Die vorliegende Arbeit informiert in konzentrierter Form über zentrale Aspekte sozialer Ungleichheit, wie sie in der deutschen Gesellschaft heute erkennbar sind. Die Autorin beschreibt Ungleichheitsphänomene, stellt (zeit-)geschichtliche Bezüge her und schildert Entwicklungstendenzen. Darüber hinaus wird an einzelnen aktuellen Beispielen gezeigt, in welchem Verhältnis sozialstaatliches Handeln zu bestehenden Ungleichheiten steht. Damit findet der wertneutrale, beschreibende Begriff der „Ungleichheit“ immer wieder Anschluss an ethisch geprägte Themenkreise wie „Gerechtigkeit“, „Chancengleichheit“ oder „Minderheitenrechte“.
Den Schluss bildet eine Einschätzung, welche Aspekte sozialer Ungleichheit mit Rücksicht auf die offengelegten Entwicklungstendenzen in der näheren Zukunft die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden.
Die Arbeit berücksichtigt Daten aus maßgeblichen Erhebungen der Jahre 2004/2005 (z.B. ALLBUS, Armutsbericht der Bundesregierung, Gender Datenreport, Mikrozensus). Einbezogen in die Darstellung wurden die Veröffentlichungen führender - insbesondere deutschsprachiger - Sozialwissenschaftler (z.B. Ulrich Beck, Ernst-Ulrich Huster, Stefan Hradil, Reinhard Kreckel).
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1. ZUM BEGRIFF „SOZIALE UNGLEICHHEIT“
1.1. SCHICHTEN UND SCHICHTUNGEN
1.2. MOBILITÄT
2. VERTIKALE ASPEKTE SOZIALER UNGLEICHHEIT
2.1. ARMUT UND REICHTUM
2.1.1. ARMUT ALS LEBENSLAGE
2.1.2. ARMUTSRISIKEN UND SOZIALSTAAT
2.1.3. REICHTUM ALS LEBENSLAGE
2.1.4. VERDIENTER REICHTUM?
2.2. BILDUNG
2.2.1. BILDUNGSEXPANSION
2.2.2. SCHICHTSPEZIFISCHE BILDUNGSCHANCEN
2.2.3. BERUFLICHE BILDUNG
3. HORIZONTALE ASPEKTE SOZIALER UNGLEICHHEIT
3.1. UNGLEICHHEIT ZWISCHEN GESCHLECHTERN
3.1.1. FRAUEN UND MÄNNER IN DER ARBEITSWELT
3.1.2. MÜTTER UND VÄTER IN DER ARBEITSWELT
3.2. UNGLEICHHEIT ZWISCHEN GENERATIONEN
3.2.1. „GENERATIONENVERTRAG“ – GENERATIONENGERECHTIGKEIT
3.2.2. GENERATIONENSCHICKSAL UND PERSÖNLICHE BIOGRAPHIE
3.3. UNGLEICHHEIT ZWISCHEN ETHNIEN
3.3.1. MIGRANTEN IN DEUTSCHLAND – RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
3.3.2. LEBENSCHANCEN VON MIGRANTEN IN DEUTSCHLAND
3.3.3. INTEGRATION VERSUS „PARALLELGESELLSCHAFTEN“
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über zentrale Aspekte sozialer Ungleichheit in Deutschland, beschreibt Phänomene und Entwicklungstendenzen und untersucht das Verhältnis von sozialstaatlichem Handeln zu bestehenden Ungleichheiten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den aktuellen Ungleichheitsphänomenen sowie der Einschätzung, welche Aspekte in Zukunft die größte Aufmerksamkeit erfordern werden.
- Vertikale Ungleichheit: Armut, Reichtum und Bildungschancen
- Horizontale Ungleichheit: Geschlechterverhältnisse und Erwerbsarbeit
- Generationsübergreifende soziale Ungleichheit und Generationengerechtigkeit
- Integration und Teilhabechancen von Migranten in Deutschland
- Sozialstaatliche Instrumente und deren Auswirkungen auf die Chancengleichheit
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Armut als Lebenslage
Nach dem oben beschriebenen Armutskriterium von 60% des Nettohaushaltseinkommens lebten in Deutschland 2002 13,1% der Bevölkerung unterhalb der Armutsschwelle (Datenreport 2004 Tab.5a). Die Phasen relativer Einkommensarmut erweisen sich überwiegend als kurz: Zwischen 1998 und 2003 waren nach einem Jahr in ⅓ der Fälle die Armutsphasen abgeschlossen, nach zwei Jahren hatten ⅔ der Betroffenen ihre Armutsphase überwunden (Armutsbericht 2004, XXII).
Möglicherweise ist diese hohe Fluktuation Ursache dafür, dass auf die Frage, ob sie gerechten Anteil am Lebensstandard in Deutschland hätten, nur rund 10% der Befragten angaben, sie bekämen „sehr viel weniger“ als ihnen zustünde (ALLBUS, 2004).
Auch wenn die genannten Zahlen dafür sprechen, dass sozialer Abstieg in Deutschland immer noch in vielen Fällen ab- oder umzuwenden ist, müssen die charakteristischen Auswirkungen materieller Armut auf das Leben der Betroffenen, vor allem der Langzeitbetroffenen, ins Auge gefasst werden.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Autoren führen in das Thema soziale Ungleichheit ein und umreißen die ethischen Themenkreise wie Gerechtigkeit und Chancengleichheit.
1. ZUM BEGRIFF „SOZIALE UNGLEICHHEIT“: Hier erfolgt eine theoretische Abgrenzung zwischen natürlicher und sozialer Ungleichheit sowie die Definition der Konzepte Schichtung und Mobilität.
2. VERTIKALE ASPEKTE SOZIALER UNGLEICHHEIT: Dieses Kapitel beleuchtet den Zusammenhang zwischen materieller Ausstattung (Armut/Reichtum) sowie Bildung und der gesellschaftlichen Platzierung der Individuen.
3. HORIZONTALE ASPEKTE SOZIALER UNGLEICHHEIT: Es wird untersucht, wie Ungleichheit entlang der Linien Geschlecht, Generation und Ethnie strukturelle Benachteiligungen hervorbringt.
4. FAZIT: Die Autoren reflektieren zukünftige Entwicklungen wie den demografischen Wandel und internationale Konflikte als neue Herausforderungen für den Sozialstaat.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Armut, Reichtum, Bildungsexpansion, Chancengleichheit, Geschlechtergerechtigkeit, Generationenvertrag, Migration, Integration, Sozialstaat, Lebenslagen, soziale Mobilität, Arbeitswelt, Parallelgesellschaften.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Dimensionen sozialer Ungleichheit in Deutschland, von materiellen Aspekten bis hin zu strukturellen Faktoren wie Herkunft oder Geschlecht.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Armut und Reichtum, Bildungschancen, die Situation von Männern und Frauen im Erwerbsleben, Generationenbeziehungen sowie die Integration von Migranten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Ursachen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit zu schaffen und aufzuzeigen, wie politisches Handeln in diese Prozesse eingreift.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Datenanalyse soziologischer Forschung sowie der Auswertung aktueller Sozialberichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vertikale und horizontale Aspekte, wobei spezifische Problemfelder wie Kinderarmut, geschlechtsspezifische Karrierehemmnisse und Migrationshürden detailliert analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind soziale Ungleichheit, Chancengleichheit, Generationengerechtigkeit, Integration und Sozialstruktur.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen vertikaler und horizontaler Ungleichheit?
Vertikale Ungleichheit bezieht sich auf hierarchische Unterschiede wie Einkommen oder Bildung, während horizontale Ungleichheit Merkmale wie Geschlecht, Ethnie oder das Alter beschreibt, die Lebenslagen beeinflussen, ohne direkt eine soziale Hierarchie zu definieren.
Welche Rolle spielt die Bildungsexpansion bei der Chancenverteilung?
Obwohl das Bildungswesen massiv ausgebaut wurde, konstatiert die Arbeit, dass dies nicht zu einer wirklichen Chancengleichheit geführt hat, da schichtspezifische Barrieren weiterhin den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen erschweren.
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- Corinna Contenius et al. (Author), 2006, Aspekte sozialer Ungleichheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52882