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Kinderarbeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Title: Kinderarbeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Term Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Antje Höfs (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Kinderarbeit war in einigen Staaten des Deutschen Reichs weit verbreitet. Um die Ausbeutung der Kinder einzuschränken, wurde daher mit dem Regulativ von 1839 in Preußen das erste Gesetz zum Schutze des Kindes erlassen. Weitere Einschränkungen folgten im Laufe des 19. Jahrhunderts mit dem Ergänzungsgesetz 1853 sowie mit der Gewerbeordnung von 1869 und deren zwei Novellen.

Ich werde mich im Folgenden mit der Kinderschutzgesetzgebung ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts befassen. Mein Schwerpunkt wird jedoch auf dem 1903 erlassenen „Gesetz betreffend die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben“ liegen, welches von besonderer Bedeutung war. Der Kinderschutz wurde erstmals auf Gewerbebetriebe ausgeweitet, bis zu diesem Zeitpunkt wurde lediglich die Kinderarbeit in Fabriken gesetzlich geregelt. Ich werde auf die wichtigsten inhaltlichen Punkte der Gesetze sowie deren Zustande kommen eingehen. Des Weiteren werde ich die Auswirkungen der Gesetze untersucht.

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Inhaltsverzeichnis der Arbeit

1. Einleitung

2. Die Gewebeordnung von 1869

2.1 Inhalt

2.2 Motive die zum Erlass des Gesetzes führten

2.3 Umsetzung der Gewerbeordnung von 1869

3. „Gesetz betreffend die Abänderung der Gewebeordnung vom 17. Juli 1878“

3.1 Inhalt

3.2 Anlass zur Gesetzesänderung

4. „Gesetz betreffend die Änderung der Gewerbeordnung vom 1. Juni 1891“

4.1 Inhalt

4.2 Zum Erlass des Gesetzes

4.3 Auswirkungen der Novelle

5. „Gesetz betreffend die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben“ aus dem Jahr 1903

5.1 Inhalt

5.2 Ausweitung des Kinderschutzes auf Gewebebetriebe

5.3 Zum Erlass des Gesetzes

5.4 Rückung der Kinderarbeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts

6. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die Entwicklung der Kinderschutzgesetzgebung im Deutschen Reich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit dem Ziel, die rechtlichen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die Einschränkung der Kinderarbeit zu untersuchen.

  • Analyse der zentralen gesetzlichen Regulierungen von 1869 bis 1903.
  • Untersuchung der Motive der Fabrikanten und der wirtschaftlichen Notwendigkeiten von Familien.
  • Bewertung der Wirksamkeit der Fabrikinspektionen als Kontrollinstanz.
  • Diskussion der Diskrepanz zwischen industrieller Kinderarbeit und der landwirtschaftlichen Beschäftigung von Kindern.
  • Betrachtung des Einflusses von technischem Fortschritt und Schulpflicht auf die Kinderarbeit.

Auszug aus dem Buch

2.2 Motive die zum Erlass der Gewerbeordnung führten

Bereits 1853 wurde die fakultative Fabrikinspektion sowie die Führung eines Arbeitsbuchs eingeführt. Es lässt sich jedoch aus den Berichten der Fabrikinspektoren ablesen, dass diese gesetzlichen Bestimmungen von den Fabrikanten nicht eingehalten wurden. „Rücksichtslos umgingen die Unternehmer, wann immer es ihnen profitabel erschien, die Bestimmungen des Gesetzes.“ (Kuczynski 1968, S. 102) So schreibt ein Fabrikinspektor:

„ Sie zeigten mit wenig Ausnahmen sich nicht geneigt, mit der Befolgung des Gesetzes Ernst zu machen. […] Da die Revision oft wiederholt und dabei Übertretungen entdeckt wurden, so zweigten sich die Fabrikanten um so mehr gereizt, als es gelang, ihre Vorkehrungen zur Signalisierung der Ankunft des Revisionsbeamten durch eigens angebrachte Schellenzüge […] auszuweichen. Ich wurde auch wohl mit beleidigenden Äußerungen und Spitzfindigkeiten empfangen […]. (Kuczynski 1968, S. 101)

Dieser Bericht zeigt, wie schwierig es sich für die Fabrikinspektoren gestaltete, die Einhaltung der geltenden Gesetze zu überwachen und durchzusetzen. Das oberste Ziel der Fabrikanten lag darin, das Unternehmen möglichst profitabel zu führen. Auch wenn bei Übertretungen des Gesetzes eine Geldstrafen drohte, war dies nicht Abschreckung genug, denn durch die Beschäftigung von Kindern sparten die Fabrikanten erheblich an den Lohnkosten der Arbeitnehmer.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die historische Situation der Kinderarbeit in Deutschland und definiert den Fokus auf das Gesetz von 1903 sowie die gesetzliche Entwicklung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.

2. Die Gewebeordnung von 1869: Dieses Kapitel erläutert die ersten gesetzlichen Arbeitszeitbeschränkungen und das Mindestalter für Kinder sowie die Motive für diese Regulierungen.

3. „Gesetz betreffend die Abänderung der Gewebeordnung vom 17. Juli 1878“: Hier wird die Einführung einer obligatorischen Fabrikinspektion sowie deren Notwendigkeit aufgrund des zunehmenden Drucks der Arbeiterbewegung thematisiert.

4. „Gesetz betreffend die Änderung der Gewerbeordnung vom 1. Juni 1891“: Das Kapitel behandelt die Anhebung des Mindestalters auf 13 Jahre und das Verbot der Beschäftigung schulpflichtiger Kinder sowie die Reaktionen darauf.

5. „Gesetz betreffend die Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben“ aus dem Jahr 1903: Diese Sektion analysiert die Ausweitung des Kinderschutzes auf Gewerbebetriebe außerhalb der Fabriken und die anhaltende Problematik der landwirtschaftlichen Kinderarbeit.

6. Schlusswort: Das Fazit fasst die komplexen Ursachen der Kinderarbeit zusammen und bewertet die Fortschritte der Kinderschutzgesetzgebung bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Schlüsselwörter

Kinderarbeit, Kinderschutzgesetzgebung, Gewerbeordnung, Fabrikinspektion, 19. Jahrhundert, Industrielle Revolution, Fabrikarbeit, Schulpflicht, Arbeitsrecht, Arbeitsschutz, Sozialgeschichte, Deutsches Reich, Kindesausbeutung, Gesetz von 1903, Hausindustrie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Durchsetzung von Gesetzen zum Schutz arbeitender Kinder im Deutschen Reich während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Gewerbeordnungen, die Rolle der Fabrikinspektion, der Einfluss von technischem Fortschritt und die Debatten um die Einbeziehung verschiedener Erwerbszweige in den gesetzlichen Kinderschutz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen aufzuzeigen und zu analysieren, warum Kinderarbeit trotz gesetzlicher Verbote weiterhin existierte und welche Faktoren zu ihrem Rückgang beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse von Gesetzestexten, Fabrikinspektorenberichten und zeitgenössischen Quellen wie Protokollen aus Reichstagsdebatten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Novellen der Gewerbeordnungen von 1869 bis 1903 sowie die spezifischen Bedingungen der Kinderarbeit in Industrie, Hausgewerbe und Landwirtschaft.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Begriffe wie Kinderschutzgesetzgebung, Fabrikinspektion, Gewerbeordnung und das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Profit und sozialem Schutz prägen die Analyse.

Warum wurde das Gesetz von 1903 als besonders bedeutsam hervorgehoben?

Das Gesetz von 1903 war ein Durchbruch, da der Kinderschutz erstmals über die Fabriken hinaus auch auf Gewerbebetriebe ausgeweitet wurde.

Welche Rolle spielte die landwirtschaftliche Kinderarbeit?

Die Landwirtschaft wurde trotz des hohen Anteils beschäftigter Kinder von den meisten Regulierungen ausgenommen, da Agrarlobbyisten den Einsatz von Kindern aufgrund von Arbeitskräftemangel als notwendig verteidigten.

Warum war die Umsetzung der Gesetze durch Fabrikinspektoren oft ineffizient?

Die Fabrikinspektoren stießen auf massiven Widerstand der Fabrikanten, mangelnde Unterstützung durch Eltern und Behörden sowie auf praktische Schwierigkeiten bei der Überwachung in kleinen Betrieben oder Wohnungen.

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Details

Title
Kinderarbeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
College
University of Duisburg-Essen
Course
Kinderarbeit im 19. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Antje Höfs (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V52423
ISBN (eBook)
9783638481410
ISBN (Book)
9783656783268
Language
German
Tags
Kinderarbeit Hälfte Jahrhunderts Kinderarbeit Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Höfs (Author), 2005, Kinderarbeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52423
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