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Die weiblichen Figuren in Beziehung zu Danton und seinem Todesurteil in Georg Büchners 'Dantons Tod'

Title: Die weiblichen Figuren in Beziehung zu Danton und seinem Todesurteil in Georg Büchners 'Dantons Tod'

Term Paper , 2006 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nelly Brandone (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Büchners Theaterstück Dantons Tod beginnt und endet mit einer Frauenfigur. In der ersten Szene tritt Julie, Dantons Frau, in Erscheinung, als sie ein ernstes Gespräch mit Danton führt. Die letzte Szene endet mit Lucile, Camilles Frau, die „Es lebe der König“ schreit und verhaftet wird. Das Stück wird also von Frauenfiguren eingerahmt, die Frauen sind in jedem Akt anwesend und spielen eine wichtige Rolle beim Tode Dantons und der Dantonisten.
Die Hypothese, dass Julie und Marion, Dantons Geliebte, eine besondere Beziehung zu Danton und seinem Tode haben, soll mit Hilfe einer Analyse der beiden Figuren erarbeitet werden. Welche Rolle haben sie in Bezug auf Danton? Wie verhalten sie sich? Inwiefern entwickelt sich Danton dank der Frauenfiguren? Wie benimmt sich Danton? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, soll in einem ersten Schritt vor allem das Verhalten Dantons seinem eigenen Tode gegenüber untersucht werden. Der Schwerpunkt kann dabei auf die folgenden vier Aspekte seines Charakters gelegt werden: seine Passivität, seine Verzweiflung und seine Genusssucht. Anschlieβend soll auf die Gestalt der Marion eingegangen werden, die nur in einer Szene erscheint, dennoch aber eine groβe Bedeutung hat. Bei Marion wird ihr Wesen in Bezug auf den Genuss, das Epikureertum und ihre Beziehung zu Danton erarbeitet. Zuletzt soll die Figur der Julie, der „Repräsentantin der Seelenliebe“ analysiert werden Eine, die als verwandte Seele Dantons und Verkörperung der Ruhe dargestellt wird. Auβerdem soll ihr Tod verdeutlicht werden. In der Schlussbetrachtung sollen die Ausgangsfragestellungen beantwortet werden. Tatsächlich wird hier nur ein Aspekt des Dramas interpretiert.
Als Textgrundlage gilt der erste Band des Deutschen Klassiker Verlags der Sämtlichen Werke Büchners, weiterhin entscheidend waren die Untersuchungen von Theo Buck und Ursula Segebrecht-Paulus

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Danton, eine Gefühlmischung

2.1. Passivität

2.2. Pessimismus, Zweifel und Verzweiflung

2.3. Ein letztes Vergnügen vor dem Tod

3. Marion als Verkörperung des Vergnügens

3.1. Genuss

3.2. Epikureertum

3.3 Beziehung zu Danton

4. Julie und die Liebe

3.1. Julie als verwandte und beruhigende Seele

3.2. Ihr Tod

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der weiblichen Figuren Julie und Marion für die Entwicklung von Danton und sein Verhältnis zum eigenen bevorstehenden Tod in Georg Büchners Drama „Dantons Tod“. Im Zentrum steht die Analyse der Rollen, die diese Frauen einnehmen, und wie sie Dantons psychische Verfassung, seine Genusssucht und seine philosophische Haltung beeinflussen.

  • Analyse des Verhaltens Dantons angesichts seiner drohenden Hinrichtung.
  • Untersuchung von Marions Rolle als Verkörperung epikureischen Genusses.
  • Betrachtung von Julies Rolle als Seelenverwandte und Repräsentantin der Ruhe.
  • Gegenüberstellung von „amour physique“ (Marion) und „amour de tendresse“ (Julie).
  • Bedeutung der weiblichen Figuren für die Vermittlung von Mitgefühl beim Zuschauer.

Auszug aus dem Buch

3. Marion als Verkörperung des Vergnügens

Danton verbringt eine Nacht bei Marion, einer Grisette. Zusammen genießen sie diesen Augenblick. Sie ist eine „reale, punktuelle Möglichkeit“ für Danton.

Marion ist sich ihrer Tat vollkommen bewusst, darin unterscheidet sie sich von den anderen Grisetten. Es macht ihr Spaß, mit anderen Männern zu schlafen. Sie scheint eine Individualistin zu sein, weil sie ihr Leben so führt, wie sie es will: Sie braucht niemanden und könnte auch ohne Gesetze leben. Sie weiß, was gut für sie ist. Da sie nicht in der Gesellschaft integriert ist, fühlt sie sich ganz frei und steht der Welt, die sie umgibt, gleichgültig gegenüber. Tatsächlich ist sie ein Genussmensch, sie will das Leben konfliktfrei und intensiv genießen. Dazu schreibt Theo Buck: „Sie befindet sich trotzdem auf dem richtigen Wege, weil sie schon das Bewusstsein des Risses hat, der ihre Vollendung des eigenen Wesens verunmöglicht“. Es entspricht ihrem Wesen, Triebe und sexuelle Begierde zu verspüren – es sind „Symptome des sexuellen Reifung“.

Außerdem fühlt sie sich wie ein Subjekt: Für sie gehört diese Arbeit zu ihrem Leben und sie schämt sich nicht dafür. Das bedeutet, dass sie nicht nur ein Objekt ist, wie die anderen Huren, sondern dass sie beides ist, sowohl Objekt als auch Subjekt. Sie tut nämlich auf der einen Seite das, wonach sie selbst strebt (Subjekt) und auf der anderen Seite das, was die Männer möchten (Objekt). Von diesem Gesichtspunkt aus verkörpert Marion für sich selbst und für die Männer Genuss. Außerdem steht sie für „die Sprache des Körpers“, das heißt sie tut, was ihr Körper braucht, um Vergnügen zu empfinden. Danton will auch Genuss empfinden, deshalb will er einen Augenblick mit Marion verbringen, bevor er stirbt. Diese Sehnsucht Marions rührt von ihrer epikureischen Gesinnung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage und der Hypothese, dass die Frauenfiguren eine entscheidende Rolle für Danton und sein Lebensende spielen.

2. Danton, eine Gefühlmischung: Analyse von Dantons psychischer Lage, geprägt durch Passivität, Pessimismus und den Wunsch, den Tod durch das Erreichen eines „Nichts“ zu bewältigen.

3. Marion als Verkörperung des Vergnügens: Untersuchung der Figur Marion als Individuum, das das epikureische Ideal verkörpert und Danton körperlichen Genuss bietet.

4. Julie und die Liebe: Betrachtung von Julie als psychischer Ruhepol Dantons und Analyse ihres freiwilligen Todes als Ausdruck ihrer tiefen Verbundenheit.

5. Schlussbemerkung: Fazit, dass Danton beide Frauenfiguren benötigt, um zwischen physischem Genuss und geistiger Nähe sein Leben vor der Hinrichtung zu bewältigen.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Dantons Tod, Danton, Julie, Marion, Epikureertum, Genuss, Passivität, Verzweiflung, Liebe, Seelenverwandtschaft, Todesurteil, Frauenfiguren, Literaturanalyse, Dramenanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Funktion und Bedeutung der weiblichen Figuren Julie und Marion für die Titelfigur Danton in Georg Büchners Drama „Dantons Tod“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psychologische Verfassung Dantons vor seinem Tod, das Konzept des Epikureertums sowie die unterschiedlichen Ausprägungen von Liebe (körperlicher Genuss vs. geistige Verbundenheit).

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Hypothese zu belegen, dass die Begegnungen mit Marion und Julie eine besondere Bedeutung für Danton im Hinblick auf sein Lebensende und seine innere Zerrissenheit haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Dramentextes unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zu Büchners Werk.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Dantons Passivität und Verzweiflung, Marions Rolle als Verkörperung des Genusses sowie Julies Rolle als Seelenverwandte und ihr freiwilliger Tod detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Georg Büchner, Danton, Marion, Julie, Epikureertum, Genuss, Liebe, Verzweiflung und Dramenanalyse.

Wie unterscheidet sich Marions Beziehung zu Danton von der Julies?

Marion verkörpert den körperlichen Genuss (amour physique) und ein epikureisches Lebensideal, während Julie als Seelenverwandte und Verkörperung geistiger Ruhe (amour de tendresse) fungiert.

Warum wählt Julie den freiwilligen Tod?

Julie wählt den Tod, weil sie eine tiefe psychische Bindung zu Danton hat und sich ein Leben ohne ihn nach seiner Hinrichtung nicht vorstellen kann; sie möchte ihn in den Tod begleiten.

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Details

Title
Die weiblichen Figuren in Beziehung zu Danton und seinem Todesurteil in Georg Büchners 'Dantons Tod'
College
University of Bonn
Grade
1,3
Author
Nelly Brandone (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V53202
ISBN (eBook)
9783638487160
ISBN (Book)
9783638779319
Language
German
Tags
Figuren Beziehung Danton Todesurteil Georg Büchners Dantons
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nelly Brandone (Author), 2006, Die weiblichen Figuren in Beziehung zu Danton und seinem Todesurteil in Georg Büchners 'Dantons Tod', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53202
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