Beinahe täglich benützen wir Phraseologismen, indem wir uns "Guten Appetit" wünschen oder mit "Guten Morgen" begrüssen, und fast in jedem Text und in jeder Konversation stossen wir auf Phraseologismen. Diese Ausdrücke sind mental gespeichert und können wie ein Wort abgerufen und produziert werden. Doch sind diese Phraseologismen bei jeder Person gleich stark verankert? Sind weniger alltägliche Phraseologismen bei jüngeren und älteren Personen gleich gut bekannt? Kennen jüngere Personen bestehende Redewendungen tendenziell weniger gut als ältere Personen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Der Phraseologismus
2.2 Die Festigkeit des Phraseologismus
3. Empirischer Teil
3.1 Versuchsanordnung
3.2 Die vier Phraseologismen in einzelner Auswertung
3.3 Die vier Phraseologismen in gesamter Auswertung
4. Schlussteil
5. Anhang: Fragebogen zu den Phraseologismen
6. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und inwiefern sich die Kenntnis ausgewählter zürichdeutscher Phraseologismen zwischen verschiedenen Generationen unterscheidet und ob sich über die qualitative Erhebung mögliche Tendenzen in der Sprachverwendung feststellen lassen.
- Grundlagen der Phraseologie nach Harald Burger
- Merkmale und Definition der Festigkeit von Phraseologismen
- Qualitative Untersuchung von vier Testpersonen unterschiedlicher Altersgruppen
- Vergleichende Analyse zürichdeutscher Ausdrücke
- Erkenntnisse zum Wandel von Sprachkenntnis und Sprachgebrauch über Generationen
Auszug aus dem Buch
3.1 Versuchsanordnung
In diesem Versuch wurden vier Personen im Alter von 19, 21, 44 und 52 Jahren untersucht. Sie wurden nach der Bedeutung und nach der Herkunft ihrer Kenntnis der vier folgenden zürichdeutschen Phraseologismen befragt:
(1) I ha s uf der Bruscht. ('Ich bin lungenkrank') (Weber 1983:46)
(2) De Chopf iischüüsse. ('einrennen') (Weber 1983:65)
(3) S hät mer der Eermel ie gnaa. ('Es hat mich erwischt, ich bin hängengeblieben') (Weber 1983: 78)
(4) S isch zum Haarööl säiche! ('Es ist zum Verzweifeln') (Weber 1983:124)
Die Fragebögen sind im Anhang aufgeführt. Auf die vier Testpersonen (TP) wird abstufend nach Alter wie folgt referiert:
Alter 52: TP I
Alter 44: TP II
Alter 21: TP III
Alter 19: TP IV
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Phraseologismen im Alltag ein und formuliert die Forschungsfrage, ob diese Ausdrücke bei jüngeren Personen weniger stark verankert sind als bei älteren.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen Eigenschaften von Phraseologismen, insbesondere die Polylexikalität und die psycholinguistische Festigkeit.
3. Empirischer Teil: Der empirische Teil beschreibt die qualitative Untersuchung an vier Testpersonen unterschiedlichen Alters, die zu ihrer Kenntnis und Interpretation spezifischer zürichdeutscher Ausdrücke befragt wurden.
4. Schlussteil: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und interpretiert die Tendenzen hinsichtlich des Altersunterschieds und des Sprachwandels.
5. Anhang: Fragebogen zu den Phraseologismen: Dieser Abschnitt enthält die detaillierten Antworten der einzelnen Testpersonen auf die Befragung zu den untersuchten Phraseologismen.
6. Bibliographie: Die Bibliographie listet die für die Arbeit verwendete wissenschaftliche Fachliteratur auf.
Schlüsselwörter
Phraseologismus, Phraseologie, Zürichdeutsch, Sprachwissenschaft, Festigkeit, Polylexikalität, Sprachwandel, Generationenvergleich, Qualitative Erhebung, Sprachkenntnis, Redewendung, Empirie, Psycholinguistik, Idiom, Sprachgebrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung zürichdeutscher Phraseologismen und der Frage, ob deren Bekanntheitsgrad und Interpretation von der Alterszugehörigkeit der Sprecher abhängt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die linguistische Definition von Phraseologismen (insbesondere deren Festigkeit) sowie die empirische Überprüfung dieser Konzepte anhand einer qualitativen Befragung verschiedener Generationen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Unterschiede in der Kenntnis und Bewertung spezifischer, zum Teil weniger gebräuchlicher zürichdeutscher Redewendungen zwischen jüngeren und älteren Generationen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine qualitative Erhebung durchgeführt, bei der vier Personen aus verschiedenen Altersgruppen (19 bis 52 Jahre) zu vier ausgewählten zürichdeutschen Phraseologismen befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung zum Begriff der Phraseologie nach Harald Burger und einen empirischen Teil, in dem die Einzelauswertung der Testpersonen und eine Gesamtauswertung der Ergebnisse dargelegt werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Phraseologismus, Festigkeit, Sprachwandel, Generationenvergleich und Zürichdeutsch.
Wie wurden die zu untersuchenden Phraseologismen ausgewählt?
Die Ausdrücke wurden aus der 3. Auflage des zürichdeutschen Wörterbuchs von Albert Weber ausgewählt, wobei der Fokus auf Ausdrücken lag, die nicht zwingend zum täglichen, aktuellen Sprachgebrauch gehören.
Welches Hauptergebnis liefert die Untersuchung im Hinblick auf den Sprachwandel?
Die Analyse zeigt, dass Phraseologismen im Laufe der Zeit durch andere Ausdrücke ersetzt werden und dass ältere Testpersonen einen gewandteren Umgang mit eher unbekannten Wendungen zeigen, was auf einen kulturellen Sprachwandel hindeutet.
- Citation du texte
- Michiko Yamanaka (Auteur), 2005, Zürichdeutsche Phraseologismen und ihre Bekanntheit in verschiedenen Altersstufen: Eine qualitative Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52796