In dieser Studienarbeit wird aufgezeigt in wie weit sich der demographische Wandel in Thueringen zeigt und welche Auswirkungen und Einfluesse bestehen. Eine genauere Untersuchung des Entwicklungsraumes Erfurt wird vorgenommen mit Erlaeuterungen der Ziele der Regionalplanung in Mittelthueringen.
Schliesslich werden Chancen und Risiken des demographischen Wandels kontrovers diskutiert und aufgezeigt. Dabei sind die Folgen der Ueberalterung und des Bevoelkerungsrueckgangs fuer die kommunalen Einnahmen besonders wichtig und brisant.
Inhaltsverzeichnis
1. Begriff Demographie
2. Geschichtliche Zusammenfassung
2.1 Die Weltsituation
2.2 Deutschland im Wandel
3. Demographische Entwicklung in Thüringen
3.1 Die Bevölkerungsbewegung in der Vergangenheit
3.2 Der Altersaufbau und sein Wandel
3.3 Weitere Strukturmerkmale der Bevölkerung
4. Folgen des „demographischen Schrumpfens“
5. Entwicklungen in Erfurt
5.1 allgemeine Daten
5.2 Ursachen
5.3 allgemeine Rahmenbedingungen
5.4 Zielsetzungen der Regionalplanung in Mittelthüringen
5.5 Zentrale Handlungsfelder zur bisherigen Stadtentwicklung
6. Chancen und Risiken des demographischen Wandels
7. Folgen der Überalterung und des Bevölkerungsrückgangs für die kommunalen Einnahmen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die demographischen Veränderungen in Thüringen sowie deren spezifische Auswirkungen auf die Stadt Erfurt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie sich Bevölkerungsrückgang und Überalterung auf kommunale Strukturen, soziale Sicherungssysteme und die städtische Planung auswirken und welche Herausforderungen und Risiken sich daraus für eine nachhaltige Raumentwicklung ergeben.
- Demographische Grundlagen und historische Entwicklungsprozesse
- Strukturanalyse der Bevölkerungsbewegung in Thüringen
- Folgen des demographischen Wandels für soziale Sicherungssysteme
- Planerische Strategien und Handlungsfelder für die Stadtentwicklung in Erfurt
- Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf kommunale Finanzhaushalte
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Bevölkerungsbewegung in der Vergangenheit
Seit dem Jahre 1939 ist als genereller Trend in Thüringen erkennbar, dass seit den Flüchtlingsströmen in Folge des Zweiten Weltkrieges und einer leichten Zunahme in den 1960er Jahren die Bevölkerung des Landes abnimmt. Auch wurden in Thüringen in den 70er Jahren ein deutlicher Rückgang der Geburtenrate durch den „Pillenknick“ verzeichnet, und somit auch ein Rückgang der Einwohnerzahl feststellbar.
Nach der Wiedervereinigung beschleunigte sich dieser Rückgang zwischen 1990 und 1993. Der Grund war eine zeitliche Verschiebung des Kinderwunsches, da die Jugendlichen mehr Chancen hatten neue und längere Ausbildungen zu absolvieren. Das Alter der Menschen mit Kinderwunsch verschob sich auf 27-28 Jährige, welches vor der Wende in Thüringen bei 23 Jahren lag. Dieser generelle Rückgang aus sinkenden Geburtenzahlen wurde zwischen 1989 und 1991 nochmals durch einen Abwanderungsfluss, vorwiegend junger Menschen, nach Westdeutschland verstärkt. Im Saldo verlor Thüringen allein in diesen drei Jahren ca.130.410 Personen in andere Bundesländer.
In den darauf folgenden Jahren konnte Thüringen wieder leichte Zuwanderungsgewinne verzeichnen, dieser Trend hielt aber nur bis 1997 an. Danach sind wieder zunehmende Verluste in der Wanderungsbilanz erkennbar. Die Zielgebiete der Abwanderungen sind insbesondere die wirtschaftlich stabilen Bundesländer wie Bayern, Hessen und Baden- Württemberg. Viele Menschen werden aber auch ans Ausland verloren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriff Demographie: Definition und Erläuterung der wissenschaftlichen Grundlagen sowie der sozioökonomischen und demographischen Analyseebenen.
2. Geschichtliche Zusammenfassung: Überblick über die langfristigen weltweiten und nationalen Bevölkerungstrends und Wachstumsphasen.
3. Demographische Entwicklung in Thüringen: Detaillierte Betrachtung der spezifischen Wanderungsbewegungen, Altersstrukturen und Strukturmerkmale im Bundesland Thüringen.
4. Folgen des „demographischen Schrumpfens“: Untersuchung der Auswirkungen auf Sozialsysteme, Verschuldung, Wirtschaft und Wohnungsmarkt.
5. Entwicklungen in Erfurt: Fallstudie zur Situation der Landeshauptstadt, inklusive Ursachenanalyse und Zielen der regionalen Stadtentwicklung.
6. Chancen und Risiken des demographischen Wandels: Kritische Reflexion der gesellschaftlichen Herausforderungen und notwendigen Einstellungsänderungen gegenüber Kindern und Familie.
7. Folgen der Überalterung und des Bevölkerungsrückgangs für die kommunalen Einnahmen: Analyse der fiskalischen Auswirkungen auf Lohnsteuer, Umsatzsteuer, Gebühren und kommunale Finanzausgleiche.
Schlüsselwörter
Demographie, Bevölkerungsrückgang, Thüringen, Erfurt, Schrumpfungsprozess, Überalterung, Wanderungsbilanz, Regionalplanung, Infrastruktur, Stadtentwicklung, kommunale Finanzen, Fertilitätsrate, Sozialsysteme, Wohnungsbau, Geburtenrückgang.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse demographischer Veränderungen und deren vielschichtigen Auswirkungen auf Raumplanung und Gesellschaft in Thüringen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen Bevölkerungsbewegung, Auswirkungen auf soziale Systeme, wirtschaftliche Folgen und die spezifische Stadtentwicklung von Erfurt.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Prozesse des demographischen Wandels zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Politik und Regionalplanung auf diese Herausforderungen reagieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden historische Daten, Prognosemodelle und statistische Auswertungen von Bevölkerungs- und Wirtschaftsdaten verwendet, um Trends zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Bevölkerungsentwicklung, die aktuelle Lage in Thüringen, den Schrumpfungsprozess in Erfurt und die fiskalischen Folgen für Kommunen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind insbesondere Demographie, Bevölkerungsrückgang, Schrumpfung, Regionalplanung und Überalterung.
Warum ist die Stadt Erfurt ein zentraler Fokus der Untersuchung?
Erfurt dient als Fallbeispiel für eine Landeshauptstadt, um die Auswirkungen von Stagnations- und Schrumpfungsprozessen in einer zentralen städtischen Struktur zu verdeutlichen.
Welche Auswirkungen hat der Bevölkerungsrückgang auf die Kommunalfinanzen?
Die Arbeit zeigt, dass sinkende Einwohnerzahlen direkt zu Einnahmeverlusten bei Lohn- und Einkommensteuern sowie Gebühren führen und die Finanzierung kommunaler Infrastruktur erschweren.
- Quote paper
- Susanne Grolle (Author), 2004, Demographische Veränderungen, Einflussfaktoren und Auswirkungen - Thüringen und die Welt im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52926