Organisation Ehrenamtlicher Arbeit in stationären Hospizen


Hausarbeit, 2006

32 Seiten, Note: 2,5-3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Das stationäre Hospiz
2.1. Organisationsmerkmale: Stationäres Hospiz
2.2. Zielsetzung stationärer Hospizarbeit
2.3. Ehrenamt im Hospiz

3. Ehrenamtliche Arbeit in stationären Hospizen
3.1. Gewinnung und Anforderungen von Ehrenamtlichen Mitarbeitern
3.2. Motivation von ehrenamtliche Mitarbeiter
3.3. Vorbereitung und Qualifizierung ehrenamtlicher Mitarbeiter

4. Probleme und Grenzen ehrenamtlicher Mitarbeiter
4.1. Bindung ehrenamtlicher Mitarbeiter
4.2. Teamintegration von ehrenamtlichen Mitarbeitern
4.3. Überlastung von ehrenamtlichen Mitarbeitern

5. Ausblick: Sozialarbeit und ehrenamtliche Mitarbeiter

Anhang

Aufnahmebedingungen

Literatur

1. Einleitung

Ehrenamtliche Mitarbeiter[1] sind ein wichtiges Element der Hospizarbeit.

Sie helfen Menschen in einer Extremsituation des Lebens, in der sie in unserer Leistungsorientierten Gesellschaft häufig an den Rand gedrängt oder verschwiegen werden.

Sie leisten einen wichtigen und freiwilligen Beitrag in der Begleitung sterbender Patienten.

Ehrenamtliche Mitarbeiter sind von Anfang an ein wichtiger Bestandteil der Hospizbewegung. Sie haben die Entwicklung von einem Gedanken, der würdevollen Begleitung sterbender Menschen, bis zur Entstehung vieler verschiedener Initiativen und Einrichtungen möglich gemacht.

In meiner Arbeit soll es aber nur um die stationären Hospize gehen.

Für diese sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter sehr wichtig. Sie kommen als „Fachleute für das Alltägliche“ ins Hospiz und versuchen den Patienten so sein soziales Umfeld, dass dieser durch Leiden und Krankheit eventuell verloren hat zu ergänzen.

Was ist bei der Organisation von ehrenamtlicher Arbeit in stationären Hospizen zu beachten? Und in wie weit ist Sozialarbeit daran beteiligt?

Beginnen möchte ich meine Arbeit mit den Grundlagen von Hospizarbeit, stationären Hospizen und Ehrenamt (Kapitel 2), dann soll es um die eigentliche Organisation ehrenamtlicher Arbeit in stationären Hospizen gehen Kapitel 3 und 4). Am Ende meiner Arbeit befasse ich mit der Arbeit von Sozialarbeitern bzw. Sozialpädagogen[2] in Hospizen (Kapitel 5).

Ich habe mich in der gesamten Arbeit für die Bezeichnung Patient bzw. Patienten entschieden.

2. Das stationäre Hospiz

In diesem Abschnitt möchte ich mich mit den zwei Begriffen dieser Arbeit auseinandersetzen. Im ersten Teil gehe ich auf die Organisationsmerkmale von stationären Hospizen ein, zuerst auf die Vorgeschichte der Hospizarbeit, danach auf die Träger und die Finanzierung dieser Einrichtungen. Anschließend habe ich einiges zu den Aufnahmekriterien für betroffene Patienten zusammengetragen. Abschließen möchte ich mit einer kurzen allgemeinen Einrichtungsbeschreibung und den Mitarbeitern.

Unter Punkt 2.2. geht es um die Zielsetzung stationärer Hospizarbeit.

Im letzten Punkt habe ich mich mit dem Ehrenamt im Allgemeinen und speziell in der Hospizarbeit auseinandergesetzt.

2.1. Organisationsmerkmale: Stationäres Hospiz

Das Wort Hospiz lässt jeden von uns an verschiedene Bedeutungen denken.

Im Mittelalter verbargen sich dahinter Raststätte entlang von Pilgerstrassen in denen Reisende, die zu alt und schwach waren um ihre Weg fortzusetzen Unterkunft, Pflege und Schutz erhielten.

Viele denken bei diesem Begriff auch an einfache christliche Herbergen oder einfache Hotels, die in der Schweiz auch Hospiz genannt werden.

Für viele Menschen bedeutet Hospiz auch ein Haus, in das man sich begibt wenn der Tod nahe ist.[3]

Diese Vorstellungen werden Cicely Saunders in den 60-er Jahren, neben den Zuständen in der stationären Betreuung Sterbender in England, bewogen haben ihre Ideen für den Umgang und die Betreuung der Sterbenden und Schwerstkranken umzusetzen.

Sie gilt neben Elisabeth Kübler-Ross, einer Ärztin aus der Schweiz, die durch ihre Forschungsarbeit zur Situation sterbender Menschen, die sie erst-mals unter dem Titel „On Death and Dying“ in den USA veröffentlichte, als Begründerin der Hospizbewegung.[4]

Bevor sie dies tat, arbeitete sie als Krankenschwester und Sozialarbeiterin und später auch als Ärztin in Londons großen lauten Krankenhäusern.

Nach der Begegnung mit einem besonderen Patienten, David Tasma einem Mann Anfang Vierzig, dessen Schicksal sie tief berührte. Beide kamen sich näher und teilten ihre Träume von einem besseren Ort für Sterbende, einem Ort an dem Menschen wie er noch bis zum Tode leben konnten. Er hinter-ließ ihr nach seinem Tod sein bescheidenes Vermögen von 500 Pfund damit sie dieses für die Verwirklichung ihres Traumes einsetze. Es wurde ein langer Weg von zwanzig Jahren bis sie am 24. Juli 1967 in London das erste stationäre Hospiz, das St. Christopher`s Hospice eröffnete.[5]

Vier Jahre später, 1971, drehte der Pater Reinhold Iblacker einen Film über dieses Hospiz. Dieser wurde unter dem Titel „….noch 16 Tage“ im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

Er sorgte für viele Missverständnisse und Missdeutungen, da der Bevölkerung zu wenige Informationen zur Verfügung standen. So prägte der Film auch das Bild von Hospizen als Sterbekliniken. Dieser Eindruck besteht zum Teil auch heute noch.

In den 80er Jahren entwickelten sich in Deutschland die ersten Hospiz-initiativen, die sich für einen anderen Umgang mit Sterbenden einsetzen. Die erste gründete sich 1985 in München. Sie ist heute die älteste Hospizinitiative. Gegründet wurde sie durch den Pater Iblacker. Er benannte sie in Anlehnung an das große Vorbild in England Christophorus-Hospiz-Verein.

Da die Finanzierung noch nicht gesichert war, fing der Verein recht bescheiden an. Mit der Hilfe des Caritasverbandes, welcher ein Zimmer im Dachgeschoss zu Verfügung stellte, konnten die ersten ehrenamtlichen Mitarbeiter auf ihre Einsätze geschickt werden.

Zusätzlich zu den ersten Einsätzen war es auch wichtig, die Allgemeinheit über die Hospizbewegung zu informieren. Die erste Mitarbeiterin, eine Sozialarbeiterin, konnte bereits zwei Jahre später eingestellt werden.

Das erste stationäre Hospiz wurde 1986 in Aachen gegründet, dieses unterscheidet sich sehr von der Form der später eröffneten Einrichtungen. Es folgte mit der Größe von 53 Betten dem Vorbild aus London.

Die nachfolgenden Einrichtungen sind eher kleinere mit nur 3-20 Betten.

Heute gibt es in Deutschland 112 stationäre Hospize.

Im letzten Jahr wurden durch alle Hospizeinrichtungen in Deutschland 54000 Sterbende betreut.[6]

Die stationären Hospize sind zu fast zwei Dritteln in kirchlicher Trägerschaft. Dazu gehören auch die buddhistischen Initiativen, welche eine Verbindung von Hospizbetreuung und Mediationszentrum geschaffen haben.[7]

Die Übrigen sind zum Teil an bestehende Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime angeschlossen. Daneben gibt es noch Einrichtungen die durch örtliche oder gemeinnützige Vereine getragen werden.

Der Träger vertritt die rechtlichen Belange, regelt die Anstellungsverhältnisse und sichert die Finanzen.[8]

Die Finanzierung ist durch einen Mix geregelt. Zum einem durch die Sozialversicherungen (Kranken- und Pflegeversicherung), dazu kommen dann die Eigenmittel der Patienten und die Eigenmittel des Trägers oder Spenden aus der Öffentlichkeit.

Ein wesentlicher Beitrag ist seit dem Juli 1997 durch das SGB V geregelt.

In §39a SGB V ist festgelegt das in der Gesetzlichen Krankenversicherung Versicherte, die keiner Behandlung im Krankenhaus bedürfen und deren ambulante Betreuung und Versorgung nicht möglich ist, Anspruch auf Zuschuss durch die Krankenkassen haben. Dies schließt aber Leistungen nach §37 SGB V(häusliche Krankenpflege) aus.

Darüber hinaus zahlt die Pflegekasse gemäß §72 SGB XI entsprechend der Pflegestufe des Versicherten einen Anteil. Das bedeutet, dass grundsätzlich, wenn noch keine Pflegeeinstufung vorliegt, spätestens bei der Aufnahme des Patienten in das stationäre Hospiz ein Antrag auf die Einstufung bei der Pflegekasse gestellt werden muss. In einigen Bundesländern ist die Höhe dieser Sätze einheitlich geregelt und in den übrigen werden mit den einzelnen Hospizen eigene Vereinbarungen getroffen.

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass der Träger eines Hospizes sich mit 10% selbst an der Finanzierung beteiligt. Dies hat er durch ehrenamtliches Engagement und Spenden aufzubringen.

Dazu kommt der Eigenanteil des Patienten, der in seiner Höhe abhängig von der Pflegestufe variieren kann. Wenn ein Patient nicht in der Lage ist diesen Betrag zu zahlen kann das Sozialamt dafür einspringen. Dies geschieht auch wenn keine Kranken- oder Pflegeversicherung vorhanden ist.

Die Rahmenvereinbarungen zum §39a SGB V legen fest, dass während des Aufenthalts die Notwendigkeit der stationären Versorgung zu prüfen ist. In regelmäßigen Abständen von 28 Tagen ist deshalb ein neues Gutachten des Arztes von den Krankenkassen gefordert, welches die Entwicklung des Krankheitsprozesses dokumentiert. Sollte eine Verbesserung eintreten oder die häusliche Versorgung wieder gesichert sein, ist eine Entlassung nach Hause anzustreben. Die Aufnahme im Hospiz ist an den Wunsch des Patienten gebunden, nur wenn er selbst die Aufnahme wünscht, kann diese auch beantragt werden.

Außerdem muss er über seine Krankheit und den Verlauf aufgeklärt sein. Die näheren Bestimmungen aus der Rahmenvereinbarung habe ich im Anhang aufgeführt.

Stationäre Hospize sind kleine, personell und organisatorisch selbstständige Einrichtungen mit familiärem Charakter. Sie haben zu meist 3-18 Plätze.

Die Versorgung der sterbenden Patienten erfolgt vorrangig in Einzelzimmern, um Ihnen ein Höchstmaß an individueller Lebensgestaltung zu ermöglichen. Die Nasszellen sowie die gesamte Einrichtung sind behindertengerecht gebaut.

Die Zimmer sind in der Regel zweckmäßig für die Pflege eingerichtet, bieten aber auch eine möglichst wohnliche Atmosphäre. Dazu tragen mitgebrachte Möbel, Bilder und andere Gegenstände bei. Angehörige können jederzeit im Zimmer des Patienten über Nacht bleiben. Viele Hospize haben darüber hinaus auch die Möglichkeit einer separaten Gästeunterbringung. Daneben gibt es meist auch Wohnzimmer, Terrassen, Wintergärten und ähnliches in denen die Begegnungen mit anderen Patienten und den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern möglich ist.[9]

Hier finden auch die gemeinsamen Mahlzeiten, Beschäftigungsangebote, Konzerte oder Feste, abgestimmt auf die Wünsche der Patienten, statt.

Der hohe benötigte Pflegeschlüssel wird durch palliativ- medizinisch- geschultes Personal abgedeckt. Die Mitarbeiter teilen sich in zwei Gruppen, auf der einen Seite das hauptamtliche Team aus Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern, Hauswirtschafts- und Verwaltungspersonal.

Die ärztliche Versorgung soll nach Möglichkeit durch den Hausarzt erfolgen. Viele Hospize arbeiten daneben noch eng mit Ärzten zusammen die Erfahrung in der Schmerztherapie und Symptomkontrolle besitzen.

[...]


[1] Der besseren Lesbarkeit halber verwende ich in der Arbeit die männliche Sprachform. Es ist aber immer auch die weibliche gemeint.

[2] Im folgende verwende ich aufgrund der besseren Lesbarkeit nur die Bezeichnung Sozialarbeiter. Der Sozialpädagoge ist ebenfalls auch immer gemeint.

[3] Vgl. Everding, G. & Westrich, A., Würdig leben bis zum letzten Augenblick, Ideen und Praxis der Hospizbewegung

[4] Vgl. Zippel, C., Kraus, S., Soziale Arbeit mit alten Menschen, Sozialarbeit in der Altenhilfe, Geriatrie und Gerontopsychiatrie, Ein Leitfaden für Sozialarbeiter und andere Berufsgruppen

[5] Vgl. Student, J.- C., Das Hospiz-Buch

[6] www.hospiz.net

[7] Vgl. Gerstenkorn, U., Hospizarbeit in Deutschland, Lebenswissen im Angesicht des Todes S.27.

[8] Vgl. Dahms, U., Ehrenamtliche Arbeit in Hospizen: Bestandsaufnahme; Analyse von Konzepten

[9] Vgl. Zippel, C., Kraus, S.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Organisation Ehrenamtlicher Arbeit in stationären Hospizen
Hochschule
Fachhochschule Braunschweig / Wolfenbüttel; Standort Wolfenbüttel  (Sozialwesen)
Note
2,5-3
Autor
Jahr
2006
Seiten
32
Katalognummer
V52828
ISBN (eBook)
9783638484350
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Organisation, Ehrenamtlicher, Arbeit, Hospizen
Arbeit zitieren
Kathrin Kirstein (Autor), 2006, Organisation Ehrenamtlicher Arbeit in stationären Hospizen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52828

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