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Die deutsche Außenpolitik im Zuge der Reform des UN-Sicherheitsrats

Title: Die deutsche Außenpolitik im Zuge der Reform des UN-Sicherheitsrats

Term Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Timo Graf von Koenigsmarck (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Anliegen dieser Arbeit ist es, die deutsche Außenpolitik im Bereich der Vereinten Nationen hinsichtlich der Problematik der „deutschen Frage“ zu untersuchen. Da die Vereinten Nationen einschließlich ihrer Strukturen und Suborganisationen einen Untersuchungsgegenstand darstellen, dem gerecht zu werden diese Arbeit - begrenzt durch ihren Umfang - bei weitem nicht im Stande ist, soll sie sich im wesentlichen auf den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen als Untersuchungseinheit beschränken. Die fortwährende Aktualität der seit 1990 geführten Debatte um eine Reform der Vereinten Nationen und im Besonderen des Sicherheitsrats, als auch das wachsende Interesse der deutschen Politik und Politikwissenschaft3 sich mit dem Thema „Sicherheitsrat und Deutschland“ zu beschäftigen, lässt eine dahingehende Untersuchung sinnvoll erscheinen. Ausdrücklich soll es darum gehen, die Forderung Deutschlands nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu untersuchen. Es soll in diesem Sinne von drei Szenarien problematischer deutscher Außenpolitik auf diesem Gebiet ausgegangen werden. Eine anschließende empirische Untersuchung der faktischen deutschen Außenpolitik zur Reform der Vereinten Nationen und im Besonderen zur Forderung nach einem ständigen deutschen Sitz im Sicherheitsrat ermöglicht somit zu beurteilen, inwieweit die Szenarien sich bewahrheitet haben oder zu falsifizieren sind. Abschließend ergibt sich dadurch die Möglichkeit, unter dem Gesichtspunkt „Kontinuität und Wandel“, die deutsche Außenpolitik auf diesem Gebiet zu bewerten und eine mögliche Problematik hinsichtlich der „deutschen Frage“ zu konstatieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

1.1. Anliegen dieser Arbeit

1.2. Die Deutsche Außenpolitik in den Vereinten Nationen bis 1990

1.3. Veränderte Voraussetzungen

2. DIE PROBLEMATIK DEUTSCHER AUßENPOLITIK NACH DER WIEDERVEREINIGUNG 1989/90 IN DREI SZENARIEN

2.1. Erstes Szenario – Machtambitionen im Allgemeinen

2.1.1. Machtambitionen auf deklamatorischer Ebene

2.1.1.1. Anstoß der Debatte: Michail Gorbatschows Berater Nikolai Portugalow

2.1.1.2. Standpunktverschiebung im Auswärtigen Amt bis 1992

2.1.1.3. Verhaltenes Bemühen unter der Regierung Helmut Kohls und dessen Vorbehalte

2.1.1.4. Wandel in der Rhetorik nach 1998

2.1.2. Machtambitionen auf der operativen Ebene

2.1.2.1. Das Politische Engagement als nicht-ständiges Mitglied im Sicherheitsrat 1995/96

2.1.2.2. Das Politische Engagement als nicht-ständiges Mitglied im Sicherheitsrat 2003/04

2.1.2.3. Der Personelle und Finanzielle Beitrag

2.2. Zweites Szenario – Die Auswirkungen auf den europäischen Integrationsprozess

2.2.1. Das Verhalten der Bundesregierung auf deklamatorischer Ebene

2.2.2. Das Verhalten der Bundesregierung auf der operativen Ebene

2.3. Drittes Szenario- Rückzug aus den Vereinten Nationen

2.3.1. Deklamatorische Bekenntnisse zum Engagement in den Vereinten Nationen

2.3.2. Das deutsche Engagement auf der operativen Ebene

3. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die deutsche Außenpolitik im Kontext der Reform des UN-Sicherheitsrates nach der Wiedervereinigung. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit die Forderung nach einem ständigen Sitz im Sicherheitsrat mit den Befürchtungen einer machtpolitischen Rückkehr Deutschlands korrespondiert oder durch ein multilaterales Engagement zu rechtfertigen ist.

  • Analyse der historischen Entwicklung der deutschen UN-Politik seit 1990.
  • Untersuchung machtpolitischer Ambitionen auf deklamatorischer und operativer Ebene.
  • Evaluation des Einflusses der deutschen UN-Bestrebungen auf den europäischen Integrationsprozess.
  • Empirische Betrachtung des deutschen personellen und finanziellen Engagements in den Vereinten Nationen.
  • Kritische Würdigung der "deutschen Frage" im Rahmen der Sicherheitsratsreform.

Auszug aus dem Buch

2.1. Erstes Szenario – Machtambitionen im Allgemeinen

Im ersten Szenario wird davon ausgegangen, dass Deutschland wieder machtambitioniert auftritt und die Vereinten Nationen benutzt um nationale Interessen, auch zu erheblichen Kosten der Partner und Nachbarn, durchzusetzen.

Dieses Streben nach Macht und Prestige soll hier als erstes Szenario auftreten, da es sich hierbei um die zentralen Befürchtungen, vor allem des europäischen Auslandes, handelte. So prognostizierte beispielsweise das populäre angelsächsische Nachrichtenblatt „The Economist“, dass Deutschland im Falle von Interessenkonflikten eigene Interessen zweifelsfrei in den Vordergrund stellen würde, ungeachtet der negativen Folgen für seine Nachbarn und Partner.

Noch deutlicher formulierte es die damalige britische Premierministerin Margaret Thatcher, die meinte, dass von Deutschland schon aufgrund seines „nationalen Charakters“ nichts Gutes zu erwarten sei und Deutschland „von Natur aus“ destabilisierend auf Europa wirke.

Problematisch wäre in diesem Zusammenhang, wenn Deutschland in seinem Streben nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat machtambitioniert auftreten würde, was für die deklamatorische Ebene hieße, dass Deutschland sich auf seinen bedeutenden Status beriefe und sich selbst als Macht darzustellen versuchte, die ein selbstverständliches Anrecht auf einen permanenten Sitz im bedeutendsten Gremium der Vereinten Nationen hat.

Für die operative Ebene wäre das Verhalten als problematisch zu bewerten, wenn Deutschland sich innerhalb der Vereinten Nationen und besonders als Mitglied im Sicherheitsrat, unkooperativ und egoistisch verhielte, sowie außerhalb der Vereinten Nationen sich nicht zu diesen bekennte.

Darüber hinaus wäre als problematisch zu betrachten, wenn Deutschland durch überverhältnismäßige personelle Beteiligung nach Einfluss strebte und seinen finanziellen Beitrag an machtambitionierte Bedingungen knüpfte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung skizziert das Anliegen der Arbeit, den Untersuchungsgegenstand einzugrenzen und das methodische Vorgehen anhand dreier Szenarien zur deutschen Außenpolitik zu begründen.

2. DIE PROBLEMATIK DEUTSCHER AUßENPOLITIK NACH DER WIEDERVEREINIGUNG 1989/90 IN DREI SZENARIEN: Dieser Hauptteil analysiert die deutsche Außenpolitik anhand der drei Szenarien "Machtambitionen", "Europäischer Integrationsprozess" sowie "Rückzug aus den Vereinten Nationen" auf deklamatorischer und operativer Ebene.

3. RESÜMEE: Das Resümee bewertet die empirischen Befunde und kommt zu dem Schluss, dass die negativen Schreckensszenarien nicht eingetreten sind und die Forderung nach einem ständigen Sitz zwar legitim, aber nicht zwingend alternativlos ist.

Schlüsselwörter

Deutsche Außenpolitik, UN-Sicherheitsrat, Wiedervereinigung, Machtambitionen, Europäische Integration, Multilateralismus, ständiger Sitz, deutsche Frage, Vereinte Nationen, Reformdebatte, operative Ebene, deklamatorische Ebene, Friedensmissionen, politisches Engagement, Souveränität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der deutschen Außenpolitik und deren Ausrichtung im Kontext der Vereinten Nationen, insbesondere im Hinblick auf das Bestreben nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat nach 1990.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die deutsche Machtpolitik, das Verhältnis zu den europäischen Partnern im Integrationsprozess sowie die Kontinuität und den Wandel deutscher außenpolitischer Ambitionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, drei hypothetische Szenarien zur deutschen Außenpolitik (Machtstreben, Auswirkungen auf Europa, Rückzug aus der UNO) empirisch zu prüfen, um zu beurteilen, ob sich die Befürchtungen im Zuge der Wiedervereinigung bewahrheitet haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fallorientierten Szenarienanalyse, bei der die deutsche Außenpolitik sowohl auf der deklamatorischen Ebene (politische Rhetorik) als auch auf der operativen Ebene (tatsächliches Handeln, Finanzbeiträge, Truppensteller) untersucht wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von drei Szenarien, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse von Machtambitionen, den Auswirkungen auf den EU-Integrationsprozess und der Prüfung eines möglichen Rückzugsszenarios liegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die deutsche Frage, der ständige Sitz im UN-Sicherheitsrat, Multilateralismus sowie die Differenzierung zwischen Rhetorik und operativer Beteiligung.

Wie bewertet der Autor das deutsche Verhalten während der Irak-Krise 2003?

Der Autor betrachtet die ablehnende Haltung Deutschlands zum Irakkrieg zwar als eine Form von Eigeninteressen-Politik, ordnet sie jedoch als Einzelfall ein, der das generelle Bild eines stetig wachsenden Engagements für die Vereinten Nationen nicht nachhaltig trübt.

Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Reform des Sicherheitsrates?

Der Autor kommt zu dem Fazit, dass ein ständiger Sitz für Deutschland im UN-Sicherheitsrat zwar eine legitime Forderung darstellt, jedoch bei einer Reform des Sicherheitsrates weder als die schlechteste noch als die objektiv beste Lösung für eine verbesserte Repräsentativität angesehen werden kann.

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Details

Title
Die deutsche Außenpolitik im Zuge der Reform des UN-Sicherheitsrats
College
Free University of Berlin
Grade
1,3
Author
Timo Graf von Koenigsmarck (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V52410
ISBN (eBook)
9783638481335
ISBN (Book)
9783638662123
Language
German
Tags
Außenpolitik Zuge Reform UN-Sicherheitsrats
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Graf von Koenigsmarck (Author), 2006, Die deutsche Außenpolitik im Zuge der Reform des UN-Sicherheitsrats, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52410
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