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Das Brautwerbungsschema im König Rother als charakteristisches Merkmal der 'Spielmannsepik'

Title: Das Brautwerbungsschema im König Rother als charakteristisches Merkmal der  'Spielmannsepik'

Term Paper , 2003 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Cornelia Lauterbach (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Bei der wissenschaftlichen Beschäftigung mit demKönig Rotherwird man immer wieder mit dem Begriff „Spielmannsepik“ bzw. sogenannte Spielmannsepik konfrontiert. Dabei wird oft eine konkrete Stellungnahme zu der mit dem Terminus verbundenen Problematik vermieden. „Ein bequemer, weil unscharfer Begriff erlaubte recht widerborstige Werke in eine Schublade zu stecken, die von der germanistischen Forschung nicht allzu oft geöffnet wurde.“
Meist wird darauf verwiesen, dass der Begriff zwar nicht korrekt sei, in Ermangelung einer treffenderen Bezeichnung werden jedoch immer noch (hauptsächlich) die mittelalterlichen Epen König Rother, Herzog Ernst, Oswald, Orendel und Salman und Morolfunter „Spielmannsdichtung“ subsumiert. Mittlerweile nimmt man den Spielmann als Verfasser der Epen nicht mehr an. Doch inwieweit der Stil der Epen als „spielmännisch“ zu bezeichnen ist, und wodurch sich der „spielmännische“ Stil genau auszeichnet, konnte noch nicht ausreichend geklärt werden. Dass sich bei den unter diesem Begriff zusammengefassten Werken stilistische, inhaltliche und sprachliche Eigenheiten finden, die eine Zusammengehörigkeit begründen, ist ebenfalls unumstritten. Inwieweit sich diese Charakteristika jedoch tatsächlich als „spielmännisch“ auszeichnen, kann hier nicht geklärt werden. In der vorliegenden Arbeit soll zunächst einmal die Problematik der „Spielmannsdichtung“ erörtert werden. Daraufhin erfolgt eine Analyse des König Rotheranhand der im Reallexikon aufgeführten Gattungsmerkmale. Als besonderes gemeinsames Kriterium wird vor allem das Brautwerbungsschema benannt. Aus diesem Grunde bildet die Analyse des Schemas im König Rotherden Schwerpunkt dieser Arbeit. Abschließend soll eine Stellungnahme zu dem Problem der sogenannten Spielmannsdichtung vorgenommen werden, die insbesondere durch die nahezu prototypische Verarbeitung des Brautwerbungsschemas begründet wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur „Spielmannsepik“

3. König Rother

3.1 Verfasser

3.2 Brautwerbungsschema

3.2.1 Auslösung und Vorbereitung der Werbung

3.2.2 Werbungsfahrt

3.3.3 Heimführung und Hochzeit

3.3.4 Nachgeschichte

3.3.5 schemabedingte Settings und Szenen

3.3 stilistische und erzähltechnische Sorglosigkeit, fabulöse und phantastische Stoffelemente

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das „Brautwerbungsschema“ im mittelalterlichen Epos König Rother, um dessen Funktion als zentrales Gattungsmerkmal innerhalb der sogenannten „Spielmannsepik“ zu analysieren und die Problematik des Begriffs vor dem Hintergrund der Forschung kritisch zu hinterfragen.

  • Analyse der Brautwerbungsstruktur anhand narrativer Modelle
  • Untersuchung der Erzählerpräsenz und der Verwendung von Vorausdeutungen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Zuschreibung „Spielmannsepik“
  • Diskussion der Bedeutung von Listmotiven und Herrschertugenden im Epos
  • Einordnung des Werkes als Schnittstelle zwischen mündlicher Tradition und Schriftlichkeit

Auszug aus dem Buch

3.2 Brautwerbungsschema

Christian Schmid-Cadalbert versucht in seiner Untersuchung zur Verarbeitung des Brautwerbungsschemas im Ortnit AW durch den Vergleich mittelhochdeutscher Brautwerbungsdichtungen die Grundstruktur des Schemas zu rekonstruieren, wobei er jedoch feststellt, dass sich „aus dem vorliegenden Korpus […] eine allgemeine Handlungsstruktur nur auf einer hohen Abstraktionsebene gewinnen [lässt].“

Im Folgenden soll die Realisation des Schemas im König Rother anhand des von Schmid-Cadalbert entwickelten „Modell des mittelhochdeutschen Brautwerbungsschemas (Verlaufsvarianten)“ zunächst einmal beschrieben werden. Einige Epen werden durch eine Vorgeschichte in Form eines Prologs eingeleitet. Das trifft für König Rother nicht zu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die problematische Terminologie der „Spielmannsepik“ und führt in die Absicht ein, das Brautwerbungsschema als zentrales Strukturmerkmal im König Rother zu untersuchen.

2. Zur „Spielmannsepik“: Dieses Kapitel diskutiert den Gattungsbegriff und die historische Verschiebung in der Einschätzung der Verfasserschaft von fahrenden Spielleuten hin zu Geistlichen.

3. König Rother: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse des Epos, insbesondere hinsichtlich der Erzählerpräsenz, der Anwendung des Brautwerbungsschemas und der Darstellung spezifischer Szenen und Motive.

3.1 Verfasser: Das Kapitel befasst sich mit der Überlieferung des Werkes, dem wahrscheinlichen Auftraggeber und der Identität des Autors.

3.2 Brautwerbungsschema: Dieser Abschnitt legt die theoretische Basis für die Analyse der Handlungsstruktur anhand des Modells von Schmid-Cadalbert.

3.2.1 Auslösung und Vorbereitung der Werbung: Untersuchung des Beginns der Handlung, der Herrscherbeschreibung und der Motivierung der Brautwerbungsreise.

3.2.2 Werbungsfahrt: Analyse des Verlaufs der Reise, der Ankunft am fremden Hof und der Schwierigkeiten, auf die die Boten treffen.

3.3.3 Heimführung und Hochzeit: Diskussion der Entführungsmotive, der Rolle der Spielleute im Epos und der endgültigen Brautgewinnung.

3.3.4 Nachgeschichte: Betrachtung des Erzählschlusses, insbesondere des Wechsels zum Mönchsleben als standesgemäßen Abschluss.

3.3.5 schemabedingte Settings und Szenen: Einführung des Standardschemas nach Tisdell, um die Bindung der Handlung an feste konventionelle Fixpunkte aufzuzeigen.

3.3 stilistische und erzähltechnische Sorglosigkeit, fabulöse und phantastische Stoffelemente: Auseinandersetzung mit der älteren Forschung, die diese Merkmale als Kunstlosigkeit wertete, und Neuinterpretation im Kontext der mündlichen Erzähltradition.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Rolle des Schemas und der Bedeutung des Begriffs „Spielmannsepik“ für die Literaturwissenschaft.

Schlüsselwörter

König Rother, Spielmannsepik, Brautwerbungsschema, Mittelalter, Epik, Erzähltradition, Listmotiv, Gattungstheorie, Handschriften, Handlungsstruktur, Herrschertugenden, Literaturwissenschaft, Narratologie, Spielleute, Rezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem mittelhochdeutschen Epos König Rother und analysiert, inwiefern das sogenannte „Brautwerbungsschema“ ein konstitutives Element für die Zuordnung zur Gattung der Spielmannsepik darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Struktur des Brautwerbungsschemas, die Rolle des Erzählers, die Forschungsgeschichte der „Spielmannsdichtung“ sowie die stilistischen Besonderheiten des Textes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel besteht darin, die Brautwerbungsstruktur im König Rother zu analysieren und zu prüfen, ob die typischen Merkmale der „Spielmannsepik“ eine sinnvolle Kategorisierung erlauben oder ob der Begriff in der Forschung kritisch zu hinterfragen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse basierend auf Gattungsmodellen (insbesondere nach Schmid-Cadalbert und Tisdell) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit existierender Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Verfasserschaft und Erzählerpräsenz, die detaillierte Analyse der einzelnen Phasen des Brautwerbungsschemas sowie die Bewertung von Stil und Stoffelementen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem König Rother, Brautwerbungsschema, Spielmannsepik, Erzähltradition und Handlungsstruktur.

Welche Rolle spielt das „Listmotiv“ im untersuchten Epos?

Das Listmotiv ist für den Handlungsverlauf essentiell, da Rother durch Verkleidung und strategisches Vorgehen seine Ziele erreicht, was als bewusste Erzähltechnik zur Spannungserzeugung gewertet wird.

Wie wird das Ende der Geschichte im Kontext der „Nachgeschichte“ bewertet?

Der Schluss, bei dem Rother als Mönch in den Lebensabend geht, wird nicht als Widerspruch zu seinem Reichtum gesehen, sondern als standesgemäßer Abschluss, der sein Ansehen nach der Erfüllung seiner herrscherlichen Pflichten weiter steigert.

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Details

Title
Das Brautwerbungsschema im König Rother als charakteristisches Merkmal der 'Spielmannsepik'
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,3
Author
Cornelia Lauterbach (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V53483
ISBN (eBook)
9783638489256
ISBN (Book)
9783656811145
Language
German
Tags
Brautwerbungsschema König Rother Merkmal Spielmannsepik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Cornelia Lauterbach (Author), 2003, Das Brautwerbungsschema im König Rother als charakteristisches Merkmal der 'Spielmannsepik', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/53483
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