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Rechtsphilosophische Betrachtung der Grundlagen des Straftatsystems

Title: Rechtsphilosophische Betrachtung der Grundlagen des Straftatsystems

Term Paper , 2002 , 32 Pages , Grade: 16 Punkte

Autor:in: Moritz Lichtenegger (Author)

Law - Philosophy, History and Sociology of Law
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A Einleitung

Erläuterung der Fragestellung

Das Thema dieser Arbeit umfasst neben Einleitung und Schluss drei Teile, die sich vom Allgemeinen zum Speziellen verjüngen und als Grundlagen des Strafrechtssystems selbst wiederum untergliedert sind. Diese Anlage ist evident und benötigt keinerlei Erklärung. Zu erläutern bleibt an dieser Stelle jedoch, welche Zielrichtungen der Zusatz " aus rechtsphilosophischer Sicht" sowie die Zweigliederung in die "Bedeutung und die Problematik" besitzen.
Rechtsphilosophie als Wissenschaft von der "Grundlegung und den Grundlagen des Rechts" beschäftigt sich mit den in "rechtswissenschaftlichen Arbeiten immer stillschweigend und unreflektiert getroffenen Voraussetzungen" . Demgemäss ist sie "philosophischer Antwortversuch auf die Frage, welche Rechtsidee dem positiven (gesetzten) Recht zugrunde liegt bzw. zugrunde zu legen ist, wie sein Gebots- und Verbotscharakter zu begründen ist" und "was der Sinn der Rechtsordnung im Ganzen des menschlichen sozialen Lebens und seines Weltbezugs ist." Mit I. Kant gliedert sich das Recht in positives Recht und die ihm zugrunde liegenden "unwandelbaren Prinzipien" , auch überpositives Recht genannt, die das Betätigungsfeld der Rechtsphilosophie ausmachen.
Daraus ergibt sich für unsere Fragestellung, dass - ungeachtet der verschiedenen Strömungen der Rechtsphilosophie - die Grundbegriffe des Strafrechts im Hinblick auf die ihnen zugrunde liegenden Prämissen untersucht werden sollen.
Dabei lässt sich m.E. auch keine exakte Differenzierung zwischen der Bedeutung und der Problematik treffen, hängen diese doch äußerst eng miteinander zusammen: Während die Bedeutung sich auf die Tragweite und damit auf die doppelte Rolle, die den Begriffen in strafrechtlicher und anschließend rechtsphilosophischer Hinsicht zukommt bezieht, zielt die Darstellung der Problematik in reiner Form auf die immanenten Schwächen in Form unbewiesener Hypothesen ab. Schon hierbei ist ersichtlich, dass sich beide Themengebiete überschneiden. Daher kann auch diese Arbeit nicht strikt zwischen ihnen trennen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

Erläuterung der Fragestellung

B Grundelemente des Straftatsystems

I. Tatbestandsmäßigkeit

1.) Definition

2.) Funktionen des Tatbestandsbegriffes

3.) Anfragen an grundlegende Prämissen

a) Der absolute Geltungsanspruch des Rechts

b) Das nullum-crimen-Prinzip

4.) Ergebnis

II. Rechtswidrigkeit

1.) Definition und Bedeutung

2.) Rechtswidrigkeit und Freiheit

3.) Problematiken der Rechtfertigungsgründe

4.) Grundanfrage an die Rechtswidrigkeit

III. Schuld

1.) Hinführung und Bedeutung

2.) Strafrechtliche Schuldbegriffe

a) Der normative Schuldbegriff

b) Der materielle Schuldbegriff

aa) Schuld als Andershandelnkönnen

bb) Schuld als rechtlich missbilligte Gesinnung

cc) Schuld als Charakterschuld

dd) Schuld als generalpräventive Zuschreibung

ee) Schuld als Handeln trotz normativer Ansprechbarkeit

3.) Grundlegende Anfragen an den Schuldbegriff

4.) Ergebnis und Ausblick

C Tatbestandsmerkmale

I. Handlung

1.) Bedeutung und Aufgabe des Begriffes

2.) Definitionen der Handlung

3.) Willensfreiheit und Handlung

a) Das Andershandelnkönnen

b) Willensfreiheit contra Handlungsfreiheit

c) Willensfreiheit als „staatsnotwendige Fiktion“

4.) Kritik an den Handlungslehren

5.) Handlung und Gesinnung

6.) Zusammenfassung und Ergebnis

II. Kausalität

1.) Der Begriff

2.) Die Lehre vom ursächlichen Zusammenhang

a) Das Induktionsproblem Humes

b) Kant: Die apriorische Gültigkeit

c) Die Intentionalität Welzels

3.) Die Problematik des Erfahrungsgesetzes

III. Vorsatz

1.) Definition und Bedeutung

2.) Die Vorstellungstheorie

3.) Kritik des Wissenselementes

4.) Die Willenstheorie

5.) Kritik an der Willenstheorie

6.) Abschließende Kritik und Ausblick

D Mordmerkmal

Habgier

1.) Umfang und Bedeutung der Fragestellung

2.) Definition und Bedeutung des Begriffes

3.) Prämissen der Habgier als Unrechtselement

E Schluss

Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die grundlegenden Begriffe des Strafrechts, wie Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld, Handlung, Kausalität und Vorsatz, einer rechtsphilosophischen Untersuchung zu unterziehen. Dabei soll analysiert werden, auf welchen unreflektierten Prämissen das Strafrechtssystem basiert und inwieweit diese vor einer philosophischen Kritik Bestand haben.

  • Rechtsphilosophische Analyse strafrechtlicher Grundkategorien
  • Kritische Hinterfragung der Willensfreiheit als Voraussetzung für Schuld
  • Untersuchung der Struktur und der Anforderungen an einen Handlungsbegriff
  • Analyse der Habgier als Mordmerkmal im Kontext strafrechtlicher Unrechtsbewertung
  • Reflektion über den Absolutheitsanspruch des Strafrechtssystems

Auszug aus dem Buch

Die Problematik der Rechtfertigungsgründe

Darüber hinaus müssen die einzelnen Rechtfertigungsgründe Anfragen an ihre individuelle Existenzberechtigung standhalten:

1.) So wird die Einwilligung auf die „Rechtfertigung durch Autonomie des besonderen Willens“ dessen zurückgeführt, der die natürliche Einsichtsfähigkeit in die Bedeutung und Tragweite eines Eingriffs in sein Rechtsgut besitzt. Doch über die oft unlösbare Beweisproblematik hinaus unterliegt dieser „besondere Wille“ der Problematik der Willensfreiheit →C I. 3.): Wenn keine Willensfreiheit existiert und die Handlungsfreiheit erheblich eingeschränkt ist, bestehen erhebliche Zweifel an der Erkenntnisfähigkeit des Subjekts.

2.) Die Notwehr, der defensive Notstand und ähnliche private Selbsthilferechte werden auf die durch „personale Freiheit“ begründete „zwangspflichtige Unrechtsverantwortung“ zurückgeführt, die die „Restitution der Unverletztheit des anderen und damit des Rechts zu dulden“ hat. Die hierbei auftretenden Freiheitsprobleme wurden oben bereits dargelegt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert die rechtsphilosophische Herangehensweise und die Zielrichtung der Untersuchung, die eine kritische Durchleuchtung der dogmatischen Voraussetzungen des Strafrechts beabsichtigt.

Grundelemente des Straftatsystems: Dieses Kapitel hinterfragt die Fundamente von Tatbestand, Rechtswidrigkeit und Schuld, insbesondere im Hinblick auf den Geltungsanspruch des Rechts und die Problematik der Willensfreiheit.

Tatbestandsmerkmale: Hier werden die handlungs- und schuldrechtlichen Kategorien wie Handlung, Kausalität und Vorsatz auf ihre philosophische Haltbarkeit und ihre Abhängigkeit von empirischen Vorannahmen hin analysiert.

Mordmerkmal: Der Autor untersucht das spezifische Mordmerkmal der Habgier und hinterfragt dessen Funktion sowie die damit verbundene Annahme über die Steigerbarkeit von Unrecht.

Schluss: Die Zusammenfassung resümiert, dass das Strafrecht auf einer Reihe von nur schwer legitimierbaren, ungelösten Prämissen aufbaut.

Schlüsselwörter

Rechtsphilosophie, Strafrecht, Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld, Handlung, Kausalität, Vorsatz, Habgier, Willensfreiheit, Determinismus, Normativität, Unrechtsbewusstsein, Rechtsdogmatik, Gesinnungsstrafrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das geltende Strafrechtssystem aus einer rechtsphilosophischen Perspektive, um die grundlegenden Annahmen und Begriffe, auf denen das System aufbaut, kritisch zu hinterfragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Struktur des Straftatsystems, insbesondere die Bereiche Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld, Handlungsbegriffe, Kausalitätslehren sowie die psychologischen und normativen Aspekte von Vorsatz und Mordmerkmalen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die oft als unantastbar geltenden strafrechtlichen Grundbegriffe und ihre zugrunde liegenden Prämissen zu dekonstruieren und aufzuzeigen, dass diese auf philosophisch fragwürdigen oder unbewiesenen Voraussetzungen beruhen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtsphilosophische Betrachtung, die die herrschenden Lehren und die Rechtsprechung analysiert und mit philosophischen Erkenntnissen über Freiheit, Determinismus, Moral und Ethik konfrontiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden nacheinander die Grundelemente (Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld) sowie spezifische Merkmale (Handlung, Kausalität, Vorsatz, Habgier) detailliert auf ihre rechtsphilosophische Konsistenz und ihre Schwächen untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Rechtsphilosophie, Willensfreiheit, Kausalität, Schuld, Dogmatik und die kritische Distanz zum positiven Recht charakterisiert.

Wie bewertet der Autor den Begriff der Willensfreiheit im Strafrecht?

Der Autor stellt die Willensfreiheit als unbewiesene Hypothese dar und kritisiert, dass das Strafrecht sie als notwendige, aber faktisch fragwürdige Grundlage für die Schuldzuschreibung funktionalisiert.

Warum ist die Habgier als Mordmerkmal problematisch?

Die Habgier wird als motivationale Eigenschaft kritisiert, deren Einstufung als Unrechtselement der empirischen Absicherung entbehrt und die eine Abgrenzung zum bloßen straflosen Egoismus rechtsphilosophisch erschwert.

Excerpt out of 32 pages  - scroll top

Details

Title
Rechtsphilosophische Betrachtung der Grundlagen des Straftatsystems
College
University of Heidelberg  (Juristische Fakultät, Rechtsphilosophie)
Grade
16 Punkte
Author
Moritz Lichtenegger (Author)
Publication Year
2002
Pages
32
Catalog Number
V5337
ISBN (eBook)
9783638132503
Language
German
Tags
Rechtsphilosophie Strafrecht Tatbestandsmerkmale Willensfreiheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Lichtenegger (Author), 2002, Rechtsphilosophische Betrachtung der Grundlagen des Straftatsystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5337
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