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Von Marcus Aurelius zu Commodus - Das Ende des Adoptivkaisertums

Title: Von Marcus Aurelius zu Commodus - Das Ende des Adoptivkaisertums

Term Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Folko Damm (Author)

World History - Early and Ancient History
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Mit dem Umbruch des Römischen Reiches am Ende des zweiten Jahrhunderts nach Christus befasst sich diese Arbeit unter dem Titel „Von Marcus Aurelius zu Commodus - Das Ende des Adoptivkaisertums“. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen die Hintergründe der Machtübergabe des „Philosophenkaisers“ an seinen leiblichen Sohn und deren Bedeutung für das Principat. Unter der Fragestellung „Beinhaltete die Nachfolgeregelung Marcus Aurelius’ ein Scheitern des Adoptivkaisertums?“ soll auf den nächsten Seiten erörtert werden, was aufgrund der negativen Prägung der Commodus-Regierung nicht selten als beginnender Niedergang des Römischen Reiches wahrgenommen worden ist.
Der erste Gliederungspunkt dient der historischen Einordnung des thematischen Gegenstands, indem zunächst die Adoptionspraxis in der Form, wie sie seit dem Ende des ersten Jahrhunderts n. Chr. bestand, und danach die Designation des Commodus erläutert werden. Das folgende Kapitel ist von der Erkenntnisabsicht geleitet, ob Marcus Aurelius gänzlich von Commodus’ Eignung für das Principat überzeugt war, oder ob er trotz der schon früh getroffenen Entscheidung, seinen leiblichen Sohn die Nachfolge antreten zu lassen, auch Zweifel an dessen Tauglichkeit hatte. Darüber hinaus soll herausgearbeitet werden, ob es in Commodus’ Biographie vor Herrschaftsbeginn Anzeichen für seine mangelnde Befähigung gab. Um dies zu beantworten, hat der Verfasser die drei Hauptquellen für das 2. Jahrhundert n. Chr. zu Rate gezogen: das WerkGeschichte des römischen Kaisertums seit Mark AurelHerodians aus Syrien, die Römische Geschichte Cassius Dios und die Commodus-Biographie der Historia Augusta.
Ob es andere Optionen für den Thron als Commodus gegeben hätte und welche Auswirkungen es gehabt hätte, wenn Aurelius diese gezogen hätte, damit beschäftigt sich Kapitel drei, bevor in der Schlussbetrachtung die abschließende Bewertung dieser bedeutenden „Personalentscheidung“ vorgenommen wird.
Bei der Bearbeitung der Fragestellung hat sich neben den oben aufgeführten Quellen auch der Panegyricus(Lobrede auf den Kaiser Trajan) Plinius’ des Jüngeren als wichtig erwiesen. An Sekundärliteratur hilfreich für die Anfertigung dieser Arbeit waren vor allem folgende Werke:Commodusvon Michael Stahl,Grundriss der römischen Geschichte mit Quellenkunde I: Republik und Kaiserzeit bis 284. n. Chr.von Hermann Bengtson,Geschichte der römischen Kaiserzeit von Augustus bis zu Konstantin von Karl Christ sowie Römische Geschichte von Alfred Heuss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Die Ausgangslage unter Marcus Aurelius

2.1) Die Adoptionspraxis seit Nerva

2.2) Die Designation des Commodus

3.) Befunde der antiken Quellen

3.1) Marcus Aurelius’ Entscheidung zugunsten Commodus’ und dessen Tauglichkeit

3.1.1) Herodian

3.1.2) Cassius Dio

3.1.3) Historia Augusta

3.1.4) Fazit und Quellenkritik

3.2) Commodus’ Regiment und dessen Rezeption in Quellen und Forschung

4.) Alternativen zu Commodus und die Beständigkeit des Adoptivkaisertums

5.) Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe der Machtübertragung von Marcus Aurelius auf seinen leiblichen Sohn Commodus und analysiert, ob diese Nachfolgeregelung als Scheitern des Adoptivkaisertums zu bewerten ist. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob Aurelius an der Eignung seines Sohnes zweifelte und ob es historisch plausible Alternativen für die Thronfolge gab.

  • Historische Einordnung der Adoptionspraxis im 2. Jahrhundert n. Chr.
  • Analyse antiker Quellen (Herodian, Cassius Dio, Historia Augusta) zur Person Commodus
  • Untersuchung der Regierungszeit des Commodus und ihrer Rezeption
  • Diskussion möglicher Alternativen zur Nachfolge durch den leiblichen Sohn

Auszug aus dem Buch

3.1.1) Herodian:

In der Geschichte des römischen Kaisertums seit Mark Aurel des Historikers Herodian aus Syrien finden sich mehrere Hinweise, die Aurelius zumindest Commodus’ Jugend als Unsicherheitsfaktor erschienen ließen. So ist der Vater nach Darstellung Herodians besorgt und zweifelt daran, ob sein Sohn trotz seines geringen Alters schon reif genug und in der Lage ist, weise und tugendhaft zu regieren. Aurelius mutmaßt, dass Commodus als künftiger Waise – seine Mutter Faustina die Jüngere war bereits 176 n. Chr. gestorben – sich nicht mehr gemäß seiner Erziehung verhalten, sondern in der neu gewonnenen Freiheit allen Arten von Vergnügungen in exzessiver Weise widmen könnte. Darüber hinaus befürchtet der aus dem Leben scheidende Kaiser, dass die noch nicht besiegten germanischen Stämme die Jugend des Commodus zum Anlass nehmen könnten, in die Offensive gegen die römischen Truppen zu gehen, wohingegen sie sich nach Herodians Ansicht während der Präsenz Aurelius’ von dessen Anwesenheit abschrecken ließen.

Als Konsequenz dieser Zweifel nimmt der Kaiser Vertraute in die Pflicht, sich des künftigen Princeps anzunehmen, ihn zu beraten und zu leiten, um ihn vor schlechten Ratgebern zu schützen und Commodus’ Handlungsfreiheit dahingehend zu beschränken, dass er nicht willkürlich regieren kann. Herodian lässt Aurelius’ seinen Sohn vergleichen mit einem „[…] Schiff in Sturm und Unwetter, [das] Steuermänner nötig hat, damit das schwanke Fahrzeug seiner ungenügenden praktischen Erfahrung nicht gegen die Klippen schlechter Ratschläge geworfen wird.“

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung definiert den thematischen Rahmen der Arbeit und stellt die zentrale Forschungsfrage zum potenziellen Scheitern des Adoptivkaisertums durch die Designation von Commodus auf.

2.) Die Ausgangslage unter Marcus Aurelius: Dieses Kapitel erläutert die Tradition der Adoptionspraxis seit Nerva und beschreibt den Prozess der Designation von Commodus als Kronprinz.

3.) Befunde der antiken Quellen: Es folgt eine detaillierte Auswertung der Schriften von Herodian, Cassius Dio und der Historia Augusta hinsichtlich der Eignung von Commodus und der Beurteilung seiner Regierungszeit.

4.) Alternativen zu Commodus und die Beständigkeit des Adoptivkaisertums: Dieser Teil erörtert, welche hypothetischen Nachfolgemöglichkeiten es gab und warum diese aus Sicht des Kaisers nicht realisierbar waren.

5.) Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Entscheidung von Marcus Aurelius und kommt zu dem Schluss, dass diese keine bewusste Abkehr vom Adoptivkaisertum darstellte, sondern aufgrund fehlender Alternativen unausweichlich war.

Schlüsselwörter

Marcus Aurelius, Commodus, Adoptivkaisertum, Römisches Reich, Principat, Kaiserbiographie, Herodian, Cassius Dio, Historia Augusta, Machtübertragung, Adoptionspraxis, Thronfolge, römische Geschichte, Despotismus, antike Quellen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Übergang der Herrschaft von Marcus Aurelius auf seinen Sohn Commodus und hinterfragt, ob dieser Schritt das Ende bzw. ein Scheitern des römischen Adoptivkaisertums markierte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Adoptionsideologie des 2. Jahrhunderts, die Person und Herrschaft des Kaisers Commodus sowie die kritische Auswertung zeitgenössischer historischer Quellen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die Nachfolgeregelung des Marcus Aurelius ein Scheitern des Adoptivkaisertums darstellte und inwiefern der Kaiser Zweifel an der Tauglichkeit seines Sohnes hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine quellenkritische Analyse der antiken Geschichtsschreibung, ergänzt durch moderne historische Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der historischen Ausgangslage, die detaillierte Quellenauswertung und die Diskussion möglicher Alternativen zur Thronfolge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Marcus Aurelius, Commodus, Adoptivkaisertum, römische Geschichte und Quellenkritik.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Films "Gladiator"?

Der Autor führt an, dass der Film zwar filmisch die Intention einer Thronfolge-Umgehung inszeniert, dies jedoch im klaren Widerspruch zu den historischen Befunden der antiken Quellen steht.

Warum konnte Aurelius laut dem Autor keine Alternative zu Commodus wählen?

Der Autor argumentiert, dass eine Adoption außerhalb des leiblichen Familienkreises einen Affront gegen die eigene Familie dargestellt hätte und keine in jeder Weise geeignete Persönlichkeit in der direkten Umgebung vorhanden war.

Wie beurteilt der Autor das "Schreckensregiment" des Commodus?

Das Bild wird zwar anerkannt, jedoch relativiert der Autor dies durch den Hinweis auf die wirtschaftliche Hypothek und die schwierigen politischen Rahmenbedingungen, die Commodus bei seinem Regierungsantritt vorfand.

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Details

Title
Von Marcus Aurelius zu Commodus - Das Ende des Adoptivkaisertums
College
Technical University of Braunschweig  (Historisches Seminar)
Course
Usurpationen im Römischen Reich
Grade
1,7
Author
Folko Damm (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V52853
ISBN (eBook)
9783638484534
ISBN (Book)
9783656777441
Language
German
Tags
Marcus Aurelius Commodus Ende Adoptivkaisertums Usurpationen Römischen Reich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Folko Damm (Author), 2005, Von Marcus Aurelius zu Commodus - Das Ende des Adoptivkaisertums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52853
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