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Publikumsethik - Positionen einer Ethik der Rezipienten

Title: Publikumsethik - Positionen einer Ethik der Rezipienten

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sigrid Goldbrunner (Author)

Communications - Ethics in the Media
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Seit den 20iger Jahren betreiben Kommunikationswissenschaftler Medienwirkungsforschung. Als Hörfunk und Fernsehen noch in den Kinderschuhen steckten, stand der passive und manipulierbare Rezipient, der nach dem Stimulus-Response-Modell funktioniert, im Mittelpunkt der Forschung. Mittlerweile ist man sich jedoch einig, dass der Rezipient durchaus aktiv ist und schon durch das Überangebot, bei seiner Mediennutzung selektiv vorgehen muss. Medienrezeption ist persönlichkeits- und situationsabhängig. Allgemeine Aussagen über die Wirkung der Massenmedien können besonders in einer Gesellschaft der fortschreitenden Individualisierung nur sehr schwer getroffen werden. Der Rezipient entspricht nicht einem unmanipulierbaren und moralischen Idealbild, ihm wird aber mehr Aktivität und Individualität und damit Verantwortung für sein Verhalten zugetraut. Hinzu kommt, dass in den letzten Jahren das Thema Medienethik in der Kommunikationswissenschaft verstärkt aufgegriffen worden ist. Meist ist in diesem Zusammenhang die journalistische Ethik, also die Ethik der Kommunikatoren in der Massenkommunikation gemeint. Trotzdem stellt sich die Frage, welche ethische Verantwortung dem Publikum in den Massenmedien zukommen kann. Um diese Frage näher zu beleuchten, sollen im Folgenden die wichtigsten Positionen der Publikumsethik besprochen werden. Jedem dargestellten Beitrag wird eine kritische Betrachtung folgen. Zu Beginn erscheint es sinnvoll, eine kurze wissenschaftliche Einordnung der Publikumsethik und ein Kapitel über die Verantwortung im Rahmen der Publikumsethik voranzustellen. Am Ende soll ein Ausblick stehen, was die Publikumsethik praktisch und theoretisch leisten kann.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Publikumsethik

2.1 Einordnung

2.2 Der Begriff Publikumsethik

3 Verantwortung in der Publikumsethik

4 Beiträge zur / Positionen der Publikumsethik

4.1 Die kollektive Verantwortung von Clifford Christians

4.2 Ethos des Rezipienten von Wolfgang Wunden

4.3 Mediennutzungsethik von Hermann Lübbe

4.4 10 Gebote der Mediennutzung Cees J. Hamelink

4.5 Grundfragen der Publikumsethik von Rüdiger Funiok

4.5.1 Das Publikum aus der Perspektive der Mediennutzung

4.5.2 Rollenverantwortung bei der Medienrezeption

5 Fazit

6 Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die ethische Verantwortung des Publikums innerhalb der Massenkommunikation und hinterfragt, inwiefern Rezipienten durch ihr Verhalten zur Medienethik beitragen können, anstatt nur passiv als Konsumenten zu agieren.

  • Grundlagen und theoretische Einordnung der Publikumsethik
  • Analyse verschiedener Positionen zur Verantwortung des Rezipienten
  • Diskussion von Handlungsspielräumen und ethischen Anforderungen
  • Reflexion über das Verhältnis von Mediennutzung, Qualität und Moral

Auszug aus dem Buch

4.1 Die kollektive Verantwortung bei Clifford G. Christians

Christians versteht unter dem Konzept der „kollektiven Verantwortung oder der Verantwortung des Gemeinwesens (communal responsibility)[...], eine umfassende moralische Pflicht der Öffentlichkeit, soziale Prozesse, wie die der gesellschaftlichen Kommunikation zu überwachen.“13 Im Gegensatz zu Funiok, der die Verantwortung drei sozialen Instanzen zuschreibt, versteht Christians die kollektive Verantwortung als Teil des sozialen Wesens des Menschen. Kulturell Handelnde „tragen die gemeinsame Verantwortung für die Lebensfähigkeit unserer Kultur.“14 Nach Christians ist es nicht möglich, „bestimmten Personen einen genauen Anteil an konkreter Verantwortung zuzuweisen.“15 Die Errungenschaft dieses Konzepts ist jedoch, dass man nicht sagen kann, dass Gesellschaften Größen ohne Moral seien.“16 Zur metaphysischen Begründung der kollektiven Verantwortung zieht Christians das Menschenbild der Aufklärung heran, das den „Zustand von Nicht-Verantwortlichkeit“17 für nicht vorstellbar hält. Verantwortung sei jedoch in der Ideengeschichte kein verpflichtendes Gut gewesen.

Das Prinzip Verantwortung von Hans Jonas habe eine ontologisch begründete sittliche Theorie entworfen, „die in ihrer Reichweite universell und nicht nur auf die Naturwissenschaften anzuwenden sei.“18 Dabei wird der Graben zwischen dem naturwissenschaftlichen „Ist“ und dem sittlichen „Soll“ überwunden.19 Mit der Aussage, der Zweck der Natur sei das Hervorbringen des Lebens selbst, weißt er eine „Immanenz von Zwecken im Sein“20 nach und integriert damit die Axiologie in die Ontologie, überbrückt also die Kluft zwischen „Ist“ und „Soll“. Nur ein Naturverständnis, das die gesamte Biosphäre einschließt, nicht von der Geistlosigkeit der Natur ausgeht und die Verschiedenheiten von Mensch und Natur nicht grundsätzlich sondern eher graduell sieht, kann zu solchen Schlussfolgerungen kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel vom passiven zum aktiven Rezipienten und führt in die Fragestellung nach der ethischen Verantwortung des Publikums ein.

2 Publikumsethik: Dieses Kapitel ordnet den Begriff in die Medienethik ein und diskutiert die unterschiedlichen Konnotationen von Rezipientenbegriffen.

3 Verantwortung in der Publikumsethik: Hier wird Verantwortung als ethische Schlüsselkategorie analysiert und die Notwendigkeit einer gestuften Verantwortung bei der Mediennutzung erläutert.

4 Beiträge zur / Positionen der Publikumsethik: Dieser Hauptteil stellt verschiedene theoretische Ansätze zur Publikumsethik vor, darunter die kollektive Verantwortung, das Ethos des Rezipienten und verschiedene Mediennutzungsethiken.

5 Fazit: Das Fazit zieht eine Bilanz über die praktische Relevanz der dargestellten Theorien und reflektiert den Einfluss des Publikums auf Medienunternehmen.

6 Ausblick: Der Ausblick fordert eine realistischere, praxisnahe Publikumsethik, die über die Erwartungen an nur hochgradig medienkritische Nutzer hinausgeht.

Schlüsselwörter

Publikumsethik, Medienethik, Mediennutzung, Rezipient, Verantwortungsethik, Medienkompetenz, Massenkommunikation, Rollenverantwortung, kollektive Verantwortung, Medienkritik, Medienpädagogik, Ethos, Medienkonsum, Handlungsverantwortung, Gesellschaftliche Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Publikumsethik und der moralischen Verantwortung, die Mediennutzer bei der Rezeption von Massenmedien tragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition von Publikumsethik, die verschiedenen philosophischen Konzepte zur Nutzerverantwortung sowie die praktischen Möglichkeiten der Medienkritik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Rezipienten nicht länger als passives Objekt, sondern als aktiv verantwortliches Subjekt zu begreifen und dies theoretisch zu begründen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und kritischen Betrachtung bestehender medienethischer Positionen renommierter Fachvertreter.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Analyse der Verantwortung und die detaillierte Darstellung einzelner Positionen von Theoretikern wie Christians, Wunden, Lübbe, Hamelink und Funiok.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zu den Schlüsselbegriffen gehören insbesondere "Publikumsethik", "Verantwortung", "Rezipient", "Medienkompetenz" und "Mediennutzungsmoral".

Was bedeutet das "Ethos des Rezipienten" bei Wolfgang Wunden?

Wunden postuliert eine sittliche Pflicht zur Wahrung der Privatsphäre und zur aktiven Hinwendung zur Realität, um sich vor negativen Medieneinflüssen zu emanzipieren.

Wie bewertet die Autorin die 10 Gebote von Cees J. Hamelink?

Sie erkennt darin eine moralische Anleitung, hinterfragt jedoch kritisch die Umsetzbarkeit dieser hohen Anforderungen für die breite Masse des dispersen Publikums.

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Details

Title
Publikumsethik - Positionen einer Ethik der Rezipienten
College
LMU Munich  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Grade
1,0
Author
Sigrid Goldbrunner (Author)
Publication Year
2001
Pages
22
Catalog Number
V52650
ISBN (eBook)
9783638483063
ISBN (Book)
9783656786870
Language
German
Tags
Publikumsethik Positionen Ethik Rezipienten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sigrid Goldbrunner (Author), 2001, Publikumsethik - Positionen einer Ethik der Rezipienten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52650
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