Woher kommt die Angst? - Faktoren der individuellen Risikowahrnehmung


Hausarbeit, 2005

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung der Datenbasis

3. Datenanalyse
3.1 Allgemeine Risikoeinschätzung
3.2 Erlebte Schicksalsschläge
3.3 Der Zusammenhang zwischen Risikoeinschätzung und persönlicher Betroffenheit
3.4 Der Zusammenhang zwischen Risikoeinschätzung und Geschlecht
3.5 Der Zusammenhang zwischen Risikoeinschätzung und Lebenserfahrung
3.6 Der Zusammenhang zwischen Risikoeinschätzung und aktivem Lebensstil

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis

6. Eidesstattliche Versicherung

Abbildungsverzeichnis

Schaubild 1: Risikoeinschätzung der Mainzer Bevölkerung

Schaubild 2: Schicksalsschläge der Mainzer Bevölkerung

Tabelle 1: Zusammenhang zwischen Risikoeinschätzung und Betroffenheit

Tabelle 2: Zusammenhang zwischen Risikoeinschätzung und Geschlecht

Tabelle 3: Zusammenhang zwischen Risikoeinschätzung und Alter

Tabelle 4: Zusammenhang zwischen Risikoeinschätzung und aktivem Lebensstil

1. Einleitung

Unter der Schlagzeile „Die große deutsche Angst“ berichtet die Süddeutsche Zeitung vom 27.07.2005 über eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts GfK (vgl. Bovensiepen 2005). Die Studie behandelt die Angst der Deutschen vor Arbeitslosigkeit. Demnach empfinden 81 Prozent der Bevölkerung die Arbeitslosigkeit als gravierendes Problem. Das Beispiel zeigt: Angst ist als ständiger Begleiter des Menschen präsent, und zwar nicht nur, wenn es um den eigenen Arbeitsplatz geht. Ob Krankheiten, Unfälle, Naturkatastrophen: Der Mensch hat mehr oder weniger viel Angst vor allerlei Ereignissen, die möglicherweise Wirklichkeit werden. Angst ist mitunter der größte Geschäftspartner von Versicherungen, die ihr Geld schließlich damit verdienen, durch finanzielle Absicherung von Hausrat, Haftpflicht oder Unfall die Angst ihrer Kunden zu mindern.

Dennoch muss die Frage erlaubt sein, ob es in der Realität tatsächlich der Fall ist, dass die meisten Menschen angsterfüllt ihren Alltag bestreiten und froh sind, wenn ihre Ängste Fiktion bleiben. Hier kann man die Überlegung heranziehen, dass ein Mensch gar nicht überlebensfähig sein kann, wenn er ständig in Angst lebt. Es scheint also so zu sein, dass Risiken nur selektiv und damit äußerst unterschiedlich wahrgenommen werden. Diese Annahme zieht die Frage nach sich, von welchen Faktoren die individuelle Risikowahrnehmung abhängt.

In der vorliegenden Arbeit werden daher anhand von Daten aus einer im Jahr 2004 durchgeführten Umfrage mögliche Zusammenhänge aufgezeigt, inwieweit unterschiedliche Lebensbereiche von der Risikowahrnehmung betroffen sind. Zunächst folgt daher eine Vorstellung der Umfrage anhand der darin für diese Arbeit enthaltenen relevanten Themen und der angewandten Methode. Anschließend wird anhand von Schaubildern, Tabellen und Beschreibungen veranschaulicht, wie die Risikoeinschätzung allgemein aussieht, bevor sie im Zusammenhang mit weiteren Faktoren wie dem Geschlecht, Alter oder einem sportlich aktiven Lebensstil genauer untersucht wird. Auch die Frage, ob ein Risiko anders eingeschätzt wird, wenn man es schon einmal selbst oder im engeren persönlichen Umfeld erlebt hat, wird hier behandelt. Den Schluss der Ausführungen bildet eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse.

2. Beschreibung der Datenbasis

Im Sommer 2004 führte das Institut für Publizistik der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität eine Telefonbefragung durch. Dabei wurden insgesamt 296 Einwohner der Stadt Mainz im Alter von 18 bis 92 Jahren zu verschiedenen Themen befragt. Darunter waren Fragen zur Einschätzung der Lebensqualität in Mainz, zur individuellen Freizeitge-staltung sowie zur Beurteilung der eigenen Gesundheit. Außerdem enthielt die Befragung eine Fragebatterie zum damals aktuellen Thema der EU-Erweiterung sowie am Rande Fragen zum Mediennutzungsverhalten sowie zur politischen Orientierung. Zentraler Gegen-stand dieser Arbeit sind jedoch die beiden Fragen zur Risikoeinschätzung der Mainzer Bevölkerung (Frage 11 und 12). Darin werden sechs mögliche Ereignisse genannt (Verkehrsunfall, Arbeitslosigkeit, schwere Krankheit, Terroranschlag, Naturkatastrophe, gefährlicher Virus), die der Befragte auf einer vierstufigen Skala (von „sicher nicht“ bis „auf jeden Fall“) danach einordnen soll, ob ihm in den kommenden zehn Jahren diese Ereignisse zustoßen. In einem zweiten Schritt wird gefragt, ob der Befragte die sechs genannten Ereignisse bereits selbst oder in seinem persönlichen Umfeld erlebt hat. In der weiteren Analyse werden die Ergebnisse auf Zusammenhänge mit soziodemografischen Merkmalen wie Alter und Geschlecht untersucht sowie teilweise auf den Einfluss eines sportlichen Lebensstils auf die Risikoeinschätzung.

Bei den im Folgenden dargestellten Ergebnissen sind einige Besonderheiten dieser Umfrage zu beachten. Zunächst darf die Stichprobe von 296 Personen nicht als repräsentativ betrachtet werden, da sie dafür schlicht zu klein ist. Deutlich wird das vor allem bei der Auswertung einzelner Antwortmöglichkeiten, wenn die Fallzahlen sehr gering sind und Prozentwerte irreführend wirken können. Auch ist über das Auswahlverfahren der Befragten nichts bekannt, wodurch keine weiteren Rückschlüsse auf die Repräsentativität möglich sind. Die Gruppe der Befragten ist zu 44 Prozent männlich (= 131 Befragte) und zu 55 Prozent weiblich (= 164 Befragte). Auch dies ist ein Beleg für die fehlende Repräsentativität, da die deutsche Bevölkerung zu 49 Prozent männlich und zu 51 Prozent weiblich ist (vgl. Statistisches Bundesamt 2005). Ferner ist zu beachten, dass bei einem Datensatz die Geschlechtsangabe fehlt, sodass unter Umständen von den 296 Befragten nur 295 ausgewertet werden können. Außerdem fehlen bei drei Datensätzen die Altersangaben der Befragten, bei den entsprechenden Auswertungen kommen also nur 293 Datensätze in Betracht.

Auch in den Frageformulierungen finden sich einige Schwierigkeiten, die bei den folgenden Ausführungen zu bedenken sind. So steht man vor der Schwierigkeit, dass Frage- und Antwortformulierungen oft nicht eindeutig umrissen sind. Es liegt keine allgemeingültige Definition der Antwortmöglichkeiten „regelmäßig“, „häufig“ oder „selten“ vor, was dem Befragten einen eigenen Interpretationsspielraum offen lässt. Auch die Formulierung „jemand, den Sie sehr gut kennen“ (Frage 12) lässt offen, ob es sich dabei ausschließlich um Familienangehörige oder auch Arbeitskollegen und Freunde handeln kann, da jeder Mensch diese Grenze anders zieht. Eine Überschneidung ist ferner bei Frage 11 und 12 gegeben, als dass hier zunächst nach einer schweren Krankheit (z.B. Krebs oder Schlaganfall), später aber noch nach einem gefährlichen Virus – der schließlich ebenso eine schwere Krankheit darstellt – gefragt wird.

Die hier vorliegenden Ergebnisse sollten also unter Berücksichtigung der erwähnten Rahmenbedingungen mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden. Nichtsdestotrotz geben die dargestellten Zusammenhänge eine Tendenz wieder, die in begrenztem Maß auf die Realität zutreffen kann.

3. Datenanalyse

3.1 Allgemeine Risikoeinschätzung

Am Anfang der Auswertung steht ein Blick auf die allgemeine Risikoeinschätzung der Mainzer Bevölkerung. Für eine bessere Übersicht sind daher in Schaubild 1 stets die Antwortkategorien „wahrscheinlich schon“ und „auf jeden Fall“ zusammengefasst. Knapp ein Viertel der 296 Befragten sind der Ansicht, dass sie in den nächsten zehn Jahren schwer krank werden (z.B. Schlaganfall oder Krebs). Mit Abstand folgen 15 Prozent, die einen Verlust des Arbeitsplatzes für möglich halten. Zwölf Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie in den kommenden zehn Jahren bei einem Verkehrsunfall (möglicherweise) verletzt werden. Und immerhin noch zehn von hundert Befragten sehen sich durch ein gefährliches Virus wie SARS oder die Vogelgrippe bedroht. Auffällig ist, dass schwere Krankheiten wie Krebs oder ein Schlaganfall für weitaus wahrscheinlicher gehalten werden als die Infektion durch einen neuen Virus. Hier kann angenommen werden, dass die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden, wohl erheblich größer ist als die, dass man durch einen gefährlichen Virus infiziert wird. Dennoch sollte der Einwand gestattet sein, ob hier nicht die Zukunft – denn immerhin ist von einem Zeitraum von zehn Jahren die Rede – nicht ausreichend bei der Risikoeinschätzung berücksichtigt wird. Schließlich geben neun Prozent der Befragten an, dass sie womöglich direkt durch eine Naturkatastrophe betroffen sein könnten, und sieben Prozent meinen, dass sie in den nächsten zehn Jahren Opfer eines Terroranschlags werden könnten. Angesichts der jüngsten Terroranschläge in London vom Sommer 2005 könnte man jedoch annehmen, dass die Angst vor Terroranschlägen auch in Europa weiter steigt und damit verbunden auch die Vermutung von Menschen gefestigt wird, sie selbst könnten einem solchen Anschlag zum Opfer fallen. Dies sind jedoch reine Spekulationen, die durch diese Datenanalyse nicht weiter untersucht werden können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Frage: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Ihnen in den nächsten 10 Jahren die folgenden Dinge passieren? Ich nenne Ihnen jetzt einige Ereignisse, bitte sagen Sie mir jeweils, ob Ihnen das sicher nicht, wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich schon oder auf jeden Fall passieren wird.“

Ausgewiesen ist der Anteil der Befragten, die mit „wahrscheinlich schon“ oder „auf jeden Fall“ geantwortet haben. Mehrfachnennung möglich.

Basis: n=296 Befragte

Quelle: Telefonbefragung der Mainzer Bevölkerung im Sommer 2004

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Woher kommt die Angst? - Faktoren der individuellen Risikowahrnehmung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Publizistik)
Veranstaltung
Übung
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V52551
ISBN (eBook)
9783638482325
ISBN (Buch)
9783638748780
Dateigröße
538 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Risikowahrnehmung von Menschen und mögliche Ursachen.
Schlagworte
Woher, Angst, Faktoren, Risikowahrnehmung
Arbeit zitieren
Johannes Neufeld (Autor), 2005, Woher kommt die Angst? - Faktoren der individuellen Risikowahrnehmung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52551

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