Durch sein Engagement in der Sprachforschung ist Johann Christoph Adelung ein wesentlicher Bestandteil der germanistischen Sprachwissenschaft und aufgrund der großen Bedeutung und der weitreichenden Auswirkungen des ersten einheitlichen deutschen Wörterbuches auf die Sprachentwicklung, beschäftigt sich diese Hausarbeit mit der Analyse der Materie und den daraus resultierenden Ergebnissen. Adelung selbst weist in der Vorrede der ersten Auflage darauf hin, daß zwar „seit zweyen Jahrhunderten verschiedene Werke dieser Art zum Vorscheine gekommen“ seien, wobei diese seine Kriterien und auch die Anderer nicht zufriedenstellend behandeln würden und „daß dadurch das Verlangen nach einem, besonders aber nach einem grammatischen Wörterbuche“ nicht „befriedigt“, bzw. „unterdrückt“ worden wäre. Mehrere sprachwissenschaftliche und -historische Quellen datieren die moderne Lexikographie des Deutschen auf Adelung, sodass er wohl als erster moderner Lexikograph der deutschen Standardsprache tituliert werden muß. Selbige Quellen bezeichnen sein Wörterbuch auch als das repräsentative Bedeutungswörterbuch des schriftlichen und mündlichen Gebrauchs der deutschen Hochsprache.
Es wird im Folgenden geklärt werden, wie die Entstehung eines Wörterbuches, welches diese Kriterien besser behandeln sollte als die bis dato bereits existierenden, vonstatten ging und unter welchen Voraussetzungen das Nachschlagewerk letztendlich entstanden ist. Die enorme Wichtigkeit des Adelung’schen Wörterbuches lässt sich in der großen Akzeptanz und Benutzung desselben erkennen. „Alle benutzten sein Wörterbuch“, darin „war sich das gelehrte und literarische Deutschland einig“; so lautet das Urteil in der Einführung der zweiten Auflage.1 Unumstritten ist, daß selbst Koryphäen auf dem Gebiet der Philosophie und Poesie sich auf Adelung’s Werk stützten und Rat darin suchten; so zum Beispiel Goethe, Schiller und auch Wieland. Auch Jacob Grimm äußerte sich noch 1854 im Vorwort zu seinem „Deutschen Wörterbuch“ lobend gegenüber Adelung: „seine stärke lag in dem [...] durch grosze ordnung reich aufgespeicherten, jede vorausgegangene samlung übertreffenden wortvorrat [...].“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hintergrundinformationen und Beiwerk
1.2 Entstehungsgeschichte des Wörterbuches
1.3 Biographie Adelung‘s
2. Hauptteil
2.1 Lemmatisierung
2.2 Grammatik
3. Schlussteil
Auswirkungen des Werkes auf die Zeit „danach“: Eine Rezension über Adelung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die sprachwissenschaftliche Bedeutung von Johann Christoph Adelungs „grammatisch – kritischem Wörterbuch der hochdeutschen Mundart“ und dessen Einfluss auf die Vereinheitlichung der deutschen Sprache im späten 18. Jahrhundert. Sie untersucht, wie Adelung mit seinen methodischen Ansätzen zur Lemmatisierung und Grammatik die Basis für eine standardsprachliche Norm schuf.
- Entstehungsgeschichte und sozio-kulturelle Einordnung des Wörterbuchs
- Biographische Hintergründe von Johann Christoph Adelung
- Methodik der Lemmatisierung und Auswahlkriterien für den Wortschatz
- Stellenwert der Grammatik im Wörterbuchkontext
- Historische Bewertung Adelungs als Sprachreformer oder Schlusspunkt einer Epoche
Auszug aus dem Buch
1.1: Hintergrundinformationen und Beiwerk:
Durch sein Engagement in der Sprachforschung ist Johann Christoph Adelung ein wesentlicher Bestandteil der germanistischen Sprachwissenschaft und aufgrund der großen Bedeutung und der weitreichenden Auswirkungen des ersten einheitlichen deutschen Wörterbuches auf die Sprachentwicklung, beschäftigt sich diese Hausarbeit mit der Analyse der Materie und den daraus resultierenden Ergebnissen.
Adelung selbst weist in der Vorrede der ersten Auflage darauf hin, daß zwar „seit zweyen Jahrhunderten verschiedene Werke dieser Art zum Vorscheine gekommen“ seien, wobei diese seine Kriterien und auch die Anderer nicht zufriedenstellend behandeln würden und „daß dadurch das Verlangen nach einem, besonders aber nach einem grammatischen Wörterbuche“ nicht „befriedigt“, bzw. „unterdrückt“ worden wäre.
Mehrere sprachwissenschaftliche und -historische Quellen datieren die moderne Lexikographie des Deutschen auf Adelung, sodass er wohl als erster moderner Lexikograph der deutschen Standardsprache tituliert werden muß. Selbige Quellen bezeichnen sein Wörterbuch auch als das repräsentative Bedeutungswörterbuch des schriftlichen und mündlichen Gebrauchs der deutschen Hochsprache.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik der Sprachforschung durch Adelung ein, erläutert die Kriterien der Themenwahl und bietet biographische sowie historische Kontextinformationen.
2. Hauptteil: Hier werden die zentralen sprachwissenschaftlichen Aspekte, insbesondere die methodische Lemmatisierung der Wörter sowie der Stellenwert der Grammatik im Wörterbuch, detailliert analysiert.
3. Schlussteil: Dieser Abschnitt beleuchtet die langfristigen Auswirkungen des Werkes auf die zeitgenössische und nachfolgende Sprachwissenschaft sowie verschiedene Rezensionen über Adelungs Wirken.
Schlüsselwörter
Johann Christoph Adelung, Sprachgeschichte, Lexikographie, hochdeutsche Mundart, Standardisierung, Sprachnorm, Grammatik, Lemmatisierung, Aufklärung, deutsche Sprachwissenschaft, Sprachpflege, Wortschatz, Etymologie, Sprachvereinheitlichung, Sprachwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das „grammatisch – kritische Wörterbuch der hochdeutschen Mundart“ von Johann Christoph Adelung und dessen zentrale Rolle bei der Entwicklung und Vereinheitlichung der deutschen Standardsprache.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der lexikographischen Konzeption, der historischen Entstehung des Wörterbuches, der biographischen Entwicklung Adelungs sowie seinem Beitrag zur Kultivierung der Sprache.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Adelungs Arbeit als Meilenstein der deutschen Sprachgeschichte zu analysieren und zu klären, inwieweit er maßgeblich zur Etablierung einer sprachlichen Norm beigetragen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine analytische Auswertung historischer Quellen, Fachliteratur und zeitgenössischer Vorreden, um Adelungs systematisches Vorgehen bei der Worterfassung und Grammatik zu rekonstruieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen sprachlichen Aspekte wie das alphabetische Anordnungsprinzip, die Lemmatisierung von Wörtern und die explizite Integration grammatischer Regeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Johann Christoph Adelung, Lexikographie, Sprachnorm, Standardisierung, Aufklärung und Grammatik.
Wie unterscheidet sich Adelung von seinen Vorgängern bei der Wörterbucherstellung?
Adelung übertraf seine Vorgänger durch eine konsequent befolgte Systematik und einen expliziten Anspruch auf die Vermittlung grammatischer Regeln neben der bloßen Bedeutungsdefinition.
Welche Rolle spielte die politische Situation Deutschlands für das Wörterbuchprojekt?
Die politische Zersplitterung in viele Einzelterritorien erschwerte die Arbeit, da es an staatlicher Unterstützung mangelte und das Deutsche als Schriftsprache erst gegenüber dem Französischen an gesellschaftlichem Ansehen gewinnen musste.
- Quote paper
- Phillip Gläsel (Author), 2002, Adelungs grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/52968