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Das Arena-Modell der Öffentlichkeit - Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen

Title: Das Arena-Modell der Öffentlichkeit - Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen

Seminar Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christian Ritter (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Wie funktioniert das komplexe System Öffentlichkeit? Wer hat das Sagen in der öffentlichen Kommunikation? Wem wird Glauben geschenkt und warum? Was ist öffentliche Meinung und unter welchen Voraussetzungen kann sie entstehen? Wie kann Otto Normalbürger seine Interessen in den Fokus der öffentlichen Kommunikation rücken (falls überhaupt möglich)? Jürgen Gerhards und Friedhelm Neidhardt versuchen nicht nur, auf diese Fragen Antwort zu geben. Sie behandeln das breite Spektrum Öffentlichkeit und interpretieren den in der Kommunikationstheorie fast überstrapazierten Terminus „öffentliche Meinung“ auf ihre Weise. Die Beziehungen zwischen Öffentlichkeitsakteuren und deren Publikum stellt den Kern des sogenannten „Arena-Modells“ dar, wobei, da es sich hierbei um eine öffentlichkeitssoziologische Analyse handelt, besonders den Sprechern, die sich einem breiten Publikum präsentieren, Beachtung gebührt.
Im Folgenden werde ich durch Beleuchtung der verschiedenen Teilaspekte - theoretische Grundlagen, Definitionen der Fachtermini, Darstellung der Interaktionen in der öffentlichen Kommunikation mit Schwerpunkt auf den Öffentlichkei tsakteuren, Erscheinungsformen der „öffentlichen Meinung“, das Zustandekommen sozialer Bewegungen und Vergleiche zu anderen Öffentlichkeitsmodellen - versuchen, einen möglichst breiten und klaren Überblick über die Idee hinter dem Arena-Modell zu geben.

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Gliederung

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen des Arena-Modells

2.1. Verschiedene Formen der Öffentlichkeit

2.2. Das kybernetische Funktionsmodell nach Etzioni

2.3. Definition und Abgrenzung öffentlicher Meinung

3. Forum, Arena, Galerie

3.1. Arena und Galerie – Interessen und Bedürfnisse

3.2. Die Rollenverteilung im Forum

4. Die Strategien der Öffentlichkeitsakteure

4.1. Kommunikationsmuster in öffentlichen Arenen

4.2. Öffentlichkeitsrhetorik

4.3. Praktisches Beispiel: Fernsehduelle 2002

5. Öffentliche Meinung – Fiktion und Realität

5.1. Erscheinungsformen der öffentlichen Meinung

5.2. Die Fiktion öffentlicher Meinung

6. Soziale Bewegungen

7. Vergleich mit anderen Öffentlichkeitsmodellen

7.1. Das Spiegelmodell nach Luhmann

7.2. Das Diskursmodell nach Habermas

7.3. Die Schweigespirale nach Noelle-Neumann

8. Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das „Arena-Modell“ der Öffentlichkeit von Gerhards und Neidhardt, um die komplexen Strukturen und Interaktionen öffentlicher Kommunikation transparent zu machen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie öffentliche Meinung entsteht, wer die Akteure in diesem Prozess sind und wie Interessenkonflikte zwischen den verschiedenen Ebenen – Forum, Arena und Galerie – strategisch ausgetragen werden.

  • Analyse der Funktionsweise des Arena-Modells im Kontext der massenmedial vermittelten Öffentlichkeit.
  • Untersuchung der Rollenverteilung zwischen Öffentlichkeitsakteuren, Kommunikateuren und dem Publikum.
  • Evaluation von Kommunikationsmustern und rhetorischen Strategien in öffentlichen Arenen.
  • Vergleichende Betrachtung verschiedener Kommunikationstheorien (Luhmann, Habermas, Noelle-Neumann).
  • Erklärung der Entstehungsbedingungen für soziale Bewegungen bei Divergenz der Meinungsformen.

Auszug aus dem Buch

4.1. Kommunikationsmuster in Arenen der Öffentlichkeit

Das Verlautbarungsmodell kommt dann zum Einsatz, wenn ein Sprecher das Publikum als weniger interessiert und informiert einschätzt und mehr auf seiner als auf der Seite seiner Kontrahenten glaubt. Zu beobachten ist es vor allem im Wahlkampf oder im sonstigen politischen Alltag, ebenso wie das Agitationsmodell.

Das Agitationsmodell: Glaubt man das Publikum auf der Seite des „Gegners“ oder eher unentschieden, gilt es zudem noch als weniger interessiert und informiert, wie beim Verlautbarungsmodell, so kommt das Agitationsmodell zum Einsatz. Hierbei entsteht allerhöchstens die Illusion einer öffentlichen Kommunikation, da zwar auf die Sprecher der Gegenseite reagiert wird, jedoch ohne direkte Kommunikationsabsicht. Argumente der Gegenseite werden aufgenommen, dann aber angegriffen und die Kontrahenten im schlimmsten Fall noch persönlich diskreditiert. Dabei bedienen sich die Sprecher im hohen Maße der Stilmittel der rhetorischen Frage und der polemischen Antworten.

Das Diskursmodell: Um es vorweg zu nehmen, nur im Diskursmodell kann tatsächlich eine öffentliche Meinung entstehen. Allerdings ist es empirisch belegt, dass dieses Modell am Seltensten tatsächlich zur Anwendung kommt. Nur dann, wenn die Sprecher ihre individuellen Ziele gegebenenfalls revidieren und als Ziel eine gemeinsame Lösung des Problems im Auge haben, sich selbst dabei zurück stellen. Im Diskursmodell findet eine argumentative Auseinandersetzung auch mit den Gegnern der eigenen Meinung statt, wobei falsifizierte Behauptungen gegebenenfalls fallengelassen werden. Die Akteure durchlaufen dabei einen „kollektiven Lernprozess“ (Habermas) und am Ende steht die Arenenkonsonanz – aus der die öffentliche Meinung erwächst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellungen zur Funktionsweise öffentlicher Kommunikation ein und skizziert das Ziel, das Arena-Modell als Analyseinstrument vorzustellen.

2. Theoretische Grundlagen des Arena-Modells: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Öffentlichkeitsformen sowie das kybernetische Funktionsmodell nach Etzioni als theoretisches Fundament.

3. Forum, Arena, Galerie: Hier wird das Zusammenspiel der Akteure beschrieben, wobei die Arena als Schauplatz für den Interessenwettbewerb zwischen den Sprechern dient.

4. Die Strategien der Öffentlichkeitsakteure: Das Kapitel analysiert verschiedene Kommunikationsmodelle (Verlautbarung, Agitation, Diskurs) und rhetorische Strategien zur Beeinflussung des Publikums.

5. Öffentliche Meinung – Fiktion und Realität: Es wird diskutiert, wie öffentliche Meinung entsteht und warum sie in der Praxis häufig eher eine Fiktion als ein diskursiv erzeugtes Ergebnis darstellt.

6. Soziale Bewegungen: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung sozialer Bewegungen als Folge divergierender Interessen bei fehlender Integration durch das System der öffentlichen Arena.

7. Vergleich mit anderen Öffentlichkeitsmodellen: Es erfolgt eine kritische Einordnung des Arena-Modells im Vergleich zu den Ansätzen von Luhmann, Habermas und Noelle-Neumann.

8. Schluss: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont den Realitätsbezug des Arena-Modells gegenüber stärker normativ geprägten Theorien.

Schlüsselwörter

Arena-Modell, Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen, Kommunikationsakteure, Diskursmodell, Verlautbarungsmodell, Agitationsmodell, kybernetisches Funktionsmodell, Öffentlichkeitsrhetorik, Interessen, soziale Netzwerke, Bevölkerungsmeinung, Massenmedien, Prestige.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das soziologische Arena-Modell von Gerhards und Neidhardt, um zu verstehen, wie öffentliche Kommunikation in modernen Gesellschaften funktioniert und wie öffentliche Meinung zwischen Akteuren und Publikum entsteht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rollenverteilung in öffentlichen Arenen, die unterschiedlichen Kommunikationsstile von Akteuren (Verlautbarung, Agitation, Diskurs) sowie der Einfluss von Medien auf diesen Prozess.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über die Theorie des Arena-Modells zu geben und durch die Analyse von Sprecherverhalten und gesellschaftlichen Interessen die Entstehung (oder das Ausbleiben) von öffentlicher Meinung nachvollziehbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und Interpretation der öffentlichkeitssoziologischen Theorie, kombiniert mit einer vergleichenden Betrachtung anderer bekannter Kommunikationsmodelle.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Modells, die Rollen der Akteure, spezifische rhetorische Strategien und die praktischen Erscheinungsformen von öffentlicher Meinung sowie die Entstehung sozialer Bewegungen detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Arena-Modell, Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen, Kommunikationsakteure, Diskurs, Rhetorik und soziale Netzwerke.

Wie unterscheidet sich die „Bevölkerungsmeinung“ von der „öffentlichen Meinung“?

Die öffentliche Meinung ist eine kollektive Größe, die nur in der Arena unter Akteuren entsteht. Die Bevölkerungsmeinung hingegen repräsentiert die Einstellungen der Masse auf der Galerie, die oft keinen direkten Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung hat.

Warum ist das Diskursmodell laut der Arbeit selten realisierbar?

Da Akteure in der Realität primär ihre eigenen Interessen verfolgen und das Publikum oft nicht informiert genug ist, wird selten eine „ideale Sprechsituation“ erreicht, was den rationalen Diskurs erschwert.

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Details

Title
Das Arena-Modell der Öffentlichkeit - Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft)
Course
Proseminar
Grade
2,0
Author
Christian Ritter (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V52578
ISBN (eBook)
9783638482523
ISBN (Book)
9783656782025
Language
German
Tags
Arena-Modell Meinung Bewegungen Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Ritter (Author), 2004, Das Arena-Modell der Öffentlichkeit - Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52578
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