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Mythen und Kulte der Wassergöttin Yemanjá

Title: Mythen und Kulte der Wassergöttin Yemanjá

Seminar Paper , 2002 , 36 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Silvia Schönenberger (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Es existieren unzählige Studien über die afrobrasilianischen Kultgemeinschaften, doch wenige beschäftigen sich direkt mit den einzelnen „Gottheiten“. Die wichtigsten wissenschaftlichen Quellen über den Mythos und den Kult der Wassergöttin Yemanjá stammen aus den Werken von Lydia Cabrera (1980) und Pedro Iwashita (1991), während auch der brasilianische Volksliterat Jorge Amado mit seinem BuchMar Mortointeressante Einblicke in Mystifizierung der Yemanjá im Alltagsleben der BrasilianerInnen gibt. DieYalorixá Oluféyi(Kultoberhaupt) Ariomar Lacerda versammelte in ihrem BuchYemanjá- A Rainha do MarMythen und Legenden rund um die afrikanischen, afrobrasilianischen und indianischen Wassergöttinnen. Da die Yemanjá in der Neuen Welt an Ansehen und Popularität im Vergleich zu ihrer Heimat stark zugenommen hat, existieren weit mehr Berichte und Studien über sie in Brasilien und Kuba als in ihrer afrikanischen Heimat. Der Mythos der Yemanjá ist jedoch nur im Kontext des gesamten Götterpantheons zu verstehen. So sind die zahlreichen Studien über die westafrikanischen und afroamerikanischen Religionen und Kosmologien von unschätzbarem Wert. Einige der bedeutendsten Forscher in dieser Thematik sind Roger Bastide, Pierre Verger, Arthur Ramos, Edison Carneiro, Volney J. Berkenbrock und Rainer Flasche, um hier einige zu nennen. Anhand dieser Quellen versuche ich, die Metamorphose der Yemanjá auf ihrem Weg von Westafrika nach Brasilien (und Kuba) aufzuzeichnen. Dabei interessiert mich, welche europäischen und indianischen Elemente ihr zu ihrer neuen Identität und ihrer herausragenden Popularität in Brasilien verhalfen. Um dies zu erreichen, muss ich den kulturellen und religiösen Wandel der Gesellschaft in der Neuen Welt erläutern, der einen eigentümlichen Synkretismus hervorbrachte, welcher eben in der Figur der Yemanjá Ausdruck findet. Weiter will ich die Frage erarbeiten, was die Wassergöttin symbolisiert und inwiefern ihr Mythos mit Mythen oder Legenden des indianischen und europäischen Kulturkreises in Verbindung gebracht werden kann. Auf dieses Thema und diese Fragestellung bin ich gestossen, weil mir während meines Brasilienaufenthaltes auffiel, dass Yemanjá als dieMãe d‘Agua(Mutter aller Wasser) in aller Munde war, ob bei Candomblé-Anhängern oder Katholiken. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Wassergöttinnen in Afrika

2.1. Der Götterpantheon der Yoruba

2.2. Die Flussgöttinnen Obá, Oya, Oshun

2.3. Die Flussgöttin Yemoya

2.4. Die Flussgöttin Mami Wata

3. Die Einführung der afrikanischen Religionssysteme in Brasilien

3.1. Der Sklavenhandel

3.2. Die indianischen Glaubensvorstellungen

3.3. Synkretismus der afrikanischen Religionen mit dem Katholizismus und Spiritismus

3.4. Die afroamerikanischen Religionen im heutigen Brasilien

4. Yemanjá als Beispiel religiösen Synkretismus

4.1.1. Kult der Yemanjá im heutigen Brasilien

4.1.2. Lieder für Yemanjá

4.2. Mythen der Yemanjá in Brasilien

4.2.1. Namen der Yemnajá

4.2.2. Synkretismus mit der indianischen Wassergöttin

4.2.3. Synkretismus mit der heiligen Maria

4.2.4. Umgang mit dem Ursrungsmythos in Brasilien

5. Popularität und Anziehungskraft der Yemanjá

5.1. Charakter der Yemanjá

5.2. Symbolik der Meerjungfrau

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Metamorphose der Wassergöttin Yemanjá während ihrer Translozierung von Westafrika nach Brasilien. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse des kulturellen und religiösen Wandels sowie der identitätsstiftenden Synkretisierungsprozesse, die Yemanjá zu einer zentralen Figur der afrobrasilianischen Kosmologie machten.

  • Ursprung und Transformation des Yemanjá-Mythos zwischen Afrika und der Neuen Welt.
  • Rolle der afrikanischen Götterwelt im Kontext von Sklavenhandel und Kolonialismus.
  • Religiöser Synkretismus zwischen afrikanischen Kulten, Katholizismus und indianischen Traditionen.
  • Symbolik der Yemanjá als "Mutter aller Wasser" und ihr archetypisches Bildnis als Meerjungfrau.
  • Einfluss des Kultes auf soziale Identität und Popularität im heutigen Brasilien.

Auszug aus dem Buch

2.1. Der Götterpantheon der Yoruba

Da ich in der Folge immer wieder auf die Yoruba zu sprechen werden kommen, will ich als erstes kurz auf ihre Religion und Kultur eingehen.

Die Yoruba waren schon vor der Kolonialzeit für ihre hochentwickelte Architektur und Stadtkultur bekannt. Ihre Stadtstaaten waren autonome Territorien, die Königen unterstanden, welche wiederum dem oni der Stadt Ife, dem geistigen Oberhaupt der Yoruba, tributpflichtig waren. Die Yoruba unterteilen sich in eine Vielzahl ethno-linguistischer Gruppen wie die Nagô, Egba, Abeokuta, Ijesha, Ijebu, Ketu, Ondo, Oyó, Ife und die Ibadan (Ramos,1947:53). Ihnen allen gemein war ihr mythologischer Schöpfer ‚Oduduwa‘ und der selbe mythologische Abstammungsort ‚Ilé Ifé‘ (= Haus in der Stadt Ifé). Das Universum der Yoruba ist erfüllt von Geistern jeder Art, und jedem dieser Orixá ist die Macht über ein Naturelement oder ein Wirkungsbereich zugeteilt. So wurde jeweils ein Orixá für Krankheiten, für Blitzschläge, für Regen, Tod und alle anderen Einflüsse ins Leben der Menschen verantwortlich gemacht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der Forschungsfrage und der Quellenlage zur Transformation der Yemanjá vom afrikanischen Kontext in die brasilianische Moderne.

2. Wassergöttinnen in Afrika: Analyse des Götterpantheons der Yoruba sowie spezifischer Flussgöttinnen wie Yemoya, Oyá, Oxum und der transkulturellen Figur der Mami Wata.

3. Die Einführung der afrikanischen Religionssysteme in Brasilien: Untersuchung der sozio-historischen Bedingungen, wie Sklavenhandel, Kontakt mit indianischen Glaubensvorstellungen und die synkretistische Verschmelzung mit dem Christentum.

4. Yemanjá als Beispiel religiösen Synkretismus: Detaillierte Betrachtung des Kults, der Mythen, der Namen sowie der Identifikation der Göttin mit der Jungfrau Maria in verschiedenen brasilianischen Regionen.

5. Popularität und Anziehungskraft der Yemanjá: Erörterung der ambivalenten Natur der Göttin als Lebensspenderin und Todesrichterin sowie die Symbolik ihres Bildnisses als Meerjungfrau.

6. Schlusswort: Resümee über die Komplexität der historischen Entwicklung und die Herausforderungen bei der Erforschung sich stetig wandelnder religiöser Traditionen.

Schlüsselwörter

Yemanjá, Orixá, Yoruba, Synkretismus, Brasilien, Candomblé, Umbanda, Sklavenhandel, Flussgöttin, Meerjungfrau, Mythologie, Mãe d’Agua, Religionstransfer, Kultgemeinschaft, Kulturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Wandlungsprozesse und den kulturellen Transfer der westafrikanischen Wassergöttin Yemanjá bei ihrem Übergang nach Brasilien.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben den Ursprüngen in Afrika stehen der Einfluss des Sklavenhandels, religiöser Synkretismus und die soziokulturelle Bedeutung des Kultes in Brasilien im Mittelpunkt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Metamorphose der Yemanjá zu entschlüsseln und zu erklären, warum diese Figur in der Neuen Welt eine deutlich gesteigerte Popularität erlangte.

Welche wissenschaftlichen Ansätze kommen zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgreifende Literaturanalyse von Mythen, Legenden sowie anthropologischen und religionswissenschaftlichen Studien über afrikanische Religionen.

Was ist der Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Identifikationen der Yemanjá, ihrer Rolle im brasilianischen Synkretismus und der symbolischen Bedeutung ihrer Darstellung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Yemanjá, Orixá, Synkretismus, Candomblé, Umbanda und die Metamorphose mythologischer Figuren.

Wie verändert der Synkretismus die Verehrung der Yemanjá im Vergleich zum Original?

Während sie in Afrika primär als Schutzgöttin spezifischer Flüsse verehrt wurde, wandelte sie sich in Brasilien zur Meeresgöttin und wurde stark mit katholischen Heiligenfiguren wie der Maria identifiziert.

Warum wird Yemanjá im Volksglauben teilweise mit Tod und Inzest verknüpft?

Diese Motive entstammen dem Yoruba-Ursprungsmythos und dienen im brasilianischen Kontext als symbolische Warnung und Ausdruck der ambivalenten Macht der Göttin, die sowohl Leben schenkt als auch den Tod bringen kann.

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Details

Title
Mythen und Kulte der Wassergöttin Yemanjá
College
University of Zurich  (Völkerkundemuseum)
Grade
sehr gut
Author
Silvia Schönenberger (Author)
Publication Year
2002
Pages
36
Catalog Number
V53032
ISBN (eBook)
9783638485913
ISBN (Book)
9783656795216
Language
German
Tags
Mythen Kulte Wassergöttin Yemanjá
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvia Schönenberger (Author), 2002, Mythen und Kulte der Wassergöttin Yemanjá, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53032
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