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Entwicklung und Struktur der beruflichen Bildung (insbes. des Dualen Systems) bis in die 80er Jahre

Title: Entwicklung und Struktur der beruflichen Bildung (insbes. des Dualen Systems) bis in die 80er Jahre

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Annelore Steinhart (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem deutschen System der Dualen Berufsausbildung. Dabei handelt es sich nicht um eine lückenlose Wiedergabe der geschichtlichen Entwicklung, sondern vielmehr um eine spezielle Darstellung einzelner Probleme in der Entwicklung des Dualen Systems. Des Weiteren werden die Mächte, die im Dualen System vorhanden sind, aufgezeigt und deren Interessenauseinandersetzungen genauer erklärt. Ferner sollen Lösungsansätze zu den Problemen kurz aufgezeigt und gesellschaftliche Interesseneinflüsse erläutert werden, beziehungsweise Nachwirkungen die auf die Gesellschaft wirken sollten eruiert werden, welche eventuell sogar bis heute bestehen. Der zeitliche Horizont dieser Arbeit wird dabei auf die Zeit von 1945 bis 1980 beschränkt sein.

In der Literatur gibt es verschiedenen Klassifizierungsversuche des Dualen Systems, im engeren Sinne dieser Arbeit ist folgende Erklärung hinreichend: der Begriff des Dualen Systems besteht als solcher, wie er heute zu verstehen ist, seit den 60er Jahren. Duales System bedeutet Zweigleisigkeit in der Berufsausbildung, zum einen die praktische Ausbildung in einem Betrieb und zum anderen die theoretische Ausbildung in der Berufsschule (Vgl. Arnold, Rolf: 1996, S. 1). Betrieb und Schule teilten sich, innerhalb des Dualen Systems, damit in zwei getrennte Lernorte der Ausbildung auf, eine enge Kooperation beider Lernorte ist dabei von enorm großer Bedeutung.

Greinert sieht das Duale System nicht als geplantes Konstrukt an, sondern als einen vielschichtigen historischen Prozess, der sich zu einem herangewachsenen System aufgebaut hat. Dass sich Berufsbildungssysteme nach dem Klassifizierungskriterium Lernort differenzieren lassen, scheint zwar plausibel, ist jedoch nicht ausreichend für eine entsprechende Analyse des Dualen Systems (Vgl. Greinert, Wolf-Dietrich: 1998, S. 17f). Vielmehr zeigt ein „kurzer Blick auf die historische Genese [...], dass sie in erster Linie das Ergebnis ökonomischer und politischer Interessenauseinandersetzungen sind [...]“ (Greinert, Wolf-Dietrich: 1998, S. 18).

Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt auf dem Begriff der Dualität, die damit verbunden Probleme, sowie die Entwicklung des Interessengegensatzes der beteiligten Institutionen. Vorweg möchte ich aber die Einordnung des Dualen Systems aufzeigen. Im letzten Teil der Arbeit soll ein kurzer Disput, über denkbare Lösungsansätze des Dualen Systems umrissen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. PROBLEMSTELLUNG

2. EINORDNUNG DES DUALEN SYSTEMS IN DAS BILDUNGSSYSTEM

3. DIE INTERESSENAUSEINANDERSETZUNGEN IM DUALEN SYSTEM

3.1 Die verschiedenen Mächte im Dualen System

3.2 Der Staat und die Einflüsse der Alliierten

3.3 Die Berufschule und die Einflüsse der Unternehmer

3.4 Die Bildungspolitik und die gesellschaftlichen Einflüsse

3.5 Die divergierenden Interessen der drei Kontrahenten

3.6 Die 69er Reform und die vorläufige Beendigung der Interessenauseinandersetzungen

4. ZWEI INNOVATIVE LÖSUNGSANSÄTZE FÜR DAS DUALE SYSTEM

4.1 Auftragsausbildung

4.2 Die Idee eines Trialen Modells der Ausbildung

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die strukturellen Konflikte des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung im Zeitraum von 1945 bis 1980. Dabei steht die Analyse der Interessenauseinandersetzungen zwischen den beteiligten Akteuren – Staat, Unternehmen und Arbeitnehmern – sowie deren Auswirkungen auf die Reformfähigkeit des Bildungssystems im Fokus.

  • Historische Genese des dualen Systems nach 1945
  • Interessenkonflikte und Machtstrukturen zwischen den Akteuren
  • Analyse der bildungspolitischen Reformen bis zum Berufsbildungsgesetz 1969
  • Innovative Lösungsansätze wie Auftragsausbildung und triale Modelle

Auszug aus dem Buch

3.1 Die verschiedenen Mächte im Dualen System

Das Duale System ist durch das Zusammenwirken der beiden Ausbildungsorte – Ausbildungsbetrieb und Berufsschule – gekennzeichnet. Beide sind rechtlich gesehen voneinander unabhängig, verfolgen aber dennoch, relativ autonom voneinander, ein gemeinsames Ziel, die Vermittlung beruflicher Qualifikation. Im Rahmen dieser Arbeit soll der Hauptaugenmerk auf die Mächte Schule und Betrieb gerichtet sein. Selbstverständlich sind auch staatliche Mächte erwähnenswert, die die gesetzlichen Rahmenbedingungen vorgeben, dennoch sind es Interessenkonflikte, die das deutsche System Dualer Berufsausbildung prägen.

Die Berufsschulen sind ein Teil des Dualen Systems und werden in der Regel von Berufschulpflichtigen / Berufsschulberechtigten besucht, die eine Erstausbildung absolvieren oder in einem Ausbildungsverhältnis stehen. Der Unterricht wird sowohl in Teilzeit, als auch in Blockveranstaltungen angeboten. Der Auszubildende ist für die Zeit des Berufsschulunterricht vom Betrieb freizustellen. Vice versa ist der Auszubildende verpflichtet, am Berufsschulunterricht teilzunehmen. Die Berufsschulpflicht ist in den einzelnen Schulgesetzen der zuständigen Bundesländer geregelt. Die Lehrkräfte für die Berufsschule werden an Universitäten ausgebildet, die Studieninhalte sind sowohl erziehungswissenschaftlich als auch betriebswirtschaftlich ausgerichtet. Hinzu kommen mittlerweile mehrwöchige Praktika in Unternehmen und an Berufsschulen, so dass die formalen Qualifikationsanforderungen der schulischen Ausbilder/ innen erfüllt sind.

Die Betriebe sind nach Greinert der bedeutendere Lernort im Dualen System, weil der Auszubildende etwa 75% seiner Ausbildungszeit dort verbringt. Die Berufsausbildung im Betrieb erfolgt auf der Grundlage, einer für den Ausbildungsberuf erlassenen Ausbildungsordnung. Gemäß § 25 Abs. 2 BBiG ist dort das Ausbildungsberufsbild sowie der Ausbildungsrahmenplan geregelt. Die Ausbildungsordnung wird durch den Bundeswirtschaftsminister oder den zuständigen Fachminister in Absprache mit dem Bundesminister für Bildung und Wissenschaft (seit 1998 Bundesminister für Bildung und Forschung) erlassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. PROBLEMSTELLUNG: Die Arbeit erläutert die Zielsetzung, den Zeitraum (1945-1980) sowie den Fokus auf die Interessenkonflikte innerhalb des dualen Systems.

2. EINORDNUNG DES DUALEN SYSTEMS IN DAS BILDUNGSSYSTEM: Dieses Kapitel verortet die duale Ausbildung als bedeutendste Form der beruflichen Erstausbildung innerhalb des gesetzlichen Rahmens.

3. DIE INTERESSENAUSEINANDERSETZUNGEN IM DUALEN SYSTEM: Dieser Hauptteil analysiert die divergierenden Machtinteressen von Staat, Industrie und Gewerkschaften und deren Einfluss auf die Reformdebatten.

4. ZWEI INNOVATIVE LÖSUNGSANSÄTZE FÜR DAS DUALE SYSTEM: Es werden moderne Alternativen wie die Auftragsausbildung und triale Ausbildungsmodelle als Lösungsansätze vorgestellt.

5. FAZIT: Das Fazit bewertet die Reformen der Nachkriegszeit kritisch und sieht das triale Modell als zukunftsfähigen Weg zur Verkürzung der Ausbildungszeit.

Schlüsselwörter

Duales System, Berufsbildung, Interessenkonflikte, Berufsbildungsgesetz, BBiG, Wirtschaftsgeschichte, Bildungspolitik, Ausbildungsbetrieb, Berufsschule, Reform, Chancengleichheit, Auftragsausbildung, Triales Modell, Qualifikation, Machtverhältnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die strukturellen Interessenkonflikte innerhalb des dualen Systems der beruflichen Bildung in Deutschland zwischen 1945 und 1980.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Machtverhältnisse zwischen Betrieben, Berufsschulen und dem Staat sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Interessen auf die Reformbemühungen der Berufsbildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Interessengruppen die Entwicklung und gesetzliche Ausgestaltung des dualen Systems beeinflusst haben und warum grundlegende Reformen oft nur schleppend umgesetzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Untersuchung basiert primär auf der systematischen Auswertung und Analyse einschlägiger Fachliteratur zur historischen und bildungspolitischen Entwicklung des dualen Systems.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Mächte im dualen System, den Einfluss der Alliierten nach 1945, die Rolle der Unternehmen gegenüber der Berufsschule sowie die Auseinandersetzungen um das Berufsbildungsgesetz von 1969.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Duales System, Interessenkonflikte, BBiG, Reformen der Berufsbildung, Chancengleichheit sowie innovative Ansätze wie das triale Modell.

Was unterscheidet das triale Modell der Ausbildung von der traditionellen dualen Ausbildung?

Beim trialen Modell findet eine engere Kooperation zwischen Unternehmen, Berufsschule und Hochschule statt, mit dem Ziel, die Gesamtausbildungszeit durch eine kombinierte Ausbildung und ein Studium signifikant zu verkürzen.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor bezüglich der Reform des BBiG von 1969?

Der Autor schlussfolgert, dass die Reform des BBiG von 1969 zwar notwendige Richtlinien setzte, aber letztlich an den ungleichen Machtverhältnissen scheiterte und den Bedarf an weiteren Reformen nicht decken konnte.

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Details

Title
Entwicklung und Struktur der beruflichen Bildung (insbes. des Dualen Systems) bis in die 80er Jahre
College
University of Hohenheim  (Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik)
Course
Hauptseminar Pädagogik/Wirtschaftspädagogik
Grade
1,7
Author
Annelore Steinhart (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V52557
ISBN (eBook)
9783638482370
ISBN (Book)
9783638774611
Language
German
Tags
Entwicklung Struktur Bildung Dualen Systems) Jahre Hauptseminar Pädagogik/Wirtschaftspädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annelore Steinhart (Author), 2005, Entwicklung und Struktur der beruflichen Bildung (insbes. des Dualen Systems) bis in die 80er Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52557
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