1. Einleitung
In der heutigen, schnelllebigen Konsumgesellschaft, in der mehr und mehr Unternehmungen auf die nationalen und internationalen Märkte drängen und sich so die Wettbewerbssituation für die Unternehmungen verschärft, erhöht sich auch die Erwartungshaltung der Konsumenten. Die Unternehmungen werden vor die Aufgabe gestellt, sich dieser Situation anzupassen und mit erhöhter Sensibilität auf die Belange und Wünsche der Kunden einzugehen. Eine Steigerung der Kundenneugewinnung und der Kundenbindung sind das Ziel ihrer Bemühungen.
Eine besonders starke Kundenbindung ist im Immobilienbereich zu finden, denn wer eine Wohnung oder ein Haus einmal gemietet oder auch gekauft hat, ist damit zumeist auch eine längerfristige Bindung eingegangen. Doch mit zunehmender Flexibilität und Umzugsbereitschaft nimmt die Dauer derartiger Bindungen ab. Während beispielsweise ein Ehepaar seit 25 Jahren in ein und derselben Wohnung lebt, sind deren Kinder vielleicht schon dreimal umgezogen; heutzutage kein Einzelfall.
Service und Kundenzufriedenheit sind Schlagworte geworden, auch im Immobilienbereich. Wohnungen nur anzubieten reicht nicht mehr aus, der Kunde muss für das Unternehmen gewonnen und von ihm gehalten werden. Diese Aspekte müssen die Grundlage der Unternehmenskultur bilden, um auf ihr eine erfolgreiche Corporate Identity aufbauen zu können.
Verhalten, Kommunikation und äußeres Erscheinungsbild müssen hierbei eine Einheit bilden, um es so dem Unternehmen zu ermöglichen, sich auf klare und in sich geschlossene Art zu präsentieren und sich von anderen, ähnlichen Unternehmungen abzuheben.
Der Volkswagen AG ist dies gelungen. Als großer Automobilkonzern ist sie weit über die europäischen Grenzen hinaus bekannt, ihr Logo prangt auf jedem Medium, mit dem sie an die Öffentlichkeit tritt und natürlich auch auf jedem Volkswagen. Von dieser Bekanntheit profitiert im regionalen Bereich die Tochterfirma Volkswagen Immobilien, deren Aufgabengebiet in der Betreuung von Wohnungen und Häusern liegt und die sich bislang an dem Corporate Design des Mutterkonzerns orientierte. In Zukunft sollen sich in diesem Bereich Änderungen vollziehen, um sich vermehrt als eigenständiges Unternehmen zu etablieren. Doch wie zweckmäßig ist der Versuch einer solchen Loslösung, der eventuelle Verzicht auf den Rückhalt durch die Volkswagen AG und wird sich die Differenzierung überhaupt realisieren lassen?
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Gliederung
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
3. Ziele der Corporate Identity
4. Corporate Identity Mix
a) Corporate Behaviour
b) Corporate Communications
c) Corporate Design
5. Corporate Image
6. Corporate Culture
a) Das Leitbild
b) Die Bestandteile des Leitbildes
7. Geschichtlicher Abriss der Entwicklung der Volkswagen Immobilien
8. Die Corporate Culture der Volkswagen Immobilien
9. Die Verbindung zur Volkswagen AG
10. Der Corporate Identity Mix der Volkswagen Immobilien
a) Das Corporate Behaviour der Volkswagen Immobilien
b) Die Corporate Communications der Volkswagen Immobilien
c) Das Corporate Design der Volkswagen Immobilien
d) Die Kommunikation der Volkswagen AG
11. Was bringt die gestalterische Differenzierung von der VW AG mit sich?
12. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Strategie der Volkswagen Immobilien, sich durch ein eigenständiges Corporate Design und eine veränderte Unternehmensidentität vom Mutterkonzern Volkswagen AG zu differenzieren, um die Marktpositionierung als eigenständiges Dienstleistungsunternehmen zu stärken.
- Grundlagen und Definition der Corporate Identity sowie des Corporate Identity Mix.
- Untersuchung der historischen Entwicklung und der Corporate Culture von Volkswagen Immobilien.
- Detaillierte Analyse des aktuellen Corporate Identity Mix innerhalb des Unternehmens.
- Bewertung der Chancen und Risiken einer gestalterischen Differenzierung vom Mutterkonzern.
Auszug aus dem Buch
Die Corporate Culture der Volkswagen Immobilien
„Volkswagen Immobilien versteht sich als effizientes, modernes und vor allem freundliches Dienstleistungsunternehmen in verschiedenen Segmenten der Immobilienwirtschaft. Der Kunde wird mit seinen Problemen ernst genommen und kann sich auf eine zügige Bearbeitung und freundliche Klärung seines Anliegens verlassen. Aus diesem Grund stellen wir hohe Anforderungen an uns selbst, sowohl fachlich als auch persönlich.“ (vgl. Informationsordner der VWI)
Die vielfältigen Aufgaben der Gesellschaft werden von ungefähr 100 Mitarbeitern und über 50 Handwerkern bewältigt; unterstützt werden sie von rund 30 nebenamtlichen Hauswarten und zahlreichen Partnerfirmen.
Die Volkswagen Immobilien steht positiv zur Ausbildung junger Menschen und zur Weiterbildung. Derzeit befinden sich neun Jugendliche in der Ausbildung zu Kaufleuten in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, nach erfolgreich bestandener Prüfung ist eine Übernahme in die VW AG vertraglich zugesichert, eine Übernahme innerhalb von VWI wird angestrebt.
Gearbeitet wird in weitgehend autonomen Teams, die nach ihrem fachlichen Schwerpunkt den Ressorts Wirtschaft, Technik und Controlling zugehörig sind. Durch diese Aufteilung soll gewährleistet werden, dass die Anliegen der Mieter schnell und ohne lange Dienstwege erledigt werden können, um so die Kundenzufriedenheit zu steigern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die wachsende Bedeutung von Kundenbindung und Unternehmensidentität in der heutigen Konsumgesellschaft anhand des Beispiels Volkswagen Immobilien.
2. Begriffsdefinition: Definiert die zentralen Fachbegriffe „Corporate“ und „Identity“ sowie das strategische Konzept der Corporate Identity als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit.
3. Ziele der Corporate Identity: Unterscheidet zwischen betriebsinternen Zielen zur Mitarbeitermotivation und externen Zielen zur Profilierung des Unternehmens am Markt.
4. Corporate Identity Mix: Stellt die drei zentralen Säulen des Corporate Identity Mix vor: Corporate Behaviour, Corporate Communications und Corporate Design.
5. Corporate Image: Erläutert den Unterschied zwischen der internen Identität und dem externen Image als subjektives Fremdbild in den Köpfen der Kunden.
6. Corporate Culture: Beschreibt die Unternehmenskultur als Basis der Firmenidentität, inklusive der Bedeutung von Leitbildern und deren Bestandteilen.
7. Geschichtlicher Abriss der Entwicklung der Volkswagen Immobilien: Skizziert den Weg von der Gründung durch die Deutsche Arbeitsfront 1937 bis zur Ausgliederung der Immobilien-Tochtergesellschaften.
8. Die Corporate Culture der Volkswagen Immobilien: Beleuchtet das Selbstverständnis, die Teamstruktur und den Stellenwert der Ausbildung bei Volkswagen Immobilien.
9. Die Verbindung zur Volkswagen AG: Analysiert die Abhängigkeit der Tochterfirma von den Regelungen des Mutterkonzerns und die Notwendigkeit zur organisatorischen und visuellen Differenzierung.
10. Der Corporate Identity Mix der Volkswagen Immobilien: Detaillierte Untersuchung des Verhaltens, der Kommunikationswege und der Designanpassungen bei Volkswagen Immobilien.
11. Was bringt die gestalterische Differenzierung von der VW AG mit sich?: Diskutiert die Vor- und Nachteile der Ablösung vom Corporate Design des Mutterkonzerns und die damit verbundenen Kosten.
12. Fazit: Fasst zusammen, dass eine eigenständige Identität für Volkswagen Immobilien langfristig sinnvoll ist, ohne die Stärke und Sicherheit des Mutterkonzerns zu gefährden.
Schlüsselwörter
Corporate Identity, Volkswagen Immobilien, Unternehmensidentität, Markenführung, Dienstleistungsunternehmen, Corporate Design, Kundenbindung, Unternehmenskultur, VW AG, Markenimage, Corporate Behaviour, Corporate Communications, Immobilienwirtschaft, Differenzierung, Strategisches Marketing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der Corporate Identity und wendet dieses auf die Tochterfirma Volkswagen Immobilien an, um deren Bemühungen um ein eigenständiges Profil zu analysieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören der Corporate Identity Mix (Behaviour, Communications, Design), die Unternehmenskultur sowie die historische und strategische Beziehung zum Mutterkonzern Volkswagen AG.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwiefern eine gestalterische Differenzierung der Volkswagen Immobilien vom Mutterkonzern sinnvoll ist und welche Auswirkungen dies auf das Image und die Wirtschaftlichkeit hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung der Begriffe der Corporate Identity und führt diese mit einer unternehmensspezifischen Analyse der Volkswagen Immobilien, inklusive deren Kommunikations- und Designstrategien, zusammen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben der Theorie die praktische Umsetzung der Corporate Identity bei der Volkswagen Immobilien, deren geschichtliche Entwicklung und die spezifischen Instrumente wie Leitbild, Intranet-Projekte und visuelle Gestaltungsrichtlinien detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Corporate Identity, Unternehmensidentität, Markenführung, Volkswagen Immobilien und Differenzierungsstrategie geprägt.
Wie bewertet die Autorin die Loslösung vom VW-Logo?
Die Autorin schätzt die Loslösung als richtungsweisend ein, betont jedoch, dass das Vertrauen der Mieter weiterhin stark mit dem Namen „Volkswagen“ verknüpft bleibt, unabhängig von einer Logo-Änderung.
Warum ist die gestalterische Differenzierung mit Kosten verbunden?
Die Differenzierung erfordert umfangreiche Neudrucke sämtlicher Geschäftspapiere, Formulare, Informationsunterlagen und Briefumschläge, um die neue visuelle Identität einheitlich nach außen zu tragen.
- Quote paper
- Maren Herbst (Author), 2001, Corporate Identity am Beispiel der Volkswagen Immobilien - Eine Tochterfirma mit eigenem CD?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5262