampfs sowie der kritischen Diskussion.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind „Dichte Beschreibung“, „interpretative Ethnologie“, „Symbolik“, „Hermeneutik“ und „Diskursanalyse“.

Wie unterscheidet Geertz „Dünne“ von „Dichter“ Beschreibung?

Während die „Dünne Beschreibung“ lediglich rein beobachtbares Verhalten erfasst, zielt die „Dichte Beschreibung“ auf die Deutung der Bedeutungen ab, die hinter einer Handlung stecken.

Was kritisiert James Clifford konkret an Geertz' Ansatz?

Clifford kritisiert, dass Geertz durch die „Textualisierung“ des Diskurses die lebendigen Sprecher und den konkreten sozialen Kontext ausblendet und so die Vielstimmigkeit der untersuchten Kultur vereinheitlicht.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Die "Dichte Beschreibung" von Clifford Geertz als Methode der Interpretativen Ethnologie
College
LMU Munich
Course
Geschichte und Theorie der Ethnologie
Grade
2,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V52320
ISBN (eBook)
9783638480710
Language
German
Tags
Clifford Geertz Dichte Beschreibung Methode Interpretativen Ethnologie Geschichte Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2004, Die "Dichte Beschreibung" von Clifford Geertz als Methode der Interpretativen Ethnologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52320
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint