Was macht den Reiz von Phantastischer Kinder- und Jugendliteratur aus? Warum sind Harry Potter und co. so beliebt bei unseren Kindern? Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesen und anderen Fragen. Unter anderem wird Carsten Gansels Modell zur phantastischen Literatur zur Klärung der Fragen hinzugezogen und eine Umsetzung im Literaturunterricht anhand des Buches "Die Medlevinger" von Kirsten Boie versucht.
Inhaltsverzeichnis
1 „Die Medlevinger – ein Überblick
2 Phantastische Kinder- und Jugendliteratur im Fokus unserer Zeit
2.1 Eine theoretische Überlegung: phantastische Literatur, Fantasy oder nur phantastisches Element?
2.2 Die Grundmodelle nach Gansel
2.3 Einordnung der Medlevinger nach Gansels Grundmodellen
2.4 Reiz des Phantastischen
3 Die Medlevinger in der Schule
3.1 Phantastische Elemente und intertextuelle Bezüge
3.2 Überlegungen zu den Medlevingern – Verbindungen zum Alltag der Schüler
3.3 Möglichkeiten der Umsetzung
4 Schlussbemerkung
5 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Lehrkräfte die Anziehungskraft phantastischer Literatur nutzen können, um Lernziele im Literaturunterricht zu erreichen und Kinder für die Arbeit an einem Buch zu motivieren. Dabei wird analysiert, wie komplexe phantastische Werke für den Grundschulkontext aufbereitet werden können, um auch leseschwächere Schüler einzubinden.
- Analyse der Gattung phantastische Kinder- und Jugendliteratur
- Einordnung des Romans „Die Medlevinger“ nach theoretischen Grundmodellen
- Verknüpfung von Literaturinhalten mit dem Alltag und den Lebenswelten von Schülern
- Entwicklung didaktischer Konzepte für den Einsatz von Ganzschriften im Unterricht
- Förderung der „Ich-Stärkung“ und Lesemotivation bei Kindern
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Grundmodelle nach Gansel
Carsten Gansel teilt phantastische Literatur in seinen Erläuterungen in drei Grundmodelle ein. Dabei schaut er sich die Herkunft bzw. den Ursprung des Phantastischen in dem vorliegenden Text an, sowie dessen Verbindung zur real-fiktiven Welt.
Gansels Modell A umfasst den Einbruch phantastischer Elemente in die real-fiktive Welt. Zu Grundmodell A zählt Gansel Erzählungen, in denen ein phantastisches Element, etwa Bewohner einer anderen Welt, in die real-fiktive Welt eintritt. Als Beispiel für einen solchen Text kann „Hannahs Gespenst“ genannt werden. In diesem Buch wird das Mädchen Hannah plötzlich von einem ungewöhnlichen Gespenst verfolgt. Wichtig ist bei Modell A, dass der Leser den Ursprung des Einbruchs nicht auf Anhieb erkennt. Das phantastische Element ist einfach da, ohne dass ein Weg aufgezeigt wird, wie es gekommen ist oder wie es wieder geht.
Dagegen fasst Carsten Gansel unter Grundmodell B Texte, in denen real-fiktive Elemente durch eine Schleuse bzw. einen Durchgang in eine phantastische Welt eintreten können und umgekehrt. Die Möglichkeiten des Übergangs in die phantastische Welt lässt sich unterscheiden in die eben genannten Formen „Schleuse“ und „Durchgang“. Eine „Schleuse“ liegt dann vor, wenn die Person oder das Tier bzw. das phantastische Element unfreiwillig in die andere Welt hineingezogen wird. Als Beispiel für einen solchen Text lässt sich das Buch „Die Helden von Muddelerde“ von Paul Steward nennen, in dem ein Junge bei einem Spaziergang durch ein Erdloch in die Welt „Muddelerde“ gezogen wird. Auch „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll lässt sich dieser Kategorie zuordnen. Der „Durchgang“ bezeichnet den Fall, wenn sich die Person mehr oder weniger bewusst durch einen zum Beispiel eine Tür oder ein Tor in die andere Welt begibt. Dies ist zum Beispiel der Fall bei „Der König von Narnia“ von C. S. Lewis, wo sich das Mädchen Lucy bewusst auf den Weg durch einen großen Schrank macht, jedoch ohne zu wissen, was sie erwartet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 „Die Medlevinger – ein Überblick: Einführung in die Handlung des Romans von Kirsten Boie und Vorstellung der zentralen Charaktere sowie der Autorin.
2 Phantastische Kinder- und Jugendliteratur im Fokus unserer Zeit: Theoretische Abgrenzung der Phantastik von anderen Gattungen und Erläuterung der Relevanz für junge Leser.
2.1 Eine theoretische Überlegung: phantastische Literatur, Fantasy oder nur phantastisches Element?: Differenzierung zwischen den Begriffen Phantastik, Fantasy und Erzählungen mit phantastischen Elementen anhand fachwissenschaftlicher Ansätze.
2.2 Die Grundmodelle nach Gansel: Vorstellung der drei Grundmodelle nach Carsten Gansel zur Einordnung phantastischer Literatur.
2.3 Einordnung der Medlevinger nach Gansels Grundmodellen: Anwendung der theoretischen Modelle auf den Roman „Die Medlevinger“.
2.4 Reiz des Phantastischen: Untersuchung der motivationspsychologischen Faktoren, die phantastische Geschichten für Kinder und Jugendliche attraktiv machen.
3 Die Medlevinger in der Schule: Darstellung didaktischer Anwendungsmöglichkeiten und Verknüpfungen zum Unterricht.
3.1 Phantastische Elemente und intertextuelle Bezüge: Analyse spezifischer im Buch enthaltener phantastischer Motive und biblischer Bezüge.
3.2 Überlegungen zu den Medlevingern – Verbindungen zum Alltag der Schüler: Untersuchung, wie die sozialen Themen des Buches an die Lebenswelt der Kinder anknüpfen.
3.3 Möglichkeiten der Umsetzung: Ausblick auf die im Folgenden vorgestellte Unterrichtseinheit.
4 Schlussbemerkung: Resümee über die Bedeutung der Leseförderung und den Einsatz von Ganzschriften.
5 Anhang: Detaillierte Unterrichtsplanungen für ausgewählte Stunden.
Schlüsselwörter
Phantastische Literatur, Kinder- und Jugendliteratur, Kirsten Boie, Die Medlevinger, Literaturunterricht, Lesemotivation, Ordnungskonflikt, Carsten Gansel, Grundschule, Ganzschrift, Intertextualität, Ich-Stärkung, Didaktik, Initiationsritual, Unterrichtsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit dem Potenzial phantastischer Kinder- und Jugendliteratur im Unterricht, exemplifiziert am Roman „Die Medlevinger“ von Kirsten Boie.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Roman?
Zentral sind der Konflikt zwischen den Medlevingern und Menschen, die Suche nach Identität, Pubertätsthemen sowie soziale Alltagsprobleme wie Familienstrukturen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin der Arbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch den Einsatz phantastischer Literatur die Lesefreude wecken und die „Ich-Stärkung“ der Schüler unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Entwicklung einer methodisch-didaktischen Unterrichtseinheit für die vierte Klasse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung des Werkes (nach Gansel), eine Analyse der phantastischen Elemente und deren Reiz sowie die didaktische Aufbereitung für den Schulalltag.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Besonders prägend sind Begriffe wie phantastische Kinderliteratur, Leseförderung, Didaktik und die Verknüpfung von Alltagswelt und Fiktion.
Wie werden die „Medlevinger“ in Gansels Grundmodelle eingeordnet?
Die Arbeit ordnet das Buch primär dem Grundmodell B („Durchgang“ zwischen zwei Welten) zu, diskutiert jedoch aufgrund der spezifischen Erdlöcher auch die Abgrenzung zu anderen Modellen.
Welche Bedeutung haben die „L-Feen“ in diesem Zusammenhang?
Die L-Feen dienen als Beispiel für phantastische Elemente im Buch, die durch ein Initiationsritual – den Erhalt eines Gürtels – ihre besonderen Fähigkeiten entfalten.
Wie verknüpft die Autorin den Roman mit der biblischen Geschichte von Kain und Abel?
Der intertextuelle Bezug wird als Ansatzpunkt genutzt, um im Unterricht über Themen wie Eifersucht, Rache und die Verantwortung für das eigene Handeln zu sprechen, ohne dabei in eine rein moralisierende Lehre zu verfallen.
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- Jasmin Crone (Author), 2005, Die Medlevinger - Phantastische Kinder- und Jugendliteratur im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53092