Sexualerziehung, bzw. sexuelle Aufklärung, wie wir sie heute kennen, ist erst seit ca. 40 Jahren ein fester Bestandteil unserer Erziehung. Vor 200 Jahren war sie noch völlig unbekannt und auch ebenso undenkbar. Sie war etwas Selbstverständliches und ergab sich von selbst.
Diese Arbeit befasst sich mit der Problematik und den Veränderungen der Sexualerziehung von Kindern und Jugendlichen, in der Zeit vom 18.Jahrhundert bis heute.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sexualerziehung im Altertum und Mittelalter
3. Negative Sexualerziehung
3.1. Sexualerziehung in der Kindheit
3.2. Sexualerziehung in der Jugend
3.3. Zeitzeugenberichte aus der Nachkriegszeit
4. Scheinaffirmative Sexualerziehung
4.1. Sexualerziehung in der Kindheit
4.2. Sexualerziehung in der Jugend
5. Emanzipatorische Sexualerziehung
5.1. Die Erkenntnisse Sigmund Freuds
5.2. Sexualerziehung in der Kindheit
5.3. Sexualerziehung in der Jugend
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel der Sexualerziehung von Kindern und Jugendlichen, analysiert die zugrunde liegenden Erziehungsformen und hinterfragt kritisch die Auswirkungen der sexuellen Liberalisierung.
- Historische Entwicklung der Sexualerziehung
- Negative Sexualerziehung als autoritäres Modell
- Übergang zur scheinaffirmativen Erziehung
- Emanzipatorische Ansätze und deren gesellschaftlicher Einfluss
- Kritische Analyse der heutigen sexuellen Liberalisierung
Auszug aus dem Buch
3. Negative Sexualerziehung
Negative Sexualerziehung hat ihren Ursprung im 18. Jahrhundert und hat ihre Auswirkungen bis in die 50er Jahre hinein. Sie ist auch als „repressive“, „unterdrückende“ oder „autoritäre Sexualerziehung“ bekannt. Die menschliche Sexualität ist zu dieser Zeit ein öffentliches Tabuthema. Der Begriff der negativen Sexualerziehung ist auf Rousseau zurückzuführen. Er beschreibt „eine Pädagogik, die den Zögling vor Einflüssen der Zivilisation streng abschirmt“.
Kinder und Jugendliche werden von der Sexualität ferngehalten, sexuelle Vorgänge werden lediglich umschrieben. In Schulbüchern wird der Mensch als geschlechtsloses Wesen dargestellt. In der Erziehung soll nur das notwendigste erwähnt werden. Auf diese Weise sollen „ ... alle diejenigen Charakterkräfte und Gewohnheiten ... (geweckt werden), welche den jungen Menschen von selbst in die richtige geistige Haltung gegenüber den erwachenden Trieben setzen“. Die negative Sexualerziehung zeichnet sich vor allem auch durch ihre ängstliche Einstellung zur Sexualität aus. Um das Kind vor möglichen sexuellen Handlungen fernzuhalten werden Angst- und Ekelgefühle geweckt, mögliche Gefahren werden immer wieder betont. Im Vordergrund steht die „Reproduktion“. Sexualität soll ausschließlich der Fortpflanzung dienen und auf die Ehe beschränkt bleiben, womit die Ehe und die Gründung einer Familie das oberste Ziel jeder Erziehung ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert Sexualerziehung und erläutert den Wandel des Themas von einer historischen Selbstverständlichkeit hin zu einem festen Erziehungsbestandteil.
2. Sexualerziehung im Altertum und Mittelalter: Beschreibt die Sexualität als integralen, unproblematischen Teil des Lebens, bevor sie in späteren Jahrhunderten tabuisiert wurde.
3. Negative Sexualerziehung: Analysiert eine autoritäre Erziehungspraxis, die auf Unterdrückung, Angst und der Fokussierung auf die Fortpflanzung basierte.
4. Scheinaffirmative Sexualerziehung: Untersucht die Übergangsform zur Liberalisierung, die zwar Ansätze von Aufklärung bot, aber an traditionellen Moralvorstellungen festhielt.
5. Emanzipatorische Sexualerziehung: Erläutert die Entwicklung nach 1968, in der Sexualität als Teil der Gesamterziehung anerkannt und durch wissenschaftliche Erkenntnisse untermauert wurde.
6. Fazit: Reflektiert den Wandel der Sexualerziehung und kritisiert die Kommerzialisierung von Sexualität in der modernen Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Sexualerziehung, Sexualaufklärung, Historischer Wandel, Negative Sexualerziehung, Scheinaffirmative Sexualerziehung, Emanzipatorische Sexualerziehung, Sigmund Freud, Tabuisierung, Reproduktion, Kindheit, Jugend, Sexuelle Liberalisierung, Sexualmoral, Körperkenntnis, Sexualkunde-Atlas.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die geschichtliche Entwicklung und den Wandel der Sexualerziehung von Kindern und Jugendlichen im deutschsprachigen Raum vom Altertum bis zur Gegenwart.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die drei Hauptformen der Sexualerziehung: die repressive negative Erziehung, die pseudodemokratische scheinaffirmative Erziehung und der emanzipatorische Ansatz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Problematik und die Veränderungen in den Erziehungsmethoden aufzuzeigen und zu hinterfragen, inwieweit eine echte sexuelle Liberalisierung stattgefunden hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die historische Quellen, pädagogische Ansätze und Zeitzeugenberichte auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der drei Erziehungsmodelle, unterteilt in deren Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sexualpädagogik, Tabuisierung, Aufklärung, Emanzipation und den gesellschaftlichen Wandel der Moralvorstellungen beschreiben.
Warum spielt Rousseau eine wichtige Rolle in der Arbeit?
Rousseau wird als Begründer der negativen Sexualerziehung angeführt, da seine Pädagogik den Zögling durch Abschirmung vor sexuellen Einflüssen schützen wollte.
Welche Bedeutung hatte der "Sexualkunde-Atlas" von 1969?
Er gilt als Meilenstein der emanzipatorischen Sexualerziehung, da er erstmals Themen wie Menstruation oder Empfängnisverhütung sachlich und informativ in den Schulunterricht einführte.
Wie bewertet der Autor die heutige Situation der Sexualität?
Der Autor kritisiert, dass Sexualität zunehmend zu einer kommerziellen Ware geworden ist, die durch Medien und Werbung instrumentalisiert wird, anstatt vollständig enttabuisiert zu sein.
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- Elisabeth Czok (Author), 2006, Sexualerziehung im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53262