Die folgende Arbeit befasst sich mit der Tyrannis Hierons II., von ca. 269 – 215 v. Chr., bzw. der kurzlebigen Herrschaft seines Enkels Hieronymos. Das Geschichtswerk des Polybios beschreibt den Aufstieg und die Herrschaft des Hieron, weshalb es die Quelle dieser Arbeit stellt. Zu beachten ist jedoch die Tatsache, dass der Geschichtsschreiber das Lebenswerk des Hieron überspitzt rühmt, so dass die Objektivität der Quelle in Frage gestellt werden muss. Etwas Dürftiger verhält es sich mit der Quellenlage zu Hieronymos, der laut Polybios eigentlich keinerlei Erwähnung bedürfe.1 Der Schwerpunkt wird demzufolge auf Hieron gerückt. Welche Besonderheiten kennzeichneten seine Herrschaft? Wie gelang es dem Syrakusaner beinahe ein halbes Jahrhundert im Kampf der beiden Mittelmeergiganten Rom und Karthago zu bestehen? War die Glorifizierung des Tyrannen durch Polybios gerechtfertigt oder einfach nur hemmungslose Übertreibung?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung:
2. Die Machterlangung Hierons
3. Erste militärische Unternehmungen – Friede mit Rom
4. Die Innenpolitik
4.1 Hellenistische Königreiche zum Vorbild
4.2 Oligarchie als innere Stütze
5. Die Außenpolitik
5.1 Rom als Stütze
5.2 Der Ausbruch des 2. Punischen Krieges
6. Hieronymos
7. Schlussbemerkung
8. Bibliographie
8.1 Quellenverzeichnis
8.2 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Tyrannis von Hieron II. von Syrakus sowie die kurzlebige Regierungszeit seines Enkels Hieronymos. Dabei steht die kritische Auseinandersetzung mit dem Geschichtswerk des Polybios als zentraler Quelle im Fokus, um die Charakteristika der Herrschaft, die außenpolitische Ausrichtung und das Verhältnis zu Rom und Karthago zu beleuchten.
- Analyse der Machterlangung Hierons II.
- Untersuchung der innenpolitischen Strukturen und der Rolle der Oligarchie.
- Bewertung der außenpolitischen Strategie zwischen den Großmächten Rom und Karthago.
- Kritische Hinterfragung der Quellenlage zu Hieron II. und Hieronymos.
- Darstellung des Regierungsstils und der politischen Entwicklung unter Hieronymos.
Auszug aus dem Buch
2. Die Machterlangung Hierons:
Details über die Geburt und die Jugendzeit Hierons sind kaum vorhanden. Auch über die Herkunft des Syrakusaners darf spekuliert werden. Polybios berichtet über den Werdegang Hierons, den dieser vollbrachte „ohne über Reichtum, Ansehen oder einen anderen Vorzug, den ihm die Tyche in die Wiege gelegt hätte, zu verfügen“, was laut der antiken Quelle hieße, dass Hieron aus sehr einfachen Verhältnissen stammte. Neuere Sekundärliteratur sieht ihn als Spross einer angesehen syrakusanischen Familie. Sein Geburtsjahr wird auf Grund der Aufzeichnungen Polybios und anderer antiker Autoren in dem Zeitraum zwischen 308 und 304 vermutet.
Seine Jugendzeit war geprägt durch die anarchistischen Zustände, die nach dem Tode Agathokles` 289 eingetreten waren. Rebellierende Söldner zogen auf der Suche nach Beute durch das Land. Dabei besetzten die so genannten Mamertiner die einflussreiche Hafenstadt Messana im Nordosten der Insel, von wo aus sie Syrakus bedrohten. Die Karthager im Westteil Siziliens sahen ihre Stunde gekommen und versuchten die prekäre Lage der Syrakusaner und ihrer Verbündeten auszunutzen.
Von zwei Seiten bedrängt, riefen sie den Schwiegersohn Agathokles`, den Pyrrhos, zu Hilfe, der bereits einige militärische Erfahrung gesammelt hatte und dem es zwischen 278 – 276 gelang die Karthager zurückzudrängen. Hieron nahm aktiv an den Kämpfen des Pyrrhos teil und im Alter von ca. 25 – 30 Jahren diente er als Offizier, was für seine Führungskompetenz und Popularität sprach, die er ohne Zweifel gehabt haben muss, denn im Jahre 274/275 wurde er, nach dem Weggang des Pyrrhos 276, zusammen mit einem gewissen Artemidoros, der in diesem Zusammenhang aber nicht mehr erwähnt wird, zum Oberbefehlshaber des Heeres ernannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Tyrannis Hierons II. und seines Enkels Hieronymos, stellt das Geschichtswerk des Polybios als primäre Quelle vor und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Objektivität dieser Quelle und zur Herrschaftspraxis.
2. Die Machterlangung Hierons: Dieses Kapitel behandelt die frühen Jahre Hierons, seine militärische Karriere als Offizier unter Pyrrhos und seinen Aufstieg zum Oberbefehlshaber sowie schließlich zum Strategos autokrator.
3. Erste militärische Unternehmungen – Friede mit Rom: Hier wird der Konflikt mit den Mamertinern, die Rolle Karthagos und schließlich die diplomatische sowie militärische Wende hin zur dauerhaften Allianz mit Rom ab 263 v. Chr. dargestellt.
4. Die Innenpolitik: Das Kapitel untersucht die Anlehnung an hellenistische Vorbilder in der Repräsentation, die Einführung der Lex Hieronica zur Finanzierung und die Rolle der Oligarchie als Stütze der Macht.
5. Die Außenpolitik: Hier wird die Rolle Syrakus als treuer Verbündeter Roms und die daraus resultierende Stabilität sowie die Rolle als Pufferstaat zwischen den antiken Großmächten analysiert.
6. Hieronymos: Die kurze und umstrittene Regierungszeit des Enkels Hieronymos, seine punierfreundliche Politik und die daraus resultierenden Spannungen im Adel werden hier kritisch beleuchtet.
7. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst das Ende der Tyrannis auf Sizilien zusammen und würdigt das politische Geschick Hierons II. im Kontext der antiken Geschichte.
8. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendeten antiken Quellen sowie die moderne wissenschaftliche Literatur auf.
Schlüsselwörter
Hieron II., Hieronymos, Syrakus, Tyrannis, Polybios, Rom, Karthago, Mamertiner, Strategos autokrator, Lex Hieronica, Oligarchie, Sizilien, antike Geschichte, hellenistische Monarchie, Söldnerheer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Herrschaft von Hieron II. und seinem Enkel Hieronymos im antiken Syrakus sowie deren politische und militärische Strategien im Kontext der Konflikte zwischen Rom und Karthago.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Machterlangung, die Innenpolitik unter Einbeziehung hellenistischer Vorbilder, die außenpolitische Allianzbildung und die kritische Analyse antiker Geschichtsschreibung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Charakteristika der Tyrannis zu identifizieren und die Objektivität der überlieferten Quelle Polybios in Bezug auf die Regierungszeit von Hieron II. zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die quellenkritische Analyse des Geschichtswerks des Polybios im Abgleich mit moderner fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die militärische Konsolidierung unter Hieron II., seine innenpolitischen Maßnahmen, die außenpolitische Ausrichtung sowie den Wandel und das Ende der Herrschaft unter Hieronymos.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Hieron II., Syrakus, Tyrannis, Polybios, Rom, Karthago, Lex Hieronica, Oligarchie und hellenistisches Königtum sind prägende Begriffe.
Warum ist die Getreidesteuer Lex Hieronica historisch bedeutsam?
Sie diente als wesentliches Instrument zur Finanzierung der militärischen Ausgaben und der Entschädigungen an Rom und zeigt zudem die Anlehnung an ptolemäische Verwaltungsstrukturen.
Wie wird das Ende der Tyrannis durch Hieronymos beschrieben?
Die Arbeit beschreibt die Regierungszeit des Hieronymos als kurz und politisch instabil, geprägt von einem Kurswechsel zu Karthago, was letztlich zu seiner Ermordung durch adlige Verschwörer führte.
- Citation du texte
- Philipp Gaier (Auteur), 2004, Hieron II. und Hieronymos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53387