Zu: 'Schwere Stunde' von Thomas Mann


Referat (Ausarbeitung), 2005

11 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Inhaltsangabe von „Schwere Stunde“

3. Biographisches zu Friedrich Schiller

4. Verhältnis: Schiller – Goethe

5. Die Produktion des „Wallenstein“

6. Aus der Novelle ableitbares Künstlerbild und Kunstauffassung von Thomas Mann

7. Schlussbetrachtung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der relativ kurze Prosatext „Schwere Stunde“ entstand im Frühjahr 1905. Der damals knapp Dreißigjährige Thomas Mann schuf ihn als Auftragswerk anlässlich von Schillers 100. Todestag. Mann hat für diese Novelle

„ein immenses Quellenstudium betrieben: vor allem Biographisches, die Korrespondenzen Schillers mit Goethe und Gottfried Körner sowie zeitgenössische Berichte“[1]

durchgearbeitet. Dadurch erlangte der Text „ein hohes Maß an Authentizität und psychologischer Glaubwürdigkeit“[2].

Diese Arbeit soll zunächst einen Überblick über den Inhalt des Werkes und über das Leben von Friedrich Schiller geben. Im Folgenden soll Schillers Beziehung zu Goethe und der Schaffensprozess der Wallenstein-Trilogie noch näher beleuchtet werden. Zum Abschluss wird dann der Versuch unternommen, aus „Schwere Stunde“ Thomas Manns Kunstauffassung abzuleiten. Zudem soll näher betrachtet werden, was für ein Künstlerbild er in diesem Werk zeichnet.

2. Inhaltsangabe von „Schwere Stunde“

Diese Novelle beschreibt, wie der durch Krankheit geschwächte Schiller Ende 1796 in Jena an seinem Werk „Wallenstein“ arbeitet.

Er arbeitet daran, obwohl es weit nach Mitternacht ist und seine ständige Krankheit ihn sehr belastet. So leidet er unter anderem an einem nie enden wollenden Schnupfen und an Krämpfen in Brust und Unterleib. Deshalb hat sein Arzt in Jena ihm auch zum wiederholten Male untersagt, das Haus zu verlassen. Zudem stockt seine Arbeit am Wallenstein, was Schiller am meisten zu peinigen scheint. Er überlegt deshalb, sich mit Kaffee oder Likör über das Tief hinwegzuhelfen, erinnert sich dann aber an das Verbot seines Arztes. Und auch Goethe, „den er mit sehnsüchtiger Feindschaft liebte“[3], versuchte stets ihn von einem vernünftigeren Lebenswandel zu überzeugen. Dieser war, im Gegensatz zu Schiller, „voller Rücksicht gegen sich selbst“ (S. 115).

Es ist seine Ungenügsamkeit, die Schiller nicht schlafen lässt, sondern ihn „zwingt“ weiter an seinem Werk zu arbeiten. Doch es überkommen ihn Zweifel; er fürchtet, dass er mit seinem „Wallenstein“ eine Niederlage erleidet. Zwar erinnert er sich, dass auch sein Werk „Don Carlos“ aus „Zweifeln und Mühen“ (S. 116) hervorgegangen ist, doch damals sind „nach den Stunden des Harms […] die anderen des Glaubens und des inneren Triumphes gekommen. Die kamen nicht mehr. Kamen kaum noch.“(S. 117) Mit seinen 1796 siebenunddreißig Jahren war er bereits „erschöpft und fertig“. (S.117)

Schiller erkennt selbst, dass dies vor allem auf darauf zurück zu führen ist, dass er oft zu rücksichtslos mit sich und seinem Körper umgegangen ist; er hat häufig zu wenig geschlafen und sich mit Rauschmitteln zur Arbeit angetrieben. Doch Schiller weiß auch, dass er nicht die Zeit hat „sich mit kluger Schonung zu begegnen“ (S. 118). Er spürt, dass das Ende seines Lebens nicht mehr fern ist, will vorher aber noch so viele Werke wie möglich vollenden. Außerdem ist es ihm, als wenn es das Talent selbst ist, das den Schmerz und damit aber auch die erwünschte Qualität mit sich bringt. So beschreibt er das Talent als ein Bedürfnis und

„eine Ungenügsamkeit, die sich ihr Können nicht ohne Qual erst schafft und steigert. Und den Größten, den Ungenügsamsten ist ihr Talent die schärfste Geißel“ (S. 119).

Deshalb stellt Schiller auch fast wehmütig fest, dass die Sendungslosen es auf der Erde so viel leichter hätten, die nicht wie er das Ziel haben „gekannt und geliebt von den Völkern der Erde“ (S.119) zu sein. Um dieses zu erreichen, will Schiller sich ganz aufopfern. Er will, dass „niemand größer werde als er, der nicht auch tiefer als er um dieses Hohe gelitten.“ (S. 120) Dies sieht er jedoch durch seinen Freund Goethe gefährdet.

Schließlich geht Schiller zu seiner Lotte, die bereits schläft, hinüber. Er schaut sie an und bedauert dabei, dass sie so wenig Zeit haben, zusammen glücklich zu sein, da er oft müde und erschöpft vom Arbeiten ist. Davon, seiner Aufgabe nachzukommen, seine Sendung zu Papier zu bringen.

Dann hört Schiller eine Glocke läuten, die „das Ende einer Schweren Stunde“ (S. 122) anzuzeigen scheint. So wird sein Werk schließlich fertig, und „als es fertig war, siehe, da war es auch gut.“ (S.122)

[...]


[1] Adler: Spiegelung, S. 246

[2] Adler: Spiegelung, S. 246

[3] Mann, Thomas: Schwere Stunde, S.115. Bei weiteren Zitaten aus dieser Primärliteratur: siehe Seitenangaben in Klammern im Text.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Zu: 'Schwere Stunde' von Thomas Mann
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Veranstaltung
Der deutsche Künstlerroman
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
11
Katalognummer
V53433
ISBN (eBook)
9783638488891
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine Referatsausarbeitung, die man genau so gut "Hausarbeit" nennen könnte.
Schlagworte
Schwere, Stunde, Thomas, Mann, Künstlerroman
Arbeit zitieren
Katrin von Danwitz (Autor), 2005, Zu: 'Schwere Stunde' von Thomas Mann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53433

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