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Geschichte und Entwicklung der amerikanischen Ethnologie 3: Theorien, Methoden, empirische Grundlagen

Title: Geschichte und Entwicklung der amerikanischen Ethnologie 3: Theorien, Methoden, empirische Grundlagen

Presentation (Elaboration) , 1998 , 15 Pages , Grade: 2

Autor:in: Simon Knopf (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Ich beschäftige mich hier mit der Dissertation von Wolfgang Schöne aus dem Jahr 1955, die er damals unter dem Titel: ”Zu einigen Grundlagen der modernen amerikanischen Ethnologie” verfaßte. Die überarbeitete Fassung erschien dann 1966 mit dem neuen Titel: ”Über die Psychoanalyse in der Ethnologie”. Mit dieser Arbeit will er eine Schule der amerikanischen ”cultural anthropologie” vorstellen, die in den 30er Jahren entstand und deren Arbeiten der deutschen Ethnologie zu dem Zeitpunkt noch recht unbekannt waren, nämlich die ”culture and personality research”. Diese Schule wandte sich anderen Nachbarwissenschaften zu, die sich ebenfalls (grob ausgedrückt) mit der Persönlichkeit des Menschen befaßten. Eine erste nicht sehr ernst gemeinte Bezeichnung, die ich hier dennoch erwähnen möchte, weil sie die Themen verdeutlicht mit denen sich die Kultur und Persönlichkeitsforschung beschäftigte, war ”lesocupethy”. Dieses Wort setzt sich zusammen aus den Begriffen: learning, society, culture, personality und theory. Die Begriffe ”learning” und ”society” beziehen sich auf den psychologischen und soziologischen Behaviorismus1, ”culture” auf die Kulturtheorie der amerikanischen Ethnologie und ”personality” auf die Persönlichkeitsarbeiten der Psychoanalyse, wobei die Psychoanalyse wohl die entscheidenste Rolle spielt und sich aus diesem Grund die Arbeit Schönes hauptsächlich mit den Begegnungen und gegenseitigen Auseinandersetzungen der Ethnologie mit der Psychoanalyse beschäftigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Phasen der theoriebildenden Entwicklung

3. Die Phase des phylogenetischen Universalismus

4. Die Phase des ontologischen Universalismus

5. Die Phase des ontogenetischen Relativismus

6. Die Kulturtheorie der cultural anthropologie

7. Die Wechselwirkung von Individuum und Gesellschaft

8. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Auseinandersetzungen zwischen Psychoanalyse und Ethnologie anhand der Dissertation von Wolfgang Schöne. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie sich die Konzepte von Kultur und Persönlichkeit in der amerikanischen "cultural anthropology" und der Psychoanalyse im historischen Verlauf gegenseitig beeinflusst haben.

  • Historische Entwicklung der psychoanalytisch-ethnologischen Theoriebildung
  • Analyse der drei Phasen: phylogenetischer Universalismus, ontologischer Universalismus und ontogenetischer Relativismus
  • Die Rolle der "cultural anthropology" in der Definition von Kultur
  • Wechselwirkung zwischen individueller Persönlichkeitsentwicklung und kulturellen Prägungen

Auszug aus dem Buch

3. Die Phase des phylogenetischen Universalismus

Die erste Phase wurde von Freud selbst eingeleitet. Vornehmlich sein Werk: "Totem und Tabu" stellt die erste Begegnung der Psychoanalyse mit der Ethnologie des 19. Jahrhunderts dar. Zum Teil baute Freud auf den mittlerweile als falsch erkannten Theorien der damaligen Ethnologie auf, was dazu führte, daß auch seine daraus folgenden Theorien schon Anfang des 20. Jahrhunderts als überholt angesehen wurden.

Die Ethnologie wiederum entstand innerhalb eines von Evolutionsgedanken beherrschten Weltbildes. Dieses Weltbild war geprägt von den naturwissenschaftlichen Evolutionstheorien Lamarck`s, der Geschichtsdialektik Hegels, der Entwicklungsvorstellung von Marx, sowie den evolutionären Gedanken Spencer`s und des Soziologen Comte.

In den ersten Begegnungen mit fremden Kulturen entstand das Bild von den sogenannten "Primitiven", die den damals ethnologisch noch ungeschulten Beobachtern wie die Vertreter einer früheren "Stufe" der Menschheitsentwicklung vorkamen.

In diesem Eindruck fühlte man sich durch die Evolutionstheorien gestärkt, boten diese doch die Möglichkeit, die "Primitiven" als "unter" der Zivilisation stehend einzuordnen. Besonders geeignet dafür erwies sich das "biogenetische Grundgesetz" Häckels, das von unterschiedlich "hohen" biologischen Entwicklungen handelte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Dissertation von Wolfgang Schöne und die Relevanz der "culture and personality research" für die Ethnologie.

2. Phasen der theoriebildenden Entwicklung: Überblick über die Einteilung der wissenschaftlichen Prozesse in drei zentrale Phasen der Theoriefindung.

3. Die Phase des phylogenetischen Universalismus: Diskussion von Freuds "Totem und Tabu" und dessen Einbettung in das evolutionistische Weltbild des 19. Jahrhunderts.

4. Die Phase des ontologischen Universalismus: Untersuchung der Arbeit von Roheim, der die Universalität des Ödipuskomplexes unter Berücksichtigung eines biologischen Bauplans verteidigt.

5. Die Phase des ontogenetischen Relativismus: Darstellung des Paradigmenwechsels bei Kardiner und Linton, die den Ödipuskomplex als kulturell variabel und abhängig von Erziehungspraktiken betrachten.

6. Die Kulturtheorie der cultural anthropologie: Analyse des Kulturverständnisses als notwendige, vom Menschen geschaffene "sekundäre Umwelt" zur Kompensation biologischer Hilflosigkeit.

7. Die Wechselwirkung von Individuum und Gesellschaft: Erläuterung der Untersuchungstechnik zur Bestimmung der Grundpersönlichkeit durch frühkindliche Prägungen und institutionelle Verhaltensweisen.

8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassender Vergleich der Kausal- und Funktionsketten in den drei untersuchten theoretischen Modellen.

Schlüsselwörter

Psychoanalyse, Ethnologie, cultural anthropology, Ödipuskomplex, Kulturtheorie, Persönlichkeitsforschung, phylogenetischer Universalismus, ontogenetischer Relativismus, Grundpersönlichkeit, Evolutionismus, Kindheitserlebnisse, Sozialisation, biologischer Bauplan, Totemismus, Triebtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftshistorischen Entwicklung der psychoanalytischen Einflüsse auf die amerikanische Ethnologie, basierend auf Wolfgang Schönes Dissertation.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Konzepte von Kultur, Persönlichkeitsbildung, den Einfluss der Psychoanalyse auf die Ethnologie sowie die verschiedenen theoretischen Phasen der kulturwissenschaftlichen Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung der verschiedenen theoretischen Ansätze zur Erklärung des Menschseins, von Freud bis zur "cultural anthropology", systematisch gegenüberzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und den systematischen Vergleich theoretischer Konzepte, insbesondere die Auseinandersetzung mit der Dissertation von Wolfgang Schöne.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Phasen des Universalismus und Relativismus sowie eine tiefgehende Analyse der Kulturtheorie und der Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die zentralen Begriffe sind Psychoanalyse, Ödipuskomplex, Kulturtheorie, Grundpersönlichkeit und die Unterscheidung zwischen biologischen und kulturellen Entwicklungsfaktoren.

Wie unterscheidet sich die Auffassung des Ödipuskomplexes zwischen Freud und Roheim?

Während Freud den Ödipuskomplex als phylogenetisch vererbte Folge des Urhordenkonflikts sieht, betrachtet Roheim ihn als ein universell im Individuum neu entstehendes Phänomen, das auf einem biologischen Bauplan basiert.

Warum wird Kultur in der "cultural anthropology" als "sekundäre Umwelt" bezeichnet?

Sie dient als vom Menschen geschaffene Distanz zur primären, natürlichen Umwelt und fungiert als Verhaltensschema, das notwendig ist, um die menschliche biologische Hilflosigkeit zu kompensieren.

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Details

Title
Geschichte und Entwicklung der amerikanischen Ethnologie 3: Theorien, Methoden, empirische Grundlagen
College
Free University of Berlin  (Etnologie)
Course
Über die Psychoanalyse in der Ethnologie
Grade
2
Author
Simon Knopf (Author)
Publication Year
1998
Pages
15
Catalog Number
V52564
ISBN (eBook)
9783638482424
Language
German
Tags
Geschichte Entwicklung Ethnologie Theorien Methoden Grundlagen Psychoanalyse Ethnologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Knopf (Author), 1998, Geschichte und Entwicklung der amerikanischen Ethnologie 3: Theorien, Methoden, empirische Grundlagen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52564
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