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Irrationalismus in nationalsozialistischen Erziehungsvorstellungen und Ideologie

Title: Irrationalismus in nationalsozialistischen Erziehungsvorstellungen und Ideologie

Term Paper , 2006 , 23 Pages , Grade: keine Note - bestanden

Autor:in: Eva Wittmann (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Durch das Aufzeigen von Irrationalismus in nationalsozialistischen Erziehungsvorstellungen und Ideologie erfolgt innerhalb dieser Auseinandersetzung der Versuch, damalige Vorgänge, Hintergründe und Zusammenhänge verständlich und nachvollziehbar zu gestalten. Anstelle vorschneller Abstemplung des Nationalsozialismus bedarf es unbedingt Verständnis und einer Aufarbeitung, auch um ein „weiteres Auschwitz“ verhindern zu können.

Pädagogische Vorstellungen bekannter nationalsozialistischer Ideologen sollen dafür in Erinnerung gerufen werden und deren kritische Reflexion eine Wiederholung derartiger Geschehnisse, wie etwa die brutale Ermordung und Deportation von Juden und Minderheiten, verhindern. Der Schwerpunkt dieser Betrachtung liegt auf pädagogischen und ideologischen Überlegungen. Zur zeitlich-historischen Analyse muss weitere Literatur herangezogen werden.
Anschließend an Hitlers Gedankengut und Massenpsychologie werden Ideen und Philosophie Alfred Rosenbergs erwähnt. Sein rassistisches Denken und die propagierte Rassentheorie inkludieren irrationale Momente dabei aufkommender biologischer Begründungsversuche und darwinistischer Elemente.
Eine durch Pädagogen der damaligen Zeit, wie etwa durch Alfred Baeumler, passierte „Nazifizierung“ und zweckdienliche Vereinnahmung Nietzsches wird erläutert. Nietzsches „Der Wille zur Macht“ rechtfertigte scheinbar den Antisemitismus, führte jedoch auch zu unterschiedlichen Auffassungen und Positionen innerhalb der nationalsozialistischen Ideologie.
Die Erziehung zum „Heroischen Realismus“ bildete sich um eine Gruppe von Vertretern wie unter anderem Alfred Baeumler, Werner Best und Ernst Jünger. Sichtweisen dieser und die Stellung des Krieges als „verherrlichter Zustand“ bedürfen einer kritischen Rückschau.

Trotz unterschiedlicher nationalsozialistischer Erziehungsvorstellungen und Betrachtungen lässt sich in den Gesetzmäßigkeiten dieser Ideologie eine irrationale Weltanschauung erkennen. Aktuelle Entwicklungen und Geschehnisse mögen nicht nur Assoziationen zu derartigen Begründungselementen der damaligen Zeit erlauben, sondern ebenso gegenwärtig irrationale Momente in der Erziehung deutlich und eine Auseinandersetzung notwendig machen.

Excerpt


Struktur des Inhaltsverzeichnisses

1. Einleitung

2. Der Begriff des Irrationalen und Irrationalismus

2.1 Irrationalismus und Mythen im Nationalsozialismus

3. Ideologisches und pädagogisches Denken Hitlers

4. Indoktrinierung eines völkischen Rassestolzes

4.1 Alfred Rosenberg als Propagandist

5. Nietzsche als „Kultfigur“ und „Vorreiter“ des Nationalsozialismus

5.1 Vereinnahmung und „Nazifizierung“ des Philosophen

6. „Heroischer Realismus“ – Baeumler, Best und Jünger als Exponenten

7. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Irrationalismus innerhalb der nationalsozialistischen Ideologie und deren Erziehungsvorstellungen. Ziel ist es, die ideologischen Hintergründe, die Instrumentalisierung von Mythen und die Rolle zentraler Akteure sowie Philosophen wie Nietzsche verständlich zu machen, um die Zusammenhänge dieser Zeit kritisch aufzuarbeiten.

  • Analyse des Irrationalismus als Weltanschauung im Nationalsozialismus
  • Untersuchung des ideologischen und pädagogischen Denkens Adolf Hitlers
  • Kritische Betrachtung der Indoktrinierung eines völkischen Rassestolzes
  • Einfluss der Nietzsche-Rezeption und „Nazifizierung“ des Philosophen
  • Erziehung zum „Heroischen Realismus“ bei Baeumler, Best und Jünger

Auszug aus dem Buch

Nietzsche als „Kultfigur“ und „Vorreiter“ des Nationalsozialismus

In Nietzsche zeigt sich fast immer eine Zweideutigkeit seines Denkens und seiner Begriffe, welche eine für jeweilige Zwecke bestimmte Verwendung ermöglicht und eine einseitige Position und Stellungsnahme zur Folge haben kann. Sein Facettenreichtum ist unbestreitbar und führte zu seiner Neuentdeckung als Visionär von verschiedenen ästhetischen, kulturellen und auch politischen Strömungen. Die Tatsache, dass er nicht einfach zu lesen und interpretieren ist, half wahrscheinlich, ihn als Wegbereiter für die nationalsozialistische Ideologie zu deuten und zum Mitbegründer deren Weltanschauung zu stilisieren, er galt als der Begründer der neuen Moral der „Herrenrasse“ der Nationalsozialisten.

Die Bezeichnung Nietzsches als „Vorkämpfer“ für den Nationalsozialismus war und ist umstritten und muss kritisch betrachtet und hinterfragt werden. Nolte findet Gemeinsamkeiten im Denken Nietzsches und Hitlers. „Nietzsche ist nicht in einem banalen Sinne der geistige Vater des Faschismus. Aber er bringt als erster und in umfassendster Weise jenes spirituelle Zentrum zu Wort, auf das hin aller Faschismus gravitieren muss: den Angriff auf die praktische und die theoretische Transzendenz, aber um einer »schöneren« Gestalt des »Lebens« Willen (1971, S. 534)“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Ansatz, den Nationalsozialismus durch die Analyse von Irrationalismus in Ideologie und Erziehung wissenschaftlich aufzuarbeiten, statt ihn lediglich negativ abzuwerten.

2. Der Begriff des Irrationalen und Irrationalismus: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Irrationalismus und Rationalismus und beleuchtet die Rolle des Irrationalismus als Weltanschauung in Krisenzeiten.

3. Ideologisches und pädagogisches Denken Hitlers: Es wird untersucht, wie Hitler durch Massenpsychologie, Propaganda und bewusste Erziehungsmaßnahmen versuchte, die Masse für seine Ideologie gefügig zu machen.

4. Indoktrinierung eines völkischen Rassestolzes: Dieses Kapitel analysiert die rassistische Indoktrinierung, die biologische Begründungsversuche zur Ausgrenzung und Vernichtung anderer Menschengruppen nutzte.

5. Nietzsche als „Kultfigur“ und „Vorreiter“ des Nationalsozialismus: Hier wird die ambivalente Vereinnahmung Friedrich Nietzsches durch Nationalsozialisten wie Alfred Baeumler sowie die kritische Hinterfragung dieser „Nazifizierung“ thematisiert.

6. „Heroischer Realismus“ – Baeumler, Best und Jünger als Exponenten: Das Kapitel behandelt die Erziehung zum „Heroischen Realismus“, der den Krieg als „Heilige Handlung“ und Mittel zur Sinnstiftung stilisierte.

7. Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit resümiert, dass der Nationalsozialismus ein komplexes Geflecht aus irrationalen Ideologien darstellt, dessen Aufarbeitung essenziell ist, um historisches Verständnis zu fördern.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Irrationalismus, Ideologie, Erziehung, Adolf Hitler, Rassetheorie, Antisemitismus, Friedrich Nietzsche, Vereinnahmung, Heroischer Realismus, Massenpsychologie, Weltanschauung, Propaganda, Kriegserlebnis, Moderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Irrationalismus als prägendem Element der nationalsozialistischen Ideologie und Erziehungspolitik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Propaganda, die Rassentheorie, die politische Philosophie hinter dem Nationalsozialismus und der Einfluss der Lebensphilosophie auf die NS-Erziehung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch die Analyse irrationaler Strömungen in Ideologie und Erziehung ein tieferes Verständnis für die Hintergründe und Zusammenhänge des Nationalsozialismus zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die zentrale theoretische Texte und Interpretationen führender Denker zur nationalsozialistischen Weltanschauung kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Hitlers pädagogischem Denken, die Verbreitung des völkischen Rassestolzes, die Instrumentalisierung Nietzsches sowie den „Heroischen Realismus“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Irrationalismus, Rassetheorie, Nietzsche-Rezeption und Heroischer Realismus.

Welche Rolle spielte Alfred Baeumler bei der Vereinnahmung Nietzsches?

Alfred Baeumler propagierte die Philosophie Nietzsches aktiv als Grundlage der NS-Ideologie und versuchte, dessen Werk für nationalsozialistische Erziehungszwecke umzudeuten.

Wie wurde das Konzept des „Heroischen Realismus“ begründet?

Der „Heroische Realismus“ wurde durch die Verherrlichung des „Großen Krieges“ und eine lebensphilosophische Dynamik begründet, die Kampf als notwendiges und sinnstiftendes Element menschlicher Existenz propagierte.

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Details

Title
Irrationalismus in nationalsozialistischen Erziehungsvorstellungen und Ideologie
College
University of Hagen
Grade
keine Note - bestanden
Author
Eva Wittmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V52523
ISBN (eBook)
9783638482165
ISBN (Book)
9783638651998
Language
German
Tags
Irrationalismus Erziehungsvorstellungen Ideologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Wittmann (Author), 2006, Irrationalismus in nationalsozialistischen Erziehungsvorstellungen und Ideologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52523
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