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Programme zur Minderung aggressiven Verhaltens bei Grundschülern

Titel: Programme zur Minderung aggressiven Verhaltens bei Grundschülern

Examensarbeit , 2005 , 130 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Isabell Kallis (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

‘Aggression und Gewalt an Schulen‘ ist ein besonders in den letzten Jahren häufig diskutiertes Themengebiet. “Immer häufiger ist von körperlichen und psychischen Belästigungen und Übergriffen in der Schule die Rede. Viele Lehrerinnen und Lehrer berichten, die Kinder seien heute schon in der Grundschule... nicht nur zappeliger, unruhiger und nervöser als in den früheren Jahrgängen, sondern es nehme auch die Minderheit der ruppigen, aggressiven, gewalttätigen und sogar brutalen SchülerInnen zu“ (Hurrelmann, 1995, S. 75). Empirische Studien zu diesem Themengebiet weisen eindeutig darauf hin, dass “...die Entwicklung von und die Bereitschaft zu aggressivem Verhalten bei einem Teil der Kinder sehr frühzeitig einsetzen kann und dass diese Kinder dann eine schlechte Prognose haben (Loeber, 1990)“ (Cierpka, 1999, S.3). Aus diesem Grund muss möglichst früh im Leben eines Kindes interveniert werden, wenn eine effektive Einflussnahme angestrebt wird.

Die vorliegende Arbeit trägt den Titel “Programme zur Minderung aggressiven Verhaltens bei Grundschülern“. Das Ziel der Arbeit ist es, einen repräsentativen, wenn auch nicht vollständigen Überblick über solche Maßnahmen zu geben, die zur Realisierung in der Grundschule durch die Lehrkräfte vorgeschlagen werden. Insbesondere sollen dabei folgende Fragen geklärt werden: Ist es überhaupt möglich im schulischen Rahmen eine Minderung aggressiven Verhaltens zu erreichen? Welche Ansatzpunkte zur Aggressionsminderung an der Grundschule sind erfolgversprechend und welche psychologischen Annahmen und Mechanismen liegen ihnen zugrunde? Lassen sich durch Programme, die die Veränderung des schulischen Kontext als Mittel der Reduktion aggressiven Schülerverhaltens nutzen positivere Effekte erzielen, als durch solche, die die Minderung über die Ausbildung kompetenten Lehrerverhaltens oder prosozialen Schülerverhaltens erreichen wollen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung: Aggression, Aggressivität und Gewalt

2.1 Der Aggressionsbegriff

2.1.1 Arten der Aggression

2.1.2 Aggressives Verhalten und aggressive Emotionen

2.1.2.1 Formen aggressiver Emotionen

2.1.2.2 Formen aggressiven Verhaltens

2.1.3 Aggressivität

2.1.4 Gewalt

3. Klassische psychologische Aggressionstheorien

3.1 Trieb- bzw. Instinkttheorien

3.2 Die Aggressions- Frustrations- Theorie

3.3 Lernpsychologische Theorien

3.3.1 Klassisches Konditionieren

3.3.2 Lernen am Modell

3.3.3 Operantes Konditionieren

3.3.4 Kognitives Lernen

3.3.5 Konsequenzen der Lerntheorien für die Aggressionsminderung

3.4 Weitere Erklärungsmöglichkeiten für aggressives Verhalten

3.4.1 Biologische Faktoren

3.4.2 Soziale Faktoren

3.4.3 Weitere psychische Faktoren

4. Zum Ausmaß aggressiven Verhaltens an Grundschulen

5. Der Präventionsbegriff

6. Auswahl der darzustellenden Programme

7. Das Konstanzer Trainingsmodell – Ein lehrerzentriertes Programm

7.1 Theoretische Grundlage des Programms

7.2 Ziele des KTM

7.3 Voraussetzungen zur Realisierung der Ziele und Trainingselemente

7.4 Aufbau des Programms

7.4.1 Handlungsphase I – Situationsauffassung

7.4.2 Handlungsphase II – Die Handlungsauffassung

7.4.3 Handlungsphase III – Die Handlungsausführung

7.4.4 Handlungsphase IV- Die Handlungsergebnisauffassung

7.5 Evaluation des Programmes

7.6 Fazit

8. FAUSTLOS – Ein soziales Fertigkeitstraining

8.1 Theoretische Fundierung

8.2 Aufbau und Zielsetzung des Curriculums für die Grundschule

8.3 Ablauf und Methoden des Unterrichtes der Lektionen

8.4 Die drei Einheiten des Curriculums

8.4.1 Empathietraining

8.4.2 Impulskontrolle

8.4.3 Umgang mit Ärger und Wut

8.4.4 Verhältnis der FAUSTLOS-Einheiten zueinander

8.5 Evaluation des Programmes

8.6 Fazit

9. Das Interventionsprogramm von Dan Olweus- Ein Mehr- Ebenen- Modell

9.1 Ziele und Schlüsselprinzipien des Programmes

9.2 Maßnahmen auf der Schulebene

9.2.1 Vorbereitungen auf der Schulebene

9.2.2 Weitere Maßnahmen auf der Schulebene

9.3 Maßnahmen auf der Klassenebene

9.4 Maßnahmen auf der individuellen Ebene

9.5 Evaluation des Programmes

9.6 Pilotstudie zu einer komprimierten Umsetzung des Programmes von Olweus durch Nolting und Knopf

9.6.1 Inhalte des komprimierten Programms

9.6.2 Erste Auswertung

9.7 Fazit

10. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Programme zur Minderung aggressiven Verhaltens bei Grundschülern, um einen Überblick über Maßnahmen zu geben, die Lehrkräften zur Realisierung an Grundschulen vorgeschlagen werden. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, welche Ansatzpunkte zur Aggressionsminderung an der Grundschule erfolgversprechend sind und welche psychologischen Mechanismen diesen zugrunde liegen, wobei insbesondere der Vergleich zwischen lehrerzentrierten, schülerzentrierten und schulumfassenden Ansätzen im Fokus steht.

  • Grundlagen zur Entstehung und Aufrechterhaltung aggressiven Verhaltens
  • Analyse und Bewertung des Konstanzer Trainingsmodells (KTM)
  • Untersuchung des sozialen Fertigkeitstrainings FAUSTLOS
  • Evaluierung des schulumfassenden Interventionsmodells nach Dan Olweus
  • Vergleich der Wirksamkeit unterschiedlicher pädagogischer Präventionskonzepte

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Klassisches Konditionieren

Das klassische Konditionieren (auch ‘Signallernen‘ genannt) spielt innerhalb der Aggressionsforschung eine eher untergeordnete Rolle. Es kann dennoch wichtige Hinweise liefern, z. B. was Generalisierungsprozesse anbelangt. Aus diesem Grunde soll es an dieser Stelle erläutert werden.

Ein ursprünglich neutraler Reiz wird zum Signal für das Auslösen aggressiver Gefühle, nachdem er wiederholt mit einem anderen, ursprünglichen Affektauslöser gekoppelt aufgetreten ist. Solche Auslöser können z. B. bestimmte körperliche Charakteristiken und Äußerlichkeiten (z. B. Kleidung) oder mimische, gestische bzw. sprachliche Angewohnheiten sein, aber auch bestimmte Örtlichkeiten oder andere äußere Situationsmerkmale. In vielen Fällen wird hier von unmittelbar persönlich erlebten ärgeranregenden Erfahrungen, mit denen diese Reize verbunden waren, oder von indirekt und vorstellungsmäßig vermittelten Erfahrungen gesprochen. Der Betreffende hat gelernt auf diesen Reiz mit einem negativen Affekt zu reagieren. So führt die klassische Konditionierung dazu, dass nicht nur Provokationen, Störungen und andere Frustrationen, sondern auch die mit ihnen in Verbindung gebrachten Personen, Gegenstände, Symbole usw. aggressive Gefühle auslösen können.

Werden etwa mehrheitlich negative Erfahrungen im Umgang mit einem bestimmten Mitmenschen gesammelt, kann es sein, dass in der Folge bereits der Anblick oder die Namensnennung des Betreffenden ausreichen, um die negativen Gefühle wieder aufkeimen zu lassen. In bestimmten Fällen kann es dann durchaus auch zu einer Generalisierung dieser Gefühlsreaktion auf Familienangehörige und Freunde kommen. Auch eine Ausweitung auf Kategorien wie Schichtzugehörigkeit oder Nationalität ist möglich. In dieser Weise ließe es sich beispielsweise erklären, wenn ein Schüler aggressives Verhalten stets gegen eine bestimmte Person oder Gruppe richtet (vgl. Melzer et.al, 2004, S. 57-58).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Gewalt an Grundschulen ein, begründet das Interesse der Autorin durch eigene Praktikumserfahrungen und definiert die Zielsetzung der Arbeit.

2. Begriffsklärung: Aggression, Aggressivität und Gewalt: Das Kapitel grenzt die zentralen Begriffe Aggression, Aggressivität und Gewalt voneinander ab, um einen fundierten Arbeitsbegriff zu etablieren.

3. Klassische psychologische Aggressionstheorien: Hier werden Trieb- und Instinkttheorien, die Frustrations-Aggressions-Theorie sowie lerntheoretische Ansätze erläutert, um die Ursachen aggressiven Verhaltens zu verstehen.

4. Zum Ausmaß aggressiven Verhaltens an Grundschulen: Dieses Kapitel wertet empirische Studien zum tatsächlichen Aufkommen und zur Ausprägung von Gewalt an Grundschulen aus.

5. Der Präventionsbegriff: Es erfolgt eine Klärung der Begriffe Prävention und Intervention sowie eine Differenzierung nach verschiedenen Präventionsebenen.

6. Auswahl der darzustellenden Programme: Hier werden die Auswahlkriterien für die im weiteren Verlauf detailliert analysierten Interventionsprogramme definiert und begründet.

7. Das Konstanzer Trainingsmodell – Ein lehrerzentriertes Programm: Vorstellung, theoretische Fundierung, Aufbau, Evaluation und Fazit des lehrerzentrierten Konstanzer Trainingsmodells (KTM).

8. FAUSTLOS – Ein soziales Fertigkeitstraining: Detaillierte Analyse des sozialen Fertigkeitstrainings FAUSTLOS, seiner Zielsetzung, Methoden und evaluationsbasierten Effektivität.

9. Das Interventionsprogramm von Dan Olweus- Ein Mehr- Ebenen- Modell: Umfassende Darstellung des Interventionskonzepts von Dan Olweus, inklusive Maßnahmen auf Schulebene, Klassenebene und individueller Ebene sowie deren Evaluation.

10. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen, kritische Reflexion der vorgestellten Programme und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Aggression, Grundschule, Gewaltprävention, pädagogische Intervention, Konstanzer Trainingsmodell, KTM, FAUSTLOS, Dan Olweus, soziales Lernen, Frustrations-Aggressions-Theorie, Lerntheorien, Emotionskontrolle, Sozialkompetenz, Schulklima, Täter-Opfer-Problematik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse pädagogischer und psychologischer Programme zur Reduktion von aggressivem Verhalten bei Grundschulkindern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die Klärung der Begriffe Aggression und Gewalt, die theoretischen Ursachenerklärungen sowie die fundierte Analyse konkreter Interventionsprogramme.

Was ist das primäre Ziel der Examensarbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über geeignete Maßnahmen an Grundschulen zu geben und deren theoretische Basis sowie ihre Wirksamkeit kritisch zu prüfen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche und der Auswertung empirischer Evaluationsstudien zu den ausgewählten Programmen.

Welche Hauptteile werden in der Arbeit behandelt?

Neben den theoretischen Grundlagen werden das Konstanzer Trainingsmodell (KTM), das Curriculum FAUSTLOS und das Interventionsprogramm von Dan Olweus detailliert vorgestellt und bewertet.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Gewaltprävention, Aggression, Grundschule, soziale Kompetenz, Verhaltensmodifikation und die genannten spezifischen Trainingsprogramme.

Warum wird das Konstanzer Trainingsmodell in der Schule als lehrerzentriert eingestuft?

Es wird als lehrerzentriert eingeordnet, da es primär am Lehrerverhalten ansetzt, um durch eine Veränderung der pädagogischen Berufs- und Einstellungstheorien das Störungs- und Aggressionsmanagement im Unterricht zu optimieren.

Welcher Vorteil bietet das Interventionsmodell nach Olweus gegenüber reinen Klassentrainings?

Ein entscheidender Vorteil ist die systemische Mehr-Ebenen-Strategie, die über die Klasse hinausgeht und die gesamte Schule einbindet, um einheitliche Normen und Verhaltensregeln zu etablieren.

Welche Rolle spielt die Empathieförderung innerhalb des FAUSTLOS-Curriculums?

Sie bildet die Basis des Curriculums, da die Fähigkeit zur Perspektivübernahme und zum Verstehen anderer Gefühle als fundamental für prosoziales Verhalten und die Minderung aggressiver Impulse gilt.

Ende der Leseprobe aus 130 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Programme zur Minderung aggressiven Verhaltens bei Grundschülern
Hochschule
Universität Lüneburg  (Psychologie)
Note
1,5
Autor
Isabell Kallis (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
130
Katalognummer
V52498
ISBN (eBook)
9783638481991
ISBN (Buch)
9783638693097
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Programme Minderung Verhaltens Grundschülern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isabell Kallis (Autor:in), 2005, Programme zur Minderung aggressiven Verhaltens bei Grundschülern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52498
Blick ins Buch
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