„Structure follows strategy“ - mit dieser griffigen Formel zeigte der Wirtschaftshistoriker ALFRED CHANDLER 1962 die Zusammenhänge zwischen Unternehmensstrategie und Organisationsstruktur (OrgS) auf. Basierend auf seinen empirischen Forschungsergebnissen, veröffentlicht in seinem Buch „Strategy and Structure. Chapters in the History of the Industrial Enterprise“, identifizierte er die Unternehmensstrategie als zentrale Ursache für eine Reorganisation des Unternehmens. Durch die Untersuchungen der damals vier größten Unternehmen der Vereinigten Staaten, Dupont, General Motors, Sears Roebuck und Standard Oil, kam er darüber hinaus zum Schluss, dass die jeweilig verfolgte Zielsetzung maßgeblich die Wahl der OrgS bestimmt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Hintergrund
1.2 Vorgehensweise
2 INTERNATIONALE ORGANISATION
2.1 Abgrenzung Internationalisierung und Organisation
2.2 Wege zur Internationalisierung
2.2.1 Motive international tätiger Unternehmen
2.2.2 Zielmärkte analysieren und realisieren
2.2.3 Risiken bei der Umsetzung von Strategien
3 ORGANISATIONSSTRUKTUREN VON ITU
3.1 Anforderungen an Organisationsstrukturen
3.2 Struktur-Stadien-Modell nach STOPFORD/ WELLS
3.3 Klassische Organisationsstrukturen nach STOPFORD/ WELLS
3.3.1 Internationale Division
3.3.2 Weltweite Produktdivision
3.3.3 Globale Gebietsdivision
3.3.4 Zweidimensionale Matrixstruktur
3.3.5 Mischform
4 KRITIK AM STOPFORD/ WELLS-MODELL
4.1 Empirischer Ansatz
4.2 Organisatorischer Ansatz
5 ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Internationalisierung auf die Organisationsstrukturen von international tätigen Unternehmen (ITU). Dabei wird die Forschungsfrage beantwortet, warum und ab wann klassische Organisationsmodelle an ihre Grenzen stoßen und welche Rolle dabei die strategische Ausrichtung sowie das Personal spielen.
- Zusammenhang zwischen Unternehmensstrategie und Organisationsstruktur
- Struktur-Stadien-Modell nach Stopford und Wells
- Kritik und Weiterentwicklung des Modells durch Egelhoff
- Bedeutung des Faktors Personal bei organisatorischen Veränderungen
- Praxisbeispiele zur Organisationsanpassung (z.B. Shell, BASF, P&G)
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Weltweite Produktdivision
Steigt der Anteil der Produktdiversifizierung im Ausland weiter, so wird die ID ab einem Punkt den Bedürfnissen nicht mehr gerecht und aufgelöst. Nach STOPFORD/ WELLS wird daraufhin die Unternehmung die Struktur einer weltweiten Produktdivision (PD) einführen.
Diese produktbezogene OrgS eignet sich insbesondere dann, wenn das Unternehmen stark diversifiziert ist, und das Produktprogramm auf mehreren unterschiedlichen Technologien basiert. Diese Unterschiede, sowohl technische als auch in den Produkten selbst, resultieren aus dem Versuch Produkte an die Bedürfnisse der einzelnen lokalen Käufergruppen anzupassen. Somit hat die örtliche Individualität des Produktes Vorrang. Einer der größten Vorteile dieser OrgS wird deutlich: Die Fähigkeit lokale Bedürfnisse und Präferenzen zu befriedigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Organisationsstruktur im Kontext internationaler Unternehmensstrategien und Vorstellung des Zieles der Arbeit.
2 INTERNATIONALE ORGANISATION: Definition der Begriffe Internationalisierung und Organisation sowie Analyse der Motive und Risiken für international tätige Unternehmen.
3 ORGANISATIONSSTRUKTUREN VON ITU: Detaillierte Darstellung der Anforderungen an Strukturen und Erläuterung der klassischen Modelle wie die Internationale Division, Produktdivision und Matrixstruktur.
4 KRITIK AM STOPFORD/ WELLS-MODELL: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Modellen durch Egelhoff und Vorstellung eines überarbeiteten Ansatzes.
5 ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN UND AUSBLICK: Reflexion über die Anwendbarkeit der Theorien in der Praxis und die Bedeutung von organisatorischem Wandel.
Schlüsselwörter
International Human Resource Management, Organisationsstruktur, Internationalisierung, Stopford/ Wells-Modell, Internationale Division, Produktdivision, Gebietsdivision, Matrixstruktur, Egelhoff, Strategie, Personal, Organisationswandel, Profit-Center, Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie internationale Tätigkeiten die Struktur von Unternehmen beeinflussen und welche Organisationsmodelle für international agierende Firmen existieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Internationalisierung, die Wahl der passenden Organisationsstruktur und die strategische Anpassungsfähigkeit von Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Ursachen des organisatorischen Wandels zu identifizieren und zu klären, ab wann klassische Organisationsmodelle durch komplexere Strukturen abgelöst werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse bestehender Literatur und Modelle, insbesondere das Struktur-Stadien-Modell, ergänzt durch Fallbeispiele aus der Unternehmenspraxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Organisationsmodelle (Internationale Division, Produktdivision, Matrixstruktur, Mischform) sowie deren Vor- und Nachteile ausführlich analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Organisationsstruktur, Internationalisierung, Strategie, Produkt- und Gebietsdivision sowie die kritische Betrachtung durch den Egelhoff-Ansatz.
Warum wird das Modell von Stopford und Wells kritisch betrachtet?
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die schwache empirische Untermauerung der Studie und die Vernachlässigung von Faktoren wie dem Anteil der ausländischen Fertigung.
Welche Rolle spielt das Personal bei Umstrukturierungen?
Das Personal ist oft von den Kosten- und Effizienzmaßnahmen bei Organisationswechseln direkt betroffen, etwa durch Personalabbau oder die Notwendigkeit neuer Qualifikationen bei komplexen Matrixstrukturen.
Wie illustriert das Beispiel von Royal Dutch/ Shell den Wandel?
Das Beispiel verdeutlicht, wie ein Unternehmen aufgrund externer Markteinflüsse gezwungen sein kann, von einer Matrixstruktur zu einer anderen Organisationsform zu wechseln, um die Effizienz zu steigern.
- Quote paper
- Dennis Schwarz (Author), 2005, Einfluss der Internationalität auf Organisationsstrukturen - Structure follows Strategy, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52438