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Die Reformation in Nürnberg und der Einfluss der lutherischen Lehren auf die Nürnberger Kirchenordnung von 1533

Title: Die Reformation in Nürnberg und der Einfluss der lutherischen Lehren auf die Nürnberger Kirchenordnung von 1533

Seminar Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marcus Sonntag (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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"Am Anfang war Luther." Diese wohl geläufigste These des protestantischen Selbstverständnisses kann so sicher nicht ohne Weiteres bestehen bleiben, schließlich half gerade der Humanismus mit seinen aufklärerischen Tendenzen, vertreten etwa durch Erasmus von Rotterdam, Johannes Reuchlin oder Ulrich von Hutten, der Reformation den Weg zu bereiten. Nicht wenige Humanisten, die sich später der Reformation anschlossen, bekannten sich zunächst zum Kreis der Erasmianer. Klagen über Missstände in der Kirche wurden schon Jahre vor der Reformation laut und auch die weitverbreitete Forderung nach einer volkssprachlichen Bibel war eine wichtige Vorraussetzung für die Reformation. Dennoch war Luther mit seiner neu-gewonnenen Erkenntnis, dass die Heilige Schrift eine Botschaft und ein Zentrum hat, nämlich Gott und die in ihm wohnende Liebe und Gnade zu den Menschen, der Begründer einer neuen Schriftauslegung, die noch heute Bestand hat und war somit der Begründer der Reformation, die zu den folgenreichsten Ereignissen deutscher Geschichte zählt.
Nun ist es aber freilich nicht so, dass die Reformation, die öffentlich an dem Streit über den Ablass - Luther beklagte die weitverbreitete Auffassung, dass nicht nur die zeitliche Sündenstrafe, sondern die Sündenschuld an sich durch eine Geldzahlung getilgt sei und dass Papst Leo X. mit dem Geld den Bau der Peterskirche in Rom finanzierte - entbrannte, nur Luthers theologische Deutungen, Thesen und Überlegungen kannte, sondern auch zahlreiche Tendenzen, die alle die Forderung nach der Abkehr von überkommenen Kirchenlehren und Ritualen gemein hatten, sich aber doch in der Deutung der Heiligen Schrift unterschieden. So fand der Schweizer Reformator Zwingli zahlreiche Anhänger; ebenso die Täuferbewegung, welche die Kindertaufe ablehnte und von Luther daher abfällig als „Wiedertäufer“ und „Schwärmer“ bezeichnet wurde.
In der vorliegenden Arbeit wird daher der spezifische Einfluss, den die Lehren Luthers auf die Kirchenordnung der Reichsstadt Nürnberg aus dem Jahr 1533 gehabt haben, untersucht; Inwieweit fanden die lutherischen Ansichten und Thesen Eingang? Oder orientierten sich die Verfasser an anderen Reformatoren? Zunächst ist es daher notwendig auf die Entwicklung der Reformation in Nürnberg einzugehen, um anschließend die Kirchenordnung in Entstehung und Inhalt eingehender zu analysieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Reformation in Nürnberg

3. Die Entstehung der Nürnberger Kirchenordnung

4. Die Nürnberger Kirchenordnung von 1533 und die lutherischen Lehren

5. Fazit

6. Quellen und Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den spezifischen Einfluss der Lehren Martin Luthers auf die Nürnberger Kirchenordnung aus dem Jahr 1533 und analysiert, inwieweit lutherische Ansichten in das Regelwerk einflossen oder ob sich die Verfasser an anderen Reformatoren orientierten.

  • Die Entwicklung und Etablierung der Reformation in der Reichsstadt Nürnberg
  • Die Rolle des Nürnberger Stadtrats bei der Einführung reformatorischer Neuerungen
  • Die Entstehungsgeschichte der Kirchenordnung von 1533 unter Einbeziehung von Osiander und anderen Theologen
  • Der Einfluss lutherischer Theologie auf zentrale Punkte wie die Sakramentslehre und das Verständnis der christlichen Freiheit

Auszug aus dem Buch

4. Die Nürnberger Kirchenordnung von 1533 und die lutherischen Lehren

Im Gegensatz zu Osianders erstem Entwurf von 1530, ist die 1533 verabschiedete Kirchenordnung deutlich in zwei Teile untergliedert. Während Osiander in seiner ersten Fassung auf eine vorangestellte Deutung der evangelischen Lehre weitestgehend verzichtete und sich auf die formale Ordnung des Gottesdienstes und Anweisungen zur kirchlichen Praxis beschränkte, ist diesem Teil in der endgültigen Fassung von 1533 ein theologischer Abschnitt vorangestellt, in dem die evangelische Lehre eingehender erläutert wird: „so wird im ersten tail gehandelt von der leer, wie man predigen sol, im andern tail von den ceremonien, wie man die sacrament handeln, auch andere kirchengebreuch halten sol.“

Osiander scheint in der Kirchenordnung also nicht mehr nur wie in seinem ersten Entwurf eine Anweisung für die Priester und Pfarrer zur Organisation des Gottesdienstes gesehen zu haben, sondern auch die Möglichkeit erkannt zu haben, mit dieser Kirchenordnung die evangelische Glaubenslehre in der Gesellschaft zu verankern. Demzufolge haben die Prediger drei Aufgaben: die Belehrung der Unwissenden, die Ermahnung der Gläubigen und die Bestrafung der Ungläubigen. Voraussetzung dafür sei aber die unentwegte Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift, welche die Prediger nicht nur kennen, sondern auch immer wieder überdenken und deuten müssten. Denn nur durch detaillierte Kenntnis der Heiligen Schrift könnten Ketzer widerlegt und „den widersprechern das maul“ gestopft werden; Darin folgte man Luther, der für eine Superiorität der Schrift eintrat und die Bibel ins Zentrum des Lebens und Denkens stellte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Reformation und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss Luthers auf die Nürnberger Kirchenordnung von 1533.

2. Die Reformation in Nürnberg: Dieses Kapitel zeichnet die Einführung der Reformation in Nürnberg nach und hebt dabei besonders die aktive Rolle des Stadtrats und lokaler Patrizier hervor.

3. Die Entstehung der Nürnberger Kirchenordnung: Der Abschnitt beschreibt den langwierigen Prozess der Kommissionsarbeit und die politischen sowie theologischen Auseinandersetzungen, die zur finalen Fassung von 1533 führten.

4. Die Nürnberger Kirchenordnung von 1533 und die lutherischen Lehren: Hier wird analysiert, wie Luthers theologische Positionen, insbesondere zur Sakramentslehre und zum Evangelium, die Struktur und den Inhalt der Kirchenordnung maßgeblich prägten.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die enge Bindung Nürnbergs an Wittenberg sowie die Bedeutung der Kirchenordnung als Vorbild für weitere Regionen.

6. Quellen und Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primärquellen und die einschlägige wissenschaftliche Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Reformation, Nürnberg, Kirchenordnung 1533, Martin Luther, Andreas Osiander, Kirchenvisitation, Sakramentslehre, Abendmahl, Kindertaufe, Stadtrat, evangelische Lehre, 16. Jahrhundert, Reichsstädte, Theologie, Glaubenslehre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung der evangelischen Kirchenordnung in Nürnberg im 16. Jahrhundert und untersucht deren inhaltliche Ausrichtung im Kontext der lutherischen Lehren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die kirchenpolitische Entwicklung in der Reichsstadt Nürnberg, der Prozess der Normenbildung durch den Rat und die Theologen sowie die theologischen Schwerpunkte der Kirchenordnung von 1533.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, inwieweit die Nürnberger Kirchenordnung als direktes Produkt lutherischer Theologie zu verstehen ist oder ob alternative Einflüsse bei der Ausarbeitung eine Rolle spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, wertet historische Quellen zu den Kirchenordnungen aus und vergleicht diese mit den theologischen Thesen Luthers und Melanchthons.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Nürnberger Reformationsgeschichte, die detaillierte Beschreibung der Entstehungsgeschichte der Kirchenordnung sowie die inhaltliche Analyse der Sakraments- und Glaubenslehre im fertigen Regelwerk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Reformation, Nürnberger Kirchenordnung, Martin Luther, Andreas Osiander und Sakramentsverständnis charakterisiert.

Welche Rolle spielte der Nürnberger Stadtrat bei der Reformation?

Der Stadtrat fungierte als treibende Kraft, die die Reformation durch gezielte politische Entscheidungen und Personalpolitik voranbrachte, um sowohl die Ordnung der Stadt zu wahren als auch die evangelische Lehre zu etablieren.

Wie wurde das Spannungsfeld zwischen Luther und Zwingli in der Kirchenordnung reflektiert?

Die Nürnberger Kirchenordnung bezog explizit Stellung zum Abendmahl, indem sie die Realpräsenz nach lutherischem Verständnis betonte und Zwinglis symbolische Deutung ablehnte.

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Details

Title
Die Reformation in Nürnberg und der Einfluss der lutherischen Lehren auf die Nürnberger Kirchenordnung von 1533
College
Free University of Berlin  (Friedrich Meinecke Institut )
Grade
1,3
Author
Marcus Sonntag (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V52689
ISBN (eBook)
9783638483346
ISBN (Book)
9783656806158
Language
German
Tags
Reformation Nürnberg Einfluss Lehren Nürnberger Kirchenordnung Martin Luther
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcus Sonntag (Author), 2005, Die Reformation in Nürnberg und der Einfluss der lutherischen Lehren auf die Nürnberger Kirchenordnung von 1533, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52689
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