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Literarische Beziehungsmuster in Fontanes L´Adultera

Title: Literarische Beziehungsmuster in Fontanes L´Adultera

Term Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1

Autor:in: Katrin von Danwitz (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Diese Arbeit beschäftigt sich intensiv mit den literarischen Beziehungsmustern in Fontanes Roman. Dabei soll zunächst ein Einblick gegeben werden, wie die bürgerliche Gesellschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert allgemein mit den Themen Ehe und Ehebruch umging und welche gesellschaftliche Stellung die Frauen in dieser Zeit einzunehmen hatten. Im Folgenden werden in dieser Arbeit dann die Charakteristika der unterschiedlichen Beziehungen von Melanie herausgearbeitet. Dabei werden auch die Stationen von Melanies Sozialisation nachgezeichnet. Ein weiterer Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit Fontanes Kritik an der Décadence. Nachdem vorab aufgezeigt wird, was diese Literaturepoche auszeichnet, wird dann anhand von drei Motiven die Kritik an dieser in Fontanes Werk aufgezeigt. Der letzte Teil der Arbeit ist nicht nur eine Zusammenfassung der vorangegangenen Punkte, sondern es wird zudem die Frage angeschnitten, wie fortschrittlich dieser Roman Fontanes, gemessen an den damaligen Verhältnissen, war. Geprägt ist die Arbeit von der Auffassung Fontanes, dass Frauen nahezu unfähig seien, ihre Leidenschaften zu beherrschen. Die angenommene Unstetigkeit und Schwäche der Frauen sind für Fontane aber keineswegs Grund für eine vorschnelle Verurteilung und Ächtung. Vielmehr verteidigt er die menschlichen Schwächen als einen Ausdruck von Menschlichkeit, Natürlichkeit und Ehrlichkeit. Damit begründet er auch die Sympathie zu seinen oft wenig tugendhaften Frauengestalten - diese ergebe sich nämlich gerade augrund ihrer Schwächen und Sünden. Indem Fontane seine Frauengestalten außerdem oft als Opfer der gesellschaftlichen Verhältnisse darstellt, wird ihre Schuld, im Sinne einer tragischen Schuld, relativiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bürgerliche Gesellschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert

3. Beziehungsmuster

3.1. Melanie und Ezechiel van der Straaten

3.2. Melanie und Rubehn

4. Fontanes Kritik an der Décadence

4.1. Treibhaus-Motiv

4.2. Wagner-Motiv

4.3. Venedig-Motiv

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit analysiert die literarischen Beziehungsmuster in Theodor Fontanes Roman "L'Adultera" unter besonderer Berücksichtigung der soziokulturellen Rahmenbedingungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, inwieweit Fontane durch die Darstellung des Ehebruchs und der Emanzipation seiner Protagonistin Melanie eine Kritik an den gesellschaftlichen Konventionen sowie an der zeitgenössischen literarischen Epoche der Décadence übt.

  • Gesellschaftliche Stellung der Frau und bürgerliche Ehekonventionen im 19. Jahrhundert
  • Analyse der Beziehungsmuster von Melanie de Caparoux zu van der Straaten und Rubehn
  • Sozialisation von Melanie und ihr Weg zur persönlichen Selbstbestimmung
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Literaturepoche der Décadence
  • Interpretation der Motive Treibhaus, Wagner und Venedig als Ausdruck gesellschaftlicher und ästhetischer Kritik

Auszug aus dem Buch

3.1. Melanie und Ezechiel van der Straaten

Melanie und Ezechiel van der Straaten führen eine, für diese Zeit nicht ungewöhnliche, Konvenienzehe:

Für den Bourgeois van der Straaten liegt Melanies Tauschwert im Kapital ihrer Schönheit und ihrer Jugendlichkeit wie in ihrem Adelstitel und der damit verquickten Erhöhung seiner gesellschaftlichen Position. Für die verarmte Melanie de Caparoux liegt der Tauschwert van der Straatens in dessen Vermögen, dem Freikauf der vom Vater hinterlassenen Schulden sowie der Fortsetzung eines verwöhnten Lebens. Die Beziehung der Beiden beruht also nicht auf Liebe, sondern ist das Ergebnis eines Geschäftes. Sie führen demnach auch keine gleichberechtigte Partnerschaft. Die 25 Jahre jüngere Melanie dient dem erfolgreichen Geschäftsmann van der Straaten lediglich als Repräsentationsobjekt und als Mutter seiner Kinder. „Das Individuelle seiner Frau erschöpft sich für ihn in dem, was Frauen allgemein sind.“ Melanie kann zwar weiterhin ein wohlbehütetes und äußerst bequemes Leben führen, doch ausfüllen tut sie dieses nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Fontanes "L'Adultera" ein, skizziert den Skandal um den Ehebruch der Protagonistin und formuliert das Ziel, die Beziehungsmuster sowie die Kritik an der Décadence zu untersuchen.

2. Bürgerliche Gesellschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert: Hier werden die restriktiven Ehekonventionen des 19. Jahrhunderts beleuchtet, in denen die Frau ökonomisch abhängig war und Ehebruch als gesellschaftlicher Skandal galt.

3. Beziehungsmuster: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung Melanies von der Konvenienzehe zu einer selbstbestimmten Partnerschaft durch ihre Emanzipation.

3.1. Melanie und Ezechiel van der Straaten: Es wird dargelegt, dass diese Ehe eine reine Zweckgemeinschaft darstellt, in der Melanie als Repräsentationsobjekt fungiert.

3.2. Melanie und Rubehn: Hier wird die neue, auf Eigenentscheidung und persönlichem Glück basierende Beziehung zu Rubehn untersucht, die Melanie zur sozialen Reife führt.

4. Fontanes Kritik an der Décadence: Dieser Abschnitt ordnet das Werk in den Kontext der Jahrhundertwende ein und zeigt Fontanes kritische Haltung gegenüber den ästhetischen Tendenzen der Décadence.

4.1. Treibhaus-Motiv: Das Treibhaus wird als Symbol für eine künstliche, lebensferne Umgebung identifiziert, welche den Ehebruch begünstigt.

4.2. Wagner-Motiv: Die Musik Richard Wagners wird als verführerisches, die Sinne verwirrendes Element gedeutet, das Fontane kritisch hinterfragt.

4.3. Venedig-Motiv: Venedig dient als Ort der Abkehr von der Décadence und als Plädoyer für den Lebenswillen der Protagonistin.

5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Fortschrittlichkeit von Fontanes Werk hinsichtlich der Emanzipation der Frau hervor.

Schlüsselwörter

Theodor Fontane, L'Adultera, Beziehungsmuster, bürgerliche Ehe, Ehebruch, Décadence, Emanzipation, gesellschaftliche Konventionen, Realismus, Treibhaus-Motiv, Wagner-Kult, Venedig-Motiv, Selbstbestimmung, Frauenbild, gesellschaftliche Rehabilitation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die sozialen und emotionalen Beziehungsmuster der Hauptfigur Melanie in Theodor Fontanes Berliner Gesellschaftsroman "L'Adultera" vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Normen des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen zählen die bürgerliche Ehekonvention, der Ehebruch als gesellschaftlicher Skandal, die Emanzipation der Frau und die Kritik an der ästhetischen Epoche der Décadence.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Arbeit zielt darauf ab aufzuzeigen, wie Fontane durch die Darstellung Melanies Beziehungswandel und die Nutzung spezifischer Motive Kritik an den starren gesellschaftlichen Strukturen und den dekadenten Tendenzen seiner Zeit äußert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär textimmanente Interpretationen mit historisch-soziologischen Kontextualisierungen verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der beiden Beziehungsmodelle Melanies sowie eine tiefgehende Untersuchung der drei Décadence-Motive (Treibhaus, Wagner, Venedig).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fontane, Emanzipation, Konvenienzehe, Décadence-Kritik und Selbstbestimmung charakterisiert.

Warum spielt das Treibhaus-Motiv eine so zentrale Rolle für die Deutung des Ehebruchs?

Das Treibhaus wird als künstlicher, von der Realität abgeschirmter Raum interpretiert, dessen schwüle Atmosphäre und isolierte Lage die erotische Verführung und den Ehebruch symbolisch wie real provozieren.

Inwiefern vollzieht die Protagonistin Melanie eine Wandlung in Venedig?

In Venedig überwindet Melanie ihre Melancholie und die Verfallenheit an dekadente Ideale, indem sie sich aktiv dem Lebenswillen und der Verantwortung für ihre neue Familie zuwendet.

Wie bewertet der Autor Fontanes Haltung zur Emanzipation der Frau?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Fontane zwar die Selbstbestimmung Melanies positiv darstellt und die bürgerliche Moral kritisiert, er jedoch gleichzeitig in seinen traditionellen Geschlechterrollen verhaftet bleibt.

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Details

Title
Literarische Beziehungsmuster in Fontanes L´Adultera
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Course
Sexualität und Gesellschaft im literatur- und sozialwissenschaftlichen Diskurs
Grade
1
Author
Katrin von Danwitz (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V53437
ISBN (eBook)
9783638488921
ISBN (Book)
9783656795025
Language
German
Tags
Literarische Beziehungsmuster Fontanes L´Adultera Sexualität Gesellschaft Diskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin von Danwitz (Author), 2005, Literarische Beziehungsmuster in Fontanes L´Adultera, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53437
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