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Fussball im Nationalsozialismus

Title: Fussball im Nationalsozialismus

Bachelor Thesis , 2006 , 54 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefan Jönen (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Geschichte des Fußballsports im Nationalsozialismus bzw. der Rolle, die dem Fußball im Nationalsozialismus zukam. Lange Zeit ist zu diesem speziellen Kapitel der deutschen Fußballgeschichte geschwiegen worden. Es scheint verwunderlich, wie beharrlich die entpolitisierenden Kräfte der Geschichte des Fußballs die Oberhand behielten. Erst in jüngerer Zeit ist eine wachsende Zahl von Publikationen zu verzeichnen, die sich explizit mit diesem Thema beschäftigen.
Der Deutsche Fußball Bund (DFB), der größte nationale Verband des organisierten Fußballs veröffentlichte erst im Mai letzen Jahres eine von ihm an Nils Havemann in Auftrag gegebene Studie mit dem Titel „Fußball unterm Hakenkreuz - Der DFB zwischen Sport, Politik und Kommerz".
Dies geschah wohl in Reaktion auf zuvor erschienene Werke, die erstmals umfassend versuchten die Rolle des Fußballs im NS-Staat zu untersuchen. Und vor der Weltmeisterschaft 2006, die ja bekanntlich in Deutschland stattfinden wird.
Rund 60 Jahre nach dem Ende der Herrschaft der Nationalsozialisten wird somit der (von dem Rhetorik – Professor Walter Jens bereits im Jahre 1975 in seiner Rede zur 75 – Jahr – Feier des DFB angeprangerte) Zustand der ungenügenden geschichtlichen Aufarbeitung gelöst.
Das bildet den Anlass für die Themenauswahl dieser Arbeit.
Die Berührungspunkte zwischen Sport und Politik, hier in Form von Fußball und Nationalsozialismus sollen herausgearbeitet werden.
Dabei geht es im als erstes um die Konstitutionsgeschichte des englischen soccers in Deutschland und dem Aufstieg des Nationalsozialismus zur staatstragenden Ideologie mit all den bekannten Konsequenzen. Denn die Geschichte des Fußballs im Nationalsozialismus kann nicht losgelöst von der gesellschaftlichen Entwicklung (auch im Vorfeld der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten) betrachtet werden, da das Phänomen Fußball immer eingebettet in Kultur und Gesellschaft stattfindet, bzw. ein Teil dessen ist.
Erst als Fußball zum Massenphänomen avanciert war, ergab sich damit die entscheidende Vorraussetzung für dessen Wechselbeziehung mit dem diktatorischen Nazi-Regime.
Eine Zäsur im deutschen Fußball bildet dann auch die Machtergreifung der Nazis im Januar 1933, die eine bedingungslose Gleichschaltung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zur Folge hatte und dementsprechend nicht folgenlos für den Fußball bleiben konnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fußball auf dem Weg zum Massenphänomen

2.1. Ursprünge

2.2. Anfänge des Fußballs in Deutschland

2.3. Etablierung des Fußballs in Deutschland

2.4. Durchbruch zum Massensport

2.5. Kommerzialisierung und die Berufsspielerfrage

3. Der Aufstieg des Nationalsozialismus

3.1. Der 1. Weltkrieg und seine Auswirkungen

3.2. Der Aufstieg Hitlers und der NSDAP

3.3. Nationalsozialistische Sportvorstellungen

4. Fußball und Nationalsozialismus

4.1. Die erste Phase 1933 – 1936

4.1.1. Die erste Gleichschaltung

4.1.2. Antisemitismus und Marginalisierung der Juden

4.2. Die zweite Phase 1937 – 1945

4.2.1. Die zweite Gleichschaltung

4.2.2. Das Ende des jüdischen Sports in Deutschland

4.3. Entwicklung des Fußballs in Deutschland von 19933 – 1945

4.3.1. Nationalmannschaft

4.3.2. Vereine

4.3.3. Spieler

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle des Fußballs im Nationalsozialismus und analysiert, inwieweit der Sport vom NS-Regime instrumentalisiert wurde und wie sich die gesellschaftlichen Machtstrukturen auf das Subsystem Fußball auswirkten. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob Fußball als Mikrokosmos der Gesellschaft fungierte oder unpolitische Nischen bewahren konnte.

  • Entwicklung des Fußballs zum Massenphänomen vor 1933
  • Gleichschaltung der Sportstrukturen nach der Machtübernahme
  • Antisemitismus und der Ausschluss jüdischer Sportler
  • Instrumentalisierung der Nationalmannschaft und der Vereine für NS-Ideologie
  • Spannungsfeld zwischen nationalsozialistischer Propaganda und der Eigenlogik des Sports

Auszug aus dem Buch

Die erste Gleichschaltung

Unmittelbar nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler begannen die Nationalsozialisten den politisch-gesellschaftlichen Pluralismus mit aller Härte aufzuheben. Im Zuge dieser Gleichschaltung im Sinne der NS-Ideologie wurden nicht nur staatliche Institutionen dem Diktat der NS-Herrschaft unterworfen. Auch die politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen und sportlichen Bereiche, kurzum die gesamte Gesellschaft, wurde reglementiert. Staatlich protektionierter Terror begleitete diesen Prozess von Anfang an.

Trotz anfänglicher partieller Widerstände in den ersten Monaten nach der Machtergreifung gegen den mit aller Härte vorgetragenen Totalitätsanspruch der Nationalsozialisten, ergaben sich die meisten politisch-gesellschaftlichen Parteien, Organisationen und Institutionen dieser „nationalen Erneuerung". Vielfach wird in diesem Zusammenhang auch von einem Interessenbündnis mit den konservativen Eliten (Unternehmer, Bankiers, die höhere Beamten- und Richterschaft, die freien akademischen Berufe, die Großagrarier und Offiziere) gesprochen. Diese verbündeten sich quasi mit der NSDAP, da diese ihre Feinde (Sozialisten und Gewerkschaften) entmachteten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die geschichtliche Aufarbeitung des Fußballs während des Nationalsozialismus und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Instrumentalisierung.

2. Fußball auf dem Weg zum Massenphänomen: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge des Fußballs und dessen Entwicklung zum Sport der breiten Masse in Deutschland bis in die 1920er Jahre.

3. Der Aufstieg des Nationalsozialismus: Hier werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, der Aufstieg der NSDAP und die sportideologischen Vorstellungen des NS-Regimes dargelegt.

4. Fußball und Nationalsozialismus: Das Kernstück der Arbeit untersucht die Phasen der Gleichschaltung, die Verfolgung jüdischer Sportler und die Auswirkungen auf Nationalmannschaft, Vereine und Spieler.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit beantwortet die Forschungsfragen und resümiert die begrenzte, aber machtvolle Instrumentalisierung des Fußballs durch den NS-Staat.

Schlüsselwörter

Fußball, Nationalsozialismus, Gleichschaltung, DFB, NS-Ideologie, Sportpolitik, Antisemitismus, Nationalmannschaft, Sportvereine, Instrumentalisierung, Drittes Reich, Massensport, Arierparagraph, Machtübernahme, Propaganda

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit analysiert die Geschichte des Fußballsports im Nationalsozialismus und untersucht das Zusammenspiel zwischen dem Sport als gesellschaftlichem Subsystem und der diktatorischen NS-Ideologie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der politischen Vereinnahmung des Fußballs, dem Umgang mit dem DFB, der Ausgrenzung jüdischer Sportler sowie der Funktion des Fußballs für die Propaganda des Regimes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, inwieweit der Fußball für politische Ziele instrumentalisiert wurde, wie der Fußball sich selbst anpassen ließ und ob der Sport innerhalb des NS-Systems eine unpolitische Nische bewahren konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine fundierte historische Analyse und Literaturarbeit, wobei er maßgebliche zeitgeschichtliche Quellen und Standardwerke zur Fußballgeschichte im Nationalsozialismus auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die schrittweise Gleichschaltung der Organisationsstrukturen, den Ausschluss jüdischer Sportler, die Entwicklung der Nationalmannschaft und das Verhalten von Vereinen und Spielern bis zum Ende des Krieges.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Fußball, Nationalsozialismus, Gleichschaltung, DFB, Instrumentalisierung, Sportvereine und politische Propaganda.

Was bedeutet der Begriff „Dietwesen“ in dieser Arbeit?

Das „Dietwesen“ war ein Instrument der Nationalsozialisten, um Sportler ideologisch zu schulen. Vereine sollten „Dietwarte“ bestellen und „Dietabende“ abhalten, um die NS-Weltanschauung innerhalb der Sportgemeinschaften zu verbreiten.

Welche Rolle spielte der Fußball während der Olympischen Spiele 1936?

Die Olympischen Spiele fungierten als propagandistisches Aushängeschild für das NS-Regime. Fußball wurde dabei als Massenphänomen genutzt, um dem Ausland ein friedliches und starkes Bild Deutschlands zu präsentieren, wobei die Ideologie den sportlichen Erfolg überlagerte.

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Details

Title
Fussball im Nationalsozialismus
College
University of Osnabrück  (FB Sozialwissenschaften)
Grade
1,3
Author
Stefan Jönen (Author)
Publication Year
2006
Pages
54
Catalog Number
V52472
ISBN (eBook)
9783638481779
Language
German
Tags
Fussball Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Jönen (Author), 2006, Fussball im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52472
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