Im Rahmen des fachdidaktischen Praktikums im Unterrichtsfach Evangelische Religion, welches ich im Wintersemester 2004/2005 an der Volksschule Innigen-Augsburg absolvierte, soll zu einer Unterrichtsstunde eine Didaktische Analyse geschrieben werden.
Die Themen der zur Verfügung stehenden Unterrichtsstunden richten sich nach dem Religionsbuch für die zweite Klasse. In der Zeit, in der ich mein Praktikum machte, haben wir drei größere Themenkomplexe behandelt. Der erste Bereich war die Geschichte von Josef und seinen Brüdern, die zu dem Oberthema „Miteinander leben – füreinander da sein“ gehörte. Der zweite Themenbereich hieß „Auf Weihnachten warten – Freude erleben“, wozu der Weg der Maria zählte, der in der Geburt Jesu seine Endstation gefunden hat. Nach Weihnachten haben wir uns dann mit dem Thema „Von der Hilfe Jesu erfahren – sich auf seine Hilfe einlassen“ beschäftigt, zu dem u. a. die Jesusgeschichten zählten.
Während meines Praktikums habe ich zwei Unterrichtsstunden gehalten, wobei die erste Stunde seine Zuordnung bei dem Weg der Maria fand. Es handelte sich hierbei um die Geburt Jesu. Meine zweite Stunde, die die Grundlage für die Didaktische Analyse darstellen soll, hat sich mit der Heilung eines Gelähmten beschäftigt. Sie findet ihre Zuordnung im dritten großen Themenkomplex in den Geschichten über Jesus.
Gliederung
1. Einleitung
2. Sachanalyse
2.1 Das Markusevangelium
2.2 Bibelstelle Mk 2, 1-12 „Die Heilung eines Gelähmten“
2.3 Auslegung der Bibelstelle
2.4 Klärung bestimmter Begriffe
2.5 Besonderheiten dieser Erzählung
3. Schülerbezug
3.1 Soziokulturelle Bedingungen
3.2 Anthropogene Bedingungen
4. Fachdidaktische Analyse
4.1 Gegenwartsbedeutung des Themas
4.2 Zukunftsbedeutung des Themas
4.3 Exemplarizität
4.4 Formulierung der Lernziele & Aufstellen einer kleinen Sequenz
5. Methoden- und Medienfragen
5.1 Methoden
5.2 Medien
6. Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde
7. Reflexion über die Unterrichtsstunde
8. Geschichte
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine fachdidaktische Analyse für eine Unterrichtsstunde zum Thema "Die Heilung eines Gelähmten" (Mk 2, 1-12) zu erstellen, die für Schüler der ersten und zweiten Klasse geeignet ist. Dabei wird untersucht, wie Jesus als Helfer und Heiler den Kindern nähergebracht werden kann, um deren Empathie für benachteiligte Menschen sowie das Verständnis für zwischenmenschliche Hilfe zu fördern.
- Sachanalyse der biblischen Erzählung von der Heilung eines Gelähmten
- Berücksichtigung der soziokulturellen und anthropogenen Lernvoraussetzungen
- Fachdidaktische Aufarbeitung nach Klafki
- Planung methodischer und medialer Unterrichtsschritte
- Reflexion der pädagogischen Umsetzung
Auszug aus dem Buch
Geschichte Teil 1
Micha liegt, wie jeden Nachmittag, auf seiner Matte im Haus. Micha ist gelähmt. Er kann sich nicht bewegen. Er kann nicht laufen so wie die anderen. Nicht einmal seinen Arm kann er heben. Er fühlt sich wie eingeschnürt. Bei allem ist er auf andere angewiesen. Immer muss er getragen werden. Dunkle Gedanken beschäftigen ihn. Vieles bedrückt ihn. Ihm ist, als würde es in seinem Leben immer nur dunkle Töne geben.
Oft fühlt er sich gefesselt von all dem, was ihn quält. Das ist ganz besonders schlimm, wenn er von der Straße her all die anderen hört, die dort miteinander sprechen, arbeiten und spielen. Wie gerne würde er überall dabei sein. Aber das alles wird er nie können, weil er sich selbst nicht mehr aufrichten kann.
Es gibt Tage, da möchte er liebsten gar nichts sehen und hören, möchte mit den anderen nichts zu tun haben. „Die interessieren sich doch sowieso nicht für mich“, denkt er dann. Dabei bräuchte er nur laut zu rufen. Dan und seine anderen Freunde würden sicher kommen und ihm erzählen, was draußen geschieht, ihn vielleicht sogar mit hinausnehmen. Manchmal fasst er Mut und versucht zu rufen. Aber bereits nach dem ersten Wort verstummt er wieder. Seine Stimme ist wie gelähmt. Dann spürt er wieder diese dunklen Töne, die sich in seinem Leben so breit machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt den Rahmen ihres fachdidaktischen Praktikums an der Volksschule Inningen-Augsburg und ordnet die Unterrichtsstunde in die Themenkomplexe des Religionsunterrichts ein.
2. Sachanalyse: Dieser Abschnitt bietet eine exegetische Auseinandersetzung mit dem Markusevangelium und der biblischen Perikope von der Heilung des Gelähmten, einschließlich der Klärung theologischer Begriffe.
3. Schülerbezug: Die Arbeit analysiert die soziokulturellen Rahmenbedingungen der Praktikumsklasse sowie anthropogene Voraussetzungen der Kinder, unter anderem gestützt auf entwicklungspsychologische Theorien.
4. Fachdidaktische Analyse: Hier wird das Thema nach Klafki auf seine Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung sowie seine exemplarische Relevanz geprüft und in eine Unterrichtssequenz eingeordnet.
5. Methoden- und Medienfragen: Die Autorin legt dar, welche methodischen Sozialformen wie der Stuhlkreis und welche Medien eingesetzt werden, um die Geschichte motivierend zu vermitteln.
6. Verlaufsplanung der Unterrichtsstunde: Ein konkreter Stundenentwurf für die Grundschule, der Einstieg, Erarbeitungsphasen und Sicherung der Ergebnisse strukturiert.
7. Reflexion über die Unterrichtsstunde: Eine kritische Rückschau der Autorin auf den tatsächlichen Verlauf des Unterrichts, die Schülerreaktionen und den eigenen Lernerfolg.
8. Geschichte: Dieser Abschnitt enthält die kindgerechte Nacherzählung der biblischen Geschichte, unterteilt in drei Erzählteile für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Didaktische Analyse, Evangelische Religion, Grundschule, Heilung eines Gelähmten, Markusevangelium, Religionspädagogik, Schülerbezug, Unterrichtsplanung, Sündenvergebung, Menschensohn, Inklusion, Freundschaft, Entwicklungspsychologie, Jesusgeschichten, Praxisreflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beinhaltet eine detaillierte didaktische Planung und Reflexion einer Religionsstunde zum Thema der Heilung eines Gelähmten, durchgeführt während eines Schulpraktikums an einer Grundschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die fachwissenschaftliche Analyse der biblischen Erzählung, die Berücksichtigung der kindlichen Entwicklung beim Lernen und die Gestaltung motivierender Unterrichtsprozesse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Schülern durch die Erzählung zu vermitteln, wie Jesus als Helfer wirkt und wie man Kindern die Bedeutung von Solidarität und Hoffnung in schwierigen Lebenslagen nahebringen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die fachdidaktische Analyse nach Wolfgang Klafki, kombiniert mit soziokulturellen Analysen und entwicklungspsychologischen Ansätzen von Piaget und Kohlberg.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse, den Bezug zur Schülerschaft, die fachdidaktische Aufarbeitung sowie eine konkrete methodische Planung und Verlaufsbeschreibung der Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Didaktische Analyse, Religionspädagogik, Unterrichtsplanung, Heilung des Gelähmten und praxisnahe Grundschuldidaktik.
Warum wird die Geschichte in drei Teile gegliedert?
Die Unterteilung soll es den Grundschulkindern erleichtern, der Erzählung zu folgen und bietet durch die gezielten Pausen Raum für Unterrichtsgespräche und Arbeitsaufträge zur Festigung.
Wie geht die Autorin mit dem Begriff „gelähmt“ um?
Sie greift das Wort im Unterrichtsgespräch auf, um mit den Schülern zu erarbeiten, was körperliche Einschränkungen bedeuten, und erweitert das Verständnis auf übertragene "lähmende" Lebenssituationen.
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- Uta Starke (Author), 2005, Jesus zeigt einem Gelähmten, wie er sein Leben wieder lieben kann, Mk 2, 1-12, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52762