Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Schulpädagogik

Moralische Erziehung in der Schule. Begründung, Ansätze, Perspektiven

Titel: Moralische Erziehung in der Schule. Begründung, Ansätze, Perspektiven

Examensarbeit , 2005 , 103 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nicola Körner (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In den ständig diskutierten internationalen Schulvergleichsuntersuchungen wird der Focus ausschließlich auf Fachleistungen gelenkt. Dabei kann es passieren, dass man wesentliche Ziele von Schule, zu denen auch außerfachliche Ziele gehören, übersieht.
Moralerziehung rückt immer dann in den Fokus, wenn aktuelle Ereignisse die Diskussion erneut entfachen. Oft handelt es sich dabei um Brutalität Jugendlicher gegenüber Gleichaltrigen oder aber auch Kindern.
Die vorliegende Veröffentlichung beschäftigt sich mit der Frage, ob eine bewusste moralische Erziehung in der Schule tatsächlich möglich ist, d.h. ob sie erstens geeignet ist, das Verhalten und die moralischen Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern positiv zu beeinflussen und zweitens, ob ein solches Unterfangen in der staatlichen Schule eines Staates, der sich verpflichtet selbst Weltanschauungsneutral zu sein, überhaupt legitimiert werden kann. In diesem Rahmen werden auch die Erwartungen, die hinter der Forderung schulischer Moralerziehung stehen erörtert sowie Grundbedingungen, von denen jede Moralerziehung ausgehen muss.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff der Moral und seiner terminologischen Umgebung

2.1 Werte und Normen

2.2 Ethik und Moral

3. Psychologische und empirische Grundlagen

3.1 Kohlbergs Theorie moralischer Entwicklung

3.1.1 Ausgangspunkte der Theorie

3.1.2 Das Stufenmodell der moralischen Entwicklung

3.1.3 Kritik an Kohlbergs Theorie

3.1.3.1 Zur Kulturübergreifenden Gültigkeit von Kohlbergs Theorie

3.1.3.2 Frühkindliche Moralentwicklung

3.1.3.3 Verhältnis von Inhalt und Struktur in Kohlbergs Theorie

3.1.3.4 Geschlechtsunterschiede im moralischen Urteil

3.1.3.5 Zusammenfassung

3.1.5 Relevanz von Kohlbergs Theorie für die pädagogische Praxis

3.2 Vom Urteilen zum Handeln

3.2.1 Was charakterisiert moralisches Handeln?

3.2.2 Verantwortungsurteile und moralische Typen

3.2.3 Moralisches Selbst

3.2.4 Außermoralische Einflussfaktoren

3.2.4 Empathie und moralische Gefühle

3.2.7 Die moralische Atmosphäre

4. Erziehungsziele der Schule und Einstellungen und Verhaltensweisen der Jugend

4.1 Welche Art von Menschen soll die Schule hervorbringen?

4.1.1 Erziehungsziele in den Grundsatzerlassen der Grund-, Haupt- und Realschule

4.1.4 Der Bildungsauftrag der Schule im Niedersächsischen Schulgesetz

4.2 Ergebnisse empirischer Studien zur politischen Bildung, Wertorientierungen Rechtsextremismus und Gewalt

4.2.1 Bereitschaft zu politischem und sozialem Engagement

4.2.2 Akzeptanz und Umsetzung freiheitlich-demokratischer Werte

4.2.3 Rechtsextremismus und Gewalt

4.3 Ist die Schule selbst Schuld am Nicht-Erreichen ihrer Ziele?

5. Ziele von Moralerziehung

5.1 Umsetzung gesetzlicher Vorgaben in praktizierbare Verhaltensnormen

5.2 Moralische Erziehung als Grundlage für beruflichen Erfolg?

5.3 Erhalt der demokratisch-freiheitlichen Gesellschaft

5. 4 Entwicklung einer moralischen Persönlichkeit

5.5 Mündigkeit und Autonomie

6. Moralerziehung in der Diskussion: Begründungsansätze und Rechtfertigungsproblematiken

6.1 Moralerziehung im Pluralismus. Zur (Un?)-möglichkeit eines Wertekonsens.

6.2 Zur Vereinbarkeit staatlicher Neutralität und moralischer Erziehung

6.3 Ist Schule und Unterricht ohne Moralerziehung möglich?

6.4 Moralerziehung – Privileg der Eltern?

6.5 Ist moralische Erziehung eine Überforderung der Schule?

6.6 Chancen der Intervention

7. Umsetzung von Moralerziehung in der Schule

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

10. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob eine bewusste moralische Erziehung in der staatlichen Schule möglich und legitim ist. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit die Schule moralische Fähigkeiten von Schülern beeinflussen kann, ohne ihr Gebot zur weltanschaulichen Neutralität zu verletzen, und wie ein effektiver moralpädagogischer Ansatz vor dem Hintergrund komplexer gesellschaftlicher Anforderungen gestaltet sein muss.

  • Kohlbergs Theorie der moralischen Entwicklung als theoretisches Fundament
  • Analyse offizieller Erziehungsziele und Bildungsaufträge der Schule
  • Empirische Untersuchung der Werthaltungen und Verhaltensweisen der Jugend
  • Spannungsfeld zwischen staatlicher Neutralität und moralischem Erziehungsanspruch
  • Möglichkeiten und Grenzen schulischer Moralerziehung und Intervention

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Was charakterisiert moralisches Handeln?

Nicht jedes Handeln, das einem außenstehenden Betrachter als gut und richtig erscheint, ist schon ein moralisches. Wenn jemand einen anderen vor dem Ertrinken rettet, weil derjenige den Schlüssel zu seinem neuen Auto in der Tasche hatte, wird das wohl kaum jemand als moralisches Handeln charakterisieren. Bereits unser Alltagsverständnis sagt uns, dass, wer moralisch handelt, sich eben nicht nur von seinen persönlichen Interessen und Wünschen leiten lässt, wie es im Beispiel der Fall gewesen wäre. „Eine Handlung ist nicht schon dann moralisch, wenn sie objektiv und tatsächlich richtig ist, wenn sie also objektiv den Erwartungen und Regeln der Gesellschaft oder auch extern definierten moralischen Normen entspricht“ (Blasi, 2000, S. 118).

Blasi (2000, S. 118) identifiziert drei Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit eine Handlung moralisch ist:

1. Die Handlung muss das Ergebnis einer Absicht sein.

2. Die Absicht muss auf moralischen Motiven beruhen und durch sie bestimmt werden.

3. Der Handelnde muss die Handlung wollen, weil sie moralisch gut ist.

Dieses allgemein anerkannte Verständnis moralischen Handelns kann durch Kohlbergs Definition moralischen Handelns weiter spezifiziert werden. Für Kohlberg (Kohlberg & Candee, 1984, S. 403 f.) ist ein moralisches Handeln nur solches, welches erstens „dem handlungsrelevanten Urteil des Individuums entspricht“ (Kohlberg & Candee, 1984, S. 403) und zweitens unter objektiven und universellen Maßstäben (zum Beispiel nach Kants kategorischem Imperativ) für gut befunden werden kann. Damit kann ausgeschlossen werden, dass jedes Handeln als moralisch charakterisiert werden kann. Ohne diese doppelte Eingrenzung könnte ansonsten z.B. auch gewalttätiges Handeln als moralisch angesehen werden , denn dieses kann durchaus in Konsistenz mit einem Stufenurteil stehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und aktuelle Relevanz der Moralerziehung und skizziert das Anliegen der Arbeit, die Legitimität und Möglichkeiten schulischer Wertevermittlung zu hinterfragen.

2. Zum Begriff der Moral und seiner terminologischen Umgebung: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Moral, Ethik, Werte und Normen und definiert den Rahmen, in dem diese in der Arbeit verstanden werden.

3. Psychologische und empirische Grundlagen: Hier werden zentrale Theorien der moralischen Entwicklung, insbesondere die von Lawrence Kohlberg, sowie Konzepte zum Zusammenhang von moralischem Urteil und Handeln vorgestellt.

4. Erziehungsziele der Schule und Einstellungen und Verhaltensweisen der Jugend: Das Kapitel analysiert den offiziellen Bildungsauftrag im Niedersächsischen Schulgesetz und stellt diesem empirische Studien über die tatsächliche politische Bildung und Wertorientierung Jugendlicher gegenüber.

5. Ziele von Moralerziehung: Es werden die verschiedenen Ziele moralischer Erziehung erarbeitet, von der Umsetzung praktischer Verhaltensnormen bis hin zur Entwicklung einer mündigen, moralischen Persönlichkeit.

6. Moralerziehung in der Diskussion: Begründungsansätze und Rechtfertigungsproblematiken: Dieses Kapitel thematisiert die Legitimität moralischer Erziehung in einer pluralistischen Gesellschaft unter Berücksichtigung des staatlichen Neutralitätsgebots.

7. Umsetzung von Moralerziehung in der Schule: Es werden Wege und pädagogische Konzepte aufgezeigt, wie moralische Bildung in den schulischen Alltag integriert werden kann, sowie deren praktische Herausforderungen diskutiert.

8. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer bewussten und reflexiven Gestaltung moralischer Erziehung in der Schule.

Schlüsselwörter

Moralerziehung, Ethik, Werte, Normen, Kohlberg, Moralentwicklung, Schulgesetz, politisches Engagement, Pluralismus, Neutralitätsgebot, Mündigkeit, Autonomie, Schulkultur, Zivilcourage, Gerechtigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Hausarbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der moralischen Erziehung an öffentlichen Schulen, ausgehend von der Frage, ob ein bewusster Erziehungsauftrag in einem weltanschaulich neutralen Staat legitim ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die psychologischen Grundlagen der moralischen Entwicklung (nach Kohlberg), die Analyse der offiziellen Erziehungsziele im deutschen Schulsystem sowie die Herausforderungen durch den gesellschaftlichen Wertepluralismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu klären, ob Schule moralisches Verhalten bei Jugendlichen positiv beeinflussen kann und wie dies in einer pluralistischen Gesellschaft legitimiert werden kann, ohne das Neutralitätsgebot zu verletzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, der Einbeziehung psychologischer Entwicklungstheorien sowie der Auswertung empirischer Studien zur politischen Bildung und zum Wertewandel bei Jugendlichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die psychologischen Grundlagen, die Analyse aktueller schulischer Erziehungsziele, die Diskussion über Moral im Pluralismus sowie die praktischen Möglichkeiten der Umsetzung von Moralerziehung im Schulalltag.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Moralerziehung, Kohlbergs Stufenmodell, staatliche Neutralität, Wertepluralismus, Mündigkeit und das Verhältnis von moralischem Urteil zu moralischem Handeln.

Warum ist laut Autorin das Erreichen einer vollkommenen Autonomie utopisch?

Die Autorin argumentiert, dass absolute Autonomie als Idealzustand in der Erziehungspraxis kaum vollständig erreichbar ist, dennoch dient sie als notwendiger Orientierungspunkt für pädagogisches Handeln.

Was ist das Hauptproblem der "Just Community"-Schulversuche laut der Analyse?

Die Analyse kritisiert, dass bei den "Just Community"-Versuchen der Zwang zur Rechtfertigung vor der Gruppe zu einem konformistischen Druck führen kann, der sich mit den Prinzipien von Autonomie und individueller Freiheit beißt.

Ende der Leseprobe aus 103 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Moralische Erziehung in der Schule. Begründung, Ansätze, Perspektiven
Hochschule
Universität Lüneburg  (Institut für Pädagogik)
Note
1,0
Autor
Nicola Körner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
103
Katalognummer
V52522
ISBN (eBook)
9783638482158
ISBN (Buch)
9783638703994
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Moralische Erziehung Schule Begründung Ansätze Perspektiven
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicola Körner (Autor:in), 2005, Moralische Erziehung in der Schule. Begründung, Ansätze, Perspektiven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52522
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  103  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum