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Förderung der Zweitsprache Deutsch: Schlüssel zu höherer Bildung von Migrantenkindern

Title: Förderung der Zweitsprache Deutsch: Schlüssel zu höherer Bildung von Migrantenkindern

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Catherine Kimmle (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Die vorliegende Seminararbeit ist entstanden im Rahmen des Hauptseminars „Perspektiven und Forschungsfelder der Bildungssoziologie“ am Soziologischen Institut der Universität Heidelberg. Das gewählte Thema dieser Arbeit soll als Schnittstelle meiner beiden Studiengänge Germanistik und Soziologie fungieren, angeregt durch das Thema meines Referats in diesem Seminar, die „PISA-Studie“. Indem diese das erschreckende Ergebnis brachte, dass gerade in Deutschland immer noch die soziale Herkunft über den Schulerfolg und damit die Zukunft eines Menschen entscheidet, verbunden mit der Erkenntnis, dass Lesekompetenz der Schlüssel zu Schulerfolg, intellektueller Entwicklung und damit Teilhabe am modernen gesellschaftlichen Leben bedeutet - zwei im ersten Moment nur mittelbar zusammenhängende Einsichten - versuchte ich diese beiden Aspekte in einen Zusammenhang zu stellen. Es darf angenommen werden, dass alle in Deutschland am Sprach- und Bildungserwerb Beteiligten Mehrsprachigkeit positiv und als etwas im gesamtgesellschaftlichen Interesse Erstrebenswertes betrachten. Dabei stellt sich jedoch die Frage, welche sozialen Problemlagen und sprachlichen Ideologien behindern oder verzerren den Erwerb von und den Umgang mit Mehrsprachigkeit? Einerseits ist der Erwerb von Fremdsprachen durchweg positiv konnotiert, andererseits wird Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer eher als Hindernis denn als Chance angesehen.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Migrantenkinder und Sprachbarrieren im deutschen Bildungswesen

2. Mangelnde Deutschkenntnisse türkischer Migrantenkinder als Bildungsproblem

2.1 Bilingualer Kinderwortschatz und die Rolle der Schule

2.2 Bilinguale Wortschatzentwicklung bei Migrantenkindern vom Vor- bis ins Grundschulalter: Vorbereitungs- und Förderklassen sowie muttersprachlicher Ergänzungsunterricht

2.3 Lesegewohnheiten von Migranten

3. Bildungserfahrung und -information türkischer Eltern und deren Konsequenzen

3.1 Kontakt zwischen Schule und Elternhaus: Kommunikationsprobleme

3.2 Konsequenzen für die Schullaufbahn der Kinder

4. „Mama lernt deutsch“

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachlichen Barrieren und bildungssoziologischen Herausforderungen, denen Kinder von Zuwanderern im deutschen Bildungssystem gegenüberstehen, wobei insbesondere die türkische Migrantengruppe betrachtet wird. Zentral ist die Forschungsfrage, wie die Förderung der deutschen Sprache als Zweitsprache sowie die Einbindung der Eltern in den Bildungsprozess zu einem höheren Bildungserfolg beitragen können.

  • Bedeutung der Zweitsprache Deutsch für den schulischen Erfolg
  • Einfluss der bilingualen Entwicklung und häuslicher Lesegewohnheiten
  • Herausforderungen in der Kommunikation zwischen Schule und türkischem Elternhaus
  • Fördermaßnahmen wie Sprachunterricht für Eltern zur Bildungsunterstützung

Auszug aus dem Buch

2.1 Bilingualer Kinderwortschatz und die Rolle der Schule

Die meisten Migrantenkinder in der Bundesrepublik wachsen in einer deutschen Umwelt auf, besuchen den deutschen Kindergarten und die deutsche Schule. Sie sind gewissermaßen in die deutschen Institutionen integriert. Insofern tritt die deutsche Sprache schon frühzeitig neben die Muttersprache der türkischen Kinder. Sie wachsen bilingual auf. Insbesondere ab dem Kindergarten findet die geistige und kognitive Entwicklung von Migrantenkindern in zwei Sprachen statt.

Das Niveau beider Sprachen, das der deutschen und der türkischen, die sich in wechselseitiger Abhängigkeit und aufeinander bezogen entwickeln, kann unterschiedlich sein. Es ist jedoch bestimmender Faktor in der Frage, welche Bedeutung der Bilingualismus für die geistige Entwicklung der Kinder hat. Das Kind muss über eine gewisse Sprachbeherrschung verfügen, damit seine kognitive und intellektuelle Entwicklung durch eine bilinguale Erziehung positiv beeinflusst werden kann. Die geistigen Fähigkeiten in der Muttersprache sind Ausgangspunkt der Entwicklung der geistigen Fähigkeiten in der Zweitsprache. Die Förderung der Muttersprache ist insofern unabdingbar. Geschieht dies nämlich nicht, so entwickeln sich die Fertigkeiten in der Erstsprache nur langsam oder überhaupt nicht weiter, sodass die Grundlage fehlt, die Zweitsprache so gut zu erlernen, dass die Kinder darin das Schwellenniveau erreichen können.9

Ist dieses Schwellenniveau erst einmal erreicht, können sich potentiell nützliche Aspekte des Bilingualismus auf die kognitiven und schulischen Leistungen auswirken. Geschieht dies nicht, könnten die Kinder in verbalen Interaktionen mit der Umwelt und im Unterricht benachteiligt sein.

Schulen sollten sich deshalb eine Förderung der bilingualen Kinder in beiden Sprachen zur Aufgabe machen, das Verhältnis der Sprachen zueinander thematisieren, den Bilingualismus aufwerten und ihn zum Erziehungsziel machen, denn „die Integration ist zuerst ein Zurechtkommen der Kinder, der Jugendlichen, der peers miteinander, danach ein Zurechtkommen der Zöglinge, der Schüler, der Auszubildenden mit ‚ihren’ Institutionen“10.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Anliegen der Arbeit, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft, Lesekompetenz und Bildungschancen vor dem Hintergrund der Ergebnisse der PISA-Studie aufzuzeigen.

1. Migrantenkinder und Sprachbarrieren im deutschen Bildungswesen: Das Kapitel thematisiert die Verantwortung des deutschen Bildungssystems bei der Förderung von Migrantenkindern und identifiziert sprachliche Kompetenz als zentrales Hindernis für die schulische Laufbahn.

2. Mangelnde Deutschkenntnisse türkischer Migrantenkinder als Bildungsproblem: Hier werden die kognitive Entwicklung in zwei Sprachen, die Bedeutung der muttersprachlichen Förderung und der Einfluss häuslicher Lesegewohnheiten auf den Schulerfolg detailliert analysiert.

3. Bildungserfahrung und -information türkischer Eltern und deren Konsequenzen: Das Kapitel beleuchtet Kommunikationsprobleme zwischen Schule und Elternhaus sowie die Auswirkungen auf die Kontrolle der Hausaufgaben und die Schullaufbahn der Kinder.

4. „Mama lernt deutsch“: Es werden beispielhafte Förderprogramme vorgestellt, die durch Deutschkurse für Eltern die Kommunikation verbessern und die Einbindung der Mütter in den Bildungsprozess ihrer Kinder stärken sollen.

5. Resümee: Die Schlussbetrachtung plädiert für die Überwindung eines „monolingualen Habitus“ und fordert, Mehrsprachigkeit als wertvolle Ressource im deutschen Bildungssystem zu begreifen.

Schlüsselwörter

Bildungssoziologie, Migrantenkinder, Sprachbarrieren, Zweitsprache Deutsch, PISA-Studie, Bilingualismus, Schulerfolg, Elternarbeit, Lesekompetenz, Sprachförderung, Monolingualer Habitus, Schullaufbahn, Integration, türkische Migranten, Bildungsgerechtigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die bildungssoziologische Problematik, dass Kinder von Zuwanderern aufgrund von Sprachbarrieren und fehlender bildungsunterstützender Strukturen im Elternhaus im deutschen Schulsystem benachteiligt sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bedeutung der Sprachkompetenz, der bilingualen Entwicklung von Kindern, der Rolle der Eltern im Bildungsprozess und der Notwendigkeit institutioneller Förderkonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Förderung der Zweitsprache Deutsch und eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule die Bildungschancen von Migrantenkindern nachhaltig erhöht werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema auf Basis bildungssoziologischer Literatur und aktuellen Forschungsberichten wie der PISA-Studie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Sprachbarrieren, die Untersuchung bilingualer Entwicklungsprozesse, die Problematik der Eltern-Schule-Kommunikation und die Darstellung praktischer Ansätze wie „Mama lernt deutsch“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Migrantenkinder, Sprachbarrieren, Bildungsgerechtigkeit, Bilingualismus und den sogenannten monolingualen Habitus in der Schule.

Warum wird speziell auf türkische Migrantenkinder eingegangen?

Die Arbeit nutzt türkische Migrantenkinder als Fallbeispiel, um die spezifischen Kommunikationsprobleme zwischen dem Elternhaus und dem deutschen Bildungssystem sowie die Auswirkungen auf den Schulerfolg exemplarisch darzustellen.

Was bedeutet der Begriff „monolingualer Habitus“ in dieser Arbeit?

Er beschreibt eine veraltete, aber in Schulen noch verbreitete Sichtweise, die ein einsprachiges und monokulturelles Umfeld voraussetzt und damit die Realität der heterogenen, mehrsprachigen Schülerschaft ignoriert.

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Details

Title
Förderung der Zweitsprache Deutsch: Schlüssel zu höherer Bildung von Migrantenkindern
College
University of Heidelberg
Course
Hauptseminar
Grade
2,0
Author
Catherine Kimmle (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V53193
ISBN (eBook)
9783638487085
ISBN (Book)
9783656814757
Language
German
Tags
Förderung Zweitsprache Deutsch Schlüssel Bildung Migrantenkindern Hauptseminar
Product Safety
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Quote paper
Catherine Kimmle (Author), 2004, Förderung der Zweitsprache Deutsch: Schlüssel zu höherer Bildung von Migrantenkindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53193
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