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Die Nürnberger Gesetze vom 15.9.1935

Title: Die Nürnberger Gesetze vom 15.9.1935

Seminar Paper , 1999 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Andy Schalm (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Bereits das Parteiprogramm der NSDAP vom 24. Februar 1920 hatte den Ausschluß der Juden aus dem deutschen Wirtschafts– und Kulturleben (Punkt 4,5,8) vorgesehen. Zu diesem Zweck hat der nationalsozialistische Staat insgesamt mehr als 1.500 Gesetze und Verordnungen rassistischen Inhalts erlassen, vom Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums von 1933 bis zum Gesetz „über die Strafrechtspflege gegen Polen und Juden in den eingegliederten Ostgebieten“ von 19411. Das „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ und das „Reichsbürgergesetz“ vom 15. November 1935 bildeten den Kern der „Rassegesetze“, mit denen die jüdischen deutschen Bürger und die „Zigeuner“ ausgegrenzt wurden und gelten als Grundlage für den Beginn der systematischen Beseitigung derselben. Warum „Nürnberger“ Gesetze?

Nach Parteitagen in München und Weimar fiel schon 1927 die Wahl der Nationalsozialisten auf Nürnberg als Versammlungsort. Neben der zentralen Lage der Stadt mit ihrer guten Verkehrsanbindung wollte man vor allem die historische Kulisse und die Reichstradition der Stadt zur Selbstdarstellung der NSDAP nutzen. Nach dem Parteitag 1929 weigerte sich zwar die Stadt, in den folgenden beiden Jahren Gebäude für die Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen, doch schon ab 1932 wurde Nürnberg zur „Stadt der Reichsparteitage“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Quellenkritik

1.1. Quellenbeschreibung

1.2. Innere Kritik

1.2.1. Sprachliche Aufschlüsselung

1.2.2. Sachliche Aufschlüsselung

2. Quelleninterpretation

2.1. Inhaltsangabe

2.2. Einordnung in den historischen Kontext

2.2.1. Grundzüge der Judenverfolgung vom Mittelalter bis ins 3. Reich

2.2.2. Entstehung der „Nürnberger Gesetze“

2.2.3. Zielsetzungen der „Nürnberger Gesetze“

3. Weitere Stationen der Judenverfolgung

4. Ergebnis und Ausblick

5. Auswahlbibliographie

5.1. Quellen

5.2. Literatur

6. Anhang: Die Quelle

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die „Nürnberger Gesetze“ vom 15. September 1935 quellenkritisch zu analysieren und sie in den historischen Kontext der systematischen Judenverfolgung im Nationalsozialismus einzuordnen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie durch rechtliche Diskriminierung die gesellschaftliche Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung legitimiert und forciert wurde.

  • Quellenkritische Untersuchung des „Reichsbürgergesetzes“ und des „Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“.
  • Historische Einordnung der judenfeindlichen Maßnahmen vom Mittelalter bis zum „Dritten Reich“.
  • Analyse der Entstehungsgeschichte und der ideologischen Zielsetzungen der Nürnberger Rassegesetze.
  • Darstellung der weiteren Radikalisierung der Verfolgung bis zur „Endlösung der europäischen Judenfrage“.
  • Reflexion der gesellschaftlichen Folgen und der Aufarbeitung in der Nachkriegszeit.

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Entstehung der „Nürnberger Gesetze“

Die Geschichte der Entstehung der Gesetze ist umstritten, denn natürlich besaßen die beteiligten Personen nach 1945 bei den Nürnberger Prozessen ein Interesse daran, die „Nürnberger Gesetze“ als eine einsame Entscheidung Hitlers hinzustellen. Doch die Absicht ein solches Gesetz zu erlassen, war bereits im NSDAP – Parteiprogramm niedergeschrieben. Das Reichsinnenministerium teilte am 26. Juli 1935 allen Beamten mit, daß die Reichsregierung beabsichtige, „die Frage der Verehelichung zwischen Ariern und Nichtariern binnen kurzem gesetzlich zu regeln. Aus diesem Grunde seien Aufgebote für Hochzeiten zwischen Volljuden und Ariern bis auf weiteres zurückzustellen. Am 13. September 1935 soll Hitler einen Entwurf für ein „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ verlangt haben6. Der angeforderte Gesetzestext wurde in Nürnberg im örtlichen Polizeihauptquartier fertiggestellt, wobei Innenminister Frick und Reichsärzteführer Wagner ständig zwischen demselben und Hitlers Quartier pendelten. Allerdings wurde der Gesetzesentwurf aller Wahrscheinlichkeit nach schon seit 1933 in den Ministerien vorbereitet. In der Nacht vom 14. auf den 15. September soll, ebenfalls auf Weisung Hitlers, das „Reichsbürgergesetz“ entstanden sein7.

Bernhard Loesener, Mitauthor der Nürnberger Gesetze, stellte in einer Aufzeichnung, die augenscheinlich der Rechtfertigung diente, die Idee zu den Gesetzen als spontanen Einfall Hitlers dar. Nach seinen Worten, wahrscheinlich um die Spontanität der Idee zu unterstreichen, wurden sie teilweise sogar auf Speisekarten einer Bierstube improvisiert8. Am 15. September 1935 sprach Hitler in seiner Rede auf dem Nürnberger Parteitag von einem zunehmendem provozierenden Verhalten der Juden. Sie seien für die Mißstimmung zwischen den Völkern verantwortlich: „Soll dieses Vorgehen nicht zu sehr entschlossenen, im einzelnen nicht übersehbaren Abwehraktionen der empörten Bevölkerung führen, bleibt nur der Weg einer gesetzlichen Regelung des Problems übrig.

Zusammenfassung der Kapitel

Quellenkritik: Es erfolgt eine formale und inhaltliche Untersuchung der zwei zentralen Gesetze von 1935, inklusive einer Definition des Begriffs „Jude“ durch Ministerialrat Loesener.

Quelleninterpretation: Dieses Kapitel analysiert den Inhalt der Gesetze, bettet sie in die lange Tradition des europäischen Antisemitismus ein und beleuchtet die Entstehungsgeschichte sowie die rassistischen Zielsetzungen.

Weitere Stationen der Judenverfolgung: Hier wird der Weg der Entrechtung ab 1938 bis hin zur Organisation des organisierten Massenmordes bei der Wannsee-Konferenz 1942 nachgezeichnet.

Ergebnis und Ausblick: Das Fazit fasst die katastrophalen Folgen des Holocaust zusammen und thematisiert den Umgang der Bundesrepublik Deutschland mit der Schuldfrage und der Wiedergutmachung.

Auswahlbibliographie: Verzeichnis der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur zur historischen Aufarbeitung.

Anhang: Die Quelle: Dokumentation der Originaltexte der Gesetze als Belegmaterial.

Schlüsselwörter

Nürnberger Gesetze, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Judenverfolgung, Reichsbürgergesetz, Rassenkunde, Holocaust, Wannsee-Konferenz, Entmenschlichung, Entrechtung, Zweiter Weltkrieg, Wiedergutmachung, Geschichte, NS-Regime, Rassenschande.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die „Nürnberger Gesetze“ vom 15. September 1935 als zentrales Instrument der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik.

Welche Themenfelder werden in der Publikation zentral bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert sich auf die rechtliche Diskriminierung, die historische Kontinuität des Antisemitismus und die systematische Vernichtung jüdischen Lebens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die quellenkritische Analyse der Rassegesetze sowie die Einordnung ihrer Rolle im Kontext des nationalsozialistischen Machtapparats.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Autorin bzw. der Autor nutzt die Methode der Quellenkritik und der historischen Kontextualisierung, gestützt auf zeitgenössische Dokumente und historische Fachliteratur.

Welche inhaltlichen Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden neben der juristischen Definition des Begriffs „Jude“ auch die historischen Wurzeln der Judenfeindlichkeit sowie die Radikalisierung bis zur „Endlösung“ untersucht.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Kern der Arbeit charakterisieren?

Zu den prägenden Begriffen zählen Nürnberger Gesetze, Antisemitismus, Systematische Verfolgung, Rassenkunde und historische Aufarbeitung.

Welche Rolle spielte die Definition von Ministerialrat Loesener für die Gesetze?

Loesener lieferte die administrative Definition des Begriffs „Jude“, die als Grundlage diente, um den Status von Menschen nach ihrer Herkunft und Religionszugehörigkeit rechtlich zu klassifizieren.

Wie bewertet der Text die Rolle Hitlers bei der Entstehung der Gesetze?

Die Arbeit weist darauf hin, dass die Entstehung der Gesetze trotz der Legende des „spontanen Einfalls“ eine lange Vorbereitungsphase in den Ministerien hatte und ideologisch tief im Parteiprogramm der NSDAP verwurzelt war.

Warum wird im Text auch die Zeit nach 1945 behandelt?

Der Ausblick dient dazu, den Umgang der Bundesrepublik Deutschland mit den Verbrechen sowie den Prozess der Wiedergutmachung und die heutige Struktur der jüdischen Gemeinden zu beleuchten.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Die Nürnberger Gesetze vom 15.9.1935
College
University of Rostock  (Historisches Institut)
Grade
2,3
Author
Andy Schalm (Author)
Publication Year
1999
Pages
16
Catalog Number
V53257
ISBN (eBook)
9783638487610
ISBN (Book)
9783638840798
Language
German
Tags
Nürnberger Gesetze
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andy Schalm (Author), 1999, Die Nürnberger Gesetze vom 15.9.1935, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53257
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