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Schlüsselqualifikationen fördern. Methode: Fallstudien in den Wirtschaftsfächern der bayerischen Realschule.

Title: Schlüsselqualifikationen fördern. Methode: Fallstudien in den Wirtschaftsfächern der bayerischen Realschule.

Examination Thesis , 2006 , 122 Pages , Grade: 1

Autor:in: Oliver Burkert (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Schlüsselqualifikationen sind solche Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einstellungen, über die jeder Mensch in unserer modernen Gesellschaft am Ende seiner Schulzeit verfügen sollte, um in seiner gegenwärtigen und künftigen Lebenswelt dauerhaft und erfolgreich bestehen zu können. Sie gelten als unabdingbares Muss zur Lebensbewältigung im privaten, gesellschaftlichen und beruflichen Bereich.

Gerade im Beschäftigungssystem lässt sich das sehr gut erkennen: Suchen Unternehmen nach neuen Mitarbeitern, so enthalten die Anforderungsprofile an die Bewerber ganz unabhängig von der Art und Funktion des Arbeitsplatzes neben der Forderung nach fachspezifischen Qualifikationen auch einen deutlichen Hinweis auf ein bestimmtes Potenzial an Schlüsselqualifikationen. Diese Basiskompetenzen sind fixer Bestandteil der Einstellungsvoraussetzungen. Vielmehr noch: bei gleichen fachlichen Voraussetzungen entscheidet oftmals die Ausprägung der Schlüsselqualifikation über die Bewerberauswahl. Viele Unternehmer klagen allerdings über die mangelnde Ausstattung ihrer Mitarbeiter mit Schlüsselqualifikationen. Besonders bei Auszubildenden bzw. Schulabgängern, die am Anfang ihres Berufslebens stehen, sei dies festzustellen. Im Oktober 2005 kritisierte H.-E. SCHLEYER, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, in einer Stellungnahme über die bisherigen Ergebnisse des von der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder und verschiedenen Wirtschaftsverbänden initiierten Ausbildungspaktes „die mangelnde Ausbildungsreife vieler Jugendlicher“ (Financial Times Deutschland: 12.10.2005): rund 100.000 junge Leute verließen jährlich die Schule ohne Abschluss, weitere 100.000 verfügen nur in geringem Maße über Schlüsselqualifikationen (vgl. ebd.). Internationale Schulvergleichsstudien wie PISA (Program for International Student Assessment) oder TIMSS (Third International Mathematics and Science Study) bestätigen diesen Trend. Deutschen Schülern fehlt es u. a. an Lesekompetenz, an Kreativität sowie an Problemlöse- und Transferfähigkeit (vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung 2001: 11ff.; Pisa-Konsortium Deutschland 2005: 5ff.). [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Förderung von Schlüsselqualifikationen in der bayerischen Realschule

1.1 Qualifizierung durch Schlüsselqualifikationen

1.1.1 Die Qualifikationsfunktion der Schule

1.1.2 Die Notwendigkeit der Förderung von Schlüsselqualifikationen

1.2 Das Konzept der Schlüsselqualifikationen

1.2.1 Ursprüngliche Konzepte

1.2.2 Aktuelles Verständnis von Schlüsselqualifikationen

1.3 Schlüsselqualifikationen im Bildungs- und Erziehungsauftrag der bayerischen Realschule

2. Handlungsorientierung in den Wirtschaftsfächern der Realschule durch Simulationen

2.1 Das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts

2.1.1 Begriffsbestimmung

2.1.2 Merkmale

2.1.3 Handlungsorientiertes Lernen als schlüsselqualifikatorisch wirksames Lernen

2.2 Simulationen im ökonomischen Unterricht

2.2.1 Ökonomischer Unterricht und Handlungsorientierung

2.2.2 Simulative Unterrichtsverfahren

2.2.3 Fallstudie, Rollenspiel und Planspiel im Vergleich

3. Grundlagen der Fallstudiendidaktik

3.1 Das Wesen der Fallstudie

3.1.1 Intentionen

3.1.2 Varianten

3.2 Historische Entwicklung und aktuelle Bedeutung der Fallstudie im Unterricht

3.2.1 Hochschuldidaktischer Ursprung

3.2.2 Fallstudien in allgemeinbildenden Schulen

3.3 Der entscheidungstheoretische Hintergrund der Fallmethode

3.3.1 Der Prozess der Entscheidungsfindung

3.3.2 Konsequenzen für den Unterricht

4. Fallstudien in der Unterrichtspraxis

4.1 Die Konstruktion von Fällen

4.1.1 Das Spannungsfeld der Fallkonstruktion

4.1.2 Die sprachliche und grafische Gestaltung von Fällen

4.2 Die Artikulation der Fallstudie

4.2.1 Konfrontation

4.2.2 Information

4.2.3 Exploration

4.2.4 Resolution

4.2.5 Disputation

4.2.6 Kollation

4.3 Kritische Analyse

4.3.1 Ausgewählte Probleme auf Lehrer- und Schülerseite

4.3.2 Kritik am Konzept der Fallstudie

4.3.3 Ist die Fallstudie eine Simulation?

5. Unterrichtsbeispiel: Standortwahl

5.1 Didaktische Analyse

5.1.1 Einbettung des Themas

5.1.2 Lernziele

5.2 Methodische Analyse

5.2.1 Methodischer Weg

5.2.2 Möglicher Ausstieg, Reservestoff und Übungsmöglichkeiten

5.3 Unterrichtsverlauf

5.4 Evaluation

5.5 Unterrichtsmaterialien

6. Unterrichtsbeispiel: Geldanlage

6.1 Didaktische Analyse

6.1.1 Einbettung des Themas

6.1.2 Lernziele

6.2 Methodische Analyse

6.2.1 Methodischer Weg

6.2.2 Möglicher Ausstieg, Reservestoff und Übungsmöglichkeiten

6.3 Unterrichtsverlauf

6.4 Evaluation

6.5 Unterrichtsmaterialien

7. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Fallstudie als methodische Großform zur gezielten Förderung von Schlüsselqualifikationen in den wirtschaftswissenschaftlichen Unterrichtsfächern der bayerischen Realschule zu untersuchen und praktisch anzuwenden.

  • Bedeutung und Konzept von Schlüsselqualifikationen im Schulkontext.
  • Umsetzung handlungsorientierten Unterrichts durch Simulationen.
  • Theoretische Grundlagen und Konstruktionsprinzipien der Fallstudiendidaktik.
  • Praktische Erprobung und Evaluation von Unterrichtsentwürfen zu den Themen "Standortwahl" und "Geldanlage".

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Der Prozess der Entscheidungsfindung

Mit der Fallmethode lassen sich viele, aber nicht alle Schlüsselqualifikationen fördern. Das Hauptgewicht liegt allerdings auf dem Ausbau von Entscheidungs- und Problemlösekompetenz.

Entscheidungskompetenz umfasst das Beherrschen des für die jeweilige Entscheidungssituation erforderlichen Fachwissens, kombiniert mit Erfahrungswissen aus ähnlichen Situationen, Risikobereitschaft, Intuition, Entscheidungsverantwortung, Entscheidungsfreude, aber auch Entscheidungstechniken und -regeln. Eng verknüpft mit der Entscheidungskompetenz ist die Problemlösekompetenz. Sie beinhaltet ebenso situatives Fach- und Erfahrungswissen, Fähigkeiten der Problemwahrnehmung, -formulierung und -strukturierung, Problemlöseregeln und -techniken sowie Phantasie, Intuition, Leistungsbereitschaft und Motivation. Probleme zu erkennen und zu lösen ist Voraussetzung für das Entscheiden.

Der Mensch befindet sich permanent in Situationen, in denen ihm Entscheidungen abverlangt werden. Entscheidungssituationen „sind Grundsituationen menschlichen Lebens“. Die Konsequenzen von Entscheidungen können einerseits weitgehend nebensächlich sein und keinen großen Einfluss auf den weiteren Lebensweg der entscheidenden Person haben. Andere Entscheidungen hingegen wirken sich massiv auf das weitere Leben eines Menschen aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Förderung von Schlüsselqualifikationen in der bayerischen Realschule: Dieses Kapitel erläutert die Qualifikationsfunktion der Schule und definiert Schlüsselqualifikationen als notwendige Basiskompetenzen für das Berufs- und Privatleben.

2. Handlungsorientierung in den Wirtschaftsfächern der Realschule durch Simulationen: Hier wird das Konzept des handlungsorientierten Unterrichts als Alternative zum Frontalunterricht vorgestellt und die Rolle von Simulationen wie Fallstudien, Rollenspielen und Planspielen diskutiert.

3. Grundlagen der Fallstudiendidaktik: Dieses Kapitel beschreibt das Wesen, die historischen Ursprünge und die entscheidungstheoretischen Hintergründe der Fallmethode.

4. Fallstudien in der Unterrichtspraxis: Es werden Kriterien zur Konstruktion von Fällen sowie der idealtypische Artikulationsverlauf einer Fallstudie (Konfrontation, Information, Exploration, Resolution, Disputation, Kollation) dargestellt.

5. Unterrichtsbeispiel: Standortwahl: Der Verfasser präsentiert einen konkreten Unterrichtsentwurf samt Evaluation für die 7. Jahrgangsstufe im Fach Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen.

6. Unterrichtsbeispiel: Geldanlage: Dieses Kapitel enthält einen Unterrichtsentwurf und eine Evaluation zur Thematik der Geldanlage in Wertpapieren für die 9. Jahrgangsstufe im Fach Wirtschaft & Recht.

7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert kritisch über den Nutzen der Fallstudie als Instrument zur Förderung von Entscheidungsfähigkeit.

Schlüsselwörter

Schlüsselqualifikationen, Fallstudie, Handlungsorientierung, Entscheidungskompetenz, Problemlösefähigkeit, Realschule, Wirtschaftsfächer, Simulation, Unterrichtsmethode, Handlungskompetenz, Fallkonstruktion, Artikulation, Standortwahl, Geldanlage.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptanliegen der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie durch die Methode der Fallstudie in wirtschaftswissenschaftlichen Fächern der bayerischen Realschule Schlüsselqualifikationen gefördert werden können.

Welche Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Themen sind Schlüsselqualifikationen, handlungsorientierter Unterricht, die methodische Artikulation von Fallstudien sowie deren praktische Anwendung in Form von Unterrichtsversuchen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Lehrern aufzuzeigen, wie Fallstudien als handlungsorientierte Simulationsmethode theoretisch fundiert und praktisch umgesetzt werden können, um Handlungskompetenz bei Schülern aufzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird eingesetzt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse sowie der praktischen Durchführung und Evaluation von zwei konkreten Unterrichtsversuchen an einer Staatlichen Realschule.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Schlüsselqualifikationen, Handlungsorientierung und Fallstudiendidaktik sowie die Dokumentation der beiden Unterrichtsbeispiele "Standortwahl" und "Geldanlage".

Welche Schlüsselbegriffe prägen den Inhalt?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fallstudie, Handlungsorientierung, Schlüsselqualifikationen, Entscheidungskompetenz und didaktische Analyse charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Fallstudie vom Planspiel?

Während Planspiele dynamische Strategiespiele sind, die einen längeren Zeitraum abdecken, sind Fallstudien zeitpunktbezogen und basieren in der Regel auf realen, problembehafteten Situationen aus der Wirtschaftspraxis.

Welche Rolle spielt die "Kollationsphase"?

In dieser Phase vergleichen die Schüler ihre erarbeitete Lösung mit der Entscheidung, die in der ökonomischen Realität tatsächlich getroffen wurde, um so ein kritisches Verständnis für die Komplexität realer Entscheidungsprozesse zu gewinnen.

Warum wird in den Unterrichtsbeispielen eine "Entscheidungsmatrix" verwendet?

Die Matrix dient der Formalisierung und Rationalisierung der Entscheidungsfindung, indem Vor- und Nachteile sowie Konsequenzen der Alternativen tabellarisch gegenübergestellt werden.

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Details

Title
Schlüsselqualifikationen fördern. Methode: Fallstudien in den Wirtschaftsfächern der bayerischen Realschule.
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Wirtschaftswissenschaft)
Grade
1
Author
Oliver Burkert (Author)
Publication Year
2006
Pages
122
Catalog Number
V53082
ISBN (eBook)
9783638486248
ISBN (Book)
9783656783527
Language
German
Tags
Förderung Schlüsselqualifikationen Fallstudien Wirtschaftsfächern Realschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Burkert (Author), 2006, Schlüsselqualifikationen fördern. Methode: Fallstudien in den Wirtschaftsfächern der bayerischen Realschule., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53082
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