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Christliche Ikonographie bei Rembrandt dargestellt anhand ausgesuchter Werke von Christian Tümpel

Title: Christliche Ikonographie bei Rembrandt dargestellt anhand ausgesuchter Werke von Christian Tümpel

Bachelor Thesis , 2005 , 59 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Arzu Yilmaz (Author)

Art - Painting
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"„Rembrandt-Entmythologisierung“ – heißt das Schlagwort der Stunde. Man wünscht Objektivität in jeder Hinsicht, und auch die Echtheitskritik will sich in den Dienst der Bestrebungen stellen. Was die Interpretation betrifft, werden die zeitbedingten oder individuellen Deutungen der Persönlichkeit Rembrandts und seiner Kunst zurückgewiesen. Nur historische Wahrheit soll gelten. Demgemäß geht es darum, das Oeuvre des Meisters von allen trübenden Bestandteilen, von Schülerarbeiten und Imitationen, zu reinigen. Denn es herrscht die Überzeugung, daß die Leistungen der Echtheitskritik, an den Fortschritten ikonographischer, lebens- und wirkungsgeschichtlicher Forschung gemessen, äußerst bescheiden waren."

Was hier m. E. nach mit viel Unmut von dem Kunsthistoriker Werner Sumowski festgestellt wird, nämlich daß die Werke Rembrandts und sein künstlerisches Schaffen objektiv zu betrachten seien, hat dazu geführt, daß viele Werke des Künstlers richtig gedeutet und ihm entweder zugesprochen oder abgesprochen wurden. Der Rembrandt – Forschung ist es im Laufe des 20. Jahrhunderts, dank einer moderneren Betrachtungsweise der Kunstwissenschaft, gelungen, Rembrandt von Mythen und Legenden, die ihn umrankten, größtenteils zu befreien. Von den 700 Gemälden, die dem Meister aus Leiden zugeschrieben wurden, sind es noch rund 300, die er gemalt haben soll. Diese Untersuchungsergebnisse resultieren aus wissenschaftlichen Methoden wie Röntgenstrahlen und Infrarot- und Farbanalyse, die in der Forschung angewendet werden. Vor allem arbeitet das Rembrandt Research Project (RRP) u.a. mit diesen Methoden. Das RRP besteht aus einer Gruppe von Kunsthistorikern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, nach objektiven Untersuchungen der malerischen Fakten die eigenhändigen Werke von Rembrandt aus den Unmengen von Gemälden herauszufiltern, die unter seinem Namen bekannt sind. Jedoch sind es nicht nur die naturwissenschaftlichen Methoden gewesen, die Erkenntnisse in Rembrandts Oeuvre gebracht haben, sondern auch die zeitgenössischen Urkunden und viele weitere Quellen (wie z.B. Bilder anderer Künstler, die vor oder zeitgleich mit ihm gewirkt hatten) aus Archiven und Bibliotheken. Diese gewährten einen besseren Einblick in Rembrandts Leben, seine Persönlichkeit, seine Vorgehensweise und über sein soziales Leben. Dadurch, daß man Rembrandt näher „kennengelernt“ hatte, war man in der Lage, Bildinhalte zu erkennen und zu deuten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Christian Tümpels Beitrag zur Rembrandt – Forschung

2.1. Zusammenfassender Überblick der Werke Tümpels

2.2. Tümpels Thesen zusammengefaßt

2.2.1. Simultandarstellungen

2.2.2. Herauslösungen

3. Diskussion über die „Eigentümlichkeit“ Rembrandts

3.1. Rembrandts Lehrer und die sog. „Prärembrandtisten“

3.1.1. Rembrandts Lehrer: Jacob Isaacz. van Swanenburgh

3.1.2. Rembrandts Lehrer: Pieter Lastman

3.1.2. Die „Prärembrandtisten“

4. Die Ikonographie Rembrandts

4.1. Die Barockikonographie

5. Vergleich und Analyse der Werke Christian Tümpels / Schlußbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die ikonographischen Ansätze des Kunsthistorikers Christian Tümpel in Bezug auf das Werk Rembrandts, um das verbreitete Bild des „eigenwilligen“ Künstlers kritisch zu hinterfragen und den Einfluss traditioneller Bildmotive sowie zeitgenössischer Quellen auf Rembrandts Schaffen aufzuzeigen.

  • Analyse der kunsthistorischen Thesen von Christian Tümpel.
  • Untersuchung von Rembrandts Maltechniken, speziell Simultandarstellungen und Herauslösungen.
  • Dekonstruktion des Mythos der „Eigentümlichkeit“ Rembrandts.
  • Einflussanalyse durch Rembrandts Lehrer (Swanenburgh, Lastman) und die „Prärembrandtisten“.
  • Ikonographischer Vergleich ausgewählter Werke zur Verifizierung der Thesen.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Simultandarstellungen

Rembrandt benutzte Vorlagen, die aus mehreren Blättern (vgl. Abb. 1a) bestanden, in denen Szenen der biblischen Geschichte simultan wiedergegeben wurden. Aus solchen Bildserien entnahm er einzelne Szenen und löste sie aus ihrem erzählerischen Kontext heraus. Ikonographische Deutungsschwierigkeiten entstünden dann, wenn Rembrandt eine Szene herauslöse, die erklärend für die Historie sei und diese sich auf eine vorherige oder nachfolgende Begebenheit beziehe. Dieses Problem wird anhand der Zeichnung „Jael sagt Barak, daß sie Sisera erschlagen habe“ (Abb. 2) erläutert:

Der Kunsthistoriker und Kunstsammler Cornelius Hofstede de Groot hat diese Zeichnung im Jahre 1906 als „Delila, die den Philistern die Ueberwindung Simsons mitteilt“ gedeutet. Diese Deutung könne nicht zutreffen, denn in der Erzählung wird berichtet, daß Simson, in dem Moment, als Delila die Soldaten herbeiruft, auf ihrem Schoß liegt. „Und sie ließ ihn entschlafen auf ihren (sic!) Schoß und rief einem, der ihm die sieben Locken seines Hauptes abschöre. Und sie fing an, ihn zu zwingen; da war seine Kraft von ihm gewichen (Richter 16, 19).“ So, wie es der Text hergibt, wurde diese Historie stets in der Malerei wiedergegeben, auch von Rembrandt. Er nahm für die Darstellung des alttestamentarischen Themas die Illustration von Lucas van Leyden in einem Holzschnitt (vgl. Abb. 2a) als Vorlage.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der aktuellen Forschungslage zur „Rembrandt-Entmythologisierung“ und Einführung in die Zielsetzung, den Künstler durch objektive ikonographische Analyse in die Tradition einzubetten.

2. Christian Tümpels Beitrag zur Rembrandt – Forschung: Übersicht über die Schriften Tümpels und Erläuterung seiner zentralen Konzepte der „Simultandarstellung“ und „Herauslösung“ zur inhaltlichen Erschließung der Bildwerke.

3. Diskussion über die „Eigentümlichkeit“ Rembrandts: Auseinandersetzung mit der älteren Forschung, die Rembrandt als isoliertes Genie betrachtete, und Widerlegung dieser These durch den Nachweis motivischer Abhängigkeiten von Lehrern und Zeitgenossen.

4. Die Ikonographie Rembrandts: Untersuchung der historischen Wandlung biblischer Bildsprache und wie Rembrandt durch gezielte Wahl von Vorlagen psychologische Momente in seine Werke integrierte.

5. Vergleich und Analyse der Werke Christian Tümpels / Schlußbetrachtung: Synthese der verschiedenen Ansätze Tümpels über seine Publikationslaufbahn hinweg sowie kritische Würdigung der Bedeutung seiner Forschungen für die moderne Kunstwissenschaft.

Schlüsselwörter

Rembrandt, Christian Tümpel, Ikonographie, Barock, Historienmalerei, Herauslösung, Simultandarstellung, Kunstgeschichte, Pieter Lastman, Bildtradition, Rembrandt Research Project, Biblische Historien, Mythos, Bildanalyse, Motivgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Werk Rembrandts auf Basis der ikonographischen Forschung von Christian Tümpel, um aufzuzeigen, wie sehr der Künstler in traditionellen Bildtraditionen verankert war.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die ikonographische Analyse, die Geschichte der biblischen Historienmalerei im Barock und die Entkräftung des Geniekults um Rembrandt.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Rembrandts Vorgehensweise bei der Bildgestaltung zu erhellen und nachzuweisen, dass seine Werke keine isolierten, unverständlichen Schöpfungen sind, sondern aus einer breiten ikonographischen Tradition hervorgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die vergleichende Analyse von Gemälden mit grafischen Vorlagen und zeitgenössischen literarischen Quellen, um ikonographische Abhängigkeiten zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Techniken wie die „Herauslösung“, den Einfluss der Lehrmeister Lastman und Swanenburgh sowie die Einbettung biblischer Themen in den Kontext des 17. Jahrhunderts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Rembrandt, Ikonographie, Herauslösung, Bildtradition, Barock und Historienmalerei sind die entscheidenden Begriffe.

Wie unterscheidet sich die „Herauslösung“ von einer bloßen Kopie?

Tümpel definiert die Herauslösung als künstlerische Neuschöpfung, bei der Hauptfiguren aus einem Kontext isoliert werden, um den psychologischen Gehalt und die Emotionen innerhalb einer Szene zu intensivieren.

Warum war die ältere Forschung der Ansicht, Rembrandt sei „eigentümlich“?

Ältere Forschung sah in der Abweichung von normativen Regeln und dem oft rätselhaften Bildinhalt einen Beweis für Rembrandts unkontrollierbares, eigenwilliges Genie, was Tümpel durch den Nachweis ikonographischer Vorbilder entkräftet.

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Details

Title
Christliche Ikonographie bei Rembrandt dargestellt anhand ausgesuchter Werke von Christian Tümpel
College
Bielefeld University
Course
Rembrandt
Grade
2,0
Author
Arzu Yilmaz (Author)
Publication Year
2005
Pages
59
Catalog Number
V52340
ISBN (eBook)
9783638480864
ISBN (Book)
9783656793175
Language
German
Tags
Christliche Ikonographie Rembrandt Werke Christian Tümpel Rembrandt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arzu Yilmaz (Author), 2005, Christliche Ikonographie bei Rembrandt dargestellt anhand ausgesuchter Werke von Christian Tümpel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52340
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