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Putzarten und deren farbliche Fassungen auf konstruktiven Lehmuntergruenden in der Bausanierung und im Neubau

Title: Putzarten und deren farbliche Fassungen auf konstruktiven Lehmuntergruenden in der Bausanierung und im Neubau

Examination Thesis , 2005 , 134 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Romeo Nürnberg (Author)

Engineering - Civil Engineering
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Summary Excerpt Details

Lehm und Kalk ist einer der ältesten Baustoffe der Menschheit - und zählt deshalb zu jenen, die bis heute lange und gründlich erprobt wurden. Schon vor Jahrtausenden hat man die Technik erfunden, mit mineralischen Bindemitteln und damals verfügbaren Zuschlägen das Aussehen von Fassaden und Innenräumen zu verschönern. Unter historischen Putzarten werden im Allgemeinen solche Putzmischungen verstanden, die etwa bis zur Entwicklung und Anwendung von Kunstharz- und Siliconharzputz verwendet wurden. Zeitlich eingegrenzt bedeutet dies etwa bis zum Anfang der 50er Jahre. Lehm, Ton und Flussschlamm sind die ältesten Baustoffe zur Putzherstellung. Durch die Zubereitung z.B. durch Wasserzusatz und Schlämmen, die leichte Verarbeitbarkeit mit den Händen und mit Holzwerkzeug war die Herstellung von Putz einfach. Aufgrund ihrer arbeitstechnischen Eigenschaften wurde dieser Naturputz zum Glätten von Wänden verwendet.

Noch vor wenigen Jahren interessierten sich neben Denkmalpflegern nur äußerst ökologisch überzeugte Bauherren für Lehm- und Kalkputz. Inzwischen sind feuchtigkeitsregulierende Innenputzarten längst aus der „Ökonische“ hervorgetreten. Immer häufiger trifft man nicht nur in historischen Gebäuden auf Lehmputz, sondern auch im modernen Neubau auf Wände, welche mit Lehm- und Kalkputz verputzt sind. Worauf ist diese „Renaissance“ zurückzuführen?

Während Lehmputz von unseren Vorfahren wegen der leichten Verfügbarkeit und seiner geringen Kosten angewandt wurde, beeinflussen heute raumklimatische und immer öfter auch ästhetische Argumente die Entscheidung für diese natürliche Wandbeschichtung. Lehm wird mit verhältnismäßig wenig Energieeinsatz gewonnen, ist vielerorts regional vorhanden und löst keine Allergien aus. Seine herausragende Eigenschaft als Feuchtepuffer macht ihn für moderne Wohn- und Bürobauten interessant. Fassaden aus Glas und Wellaluminium sind heute im Gewerbebau häufig anzutreffen. Im Wohnungsbau werden Innenräume immer häufiger mit Trockenbauelementen ausgebildet. Sind keine massiven Wände vorhanden, so entsteht für die Nutzer ein problematisches Raumklima. Beim Heizen im Winter fehlt der natürliche Wärmespeicher und die Luftfeuchtigkeit ist zu niedrig. Hier liegt die Chance für konstruktive Lehmuntergründe und Lehmputz bzw. neben Kalk- putz als dekoratives und funktionelles Element. Lehm und Kalk nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Vom traditionellen Fachwerkbau sind diese Erfahrungen bekannt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. LEHMPUTZ

1.1 Allgemeine Zusammenhänge und Eigenschaften

1.1.1 Zur allgemeinen Beschreibung und Zusammensetzung früher und heute

1.1.2 Zu den Besonderheiten durch Zusatzmittel und Zuschlagstoffe

1.1.2.1 Zu den Zuschlagstoffen

1.1.2.2 Zu den Zusatzmitteln

1.1.3 Physikalische und chemische Eigenschaften eines Lehmputzes

1.1.3.1 zur chemischen Beschaffenheit der Grundbestandteile eines Lehmputzes

1.1.3.2 Zum Trockenschwund

1.1.3.3 Zur Abriebfestigkeit

1.1.3.4 Zur Druckfestigkeit

1.1.3.5 Zur Biegezugfestigkeit

1.1.3.6 Zur Diffusion von Luftfeuchtigkeit / Raumklima

1.1.3.7 Zum Brandverhalten

1.1.4 Konstruktive Schlussfolgerung aus den Eigenschaften

1.1.4.1 Plastisches Gestalten mit Lehmputz

1.1.4.2 Kantenschutz

1.2 Unterscheidung der Lehmputzarten

1.2.1 Unterscheidung der Lehmputzarten nach der Rohdichte

1.2.2 Unterscheidung nach Zuschlagstoffen früher und heute

1.2.3 Eingruppierung des Lehmputzes nach der Verarbeitungsweise früher und heute

1.2.4 Eingruppierung des Lehmputzes nach dem Bearbeitungsverfahrer früher und heute

1.2.5 Eingruppierung des Lehmputzes nach der Anwendung

1.2.5.1 Zu Lehmaußenputz

1.2.5.2 Zu Lehminnenputz

1.3 Vorbehandlung der zu verputzenden Lehmoberflächen

1.3.1 Zu den Voraussetzungen

1.3.2 Vorbehandlung von konstruktiven Lehmuntergründen

1.3.3 Allgemeine Regeln zum Aufbringen des Putzes auf Lehmwände

1.3.3.1 Zur Armierung

1.3.3.2 Praxisbewährte Putzaufbauten im Neubau

1.4 Lehmputz auf Trägerschicht in Abhängigkeit von der Schichtdicke

1.4.1 Putzträgerarten

1.4.2 Zur Ausführung

1.5 Zu Schäden an Lehmputz

1.6 Arbeitstechniken früher und heute

1.6.1 Vergleich historischer und moderner Lehmputz

1.6.2 Einsatzmöglichkeiten im Hinblick auf die Besonderheiten des Standortes

1.6.2.1 Zum Außenraumklima / Regionale Abhängigkeit

1.6.2.2 Zum Innenraumklima

2 KALKPUTZ

2.1 Allgemeine Zusammenhänge und Eigenschaften

2.1.1 Zur allgemeinen Beschreibung und Zusammensetzung früher und heute

2.1.2 Zu den Besonderheiten durch Zusatzmittel und Zusatzstoffe

2.1.3 Physikalische und chemische Eigenschaften

2.2 Einteilung des Kalkputzes

2.2.1 Einteilung nach Mörtelgruppen

2.2.2 Einteilung nach Bindemittel

2.2.3 Einteilung nach Zuschlagstoffen

2.2.4 Einteilung nach den Bearbeitungsverfahren früher und heute

2.2.5 Einteilung nach der Anwendung innen/außen

2.2.6 Einteilung nach der Erhärtung und der Trocknung

2.3 Kalkputz auf Trägerschicht in Abhängigkeit von der Schichtdicke

2.3.1 Putzträgerarten

2.3.2 Zur Ausführung

2.4 Schäden an Kalkputz

2.4.1 Zu Rissbildungen

2.4.1.1 Haarrisse

2.4.1.2 Netzrisse

2.4.1.3 Fugenrisse

2.4.2 Zu sonstigen Schäden

2.5 Arbeitstechniken früher und heute

2.5.1 Vergleich historischer und moderner Kalkputzmischungen

2.5.2 Einsatzmöglichkeiten im Hinblick auf die Besonderheiten des Standortes

2.5.2.1 Zum Außenraumklima

2.5.2.2 Zum Innenraumklima

3. ANSTRICHE

3.1 Faktoren vor einer Beschichtung allgemein

3.1.1 Grundanstrichstoffe und Eindringtiefe

3.1.2 Abstimmung Grundanstrich und Beschichtungsstoff

3.1.3 Beanspruchungsgruppen

3.2 Untergrundprüfungen eines unbeschichteten Lehmputzes vor einer Beschichtung mit geeigneten Anstrichstoffen

3.3 Untergrundprüfungen eines unbeschichteten Kalkputzes vor einer Beschichtung mit geeigneten Anstrichstoffen

3.4 Beschichtungen auf Lehm- und Kalkputz

3.4.1 Putzvorbehandlung

3.4.1.2 Reinigung

3.4.1.3 chemische Vorbereitung (Kalkputz)

3.5 Geeignete Beschichtungssysteme für Lehm, -und Kalkputz (Auswahl)

3.5.1 anorganische Bindemittel

3.5.1.1 Zu Kalkfarben

3.5.1.2 Zu Silikatfarben

3.5.2 organische Bindemittel

3.5.2.1 Kasein

3.5.2.2 Leimfarbe

3.5.2.3 Dispersionsfarbe

3.5.2.4 Bitumen

3.5.2.5 Hydrophobierungsmittel

3.5.3 Zusammenfassung

4. ZU HISTORISCHEN UND MODERNEN ANSTRICHREZEPTUREN

4.1 Kalkanstriche

4.2 Kalkkaseinanstriche

4.3 Moderne Kaseinwandfarbe

4.4 Lehmfarbe

5. ZUR AUSFÜHRUNG

6. ZU DEN INSTANDHALTUNGSINTERVALLEN

7. RESÜMEE

7.1 Grenzen und Möglichkeiten unserer heutigen Zeit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einsatz von Lehm- und Kalkputzen als natürliche Wandbeschichtungen sowohl in der Bausanierung als auch im modernen Neubau. Dabei steht die baubiologische und raumklimatische Eignung dieser Materialien im Mittelpunkt, wobei die spezifischen Anforderungen an Untergrundvorbehandlung, Putzaufbau und geeignete Beschichtungssysteme kritisch analysiert werden, um eine dauerhafte Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.

  • Bauphysikalische Eigenschaften und ökologische Vorteile von Lehm- und Kalkputz.
  • Techniken der Untergrundvorbehandlung und Ausführung bei verschiedenen Konstruktionen.
  • Untersuchung von Schadensbildern sowie Möglichkeiten der Instandsetzung.
  • Vergleich historischer Anstrichrezepturen mit modernen Systemen.
  • Analyse von Beschichtungsmöglichkeiten und deren Einfluss auf das Raumklima.

Auszug aus dem Buch

1.1.2.1 Zu den Zuschlagstoffen

Mineralische Zuschläge hatten früher und haben auch heute noch hauptsächlich die Aufgabe, den Lehmputz abzumagern. In den letzten Jahren werden aber vermehrt geblähte mineralische Zuschläge dem Lehmputz zugegeben, um die dämmenden Eigenschaften des Lehmputzes zu verbessern. Ein Vergleich anhand der verwendeten Zuschlagstoffe früher und heute ist auch nach umfassender Recherche in Literatur, Befragungen von Verarbeitern und verschiedenen Herstellern nur bedingt möglich. Nach Aussagen dieser, werden die üblichen Zuschläge die früher eingesetzt wurden, auch heute noch verwendet, da man wie oben schon beschrieben, Zertifizierungen anstrebt, die den ökologischen Lehmputz mit den geforderten Eigenschaften garantieren. Dies bezieht sich auch auf die Zusammenstellungen der Rezepturen, die in Mengenverhältnissen oder Art des Zuschlagstoffes nicht immer gleich sind und nach Einsatzgebiet oder verarbeitungstechnisch unterschieden werden. Selbstverständlich beeinflusst die Art und Menge der Zuschläge die Eigenschaften des Lehmputzes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. LEHMPUTZ: Dieses Kapitel erläutert die baubiologischen Eigenschaften und technischen Anforderungen an Lehmputz, einschließlich der Materialaufbereitung, Anwendungsmöglichkeiten und Konstruktionsdetails.

2 KALKPUTZ: Hier werden die chemischen und physikalischen Grundlagen sowie die spezifischen Verarbeitungsweisen von Kalkmörteln in der Sanierung und im Neubau detailliert beschrieben.

3. ANSTRICHE: Dieses Kapitel widmet sich der systematischen Auswahl geeigneter Anstrichstoffe unter Berücksichtigung der Untergrundbeschaffenheit und Beanspruchungsgruppen.

4. ZU HISTORISCHEN UND MODERNEN ANSTRICHREZEPTUREN: Der Abschnitt bietet eine praxisorientierte Übersicht bewährter Anstrichrezepturen, die von traditionellen Verfahren bis hin zu modernen Anwendungen reichen.

5. ZUR AUSFÜHRUNG: Dieses Kapitel befasst sich mit der praktischen handwerklichen Anwendung und den Arbeitsschritten für die verschiedenen Beschichtungssysteme.

6. ZU DEN INSTANDHALTUNGSINTERVALLEN: Dieser Teil beschreibt, warum regelmäßige Inspektionen und Instandhaltungsmaßnahmen essenziell für die Langlebigkeit von Putz und Anstrich sind.

7. RESÜMEE: Das Fazit fasst die Bedeutung von Lehm- und Kalkputzen zusammen und betont die Notwendigkeit von handwerklichem Fachwissen bei der Anwendung dieser natürlichen Materialien.

Schlüsselwörter

Lehmputz, Kalkputz, Bausanierung, Baubiologie, Putzträger, Oberflächenbeschichtung, Raumklima, Instandhaltung, Anstrichrezeptur, Diffusion, Kalkfarbe, Silikatfarbe, Lehmbau, Zuschlagstoffe, Fassadenschutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die wissenschaftliche Hausarbeit behandelt die Materialeigenschaften, Verarbeitungstechniken und Anwendungsmöglichkeiten von Lehm- und Kalkputzen sowie deren Oberflächenbeschichtungen in der Bausanierung und im Neubau.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die bauphysikalische Bewertung von Naturputzen, die Untergrundvorbehandlung, die Fehleranalyse bei Schäden sowie die Auswahl und Applikation geeigneter Anstriche.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, dem interessierten Nutzer und Verarbeiter fundiertes Wissen über die ökologische Wandgestaltung zu vermitteln und Kriterien für eine schadensfreie und langlebige Ausführung festzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Auswertung praktischer Erfahrungen von Handwerkern und der Zusammenführung wissenschaftlicher Daten aus einschlägigen Forschungslaboren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse von Lehm- und Kalkputz, die spezifischen Anstrichtechniken und historische sowie moderne Rezepturen für die Oberflächenbehandlung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Lehm- und Kalkputz auch Diffusion, Sorptionsfähigkeit, Untergrundvorbehandlung, Putzträger sowie verschiedene Anstrichsysteme wie Kasein- oder Silikatfarben.

Wie wirkt sich die Lehmputz-Zusammensetzung auf die Rissbildung aus?

Ein zu hoher Tonanteil macht den Putz „fett“, was zu einem erhöhten Trockenschwindmaß und Rissen führt; dies wird durch Zugabe von grobem Sand oder Fasern als Zuschlag abgemildert.

Warum ist die Wahl des Bindemittels bei historischen Gebäuden so kritisch?

Historische Gebäude benötigen eine bauphysikalische Harmonisierung, bei der die Diffusionsoffenheit der Putze und Farben gewahrt bleiben muss, um Schäden durch Feuchtestau oder Spannungsrisse zu vermeiden.

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Details

Title
Putzarten und deren farbliche Fassungen auf konstruktiven Lehmuntergruenden in der Bausanierung und im Neubau
College
University of Weimar
Grade
1,7
Author
Romeo Nürnberg (Author)
Publication Year
2005
Pages
134
Catalog Number
V53111
ISBN (eBook)
9783638486453
ISBN (Book)
9783656812104
Language
German
Tags
Putzarten Fassungen Lehmuntergruenden Bausanierung Neubau
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Romeo Nürnberg (Author), 2005, Putzarten und deren farbliche Fassungen auf konstruktiven Lehmuntergruenden in der Bausanierung und im Neubau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53111
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