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50 Jahre NATO - Entwicklung und Perspektiven - die erste Reformetappe bis zum Gipfel in Rom 1991

Title: 50 Jahre NATO - Entwicklung und Perspektiven - die erste Reformetappe bis zum Gipfel in Rom 1991

Seminar Paper , 1999 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Till Opitz (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Summary Excerpt Details

1. Einleitung

Die ersten vierzig Jahre im Bestehen der Nordatlantischen Allianz (NATO) waren geprägt durch den Kalten Krieg, die Teilung Europas und insbesondere durch die Teilung Deutschlands. Die hauptsächliche Legitimation für das Bestehen der NATO als Verteidigungsbündnis war die Gefahr eines ständig drohenden militärischen Konflikts im Zentrum Europas. Paul-Henri Spaak, der frühere belgische Staatsmann und NATO-Generalsekretär, hat einmal gesagt, daß in den Hauptstädten aller Bündnisländer ein Stalindenkmal aufgestellt werden müßte, um uns daran zu erinnern, was wir dem sowjetischen Diktator schulden, daß er den Zement geliefert hat, der das Atlantische Bündnis zusammenhält.
Für den westeuropäischen Raum war die Allianz durch ihre Geschlossenheit und Beständigkeit Garant der Sicherheit und Stabilität.
Mit dem plötzlichen Wandel in der UDSSR und den übrigen Ostblock-Staaten 1989/90, hervorgerufen unter anderem durch staatsinterne Bewegungen wie Solidarnosc, Perestroika und andere Formen einer "friedlichen Revolution", veränderte sich die sicherheitspolitische Lage immens. Die osteuropäischen Staaten orientierten sich an den Werten des Westens. Demokratie, Marktwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit wurden von vielen Ländern als staatliche Grundsätze übernommen.
Das klassische Feindbild verschwand und das Bündnis mußte seine Strategie den veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Nicht zuletzt war von einer deutlichen Reform der NATO-Strategie die Zustimmung der UDSSR zu einem vereinten Deutschland, das NATO-Vollmitglied ist, abhängig.
Den Weg der NATO zu Reformen und Strategieänderungen will diese Hausarbeit aufzeigen. Dabei werden vor allem die einzelnen Etappen der Öffnung gegenüber den osteuropäischen Staaten von den beiden Brüsseler NATO-Gipfeln 1989 über das Außenministertreffen in Turnberry (8.6.1990) und den Londoner Gipfel (6.7.90) bis hin zum NATO-Gipfel im November 1991 in Rom thematisiert.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorboten des Wandels

3. Die Schritte der NATO zu einem neuen Bündnis

3.1. NATO-Gipfel in Brüssel 29./30.5.89 + 4.12.89

3.2. Treffen der NATO-Außenminister in Turnberry 8.6.90

3.3. NATO-Gipfel in London 6.7.90

3.4. NATO-Gipfel in Rom 7./8.11.91

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den Transformationsprozess der NATO nach dem Ende des Kalten Krieges und analysiert, wie das Bündnis seine Strategie an die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen zwischen 1989 und 1991 anpasste, um Stabilität zu sichern und die deutsche Einheit zu ermöglichen.

  • Entwicklung der NATO-Strategie von der "Vorneverteidigung" hin zu Dialog und Kooperation.
  • Die diplomatische Rolle der NATO im Prozess der deutschen Wiedervereinigung.
  • Transformation der Bündnisstrukturen durch Gipfeltreffen von Brüssel über Turnberry und London bis Rom.
  • Institutionalisierung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit mit den ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes.

Auszug aus dem Buch

3.2. Treffen der NATO-Außenminister in Turnberry (8.6.90)

Die Vorsicht Washingtons endete –wie bereits erwähnt- Ende des Jahres 1989. Auslöser war das Treffen von Außenminister James Baker mit seinem sowjetischen Kollegen Eduard Schewardnadse Ende September 1989.

Als dann Anfang Dezember die Präsidenten Bush und Gorbatschow in Malta zusammentrafen, sprach man von dem Anbruch einer neuen Ära in den Ost-West-Beziehungen. Kurz vor dem Treffen der Außenminister in Turnberry beschließt der Verteidigungsausschuß der NATO auf Initiative der USA, die seit 1967 geltende Strategie der „flexible response“ zu überprüfen und künftig auf eine Steigerung der Rüstungsausgaben zu verzichten.

Bei den Amerikaner und den Deutschen existierte ein erkennbarer Wille zu Reformen und zur Öffnung gegenüber der UDSSR. Beide Staaten wußten, daß NATO-Reformen dringend notwendig waren, um mit der Sowjetunion über die deutsche Frage verhandeln zu können. Es war abzusehen, daß die UDSSR einer NATO-Vollmitgliedschaft eines vereinten Deutschlands eher zustimmen könnte, wenn sich die Strategie des Bündnisses deutlich änderte. Den Wunsch nach einer solchen Transformation hatten der sowjetische Staatschef Gorbatschow und Außenminister Schewardnadse immer wieder deutlich gemacht.

Die Erkenntnis, daß weitreichende Reformen nötig waren, teilten jedoch die anderen NATO-Staaten nicht. Besonders Großbritanniens Staatschefin Thatcher bremste die deutsch-amerikanischen Hoffnungen. Sie forderte die Nuklearwaffen ‚up to date‘ zu halten und stellte sich hinter das bisherige Konzept der ‚Vorneverteidigung‘.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Rolle der NATO im Kalten Krieg und stellt die zentrale Fragestellung zur strategischen Anpassung an die Umbrüche von 1989/90 vor.

2. Vorboten des Wandels: Dieses Kapitel analysiert die ersten Anzeichen für ein Ende der Blockkonfrontation und die Bedeutung der INF-Verträge als Vorläufer für eine neue sicherheitspolitische Architektur.

3. Die Schritte der NATO zu einem neuen Bündnis: Dieser Hauptteil beschreibt die schrittweise Neuausrichtung der Allianz auf den Gipfeln in Brüssel, Turnberry, London und Rom.

3.1. NATO-Gipfel in Brüssel 29./30.5.89 + 4.12.89: Analyse der ersten vorsichtigen Reformbereitschaft und der Forderung nach konventioneller Abrüstung.

3.2. Treffen der NATO-Außenminister in Turnberry 8.6.90: Fokus auf die "Botschaft von Turnberry" als symbolisches Angebot an die Sowjetunion und die Akzeptanz eines vereinten Deutschlands als NATO-Mitglied.

3.3. NATO-Gipfel in London 6.7.90: Untersuchung der substanziellen Strategieänderung, inklusive der Abkehr von der "Vorneverteidigung" und dem Fokus auf politische Krisenbewältigung.

3.4. NATO-Gipfel in Rom 7./8.11.91: Abschluss der Reformen mit der Verabschiedung eines neuen Strategischen Konzepts und der Gründung des Nordatlantischen Kooperationsrates.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Transformation zur politischeren NATO zusammen und ordnet die Ergebnisse in den Kontext einer noch ergebnisoffenen europäischen Sicherheitsordnung ein.

Schlüsselwörter

NATO, Kalter Krieg, Deutsche Einheit, Strategiewandel, Abrüstung, Turnberry, Londoner Erklärung, KSZE, Gorbatschow, Ost-West-Beziehungen, Nordatlantischer Kooperationsrat, Vorneverteidigung, Sicherheitsarchitektur, Reformprozess, Krisenbewältigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die strategische Transformation der NATO in den Jahren 1989 bis 1991, um auf die tiefgreifenden politischen Veränderungen durch den Zerfall des Ostblocks zu reagieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die nukleare und konventionelle Abrüstung, die deutsche Wiedervereinigung im Kontext der NATO-Mitgliedschaft und die Öffnung des Bündnisses gegenüber den Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Weg der NATO zu einer politischeren Organisation aufzuzeigen, die von einem rein defensiven Militärbündnis zu einer Kraft der Friedensgestaltung und institutionellen Kooperation mutierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine politikwissenschaftliche und historische Analyse von Gipfeldokumenten, Kommuniqués und außenpolitischen Strategiepapern des betrachteten Zeitraums.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden chronologisch die entscheidenden Gipfeltreffen und Außenministerkonferenzen untersucht, die jeweils spezifische Etappen des Reformprozesses einleiteten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind NATO-Transformation, Strategiewandel, Deutsche Einheit, KSZE-Institutionalisierung und Nordatlantischer Kooperationsrat.

Warum war der Gipfel in Turnberry für die deutsch-sowjetischen Beziehungen so wichtig?

In Turnberry wurde durch die sogenannte "Botschaft von Turnberry" symbolisch ein historischer Wandel eingeleitet, der der Sowjetunion signalisierte, dass ein vereintes Deutschland in der NATO keine Bedrohung darstellt.

Welche Rolle spielte die Abkehr von der "Vorneverteidigung"?

Die Abkehr von diesem Prinzip war zentral, um die alte Strategie der Konfrontation zu beenden und das militärische Gewicht des Bündnisses auf ein Maß zu reduzieren, das den neuen politischen Rahmenbedingungen in Europa entsprach.

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Details

Title
50 Jahre NATO - Entwicklung und Perspektiven - die erste Reformetappe bis zum Gipfel in Rom 1991
College
University of Cologne  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Proseminar 50 Jahre NATO
Grade
2,3
Author
Till Opitz (Author)
Publication Year
1999
Pages
18
Catalog Number
V5278
ISBN (eBook)
9783638132190
Language
German
Tags
NATO Reformen Verteidigung Nordatlantisches Bündnis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Till Opitz (Author), 1999, 50 Jahre NATO - Entwicklung und Perspektiven - die erste Reformetappe bis zum Gipfel in Rom 1991, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5278
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