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Die Bedeutung des Nichtwählers

Title: Die Bedeutung des Nichtwählers

Seminar Paper , 1993 , 15 Pages , Grade: gut

Autor:in: Dr. Gerald G. Sander (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Mit der Bundestagswahl 1991 hat die Wahlbeteiligung in der Bundesrepublik Deutschland ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Vieles spricht dafür, daß dieser Abwärtstrend noch einige Zeit anhalten wird. Die Politikverdrossenheit, oder besser die Parteiverdrossenheit weiter Kreise der Bevölkerung wird für diese Entwicklung verantwortlich gemacht. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß sich in Deutschland, wie schon seit längerem in anderen westeuropäischen Staaten und den USA, die Wahlbeteiligung auf einem niedrigeren Niveau einpendeln wird und die Zeiten von Rekordwahlbeteiligungen endgültig vorbei sind.
Konkret findet diese Tendenz ihren Ausdruck darin, daß die "Partei der Nichtwähler"1bei den letzten Landtagswahlen in Bayern schon fast so stark war, wie die CSU, und bei der Bürgerschaftswahl 1991 in Hamburg sogar schon stärker als der Wahlsieger SPD. Die vorliegende Arbeit nimmt diese Entwicklung zum Anlaß, den "Nichtwähler" zu untersuchen. Es wird der Frage nachgegangen, in welcher Situation und unter welchen Umständen Wahlberechtigte ihre Stimmabgabe verweigern und was für verschiedene Grundtypen von Nichtwählern es gibt. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den sog. "Protestnichtwähler" gelegt, den für die heutige Zeit wohl typischen Nichtwähler, der vielleicht bei anhaltender Frustration, am Ende sogar eine extreme Partei wählt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Bedeutung und Auswirkungen der Wahlenthaltung

2. Geschichte der Wahlbeteiligung in Deutschland

3. Die Probleme bei der Erfassung von Nichtwählern

4. Die Gründe für eine Wahlenthaltung

4.1 Der unechte Nichtwähler

4.2 Der Dauernichtwähler

4.3 Der konjunkturelle Nichtwähler

5. Die Prädispositionen für eine Wahlenthaltung

5.1 Das Alter

5.2 Das Geschlecht

5.3 Die Konfession und Kirchgangshäufigkeit

5.4 Der Sozialstatus und die Bildung

5.5 Die Integration in die Gesellschaft

5.6 Der Wohnort und die Wohndauer

6. Die politischen Umstände

6.1 Bedeutung der Wahl, Wahlmüdigkeit und Prognosen

6.2 Wahlenthaltung aus Protest

6.2.1 Der Systemgegner

6.2.2 Denkzettel

6.2.3 Der resignierte Nichtwähler

6.2.4 Der moralisierende Nichtwähler

7. Andere Einflüsse auf das Wahlverhalten

7.1 Die Massenmedien

7.2 Die Wahlkämpfe

7.3 Die Wahlgesetze

8. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Wahlenthaltung in der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund sinkender Wahlbeteiligungen. Ziel ist es, die Beweggründe für das Nichtwählen zu analysieren und verschiedene Grundtypen von Nichtwählern – insbesondere den sogenannten Protestnichtwähler – zu identifizieren.

  • Analyse der Ursachen für rückläufige Wahlbeteiligungen
  • Kategorisierung von Nichtwählertypen (z.B. unecht, dauerhaft, konjunkturell)
  • Untersuchung sozioökonomischer und demografischer Prädispositionen
  • Bewertung der Rolle politischer Rahmenbedingungen und externer Einflüsse

Auszug aus dem Buch

1. Bedeutung und Auswirkungen der Wahlenthaltung

"Wählen gehen" gilt auch heute noch als Staatsbürgerpflicht. Diese Ansicht ist jedoch immer mehr im Rückschritt begriffen. In einer Zeit, in der großen Wert auf Selbstverwirklichung gelegt wird und das Pflichtgefühl abnimmt, steigt auch die Akzeptanz, wenn sich Personen der Wahl enthalten. Trotzdem geben die Nichtwähler für Wahlverlierer immer einen guten Sündenbock ab: Meistens hat eine Partei deshalb verloren, weil man die eigene Anhängerschaft nicht mobilisieren konnte.

Auch die Stabilität eines politischen Systems soll davon abhängen, wie viele Personen sich an der Wahl beteiligen. Ob jedoch nur in einer hohen Wahlbeteiligung eine Anerkennung des Systems liegt, ist sehr zweifelhaft. Es kommt darauf an, welche Funktion man einer Wahl beimißt. Wenn man der Ansicht ist, daß die Hauptfunktion einer Wahl in der Machtzuweisung liegt (output-orientierte Sicht), so ist eine hohe Wahlbeteiligung nicht notwendig.

Soll das gewählte Organ aber die Interessen der gesamten Bevölkerung vereinigen und ist dafür die Willensäußerung aller Mitglieder des Staatswesens nötig, so muß versucht werden, die größtmögliche Mobilisierung, also 100%, anzustreben (input-orientierte Sicht). Eine hohe Wahlbeteiligung muß aber nicht immer bedeuten, daß damit auch das politische System anerkannt ist. Es kann sein, daß die Wähler nur die Institution Wahl akzeptieren, wie dies in der Endphase der Weimarer Republik gewesen ist. In dieser Phase hat sich auch gezeigt, daß eine sehr hohe Wahlbeteiligung, die durch eine Mobilisierung politisch nicht interessierter und schlecht informierter Bürger entsteht, das politische System gefährden und schließlich abschaffen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bedeutung und Auswirkungen der Wahlenthaltung: Diskutiert die sinkende Relevanz der Wahlpflicht und differenziert zwischen input- und output-orientierten Sichtweisen auf die Wahlbeteiligung.

2. Geschichte der Wahlbeteiligung in Deutschland: Zeichnet den Verlauf der Wahlbeteiligung vom Kaiserreich bis in die 1990er Jahre nach.

3. Die Probleme bei der Erfassung von Nichtwählern: Erläutert die methodischen Schwierigkeiten der empirischen Erhebung aufgrund von Datenschutz und sozialer Erwünschtheit.

4. Die Gründe für eine Wahlenthaltung: Systematisiert Nichtwähler in die Kategorien unechte, dauerhafte und konjunkturelle Nichtwähler.

5. Die Prädispositionen für eine Wahlenthaltung: Analysiert Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Konfession, sozialen Status und gesellschaftliche Integration.

6. Die politischen Umstände: Untersucht die Rolle der Wahlbedeutung, Wahlmüdigkeit und das Protestwahlverhalten.

7. Andere Einflüsse auf das Wahlverhalten: Beleuchtet den Einfluss von Medien, Wahlkämpfen und dem Wahlrecht.

8. Schlußbetrachtung: Führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die "Normalisierung" des Nichtwählens als eine Form der politischen Entscheidung.

Schlüsselwörter

Wahlenthaltung, Nichtwähler, Wahlbeteiligung, Politikverdrossenheit, Protestnichtwähler, Wahlforschung, Parteiverdrossenheit, Wahlpflicht, Demografie, Partizipation, Sozialstatus, politische Stabilität, Wahlkampf, Demokratieverständnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Gründe und Motive für Nichtwähler in der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere unter dem Eindruck sinkender Wahlbeteiligungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Nichtwählern, soziologische Einflussfaktoren auf das Wahlverhalten sowie die Rolle politischer Umstände und Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Phänomen der Wahlenthaltung wissenschaftlich einzuordnen und den Typus des "Protestnichtwählers" als bewussten politischen Akteur zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse empirischer Studien und statistischer Daten zur politischen Partizipation.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Entwicklungen, methodische Probleme bei der Erfassung sowie differenzierte Gründe für das Nichtwählen, unterteilt in persönliche Prädispositionen und politische Rahmenbedingungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Nichtwähler, Wahlenthaltung, Protestwahlverhalten, Partizipation und politische Verdrossenheit.

Was unterscheidet den konjunkturellen vom Dauernichtwähler?

Konjunkturelle Nichtwähler entscheiden fallweise je nach Bedeutung der Wahl, während Dauernichtwähler das politische System grundsätzlich ablehnen oder desinteressiert sind.

Welchen Einfluss haben Medien auf die Wahlenthaltung?

Medien können einerseits durch Information zur Mobilisierung beitragen, andererseits aber durch die Thematisierung von Skandalen Politikverdrossenheit schüren.

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Details

Title
Die Bedeutung des Nichtwählers
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
gut
Author
Dr. Gerald G. Sander (Author)
Publication Year
1993
Pages
15
Catalog Number
V53466
ISBN (eBook)
9783638489157
ISBN (Book)
9783656813729
Language
German
Tags
Bedeutung Nichtwählers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Gerald G. Sander (Author), 1993, Die Bedeutung des Nichtwählers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53466
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