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Modifikation des Stuttgarter Verfahrens durch Risikoabschläge am Beispiel einer deutschen nicht börsennotierten Kapitalgesellschaft

Title: Modifikation des Stuttgarter Verfahrens durch Risikoabschläge am Beispiel einer deutschen nicht börsennotierten Kapitalgesellschaft

Diploma Thesis , 2005 , 89 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl.-Kfm. Thomas Spiegl (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

In der Bundesrepublik Deutschland existierten im Jahre 2002 ca. 950.000 GmbHs und 14.814 AGs , von denen nur etwa 1.000 AGs börsennotiert waren. Verglichen mit den Zahlen aus dem Jahre 1992 (549.659 GmbHs; 3.219 AGs) hat sich die Anzahl der Kapitalgesellschaften innerhalb von zehn Jahren um über 74,5 Prozent erhöht. Entsprechend der gestiegenen Anzahl an Kapitalgesellschaften und einer dadurch vermehrten Übertragung dieser Anteile durch Vererbung oder Schenkung gewinnt die Frage nach der „richtigen“ erbschaftsteuerlichen Bewertung von nicht börsennotierten Anteilen an einer Kapitalgesellschaft an Bedeutung.
Während sich der erbschaftsteuerliche Unternehmenswert bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften aus dem Substanzwert (Wirtschaftsgüter ./. Wirtschaftslasten ) errechnet und bei börsennotierten Kapitalgesellschaften der Börsenwert die Wertermittlungsbasis darstellt, wird bei der Bewertung nichtnotierter Anteile an einer Kapitalgesellschaft ein eigenes Unternehmensbewertungsverfahren, das sog. Stuttgarter Verfahren (SV), angewendet. Dieses Verfahren, das neben der Substanzbewertung auch eine Ertragsbewertungskomponente einfließen lässt, findet nicht nur in der erbschaftsteuerlichen Unternehmenswertermittlung Gebrauch, sondern wird auch für nicht steuerliche Bewertungszwecke verwendet. So wird das SV regelmäßig zur Ermittlung des Abfindungsanspruchs eines aus der Kapitalgesellschaft ausscheidenden Gesellschafters verwendet, weil sich dadurch ein objektivierter Unternehmenswert auf einfache Weise ermitteln lässt, ohne einen Sachverständigen hinziehen zu müssen.
Ein wichtiger unternehmerischer Aspekt ist im SV jedoch nicht entsprechend seiner Bedeutung berücksichtigt: das Risiko. Eine sich seit längerem verschärfende Risikosituation in Unternehmen, deren Auswirkung in der anwachsenden Zahl von Insolvenzen erkennbar ist, findet in den verschiedensten Bereichen bereits große Berücksichtigung. So sind beispielsweise die gesetzlichen Anforderungen im Umgang mit Unternehmensrisiken durch das KonTraG in jüngster Vergangenheit insofern deutlich verschärft worden, als dass die Unternehmensvorstände einer AG seit 1998 zur Einrichtung eines Risikofrüherkennungssystem und eines internen Überwachungssystems im Unternehmen verpflichtet sind. Zudem verpflichten die Regelungen von Basel II die Kreditinstitute künftig, risikoreichere Kredite mit mehr Eigenkapital zu unterlegen als risikoärmere.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Ziel der Arbeit

1.3 Aufbau der Arbeit

2 Das Stuttgarter Verfahren

2.1 Einordnung des Verfahrens

2.2 Ermittlung des Anteilswert mit Hilfe des Stuttgarter Verfahrens

2.2.1 Regelbewertung

2.2.1.1 Vermögenswert

2.2.1.2 Ertragshundertsatz

2.2.1.3 Bestimmung des Gemeinen Wertes

2.2.1.4 Abschläge und Zuschläge

2.2.2 Sonderregelungen

2.3 Risikoberücksichtigung im derzeitigen Stuttgarter Verfahren

3 Identifikation von Risiken mittels einer modifizierten Due-Diligence

3.1 Der Risikobegriff

3.2 Steuerliche Risiken

3.2.1 Arten von Steuerrisiken

3.2.2 Informationsquellen

3.2.3 Tax-Due-Diligence vs. Betriebsprüfung

3.3 Rechtliche Risiken

3.3.1 Arten von Rechtsrisiken

3.3.2 Informationsquellen

3.4 Umweltrisiken

3.4.1 Arten von Umweltrisiken

3.4.2 Informationsquellen

3.5 Risiken im personellen Bereich

3.5.1 Harte Fakten

3.5.2 Weiche Fakten

3.6 Marktrisiken

3.6.1 Unternehmensumweltanalyse

3.6.1.1 Globale Unternehmensumweltanalyse

3.6.1.2 Geschäftsfeldanalyse

3.6.2 Unternehmensanalyse

3.6.2.1 Konkurrentenanalyse

3.6.2.2 Kundenzentrierte Analyse

3.6.3 Informationsquellen

3.7 Finanzielle Risiken

3.7.1 Rechnungswesenorganisation und Informationssysteme

3.7.2 Vergangenheitsanalyse

3.7.3 Planungsanalyse

3.8 Checkliste als Instrument zur Risikoidentifikation

4 Quantitative Risikoanalyse

4.1 Erwartungswert

4.2 Risikoportfolio

4.3 Wahrscheinlichkeitsverteilung

4.4 Monte Carlo-Simulation

4.5 Abschlag vom Gemeinen Wert

4.6 Kritik an einer exakten Risikomessung

5 Praktikabler Alternativvorschlag

5.1 Konzept des pauschalen Risikoklassenabschlags

5.1.1 Branchen-Insolvenzrisiko

5.1.2 Unternehmensspezifische Risiko- und Insolvenz-Kennzahlen

5.1.2.1 Eigenkapitalquote

5.1.2.2 Statische Liquidität

5.1.2.3 Dynamischer Verschuldungsgrad

5.1.3 Endgültige Risikoklasse und Risikoklassenabschlag

5.2 Kritische Betrachtung des pauschalen Risikoklassenabschlags

6 Fallbeispiel

6.1 Fallbeschreibung

6.2 Wertermittlung mittels des derzeitigen Stuttgarter Verfahrens

6.2.1 Ermittlung des Vermögenswerts

6.2.2 Ermittlung des Ertragshundertsatzes

6.2.3 Ermittlung des Gemeinen Werts

6.2.4 Abschläge

6.3 Wertermittlung unter Berücksichtigung von Risikoabschlägen aus modifizierter Due-Diligence und quantitativer Risikoanalyse

6.3.1 Monte Carlo-Simulation

6.3.2 Risikoabschlag vom Gemeinen Wert

6.4 Wertermittlung unter Berücksichtigung des pauschalen Risikoklassenabschlags

6.4.1 Kriterien

6.4.1.1 Branchen-Insolvenzrisiko

6.4.1.2 Eigenkapitalquote

6.4.1.3 Statische Liquidität

6.4.1.4 Dynamischer Verschuldungsgrad

6.4.2 Endgültige Risikoklasse und Risikoabschlag

6.5 Vergleich der Verfahren

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung von Methoden, um das unternehmerische Risiko bei der Bewertung von nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften im Rahmen des Stuttgarter Verfahrens (SV) als Abschlag zu berücksichtigen, ohne dabei die Praktikabilität des steuerlichen Massenverfahrens zu gefährden.

  • Analyse des Stuttgarter Verfahrens zur Unternehmensbewertung.
  • Identifikation von Risikofeldern mittels modifizierter Due-Diligence-Methoden.
  • Quantitative Risikoanalyse durch Monte-Carlo-Simulation.
  • Entwicklung eines praktikablen Alternativkonzepts mittels pauschaler Risikoklassen.
  • Fallstudie zur Anwendung der entwickelten Ansätze an einer Beispielgesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Risikobegriff

Bevor die einzelnen Arten der DD detailliert betrachtet werden, ist zuerst zu klären, was unter dem Begriff Risiko zu verstehen ist. In der wissenschaftlichen Literatur existiert keine einheitliche Definition des Risikobegriffs. In dieser Arbeit wird Risiko im Sinne der betriebswirtschaftlichen Entscheidungstheorie verstanden. Vereinfacht kann der Begriff wie folgt eingeordnet werden:

Entscheidungssituationen lassen sich in Sicherheit oder Unsicherheit im Hinblick auf ein Handlungsergebnis im Entscheidungszeitpunkt unterscheiden. Bei Entscheidungen unter Sicherheit steht das Ergebnis einer Handlung im Zeitpunkt der Entscheidung bereits fest, da alle notwendigen Informationen vorliegen. Im Fall der Unsicherheit liegen nicht alle notwendigen Daten vor, deshalb ist das Ergebnis einer Handlung unsicher. Risiko und Ungewissheit stellen dabei Unterfälle von Unsicherheit dar. Eine Risikosituation liegt dann vor, wenn die subjektive oder objektive Eintrittswahrscheinlichkeit einer Entscheidung bekannt ist. Bei einer Ungewissheitssituation fehlen jegliche Informationen über die Eintrittswahrscheinlichkeiten von bestimmten Ereignissen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Mangel an Risikoberücksichtigung bei der Bewertung von nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften im Stuttgarter Verfahren und setzt sich zum Ziel, Wege für eine risikoabhängige Modifikation zu erarbeiten.

2 Das Stuttgarter Verfahren: Es erfolgt eine Darstellung des Stuttgarter Verfahrens als erbschaftsteuerliches Mischverfahren sowie eine kritische Analyse, inwiefern bestehende Regelungen bereits unternehmerische Risiken abbilden.

3 Identifikation von Risiken mittels einer modifizierten Due-Diligence: Dieses Kapitel erläutert, wie durch die Adaption des Due-Diligence-Instrumentariums steuerliche, rechtliche, ökologische, personelle, marktbezogene und finanzielle Risiken systematisch identifiziert und analysiert werden können.

4 Quantitative Risikoanalyse: Hier wird beschrieben, wie identifizierte Risiken mathematisch quantifiziert werden können, insbesondere unter Verwendung von Erwartungswerten, Risikoportfolios und der Monte-Carlo-Simulation zur Risikoaggregation.

5 Praktikabler Alternativvorschlag: Es wird ein alternatives Konzept vorgestellt, das auf pauschalen Risikoklassen basiert und durch Kennzahlen wie Branchen-Insolvenzrisiko, Eigenkapitalquote und Liquidität eine einfachere Handhabbarkeit für steuerliche Zwecke bietet.

6 Fallbeispiel: Anhand der fiktiven Cleanfix GmbH wird die Anwendung des derzeitigen Stuttgarter Verfahrens, der quantitativen Risikoanalyse und des Risikoklassenmodells praktisch demonstriert und verglichen.

7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass während exakte Risikoberechnungen methodisch fundiert sind, der pauschale Risikoklassenabschlag die Anforderungen an ein steuerliches Massenverfahren am besten erfüllt und eine sinnvolle Erweiterung des Stuttgarter Verfahrens darstellt.

Schlüsselwörter

Stuttgarter Verfahren, Unternehmensbewertung, Risikoanalyse, Due-Diligence, Monte-Carlo-Simulation, Erbschaftsteuer, Risikoklassenabschlag, Insolvenzrisiko, Eigenkapitalquote, Liquidität, Risikoportfolio, Risikoidentifikation, Steuerrecht, Unternehmenskauf, Unternehmensrisiko.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Unternehmensrisiken bei der Bewertung von nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften im erbschaftsteuerlichen Stuttgarter Verfahren berücksichtigt werden können.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die erbschaftsteuerliche Bewertung, die betriebswirtschaftliche Risikoanalyse sowie die Due-Diligence-Prüfung und Methoden zur Risikoquantifizierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das Stuttgarter Verfahren durch die Integration von Risikoabschlägen zu modifizieren, um den Unternehmenswert unter Berücksichtigung des tatsächlichen unternehmerischen Risikos präziser zu ermitteln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, betriebswirtschaftliche Due-Diligence-Instrumente zur Risikoidentifikation, quantitative statistische Modelle wie die Monte-Carlo-Simulation sowie eine Fallstudie zum praktischen Methodenvergleich.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das bestehende Stuttgarter Verfahren, identifiziert Risikoquellen mittels Due-Diligence, quantifiziert diese Risiken und entwickelt darauf aufbauend ein praktikables Alternativkonzept auf Basis von Risikoklassen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind das Stuttgarter Verfahren, Due-Diligence, Risikoaggregation, Monte-Carlo-Simulation und die Praktikabilität in der steuerlichen Bewertung.

Warum ist eine Risikoanalyse für das Stuttgarter Verfahren notwendig?

Das Stuttgarter Verfahren vernachlässigt in seiner derzeitigen Form die individuelle Risikosituation eines Unternehmens, was zu einer ungenauen Abbildung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit führen kann.

Welchen Vorteil bietet das pauschale Risikoklassenkonzept?

Es bietet eine objektive, intersubjektiv nachprüfbare und einfache Methode zur Berücksichtigung von Risiken, die den Anforderungen eines Massenverfahrens der Finanzverwaltung entspricht, anstatt hochkomplexe individuelle Simulationen zu erzwingen.

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Details

Title
Modifikation des Stuttgarter Verfahrens durch Risikoabschläge am Beispiel einer deutschen nicht börsennotierten Kapitalgesellschaft
College
University of Paderborn
Grade
1,3
Author
Dipl.-Kfm. Thomas Spiegl (Author)
Publication Year
2005
Pages
89
Catalog Number
V53236
ISBN (eBook)
9783638487436
ISBN (Book)
9783656810346
Language
German
Tags
Modifikation Stuttgarter Verfahrens Risikoabschläge Beispiel Kapitalgesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Kfm. Thomas Spiegl (Author), 2005, Modifikation des Stuttgarter Verfahrens durch Risikoabschläge am Beispiel einer deutschen nicht börsennotierten Kapitalgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53236
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